Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 45 (23.11.1906)
- Date
- 1906-11-23
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Frankfurter Israelitisches FamilienSlatt. Seite 12. Berieten noch immer reserviert gehalten. Noch länger aber mit der Sprache zurückzuhaltcn, wäre nachgerade ein Verbrechen. Man spricht von einer Volkswahl. Diese Wahl war aber von langer Hand vorbereitet. Noch hatte sich kaum der Hügel über Eljoschor geschlossen, da beschlagnahmte der Päschah den Rabbiuatssiegel, und noch bis auf den heutigen Tag befindet er sich in seinem Besitze. Chacham CH. Eljoschor, der in letzterer Zeit seinen Vater vertreten hatte und als dessen Stellvertreter von der Regierung anerkannt war, wurde seines Amtes entsetzt. An seine Stelle ist Mi Manni, derzeit Käimckain in Hebron, von dem man erwartete, daß er ciu gefügiges Werkzeug sein wird, berufen worden. Hierauf erklärte der Päschah den nicht lange vorher gewählten Vorstand für aufgelöst. War ähnliches schon dagcwescn? Hat man je gehört, daß mit dem Tode des Rabbiners die Gemeinde-Repräsentanz ihr Funktions-Recht verloren hätte? Die Vergewaltigungen gingen dann weiter. Der abgesetzte Vorstand mußte die Bücher herausgeben, die einer strengen und gut bezahlten Kontrolle, bestehend aus einigen türkischen Effendis, die auf Kosten der armen Gemeinde im Hotel lebten — ein Tag allein hat 15 Napoleon gekostet —, unterzogen wurden. Die Kasse, in welcher 300 Napoleon bar sich befanden, mußte dem Päschah eingehändigt werden. Das Geld ging in kurzer Zeit bis auf einen Heller aus. Nun folgte die famose Wahl, oder richtiger: der Terrorisnius. Monsieur Albert ist schlau/ das muß man zugeben, er weiß seine Sache richtig anzufasse». Auf halbem Wege bleibt er auch nicht stehen. Was geeignet tvar, seinen Plan zu durchkreuzen, das ließ er einfach beseitigen. Er ließ Leute ciukerkern, schloß die Aschkenasim von der Wahl aus und teilte mit Volten Händen aus! Was also mit ihm ging, waren käufliche Kreaturen und „Vicllcicht"-Mcnschen. Dabei darf man nicht vergessen, daß buchstäblich -halbwüchsige Jungen zu der sogenannten Bolkswahl zugelassen wurden. Und das alles spielte sich vor den Augen des Herrn Jakob Meir ab, und er hat es gut geheißen. Jakob Meir ist eins mit Monsieur Albert, und dieser Judentumverachter hat viel-für seinen Freund getan. Die erste Gegenleistung hat aber I. Meir bereits an den Tag gelegt. Er hat nämlich, laut Flbmachung, die alten Gabbaim aus der Talmud-Thora hinausgejagt und seine Leute hineingebracht. Die Talmub- Nr. 45. Thora soll französisch werden. Dies der Preis, um den so mühsam gerungen wurde. In Jerusalem, das den Messieurs verkauft ist, ist nichts mehr zu machen. Wer noch die Sache zum Besten Jerusalems wenden kann, ist einzig und allein der Käimckam Esseudi in Konstantinopel. In seiner Hand liegt es, den Mann, der vom Anbeginn an Frevel auf Frevel häufte, der sich durch so niederträchtige Angeberei schuldig Machte, in einein Amte, das ihm durchaus nicht geziemt, zu bestätigen, oder auch nicht zu bestätigen. An'ihn richten wir unfern Appell,' das frevelhaft verletzte Recht zu rehabilitieren. H. Verein Nachalatz Zwi. Mittwoch, 28. Nov., abends S% Uhr im Vereinslokale Schützenstr. 2. Vortrag des Herrn Seminaroberlehrers I. Stoll aus Würzburg: Die Geschichte der Erzväter im Lichte der ägyptischen Urkunden. Damen sind willkommen. Lügen Rentner kgl. wiirtt. Hoflieferant (Sardinenfabrik Stuttgart. DetaiMaufsstelle in Frankfurt a. Main: Soethestrasse No. 4, Sr. ßocfcenfieünerstrasse No. 5. Eröffnung der Detail-Verkaufsstelle meiner Fabrikate in Sardinen und Rouleaux jeder Art am Montag, den 2S. üovemker 1906. Goethestrasse No. 4. Gr. Bockenheimerstrasse No. 5. Infolge eigener Fabrikation hervorragend billige Netto-Preise. 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