Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 46 (30.11.1906)
- Date
- 1906-11-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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fccuc 10. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 46. Man hat behauptet, daß die Urheimat der Semiten Arabien gyvesen sei, während die Bibel Chaldäa-' Babylonien (Chaldäa gleich Ur-Kastim) angibt; die vergleichende Sprachwissenschaft hat nun unwiderlegbar festgestellt, daß die Angaben der Bibel und nicht ihrer Antiker die richtigen sind. So wollten die Kritiker die Stelle von Abimelech mit Sara beanstanden, indem sie sagten, daß im Orient die Frauen verschleiert waren; doch die letzten Forschungen beweisen, daß in Aegypten diese Sitte nicht bestand usw. usw. Der Redner gab u.a. interessante Erklärungen über Worte wie „Mizrajim", „Pharao". Köln a. Äh. Der Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands hielt am 21. d. Mts. unter starker Beteiligung seine dritte Hauptversammlung ab. Als Vertreter des westfälischen Schwestervereins war Herr Rabbiner Dr. Marx, Recklinghausen, als Vertreter des Verbandes der Sabbatfreunde, Herr Moritz A. Loeb, Frankfurt a. M., anwesend. Der Vorsitzende,/Herr M. L. Munk, Köln, begrüßte die Versammlung und gab.eine kurze liebersicht über die Erfolge und Bestrebungen des Vereins. Nach dem von Herrn Hanauer, Euskirchen, erstatteten Kassenbericht stehen den Einnahmen in Höhe von Jk 8000, ca. 7000 Ausgaben gegenüber. Der Kassenbestand beträgt zurzeit etwa Jk 5000. Alsdann hielten Herr Rabbiner Dr. Marx-Recklinghausen und.Herr Loeb- Frankfurt, Begrüßungsansprachen, worauf der Vereinsräbbiner, Herr Dr. B. Wolf, den Jahresbericht erstattete. Für Mikweh, Schechita und Unterrichtszwecke hat der Verein fortgesetzt in allen ihm unterstellten Gemeinden mit Erfolg gewirkt. Anträge von Lebens- und Nährmittelfabriken, die sich'unter'Aussicht des Vereins stellen wollen; lausen in letzter Zeit mehrfach ein. Den Bestrebungen des Verbandes der Sabbatfreunde steht der Verein mit großer Shmpathie gegenüber. Köln a. Rh. Die Versammlung des Jüdischen Völksvereins dm vergangenen Mittwoch wurde von Herrn v a n C l r e f,. dem Vorsitzenden, eröffnet, der sich des Näheren über die bevorstehenden Wahlen zur Repräsentanz verbreitete, welche Aussührungeu darin gipfelten, daß ein Kompromiß zwischen derkonservativenu n d 1 iberale «Partei in Vorbereitung sei. ' Die nun folgende Debatte wurde fast ganz ausgefüllt von einer scharfen Kritik an dem Jüdischen VullSverein und ander Tätigkdi t d e r Re pr ä s en t a nt e n. Insbesondere waren es die Herren Goldreich und Berger, die, in von der Versammlung mit Beifall aufgenommenen Ausführungen, dem Bollsverein den Vorwurf der Untätigkeit und ihn dafür veranttoortlich Machten, daß vielleicht augenblicklich die Sache dev konservativen Partei innerhalb der hiesigen jüdischen Gemeinde Nicht mähr so gut da stehe wie früher. Aber auch die konservativen Repräsentanten und Vorstandsylttgliedor hätten ihre Pflicht nur in geringem MlMe.MWt^ Durch das ganze Leben der jüdischen G^mMnde Hoin^ gehe ein Zug von Erstarrung und Leisetreterei.' Es" habe sich ein