Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 5 (1907)
- Issue
- Heft 13 (29.3.1907)
- Date
- 1907-03-29
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12. Dieser Tage machte ich eine ganz ähnliche Wahrnehmung beim hiesige» Israelitischen Hilfsvcrciu. Ich hatte denselben ersucht, einige Kleidungsstücke bei mir abholen zu lassen. Pünktlich wurde meinein Wunsch entsprochen, zu meiner großen Verwunderung durch einen Dienstmanu; und wenige Stunden darauf war ich durcy Vermittlung der Post im Besitz einer Quittung. Nun sage ich mir, könnten derartige Botengänge, die doch sicherlich zienilich oft vorkomnicn, nicht ebenso gut wie durch einen Dienstmann durch einen Unterstützungsbedürftigen gemacht werden, dein dadurch Gelegenheit zu einem Verdienst gegeben wäre? Nnd könnte man nicht die Quittungen, wenn auch nicht jede einzeln, so doch einige zusammen, ebenfalls durch einen solchen besorgen lasse»? Sicherlich wäre niemand ungehalten darüber, wenn er dadnrcy auch nicht ganz so umgehend in Besitz einer Empfangsbestätigung käme. <5S sollte mich sehr freuen, werrn meine Bemerkniigen den Vereinen eine Anregung geben würden, auch bei ihren notivendigeu Spesen den eigentlichen Zweck ihres Vereins nicht außer Acht zu lassen.__ S. 'A. Kunst uud Literatur. Schalom Asch „Der Gott der Rache". Schalom Asch, dessen Talent der Kenner der Jargon-Literatur schon längst schätzt, ist seit voriger Woche eine Persönlichkeit geworden, deren Name im Munde der gesamten gebildeten Welt Deutschlands ist. Die Uraufführung seines Tranias „Der Gott der Rache" im „Deutschen Theater" zu Berlin, hat dies vermocht. — Ob wir Juden als Juden von dieser Frucht seines Talentes einen Gewinn haben, scheint nach den vorliegenden Besprechungen der Tagcspressc fraglich. Man darf darin wohl der antisemitischen „Kreuzzeitung" auch einmal recht geben, die da schreibt: „Dem Verfasser war das jüdische Milieu geläufig; darum wählte er es. Dramen, wie dieses, spielen sich genau ebenso an den Grenzen Hollands, wie über dem Ozean ab. Mit der Psychologie des Judenvolkcs haben sic nichts , zu tun." Frankfurter Israelitischer KamrUeMatt. Kaiser Friedrich Quelle - Offenbach a. M. —-- Gegen Gicht nnd Rheumatismus bewährt. Wachen-Kalender. «Zeitangaben nach dem Lunch.) Samstag, den 30. März (= 15. Nissan): Sabba'- und Festes-Anfang in Frankfurt a. M 6 Uhr 25 Min. 3l.Mä-z: Festes-Ausgang in Frankfurt a. M 7 Uhr 45 M n. 6. April: Fesles-Ausgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 55 Min. (Schluß.) Am Eres Pesach ist Challv zu nehmen von Mazzos. Sind's mehrere Packetc, dann vereinige man sie uuter gemeinschaftlicher Ueberdeckung. Mau esse nicht Mazzos; daraus Gebackenes zum Genuß erlaubt. Haarscheeren, Nägelschncideu vormittags, da am Nachmittag zur Temvelzeit Jomtos mar wegen der Darbringung des Pesachopfers. Der Seder: Hierüber Näheres in jeder Hagadah. O m c r z ä h l e n: Omer war ein gewisses Maß, das man voll Gerstenkörner am 2. Tag Pesach brachte. Von da an zählte man 7 Wochen bis Schovuaus. Lehre hieraus: u. das Erstgeschnittene dankbar Gott zu weihen, b. Pesach und Schovuaus gehören zusammen; erst die Gesetzgebung krönte den Auszug aus Egypteu. — Man zählt nachts; tann's auch am andern Tag — ohne Brochv — nachholcn. Wer einen Tag ganz übergangen, darf die folgenden Abende nur ohne Brocho zähle». 