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Neue jüdische Presse · 1907-06-14 · Heft 23 (14.6.1907) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
5 (1907)
Issue
Heft 23 (14.6.1907)
Date
1907-06-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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33B3BBroyiMr!«^!i^aHBgaB«gBgg Seite 10. fenslust. Ueber 30 Jahre gehörte er der Kommission für die Verwaltung der Talmud-Thora-Schule an, zunächst als Mitglied des Gemeindevcrtreter-Kollegiums, dann vom Jahre 1884 ab als Mitglied des Vorstandes. Sein warmes Interesse und wahres Verständnis für dieses so wichtige Institut der Gemeinde befähigten ihn, zu jeder Zeit für seine Erhaltung und Entwicklung kraftvoll einzutreten, und seine vermittelnde Wesensart unterstützte ihn in diesem Bestreben wirksam. Ganz außerordentliche Verdienste aber hat der Verewigte sich um die Fürsorge der Waisen, in unserer Gemeinde erworben. Voll stolzer Befriedigung blickte er auf diese Tätigkeit, die seinem innersten Wesen voll Menschenliebe entsprach. Er betrachtete dieses Amt nicht als eine Art rein, geschäftlicher Verwaltung, er war der hohen Verantwortung, welche die Fürsorge der Aermsten der Armen ihrem Träger auferlcgt, voll bewußt. Er war ein Vater der Waisen in.des Wortes bester Bedeutung. Sein Nante ist'mit dem Erfolge dieses Instituts aufs innigste verknüpft. Seine Popularität fand dort ihre Quelle, er war in der Tat „bei der Gemeinde wohlgelitten". Lange Jahre hindurch begeisterte und erfteute er als Bal Tefilloh am Rausch. Haschonoh und Zaum Hakippurim die Gemeinde mit seinem ausgezeichneten Vortrag und seiner herrlichen Stimme. Es ist in erster Reche ihm zu verdanken, daß die allen, ehrwürdigen Melodien in ihrer Reinheit in unserer Synagoge sich erhalten haben. Unsere Gemeinde ist arm geworden an aufrechten, jüdischen Männern, der Verewigte war der Besten Einer. Im Namen der Gemeinde sprach Herr Oberrabbiner Dr. Lern er, im Namen der Familie. Tr. Holländer, Rechtsanwalt, ein Neffe des Verstorbenen. Die Beerdigung erfolgte in Bahrenfeld unter reger Beteiligung. Berit». Privatier I. L. Jsaac und Frau Jeanette gebl Mannheim, Schöneberg, Elßholzstr. 19, begingen am 3. Juni die goldene Hochzeit. Breslau. Referendar Goldstein. der das Assessor-Examen mll dem Pvädikat „mit Auszeichnung" bestand — ein Fall, der äußerst selten und in Schlesien wohl seft 20 Jahren nicht vorgekommcn ist —, wurde alsbald nach dem Examen vom Justizminister zum Landrichter in Gleiwitz ernannt. Parts. Fabrikant Nathan Gompel wurde zum Offizier de l'Jnstrüction publique ernannt. Der Deputierte L. L. Klotz wurde zum Vizepräsidenten der Budgetkommission der Abgeordnetenkammer gewählt. Amsterdam. Im 66. Lebensjahre verschied der sehr angesehene Kaufmann A. L e w i n st e i n, der sich auch ~ als Philanthrop einen Namen gemacht hat. . London. Die Universität Oxford wird am 18. Juni dem Direllor des Instituts fiir experimentelle Therapie in Fraukfurt a. M. Professor Paul Ehrlich den Grad nines Ehrendoktors verleihen. Aus den Vereinen. Frankfurt a. M. Das hiesige.Bureau der Jsr. Erziehun gs-Anstalt Ahlem versendet soeben den Bericht über das Jahr 1906. Wir entnehmen dem Berichte: Die Anzahl der Zögling e des Knabenhauses betrug Mitte Februar ds. I. 40 Lehrlinge und 56 Schüler und die des Mädchen-. Hauses 28 Schülerinnen und 24 Haushaltungszög- Unze. Die Jahresbeiträge sind von rund Jk 30 000 auf