Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 5 (1907)
- Issue
- Heft 35 (6.9.1907)
- Date
- 1907-09-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2692297-2692511-2692546--03439-2698129- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Gerte 1Ö. Frankfurter Israelitischer Familienblatt. In wenigen Augenblicken langten wir in der Kolonie an; die Straßen waren festlich geschmückt, die bekränzte» Wohnungen von Gästen überfüllt, so daß alles in allem uns gleich in eine, feierliche Stimmung versetzte. Man wies uits das Haus des Koloniearztes zum Aufenthalte an, wo wir sehr freundlich ausgenommen wurden. Gegen halb vier versammelten sich die Kolonisten nebst Gästen in der Synagoge zum Minchahgebct. Nachdem der spaniolische Rabbiner von Jaffa, Herr Aruas, in einer Art Predigt seine Freude über die nach seiner Meinung vollkommen glückliche Lage der Kolonisten zum Ausdruck gebracht hatte, bestieg Herr Dr. G r ü n h n t die Kanzel, wobei die Aufmerksamkeit der Zuhörer sichtlich gespannter wurde. Denn es war nicht zum erstenmal, daß Herr Dr. Grünhut seine rhetorische Begabung in Rischon an den Tag legte. Redner führte in rein hebräischer Sprache Folgendes aus: Die Völker klagen uns aller möglichen Fehler. an, sprechen uns unsere Verdienste für die Wissenschaft gänzlich ab, und ihr größter Borwurf ist, daß die Juden keine Ackerbauer sind, sondern nur an dem Handel Gefallen finden. Daß das eine Verleumdung ist, beweist Rischon. „Rischon lezion hineh", hier liegt vor uns das von duftigen Gärten umringte Rischon, welches von dem Fleiß und der Tüchtigkeit der jüdischen Bauern Zeugnis ablcgt. Man denke nur nicht, daß - cs .immer so war, denn „hinom", heißt es weiter im Vers, hier stehen noch vor uns die Begründer der Kolonie. Sie haben noch den sandigen, scheinbar unfruchtbare» Boden gesehen und 'ihn eigenhändig in eine wahre Dose verwandelt. Zum Schluß richtet Redner einen warmen Appell an die Auswanderer, besonders an die .vermögenden, daß sie Palästina allen anderen Ländern vorziehen mögen, denn hier ist 'ihnen ein großes Arbeitsfeld geboten. In der wirtschaftlichen Förderung Palästinas erblickt Redner die einzig mögliche Annäherung zu dem von den Zionisten angestreb- . ten Ziele. — Die Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen, obwohl man ihn des heiligen Ortes wegen nicht äußern durfte. Die Feier in der Synagoge nahm ihren Abschluß mit einem Kaisergebete und mehreren Mi-schebarach den Wohltätern, besonders dem Baron Edmund von Rothschild, der 23 Jahre der Kolonie barmherziger Vater war. Auch der wichtigen Verstorbenen wurde gedacht. — Abends wurde die Feier im Klub, Bet - am gen., fortgesetzt. In einer langen Prozession mit unzähligen Fackeln strömte das-Volk herbei und füllte den Platz vor dem Klubs aus. Dort lauschte das Publikum aufmerksam den hebräischen und Jargonsreden. Gegen letztere empörte sich die Jugend, allein es gelang der Autorität des Herrn Dr. Grünhut, sie mit der Begründung, daß die Jargonsreden unumgänglich wären, zu beschwichtigen. Unter den Rednern des Abends befanden sich die Herren Dr. Kahan- Bernstein und Dr. Tschlenoff, beide Mitglieder des Aktionskomitees, sowie Herr L c w a n - t i n, Direktor der zionistischen Bank in