Notabelntuin heraüsgebildet, das offenbar' glaube, 'berufen zu )ein>Ä>i.e .Geschäfte der Gemeindevollständig selbstäMig Md ohne jede Fühlung^ mit den Wählern zu führen: Die wichtigsten Aufgaben der Gemeinde litten Mangel, überall fehle ein frischer, energischer Zug. Aufgabe der Wähler sei .es daher,- nur solche Männer zu. wählen, von denen man tatsächlich sicher wisse; daß sie den Willen und dir Fähigkeit hätten, zu arbeiten und auch ein kräftiges Wort nicht scheute». Beide Redner wandten' sich, ebenso wie Herr Werther, entschieden gegen j e d es K o m p r o m i ß, das den konservativen keinerlei Vorteile versprechen könne. Der Vorstand des Volksvereins versuchte seine Handlungsweise in mehrfachen Erwiderungen zu etschuldigen, gab aber zu, daß Fehler gemacht worden seien und versprach,, für die Zukunft öfters öffentliche Zusammenkünfte zur. gemeinsamen Aussprache der Wähler zu veranstalten. Für die angegriffenen Repräsentanten sprachen die Herren Gottschalk, Moritz L e v y j u n. und das Mitglied des Vorstandes Herr .Siegfried S i m o n. — Von der Fassung eines Beschlusses wurde abgesehen. — Der Vorsitzende keilte mit, daß eine weitere Versammlung im Laufe der kommenden Woche stattfindet und daß in dieser Versammlung Beschluß sowohl über ein Konipromiß mitder liberalen Partei wie auch über die Aufstellung der Kandidaten gefaßt werden solle. Leibzia. . Wie alljährlich, veranstaltete der israel. Wohltätigkeitsverein auch in diesem Jahre ein Wohltätigkeitskonzert. Es fand am Dienstag, den 27. d^. M.. im Fcstsaale. des Zoologischen Gartens statt und darf als,äußÄst gelungen bezeichnet werden. Der Reinertrag fällt dem israel. Kinderhort und dem Mtersasyl zu. Birstein. Am 21. d8. Mts. hielt Herr Provinzial» rabviner Dr. Bamberger in der hiesigen Synagoge einen Vortrag über die Ziele des Vereins der Sabbatfreunde. Der auf den Vorrrag hin gegründeten Ortsgruppe traten "41 Herren bei. Aus der zionistischen Bewegung. Leipzig. Am Donnerstag, den 22. ds. Mts. hielt der gewesene Herausgeber und Redakteur des „Hazefirah" und Mtglied des großen A.-C., Herr N. 'S o - ko low, im großen Saale des Bonorand einen anderthalbstündigen Vortrag über die gegenwärtige Lage der Juden in Ztußland und deren Einfluß auf den Zionismus. Die Ausführungen des Redners gipfelten in dem Satze, daß eine Lösung der Judenfrage in Rußland selbst nicht zu erwarten sei, und daß nur die Durchführung des zionistischen Programms, das die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Heimstätte in Palästina erstrebe, eine solche herbeiführen könne. Eine ca. 800köpfige Versammlung lauschte in lautloser Spannung den gehaltvollen Ausführungen des Vortragenden. In der anschließenden Diskussion gelangten auch mehrere Territorialisten zum Worte, deren. Angriffe der Referent in einem Schlußworte glänzend ^widerlegte. O t t Hamburg, 27 Nov. JM»er hiesigen Ortsgruppe sprach letzten Samstag Abend Herr N. Sokolow über „Die Lage der Juden in Rußland, die Emanzipationsaus sichten Und der. Zionismus." Die Versammlung fand im Logen- Heim statt und war überaus gut besucht. Warschau. Aktionskomitee-Mitglied Dr. Lewin reist zwecks zionistischer