Jk 38 000 gestiegen, doch ist ein weiteres Anwachsen der Jahresbeiträge dringend erforderlich, da nur ein sehr geringer Pensionspreis von den Zöglingen gefordert werden kann, der nur die Hälfte bis Zweidrittel der Selbstkosten deckt. Jahresbeiträge nehmen die Mitglieder des Lokalkomitees — die Herren Rechtsanwalt Dr. Blau, Eduard Cohen, Direktor Herzberg, Rabbiner Dr. M. Horovitz, Rabbiner Dr. Plaut und Joseph Wisloch — entgegen. Frankfurt a. M. Letzten Mittwoch sprach Herr Perlmutter im Montrfiore-Verein vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft über das Thema: „Shylock und Nathan als Juden". Herr Perlmutter verstand es, "durch seine von großem Fleiß und Verständnis zeugenden Ausführungen die Zuhörer zu lebhaftem Beifall hinzureißen. Duisburg. Der vom «Bund jüdischer junger Mädchen" im April 1906 gegründete Kinderhort bezweckt, diejenigen Ellern jüdischer Kinder der.hiesigen Gemeinde in der Erziehungstätigkeit zu unterstützen, die durch anderweittge Inanspruchnahme an der ständigen Beaufsichttgung der Kinder verhindert sind. - Die Kinder werden nachmittags in einem von der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellten Raum von jedesmal, zwei Damen bei ihren Schulaufgaben und Spielen beaufsichtigt. Im Sommer unternahmen wir öfters Ausflüge. Die Güte der hiesigen Männernnd Frauenchewrah ermöglichte die Gründung einer Bibliothek auserlesener Jugcndschrksten. Um die Freude an der .Blumenpflege in den ändern zu wecken, erhielt jedes Kind eine Topfpflanze, die es zu Hanse sorgsam zu pflegen hat. Die Gemeindevertretung wendet denn Kinderhort einen regeünäßigen Beitrag'zu. ~ ' I Frankfurter Israelitische» FamUienbiaN. Remagen. Das 70jährige Stiftungsfest des Vereins zu rFörderungdesHandwerks unter den Juden erfreute sich großer Beil iligung. Herr Rabbiner Dr. K a l i s ch e r - Bonn hielt die Festrede. In eingehender Weise besprach er den Entwickelungsgang des Vereins, der sich, aus einer religiösen Vereinigung zu einer sozialpolitisch bedeutsamen Organisation entfaltet habe. Er delenjchtete vvr allen Dingen auch das segensreiche Wirken des Vereins nicht blos für die Angehörigen der kleineren Gemeinden Rheinlands, sondern auch im Interesse der Hebung der sozialen Stellung aller Juden und somit auch im Interesse der Allgemeinheit. Nach beendetem Festgottesdienst fand ein Festmahl statt, an das sich eine. Reihe musikalischer Darbietungen und Aufführungen und am Schlüsse ein Ball anschlossen. Die schöne Feier erhielt noch dadurch eine besondere Weihe, daß am gleichen Tage Herr Moritz Faßbender sein Löjähriges Jubiläum als Vorsitzender des Vereins feiern konnte. Zünch. Unter dem Namen .Montefiore" ist hier ein Verein gegründet worden, der bezweckt: die Angehörigkeit jüd. junger Leute zum Judentum und die Pflege aller idealen Interessen zu fördern. Präsident 'des Vereins ist: Herm. Schmuklerski, Zwinglistraße 10. A«s der Lehrerwett. Göttingen. Die hiesige jüdische Gemeinde hat auf Grund der Besttmmungen des neuen Bolksschulunterhaltungs - Gesetzes die Errichtung einer Elementarschule beschlossen. Oppeln. Der Rabbiner der diesigen Shnagogeng-meinde Dr. Leo Bäck ist in Pilsen einstimmig zum Rabbiner gewählt worden. Aus -er zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Bei der Expedition des Franks. Jsr. Familienbl. gingen für den Nättonalfonds ein: N. N. 6,— Jk Hermann Erteschik beim Aufrufen in Krakau 1,—! „ — Bei der Kommission für