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Neue jüdische Presse · 1906-11-16 · Heft 44 (16.11.1906) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 44 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 44 umhergejagt und umhergepeitscht werden, daß ihre Kinder unter dem Drucke des Hasses und der Verfolgung zur Welt kommen, daß ihr ganzes Besitztum dem Mob preisgegeben ist, daß über ihr Leben beständig das Damoklesschwert hängt, malen sie sich einen Moment es so aus und sie werden begreifen, wieso dieser Revolver, der vor ihnen auf dem Tische liegt, mir in die Hände kam, wieso ich ihn gegen die Mörder verwendete, wieso ich den Polizisten K. niedergeschossen habe .... Und hören sie noch! Als ich, meine Mutter und meinen Bruder bereits ermordet sah, flüchtete ich . mich zum Gouverneur, flehteihn an,'mit den noch Lebenden Mitleid zu haben- und sic zu verschonen . . . Ich wurdedavougejagt und derselbe Polizist K. haute mit den Fäusten auf mich ein und schleuderte mich von den Treppen hinunter," Erschöpft ließ sich der Angeklagte auf die Bank nieder und seinen Kopf gegen Boden sinken. Das Urteil lautete auf Tod durch den Strang. Offenbacbtr Druckluft=Anlage Telefon 128. Ottenbach a. BI. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste TeppiChF6lnlgung. Wochev-Kalerrder. (Zeitangaben nach dem Lunch.) Samstag, den 17. November (= 29. Cheschwan): Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 4 Uhr 15 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 25 M>n. Berlin 4 Uhr 57 Min. Der Wöchenabschuitt Tauldaus erzählt von der Geburt der äußerlich, und auch nach ihrem Charakter verschiedenen Zwillingsbrüder Esau und Jakob: erstcrer rötlich, rauhhaarig und roh an Sitten, letzterer schlicht, häuslich und' fromm. Esau Liebling Jsaks, Jakob Mehr von der Mutter geliebt. Jakob kauft Esau die Erstgeburt ab um 'ein Gericht Linsen. D i e Erstgeburt hatte heilig ernste Bedeutung; sie berechtigte und verpflichtete zum Gottesdienst in der Familie nach d e s V a t e r s T o b e. Dazu war Esau weder, fähig: noch w ü r d i g! 'Ausdrücklich wird beim Verkauf h e rvorgehoben, das; Esau aß und trank,'davonging und die Erstgeburt verachtete. — Jsak will den Erstgeborenen segnen; er welß nichts vom Verkauf dieses heiligen Rechtes, schickt Esau aufs Feld, um Wildbret zu bringen, wonach er Esau segnen will. Esauverschweigtden Verkauf, obwohl Jakob, „so. klar, wie der Helle Tag" sich das Recht zusichern ließ. Er ist diu B e t r ü g e r. Jakob 'bringt auf's Geheiß Rebekkas Zicgenböcklein, nach Wildbretart bereitet, dem Vater. Hände und Hals sind mit Fellen bedeckt. Jsak soll auf schonende Art über E'saus Charakter und das Vor gefalle ne aufgeklärt werden! Er erkennt an der Stimme Jakob. Später kommt Esau. Jsak soll ihn segnen. Seine Zweifel werden ihm zur Gewißheit: Esau i st "g o t t l o s, Jsak nimmt nicht seinen Segen zurück, er spricht: „E r soll a u ch. g e se g n e t bleiben!" Dennoch nennt Esau den Jakob Betrüger, bedroht sogar sein Leben. Jakob geht auf Rebekkas Wunsch nach Charan. Schonender Weise gibt er dem Vater als Grund an, daß er sich von dort eine Frau holen wolle. Jsaks Segen begleitet ihn. — Der Wochenabschnitt berichtet auch von der Gefahr der Wegnahme Rebekkas durch den Philisterfürsten Abimelech und von den Chikanen der Philister bei den Brunnengrabungen Jsaks. Beim Sabbat-Mincho kein Zidkos-cho zedek, da nur ein Tag Rausch-chaudcsch. Sonntag Rausch-chaudesch Kislew. Kaiser Friedrich Quelle Offenbach a. M. - Gegen Gicht nnd Rheumatismus bewährt. Familtermachrichte«. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos). Geburten. Ein Sohn, Herrn Rechtsanwalt Maximilian Kahn (Rosenberg), München. Eine Tochter, Herrn Leopold Bachrach (Nußbaum), Frankfurt a. M., Hebelstr. 8. Eine Tochter, Herrn S. Kahn (Cohn), Frankfurt a. M.» Porzellanhofstr. 15. Eine Tochter, Herrn Ernst 'Hamburger Meyer), Görlitz., Einer Tochter, Herrn Dr. Alfred Stern (Silberstein), Berlin IV. Ein Sohn, Herrn Adolf Schlick (Bruck), Breslau. Ein Sohn, Herrn Max Mols (Sternberg), Frankfurt a. M.' Eine Tochter, Herrn Ernst Eisenheimer (Simon), Frankfurt a. M. Verlobte. Bertha Falk, Maunhcini, mit Julius Richhcimer, Frankfurt a. M. Hedwig Richter, Kattowitz, mit Siegfried Reich, Berlin. Marie Cohnheim,' Demmin, mit Moritz Daniel, Berlin. Clara Franken, Geldern, mit Sally Daniel, Gladbach. Rosa Perle, mit Georg Glücksmann, Breslau. Paula Ofner, Berlin NW., mit Fritz Bromet, Bad Ems. Lina Schwarzschild, Frankfurt, Bleichste. 8, mit Dr. med. Saly Roscnbaum. Helene Goldschmidt, Bamberg, inst Herni. Wetterhahn, Hamburg. Sophie Tuchmann, Nürnberg, Bahnhofstr., mit Julius Rosenwald, Bamberg. Elly Rosenthal, Arnsberg, mit Max Rosenberg- Düsseldorf. Rahel van Clees, Cöln, Beelhovcnstr. '16, mit Iwan Salomon, Berlin. Olga Münzer, Gleilvitz, mit Carl Baend.el, Ratibor. Hedwig Lewinsohn, Pinne, »iit Max Schwersenzer, Berlin. Anna Tuchler, Könitz, mit Eugen Bütow, Königsberg. Sterbefälle. Justizrat Gunzenhäuser, 81 I., Fürth. Jsaac Plotke, 81 I., Lissa. Joseph Cohn, 53 I., Bernstadt i. Schl. Laura Bock geb. Schottlaender, 59 I., Breslau. Simon Schlesinger, 32 I., Frankfurt, Langestr. 1. Juliane Goldschmidt geb. Seckeles Ww„ 68 I'., Frankfurt, Feststr. 12. , Max Oppenheimer, 20 I.,'Frankfurt, Bockgasse 5. Rosalie Lewinthal geb. Beer, 81 I., Königsberg, N. - M.' > i Martha Saalmann geb. Cohn, 51 I., Kottbus. Zum Prinzen v. Madien Weinrestaurant I. Ranges, Goethestrasse 10, Frank, fuit a. M. Ludwig Stotz. Schlesingers Schreinerei nnd Polieranstalt, Musikantenweg 35. Telephon 8911. Sigmund Singer» J5orneplatz23 empfiehlt Stoffe für Herren-Paletots und Anzüge hei billigsten Preisen. ' Gonditorei Seligmann, Rechneigrabenstrasse 15. Tel. 3451. 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