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Neue jüdische Presse · 1907-12-06 · Heft 47 (6.12.1907) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
5 (1907)
Issue
Heft 47 (6.12.1907)
Date
1907-12-06
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite 12. Frankfurter Israelitisches Famllienblatt. Nr. 47. Barmizwohs. Redner, „durch die lügenhaften Behauptungen auch nur einen Monrent zweifelhaft werden konnten, daß sie nicht sofort mitleidig belächelten die Torheiten des Gelehrten, daß sie nicht so genau ihre Mutter (die Thora) kannten, um unberührt zu bleiben von den häßlichen Anwürfen, die man gegen sie sich erlaubte, das ist solch beschämender, niederbeugender Gedanke, daß der Jubel über die Ehrenrettung nicht recht zur Geltung gelangen kann." (S. 7.) - Wenn es so verstallet wäre, würde ich einen Gedanken anknüpsen an folgende Worte: „Sie (die Gotteslehre) ist nur um sieben Wochen jünger als unser Volk" (HL Rede, S. 14). Unser Volk ragt vornehmlich auch schon dadurch hervor, daß es gleichsam als Kulturvolk in die Geschichte einzieht. Der vielhundertjährige Druck vermochte es, seine Straft, nicht nur nicht zu lähmen, sondern er war geradezu der Schmelzofen, welcher es erst zu einem Volke zusmumenschweißte, zu einem Volke machte, das .sich seiner jugendlichen Vollkraft bewußt wurde. Die erste Probe, welche dieses emporstrebende jugendliche Volk /zu bestehen hatte,. waren nicht, den alten Völkern gleich, bluttge Schlachten; nein! Sein erster Weg führte es vielmehr zu dem — Sinai! Erst: „Höre, Israel, der Ewige unser Gott, der Ewige er ist einzig!" (Dz 6, 4); „Und cs wird geschehen, wenn ihr auf meine Gebote gehorcht . . ." (ibid 11, 13 ff.); „Heilige mir alle Erstgeborenen." (Exod. 13, 1 ff.). Und dann erst: „Und es wird geschehen, wenn dich der Ewige bringt in das Land . ." (ibid. 5 ff.). Diese vier Abschnitte, in unseren Tefillin zusammengefaßt, zeigen uns den hohen sittlichen Wert unseres Volksstammes, so hoch, daß sich. Gott, diesen' Paraschijoth entsprechend, ebenfalls 4 Abschnitte gewählt, die miteinander genau korrespondieren. (B. Bcrochoth 'Ga.) Der gelehrte Verfasser wird diese unberufene Einmischung entschuldigen. Damit soll ja nur gezeigt werden, daß seine Neben auch anregend sind. Umso besitzwerter sind sie. Bedenkt man auch, daß der Reinertrag einem edlen Zwecke dienen soll, wird cs geiviß keiner unterlassen,; sich in den Besitz dieser lesenswerten Schrift zu setzen. D r. G r ü n h u t. (Ohne redaktionelle Verantwortlichkeit. Wir bitten um gejL Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos). Adolf, Sohn des Herrn Professor Dr. Joseph Caro, Thiergarten 52, in der Synagoge Fricdbergcr Anlage. Briefkaste«. L. In der gegenwärtigen Duma sitzen nur zwei Juden: Nisselowitsch und N. Friedmann. Beide gehören der Partei der Kadetten an. K. B. Auch uns ist bekannt, daß die Vorstandswahlen der Frankfurter jüdischen Gemeinde in der Weise geschehen, daß Vorstand und Ausschuß sich zu diesem Akt vereinigen; da beide Körperschaften aber die gleiche Mitgliedcrzahl haben und bei Stimmengleichheit der Vorsitzende des Vorstandes entscheidet, so ist äe laolo von einem Einfluß der Gemeinde auf die Zusammensetzung des Vorstandes keine Rede. Die Sache würde mit dem Augenblick anders, da der Ausschuß — was bei der so riesig angewachsenen Gemeinde übrigens eine Notwendigkeit wäre — von 9 ans 15 Mitglieder erhöht würde. Aus der Geschäftswelt. Die vornehmste Fassade aller hiesigen Geschäftshäuser dürste wohl dem neuen Ricsenprachtbau der Firma M. Schneider, der Samstag seiner Bcstimmung übergeben wurde, zugestanden werden. Aber auch die Jnnenräume des 5 Stockwerke hohen und fast 1009 Quadratmeter einnehmenden Baues zeichnen sich durch Vornehmheit aus; hierzu kommt die Verwendung der modernsten Einrichtungen, sodaß das neue Geschäftshaus der altbekannten Firma von künstlerischen und praktischen Gesichtspunkten aus eine Sehenswürdigkeit Frankfurts ist. Bereins-Kaleuder. Verein Mekor-Chajim. Samstag, 7. Dezbr., nachm. 