Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 5 (1907)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1907)
- Date
- 1907-01-11
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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-€eeit 12 Frankfurter Israelitische« Familienblatt. M. 2 . werden, sich mit jüdischer Geschichte und Literatur, sowie besonders mit allen jüdischen. Tagesfragen zu beschäftigen. Vor allen Dingen sollte jedoch vermieden werden,' daß sich in diesem Verein das Gros der Mitglieder interesselos und passiv der Vereinsarbcit gegenüber verhält,, sondern Wer sollte ungehalten werden, durch rege Betelligung an der Besprechung der zu behandelnden Gegenstände, sowie durch die .Verpflichtung, selbst kleinere Vorträge zu halten, an demZieledesBereinsrnrtzuärbciten. : Diesen Gesichtspunkten entsprechend gestaltete sich ' hfe. Tätigkeit des Vereins - ihr vorigen Winter, "die sich .insgesamt auf 26 Veranstaltungen erstreckte. An 20 Wenden waren es' Diskussionsab'ende Mit -dem Referate eines Mitgliedes. Die einzelnen Themen dieser Vorträge lauteten: Ostmarkenpolitik und Juden; Der Jude als Deutscher; Der Einfluß der egyptischen Erziehung auf Moses; Der Verband der deutschen Juden; Lage der ' Juden in Deutschland und Frankreich; Das Marancntum; Hellenismus Judentum; Schulunterhaltungsgesetz; Lage des . Judentums .in Rußland';. Theodor =Herzl; Zionismus; Soziale Lage der jüdischen Handlungsgehilfen; Brüsseler Konferenz; Nascht; Heine alsMMonaljude; Patriotismus' und Judentum; Sozialismus und Judentum. Vier der Diskussionsabcnde waren , freie Unterhaltungsabende,. wobei sich gewöhnlich im Anschluß <yr eine Zeitungsschau eine rege freie Aussprache entwickelte. Mehr in die Oesseutlichkeit trat der Verein durch vier große Vortragsabende, für welche sich Nichtmitgliedcr in äußerst liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellten. So sprach. Herr Dr. Jeremias über: „Philanthropische Gesellschaften und Territorialismus"; Se. Ehrw. Herr Rabb. Dr. Bloch über: Heinrich Grätz und seine Bedeutung für das Judcn- .Judentum" (2 Abende) und Herr Dr. Cassel über: „Juden zur Zeit der großen Revolution". Auch , wurde, .zu Gunsten des schwer erkrankten jüdischen Dichters Morris Rosenfeld ein jungjüdischer Rezitatiousabend veranstaltet, der einen derartigen Beifall, fand, daß er wiederholt werden mußte. ' ' Wie». Der hiesige „Jüdische Kolonis a tä o n s v e r e i n" versendet soeben seinen ersten Tätigkeitsbericht, enthaktend das Protokoll der ersten ordentlichen Generalversammlung, den Bericht des ./Zentralkomitees, sowie Kassen- und Sekretariats- ' bericht? Der hübsch ausgestatteten Publikation entnehmen wir, /daß der Verein eine, kevhäfte. Tätigkeit entfaltet, / um die von ihm vertretenen Ideen zu propagieren, und für den Verein Mitglieder zu werben. Es ist ihm auch bereits trotz der ' kurzen Zeit seines Bestehens gelungen, eine größere Anzahl Mitglieder'zu erhallen, welche an Mitgliedsbeiträgen und einmaligen Spenden Kr. 9:583,36 eiiigezahlt haben. Die Propaganda für.de» Verein, der die Aufgabe hat, „allein oder in Verbindung mit aiidcren, gleiche. Ziele erstrebenden Institutionen die planmäßige AnsiedlUng von Indem in Palästina und seinen Nebenländern zu fördernd, wird jetzt auch auf die übrigen Kronkänder ausgedehnt werden, nüd zwar sind die Vorarbeiten für eine lebhafte Agitation in Böhmen, Mähren und Schlesien bereits durchgeführt. Dem interessanten Bericht liegt eine Broschüre: „Die Zukunft Palästinas und unsere Aufgaben daselbst" von« Universitäts-Professor Dr. O. Marburg, Berlin, bei, welche