den jüdischen Nationalfonds gingen ein aus Büchsen: F. S. 3,48 Jk Caroline Hamburger 28,50 „ 31,98 ~Jk Gleichzeitig erlauben wir uns-die Mitteilung zu machen, daß das Bureau der. Kommission, am 1." Juli von Uhlandstraße 56 nach Grünestraße 29 pt. verlegt wird. Hamburg. Am 6. Juni veranstaltete die zionist. Ortsgruppe Hamburg-Altona eine von über 100 Personen besuchte Versammlung, in der die .Wahlen zum VIII. Kongresse stattfanden. Der Vorsitzende Z)r. Kalmus schilderte zunächst die jetzige Situation im" Zionismus und die Aufgabe des . nächsten Kongresses. Daran schloß sich eine lebhafte Diskussion, in der die Vertreter der verschiedenen Richtungen zu Worte kamen. Es sprachen die Herren: Estcrm ann, Dr. Holpern, Dr. Hnldschiner, Dr. David, Michael, Stiebel, Dr. Waschitz, ferner Herr Eisenstein, ein Vertreter der galizischen Poale Zion und ein Herr Berlin aus Wilna. Zn Delegierten wurden mit überwiegender Majorität Dr. Kalmus und Dr. Holpern, zu Eisatzdelegierten Dr. Fink und Moritz S. Wolfs gewählt. Wien. Bei der Wahl zum Reichsrate wurden jüdischnationale Stimmen abgegeben: in Galizien 25 565, in der Bukowina 5797 und in Wien 592 i. Sa. 31854. LeedS (England) Als Delegierte für den 8. Kongreß wurden gewählt: I. Mycrs und S. Goldberg. > Odessa (Rußland). Dr. Kohan-Bernstein fährt dieser Tage nach Palästina. Er will sich dort in einer der' jüdischen Kolonien mit seiner Familie niederlassen und seinen Beruf als Arzt ausüben.' Odessa, 4. Juni. Anläßlich der heutigen Abreise Dr. Kohan-Bernstein's nach Palästina fand gestern ein Bankett statt. Es sprachen n. a.: Ussischsin, Achad Haam, Klausner, Dialik. Gleichzeitig mit Dr. Kohan-Bernstein sind A ch a d - H a a m und Scholaum Asch nach Palästina abgefahren. Burtte Chronik. Kaiserin Elisabeth und Jehuda Halevy. Emrs Tages stand Seligmann Heller, Lehrer in Prag und Verfasser der Gedichtsammlung „Die echten hebräischen Melodien", im bequemen Hausrocke am Fenster und blickte — seine Wohnung befand sich im dritten Stockwerke eines Vorstadthauses — auf die Straße, als er eine Equipage am Hause Vorfahren und hallen sah. Daß es ein Hofwagen war, sah der Kurzsichtige nicht; er scherzte nur zu seinem Sohne darüber, daß ein vornehmes Gefährte vor dem alten Borstadthause hatte und ob vielleicht ihm der vornehme Besuch gelle. Wenige Minuten später klopfte es an die Türe, und vor dem . überraschten-Gelehrten stand die Kaiserin. ‘ Nr. 23 In der ihr eigenen einfachen Weise, die jede Verlegenheit sofort bannte, setzte die unvergeßliche Fürstin den Zweck ihres Besuches auseinander. Sie sprach von Jehuda ben Halevy, den. sie nur aus den Versen ihres Lieblingsdichters Heinrich Heine kenne, dessen Dichtungen sie aber an der Hand Hellers kennen lernen möchte. Sie war vielleicht bereit, den nicht eben leichten Weg zu gehen, den Heine in seinem Gedichte „Jehuda ben Halevy" seiner Frau zu gehen rät: „Raten ntojjt ich Dir, Geliebte, — Nachzuholen das Versäumte — Und hebräisch, zu erlernen. — Widme einige Jahre solchen: Studium, Du kannst alsdann — Im Originale lesen — Den Halevy . . ." Seligmann Heller hielt der Kaiserin aus dem Stegreif einen Vortrag über das Leben und die Dichtungen des hebräischen Dichters, aber sein Rat war nicht der, den Heine seiner Frau erteilt hatte; es sei nicht leicht, die Sprache' Halevys sich anzueignen, noch schwerer vielleicht, sich in die Gedanken- und Empfindungswelt des fremden Dichters hineinzudeuken und