3 Vs Uhr : Mikro-Vortrag des Herrn Rektor B. Falk. Sonntag, 8. Dez., abends 6 Uhr, Schützenstraße 2: Vorlesung des Herrn Prof. A. Wehl aus „Sefer Schauftim". Frankfurter Zionistische Bereinigung. Samstag, den 7. Dezember, abends 8% Uhr, in der Börse: Chanukah-Feier. „Montefiore"-Berein. Samstag, den 7. Dezember, abends 9 Uhr, in der Frankfurt-Loge: Chanukah-Feier. Montag, den 9. Dezember, abends 9 Uhr: Lese- Abend. i! ' Mittwoch, den 11. Dezember, abends 9 Uhr, Herr Dr. med. Gust. Löffler: Das Lied (mit vokalen und instrumentalen Erläuterungen). Verein Tiferes Bachnrim. Sonntag, 8. Dezbr., Vortrag des Herrn Ernst Gottheimer: Die Geschichte der Juden zu. Frankfurt im Mittelalter. Vergnügungs-Gesellschaft junger Leute. (Gegründet 1893). Samstag, 7. Dezbr., abends 9VI- Uhr: Monatsversammlung in der Restauration Seliginann, Breitegasse. Vergnügungs-Club junger Leute. (Gegründet 1807). Samstag, 7. Dezbr., abends!>>,/ Uhr, im Beremslokale Hotel König von England, Battonstr. 70 I: Vereinsversammlung. Centralvereiu Israel. Gemeindemitglieder. Sonntag, 8. Dez., abends 9 Uhr, im Restaurant „Stadt Ulm", Schäfergasse 9: Geschlossene Mitgliederversammlung. Dienstag, 10. Dez., abends 8Ve Uhr, im Karlshaus, Seilerstraße 20: Oeffentliche Versammlung. Verein „Rachlast Zwi". Samstag, 7. Dez., mittags 12 Uhr: Vorlesung aus den „Neunzehn Briefen" "im Hörsaale der Gcmeindesynagoge (Friedberger Anlage). Mittwoch, 11. Dez., abends 83/i Uhr: Lektürcabend IV. Mauadim 3. B. M. Kap. 23, 11 n. ff. im Vereinslokale, Schützenstraße 2. In der nächsten Nummer beginnt ein spannender Roman! Abonuements aus das Frankfurter Jsr. Familienblatt vierteljährlich nur 1 Mark frei ins Haus. Glaubensgenossen! Am 10. Dezember scheiden drei Mitglieder aus dem Ausschuffe der Israel. Gemeinde aus. Der Centralverein Jsr. Gemeindemitglieder hat vergebens eine Einigung mit dem Freis. Verein erstrebt, da Herrn Ettlinger die Festlegung auf Bedingungen zugemutet wurde, wie sie «och «ie einem konservativen Kandidaten vorgelegt worde« Ware«. Die fteisinnige Richtung besitzt die Majorität iur Borstand, solange das ««gerechte, veraltete Wahlsystem herrscht. Sie will jetzt auch die Majorität Im Ausschuss gewinnen. Und sie wird sie gewinnen, wenn sie in diesem Wahlkampf siegt! Und welches wird die Folge sein? Wähler! Erinnert Euch, daß der Vorstand der Jsr. Gemeinde in ftüheren Jahren mehrfach der Israelitischen Religio«ssch«le die Gewährung einer Subvention in der Höhe, die erforderlich war, verweigert hat! Erinnert Euch, daß der Vorstand den Bau der neuen Gemeindesynagoge an Sabbate« durchgefiihrt /ar» ft i wissen wollte, ganz genau wie der „liberale“ Vorstand der Breslauer Gemeinde ohne Rücksicht auf das Empfinden zahlreicher konservativer Gemeindemitglieder eine orthodoxe Synagoge Samstags bauen Hess. Danach ist klar, was wir zu erwarten haben, wenn auch die Ausschuß-Majorität ans Seiten der Freisinnigen ist. Wer dies verhindern will, arbeite mit aller Kraft für die Wahl der Kandidaten des Centralvereins, dio Herren Maph. GtMnger, Herm. S. Kahn- Dr. msä. Z. Strauß. MM. " ' ' V’ ' ... 25^865900064 21113117

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