Jaffa. Nach den Reden unterhielt ein reiches Büffet und das Singen der Schulkinder das Publikum. Manchem Kritiker warf sich, was wir nicht unerwähnt lassen wollen, die Frage auf, ob die Feier berechtigt war; denn bis vor 2 Jahren standen die Rischoner unter der 'Vormundschaft Baron Edmund von Rothschild's. der Millionen für diese Kolonie ausgegeben hat. i Künstlerisch hervorragende Gegenstände der neuen Synagoge der Frankfurter Jsr. Religions-Gesellschaft. ' : 1. Ner Tomid aus dem Atelier der Firma Carl Grebenau. Zur Ablösung der Roschhaschono- GlüMvunschkarten. spendeten für den jüdischen Nationalfonds: Herr E. A. Schwabacher, Frankfurt Jk 2_ „ Fritz Selka „ „ —'.50 „ M. Grünebaum und Familie „ 1.— „ Simon Jeidcl „ „ 2.— „ Leopold Schewach „ „ 3.— „ Jacob Ettlinger „ „ 3.— „ Clemens Kahn „ 3.— „ B. Wittekind * —.50 „ Joseph Schwabacher „ „ 2.— „ Leopold Strauß „ „ 3.— . „ Js. Goldschmidt „ „ 3.— „ Leopold Haas „ „ o_ „ Siegm. Levita „ „ B.— Herren Gutmann und Marx „ „ 3.— „ Federlein und Haas „ „ 10.— Frau Max Regensburg „ „ 5.— „ Caroline Hanrburger „ 4.— Familie Samuel Frank „ ,, 2.— „ Martin Avigard „ „ 5!— „ I. Nußbauni „ „ 3.— „ S. H. Goldmann ,, 1 .— „ I. L. Goitein 3 — „ Hermann Cramer „ „ 5.— Nr. 35. Chanukaleuchter aus dem Atelier der Firma Lazarus Posen Wwc. Herr n. Frau August Nachmann, Frankfurt Jk 1.— „ Jos. Nußbaum „ „ 3.— „ Fritz Sondheimer „ „ 10.— Familie Isidor Schloß sen. „ „ 10.— Herr Saly Geis „ „ 1.— Jk 94.- Brtefkasten. S. E. 6 Tischri 5642 — Donnerstag, 29. September 1881. L. Die welterschütternde Nachricht, daß ein Sohn des Landtagsabgeordneten' Justizrat Dr. Cassel zum königlich preußischen Leutnant der Reserve befördert worden sei, ist wieder dementiert worden. Zum Prim Madien Weinrestaurant I. Ranges, Goethestrasse 10, Frankfurt a. M. Ludwig Stob. nio Mocconnor’ Rnvc d- Ausführungsstelle besorgen alle MB lllCuuCUybi UUJd vorkomm enden Kommissionen, fahren Krankej tragen Kohlen, ersetzen Bediente, befördern Gepäck u. verteilen Zirkulare u. Prospekte u.s.w. prompt u. billig. Näh. auf Telephonruf 9401,9402 u. 2770. Danrnf-Hasihiuistalt Srattptifnh“ Paul & Go., 0. m. k. H. »JlÄUttUlUU Telephon 1866. Hardenbergstrasse 9. -- peliK florotfitz, Frankfurt a. M- 7 Schillerstrasse 7 •0»0»0-©*0-00*0»00-00*0«0o0*0* Telephon 3851 KHHHKM>0^0<0004*(KM> Juwelen, Uhren, Bordu. "" Kunstgewerbliche Weckstatte ch> ch. ch. ch. O jur Metten in allen Mailen empfiehlt sein reichhaltiges Lager israelitischer Knltnsgegenstände nach neuesten Entwürfen. V Illustrierte Preislisten stehen gerne zur Yerfügung. J Telephon 611. Alte Bothofstrasse 6. MAX HAASEN (Inh. Victor Marx) 6» @ 0 © © © Erstes Trauring-Geschält Juwelen, Goldwaren, Uhren §chiller-Lenz, 10 Goethestresse IO. 0 0 0 fe W "■ mit Yersclilussslangen, Schloss ■-e Al Ci A |T AH Sh A unck Schlüssel, sehr billig. ■VW 1 Ntl |i 11 ■ I if; En und en detail- Jakob Wagcuer, Segeltuch-Schuhe für Jaumkippur empfiehlt: HUgO ZtotliSCllIld Telephon 10133. Yilhelerstr. 31. Telephon 10133. SW Für Festlichkeiten empfehle meine , I^eili - Anstalt - Tische, Stühle, Glas, Porzellan, Tafeltflcher, Servietten etc., Bowie alle znr Tafel gehörenden Gegenstände. dir. Ellrich, 8t #llerheiligensträsse 8 t. — — .. Telephon 1889. ■' ■ 025090