6. Gebete. Am 1. und 2. Abend „Schehechejonu" beim Lichtanzünden wie beim Kiddusch. Am Jomtaus - Morgen zu Kiddusch nur „Wajdaber Mansche. . . el benci Jisroeil"; ani Schabbos natürlich zuvor das v. jedem Schabbos: „Weschomru" usw. Am 1. Tag Pesach das feierliche „Tesilas Tal", da man im Mussaf das Nr. 13 1. Mal „Maschif horuach" ausläßt! Das Machsor spricht hier vom Segen des Taues, entfjöft sinnige Deutungen. mit Bezug auf die 12 Monate nnd 12 Stämme. I», Volksmund „Tal-Benschen". In vielen Gemeinden dabei ein iveißes Porauchcs, auch Melodie, von Rausch-Haschono, dem ernsten Inhalt entsprechend. Ani Chaul-Hamoed das 1. Schmono-Esrei werktägig, dann halb Hallet, Thoravorlesung und Mussaf d. Wallfahrtsfeste. Mincho uud Maariv, wie Werktag,. nur „Jaale wejovau" einschalteu. . __ Am Donnerstag ist „Eruv Taffchilin" zu machen, «iun: Da man Freitag, wo'doch Jaum-tauf, auf Schabbos kochen muß, wurde infolgedessen der Feiertag sich werktägig ausnehmcu. Mau stellt darum Donnerstag schon ein Gericht zurück, wodurch das Koche» am Freitag nur eine „Fortsctznug" oder „Vollendung" darstellt. Am 7. Tag Pesach Vorlesung des „Meeresliedcs", da Israel am 7. Tag durchs Meer zog. Das Machsor dem Inhalt entsprechend. Kein Schehechejonu beim Lichtanzüuden und Kiddusch! Am 8. Tag „MatnaS Jad", d. h. Gcldgelübde anstatt der Opfer, die wir jetzt nicht bringen könne». Lesen des „Hoheliedes" von Salomo. (Schir-Haschirim.) Offenbacber Druckluft=Anlage Telefon 123. Offenbach a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Tepplchrelnlgung. Vereins-Kalender. Vergnügungs-Gesellschaft junger Leute. Donnerstag, den 11. Avril, abends 0 Uhr tut Restaurant Seligmanu, Breitegasse 2, „Generalversammlung". Verein Mekor-Chajim. Samstag, 30. März, nachm. 1 Uhr (Schützenstraße 2). Vortrag des Herrn Lehrer H. Einstädter: „Erziehungslehren der Haggadah". Samstag, 6. April, nachm. 4 Uhr. Vortrag des Herrn I. Rosenheini: „Sefira-Gedanken". Zenfraloerein israelit. Semeindemitglieder. Einladung zur öffentlichen Versammlung Montag, den 9. April, Abends */z9 Uhr, im Grossen Saale des Kaufmännischen Vereins, Ljingestrasse 26. Tagesordnnng: Die Neubauten der jüdischen Gemeinde und das beabsichtigte Bauen am Sabbath. Referent: Herr Dr. med. W. Hanauer. ■ - ■— Hierzu sind alle Gemeindemitglieder eingeladen. -■ Architekt Luckwig ßernoulh Tel. 3698 Oberweg 20 Tel. 3698 übernimmt Entwurf und Bauleitung von Gebäuden jeder Art, Innendekorationen u. s. w. Paul Crermanu, ------ Tapezier und Dekorateur, empfiehlt sich 38 Kiesstrasse 38 bisher langjährig bei Möbelfabrik ------ H. 8. Langenbach beschäftigt, im Aufmachen von Gardinen, Dekorationen, Aufarbeiten sowie Neuanfertigung von Möbeln und Matratzen bei billigen Preisen. Dameob art j entferne dauernd unter Garantie durch Elektrolyse (amer'ki’System). Schmerznnd narbenloae Behandlung. — . ....= Gesichtsdampfbäder, elektrische Gesichtsmassage. ■ Nur für Damen. — —— - Marie Kaufmann, Taunusstrasse 43, Nähe Hauptbahnhof. * X X K X * Für die Feiertaffe. Prima Valencia-Orangen, Citronen, Slorciannd Pontalc-BIul orangen, ■ ■ - Gerostete spanische Erdnüsse ■ zu den billigsten Tagespreisen.' Telephon 10601. Lieferung frei Hans. Telephon 10601. Neue Zeil 32. Colom Ä5 Islobat. Neue Zeil 22. 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