neu eintretenden Mitgliedern gratis zugcsandt wird. Dieselbe behandelt in ausführlicher Weise) die jüdische Kolonisationsbewegung im Allgemeinen und' die Palästina-Kolonisation) im Besonderen und weist an der Hand von statistischen und vergleichenden Daten nach, daß die letztere nicht nur als momentane Hilfsaktion, sondern auch für planmäßige Unsiedlung von Juden das geeigneteste und fruchtbarste Arbeitsfeld bietet. Anmeldungen als Mitglied des Jüd. Kolonisationsvereins haben beim Sekretariate, Il/3 Grodlerstraße 9 in Wien zu geschehen. Ein ordentliches Mitglied zahlt jährlich mindestens Kr. 5, ein immerwährendes Mitglied einnial für immer mindestens Kr. 250 uiid ein Stifter einmal für immer mindestens Kr. 2000. Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Geehrte Redaktion! Geivähren Sie gütigst den folgenden Zeilen in Ihrem geschätzten Blatte Raum: Es ist jüngst bei Gelegenheit des Umstandes Erwähnung geschehen, daß eine beträchtliche Anzahl der die religiöseste jüdische Schule besuchenden jungen Leute dem Judentum untreu werden, und ist diese betrübende Tatsache durch mancherlei Gründe, zu erklären versucht worden. Ich glaube, deir Gruitd,hierfür darin finden) zu.'sollen, daß die ullgemeine Auffassung des gesellschaftlichen. und wirtschaftlichen Lebens nicht auf der Höhe dev-dtzrt gekehrten Weltanschauung steht,, und also, weil vermeintlich' Theorie und Praxis nicht üb,ereinstimweit können; did in der Schule gepflegten Änrcgüngen'sich rasch verflüchtigen. Die Basis der entsprechenden Aiiffässüng des .Erwerbskebens z. B. ^— . des mächtigsten Faktors im praktischen Heben sscheint/mir/inj'deiN/Mdanken zu,liegen, daß die vrorätischN Rechtfertigung des Erstrebens von Wertvorteilen im Erwerbsverkehre nicht iii dem aus der Notwendigkeit etwa, zu'folgerndem Rechte des diese Wertvorteilc anstrebenden Einen gefunden werden darf, vielmehr in dem durchdic Befriedigung der Bedürfnisse des Andern zu erwirkenden A n s p r n ch a n f Z u g e.ft li n dnis dieser Wertvortcike. .' Die aus solcher Auffassung resultierende Praxis kan n mit jüdischer Ethik nicht.in Widerspruch stehen, und da also Lehre und Leben harmonieren können, wird durch " diese Erkenntnis' 'ebensowohl jüdische Selbstachtung wie Pflichtgefühl geweckt werden. Vielleicht hat .Sayrsmp- Rafael HirsH-.s. A. bei Schaffung der. /.Freien Vereinigmtg pp.^ welche sich ja auch init Aufgaben des praktischen Lebens zu beschäftigen hat, sich von ähnlichen Gedanken leiten lassen. Hochachtungsvoll ' L. Wegen Raummangel mußte heute die „Jüdische Jugend" ausfallen. Verein Montßfiorß, Seiferstrasse 22 prl. Vereins - Localitiiteu geöffnet täglich von 12—3 und 6—11 Uhr. Samstag und Sonntag den ganzen Tag. Wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme auf unser Blatt bei unseren Inserenten zu decken. Frankfurter Israel. Familienblatt. Betteq, Sofa, Divans u. s. w. werden billig und gut aufgearbeitet. vHNvk -Bettfedem - Heimgangs - Anstalt Raab, jUpiligkreuzgasse II und Barnheinier Landstr. 41. Inventur - Räumungsverkauf in Stickereien, Spitzen, Besätzen nnd gestickten Stoffen zn tief reduzierten Preisen und Extra-Rabatt v°° 10°lo Besonders mache ich auf 1 Posten znrückgesetzter fertiger Stictcerei-u.Spitzeninitßrröcfte u.2ierschQpzen aufmerksam. Nur bis Ende Januar im Spitzengeschäft von 8. Wetzler, Grosse Eschenheimerstrasse Z. ' NB. Diese Waren sind auf besonderen Tischen ausgelegt. ' ' ' . , .. - —Streng ostengen Lienenhonig — ,.Postpacket 5. kg: 7.50 Aark franko, hat abzugeben L. IVeiinianii, Zcmpclbnrg i. 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