Propaganda nach Amerika. Dr. .8. Ko h an-Jaffa schreibt im „Jewreiskaja Mysl" einen offenen Brief/an die Kollegen in' giußland, in dem er sie auffordert,' L un genkranke nicht mehr nach Palästina zu schicken,'da dort, obwohl das Klima dem Italiens, Egyptens nsvi. entspricht, die nöttgen hygienischen und medizinischen Einrichtungen noch, fehlen. . Aus der Lehrerwelt. Vöhl, Herr Lehrer Laser wurde in dem Augenblicke vom Tode ereilt, als er bei einer Festlichkeit einen Toast, ausbrächte. Ncw-Aork. Kantor Hernmnn Go Idstein, bekannt als Komponist und als ehemaliger Präsident des ,;Kantoren-Vereins von Amerika", ist, 59 Jahre alt, gestorben. __, Briefkasten. 3t. Wir nehmen davon Notiz, daß Professor Dr. Israel-Berlin, dessen Ernennung zum Geh. Medizinalrat kürzlich gemeldet wurde, nicht mehr Jubelst. M. B.- Der 18. April 1893 fiel auf den 2. Jjar, I. b. E. Jhreni Wunsche gemäß geben wir hiermit davon Kenntnis, daß in Ihrem Leitartikel in Nr. 44 die zwei Ri ch tnngcn innerhalb des Verbandes des 30. (17.) Oktober irrtümlich als Part ei des,30. Oktober und des 17. Oktober bezeichnet wurden. Aus/der Geschäftswelt^ Herr K. M i ch a e k iS , bei vor drei Jahrzehntt» in Frankfurt wohnte und von dieser Zeit her noch im besten Andenken Ist, hat das Zrgarrenge schüft des Herrn D a v i d S t r a u ß, Ecke Langestraße und Rechneigrabenstraße, übernommen^ Vereins-Kalender. Verein Mekor-Chajim. Sonntag, den' 2. Dez. 1906, abends 6 Uhr (Schützenstr. 2): Vorlesung des Herrn Julius Hirsch ans „Jesaias". - „Mon1efiore"-Verein. Mittwoch, den 5. Dezember 1906, abends 9 Uhr» Herr Dr. med. Gustav Löffler: II. Abend: „Die moderne Oper". Verein Tifercs Bachurim. Sonntag, 2. Dez. Vortrag des Herrn N. Groß: Der Komponist Haydn und seine „Schöpfung". Nach dem Vortrag: Geschäftliches. (Nikr für Mitglieder.) Verein „Misrachi". Dienstag, 4. Dez., abends 9 Uhr, Kursaal Mi« lani (Friedberger Anlage): „Was ist und was will der Misrachi". — Gäste (auch Damen) willkommen. — Verein Rachalatz Zwi. - Mittwoch, 5. Dezember, abends 8^'Uhr im Vereinslokal Schützenstraße 2. Vortrag des Herrn Scminaroberlehrers I. Stoll aus Würzburg: Die Geschichte der Erzväter im- Lichte egyptischen Urkunden, ll.: Die Geschichte Josephs. Damen sind willkommen. Vorlesungen für Damen. Sonntag, ü. Dezember, abends 6 Uhr, Am Tiergarten 8. „jleM Kindererziehung". II. . Herr Heinrich EinftäHter!' Brasse Detektiv -Zentrale » Tel.4359. und Privat-Auskunftei Tel. 4359. W Salzhaus 8, I» (Ecke Bossmarkt) d Bettfedernreinigungsanstalt Tapezier — Dekorateur — S. WEIL, 7 Pestalozzintrasse 7. P Gute Duft im Bause! Goll’s Patent-Dauerlüftung „Golvia“ "■ - unaufhörlicher Luftwechsel -■ - ■— ' -in bewohnten und unbewohnten Räumen. - : Besseres Köhlhalten. — Leichteres Beheizen. jV Auslro'eknen feuchter Räume. W selbsttätig—- ohne Zug — geräuschlos. Eingehende Zeugnisse. Beste Referenzen.. “a‘SniS.i,'''Richard.CJ-oil Telephon 1095. PJh. Beck-Bentlinger Telephon 8744. Gr. Bocheuheimerstr. 21. Telephon 8744. SämtMe Bärsten Kr HansäaltnnDszwecke in anserlesener Qaalität. Beste Hauslialtungs-Seifen, Stearin-, Wachsu. Zierkerzen. 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