einzulcben. Die Kaiserin möge sich a» das ergreifende Bild halten, das Heine in einfach schönen Linien von dem Dichter entworfen und an das ehrlich-rühmende Urteil des deutschen Dichters über den hebräischen. Die Kaiserin folgte mit lebhaftem Interesse dem Vortrage Hellers und schied von 'ihm mit Worten aufrichtigen Dankes. Kunst und Literatur. DieSo nn tagsruh ei m Handelsgewerbe und dic Jnteressender gesetzestrenen Inden. Materialien, herausgegeben vom Vorstande der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums". Als Manuskript gedruckt. 40 Seiten. Frankfurt a. M., Büchdruckerei Louis Golde. Das Bestreben, die vollständige Sonntagsruhe einzuführen, ist in vielen Großstädten vorhanden. Frankfurt hat den Reigen eröffnet, und' nun hat auch München die vollständige Sonntagsruhe eingeführt.; München fügte aber, veranlaßt durch die den Sabbat beobachtenden jüdischen Geschäftsleute, seinem Qrtsstatute folgenden Paragraphen an: „Denjenigen Geschäftsinhabern jüdischer Konfession, welche nachweislich ihren Geschäftsbetrieb am Sabbat und an israelitischen Feiertagen ruhen lassen, ist.es gestattet, ihre Angestellten jüdischen Glaubens an Sonntagen während der Stunden von 10—12 Uhr Vormittags zu beschäftigen mit der Maßgabe, daß die Geschäftslokale für den allgemeinen Verkehr geschlossen bleiben und keinerlei Lärm .oder Aergeruis erregende Arbeiten in denselben ausgeführt werden." Das. Vorgehen Münchens hat gezeigt, daß bei der Durchführung der Sonntagsruhe die Möglichkeit gegeben ist, für die gesetzestreuen Juden Ausnahmebestimmungen zu bewirken, und die „Freie Vereinigung" hat deshalb für die Interessenten das hierzu nötige Material zusammcngestcllt. Eduard Kulke's erzählende Schriften, Deutsche Verlagsaktiengesellschaft, Leipzig. Eduard Kulke's Erzählungen schildern das vormärzliche Leben des mährischen Juden. Er hat es verstanden, die damaligen-Zustände, da z. B. der Jude für jedes Pfund Fleisch, für jeden Fisch, für jedes Fäßcyen Wein, das er kaufte, besondere Abgaben entrichten mußte, mit geschichtlicher Treue zu zeichnen. Weniger lebenswahr, schwach psychologisch ergriffen, sind die Personen; das Gute wird belohnt, das Böse bestraft; tiefere Konflikte gibt cs nicht, es geht alles unter Verteilung von Regen und Sonnenschein hübsch glatt dom Stapel. Vereins-Kalender. R. P. Beis-Hamidrasch. Samstag, .15. Juni er., 5Y4 Uhr nachm., Rechneigrabenstraße 12 II. .Bortrag des Herrn Rabbiner Abraham Sackheim aus Rußland. Vergnügungs-Gesellschaft junger Leute. Montag 17. Juni, abends . 9 Uhr, Vereins-Versammlung. Restaurant 'Seligmann, Allerheiligenstraße 34. „Mo«testore"-Berein. Mittwoch 19. Juni, abends 9 Uhr, Diskussionsabend. Referat: „Ausgewählte Kapitel aus der Kunstgeschichte/^___._- ' - Idi mite alt i laiaiM sein. @denn wie gut die Leute es dort haben mögen — was fangen sie denn an. wenn sie erkältet sind? Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen haben sie dort doch nicht und ich kann mir nicht denken, wie man Erkältungen der Luftwege, Affektionen der Rachenschleimhäute. Heiserkeit und Husten bequem und schnell los werden will, wenn man keine Fays ächte Sodener hat. — Dieselben kästen nur 85 Pfg. per Schachtel und sind überall zu haben. ", ■ Caji Constabler Schönster Balfton. « M Streng gelialt FamUlencaf«. ■ 1 „frauentob“ Telephon 1866. Hardenbergstrasse 9. Danpf-WasHtf Paul&Co..G. m.b.H

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