Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1906-09-19 · Heft 37 (19.9.1906) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 37 (19.9.1906)
Date
1906-09-19
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2692297-2692460-2692497--02702-2697330
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Seite 13. Nr. 37. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. herrscht nun bekannterweise inr Allgemeinen eine gewisse, manchmal nicht unberechtigte Abneigung, doch braucht mau sich beim Verkauf bezw. Gebrauch von „Tomor" nichts zu vergeben, weil „Tomor" im allgemcineu Sinn keine Margarine ist, da sie ivedcr tierische Fette noch 'Tiermilch enthält. — Me Bezeichnung ist, wie erwähnt, lediglich vom Buchstaben des Gesetzes vorgeschriebcn, um beim Verkauf Verivechsekungen mit Naturbutter unmöglich zu machen. Me Fabrikation geschieht unter ständiger Autvescnheit eines' streng religiösen Aufsichtsbeainten, von Sr. Ehrwürden, Herrn Rabbiner Dr. Wolf in Cöln, inspiziert, sodaß für streng koschere Herstellung garantiert wird. — Kostenlose Proben von „Tomor" stellt die „Sana"-Gesellschaft m. b. H. in Cleve (Rheinland) allen Interessenten zur Verfügung. Jede Hausfrau, welche das Produkt einmal versucht, wird es in der Küche bestimmt nicht wieder ausgehen lasse», denn nachdem sie einmal die großen Vorzüge desselben erkannt, wird es ihr imentbehrlich tverden. Kunst und Literatur. Bücher-Verlag (Jargon): „Die Bien" (Odessa): 1) A schlechte Bsuroh (Nachricht). Erzählung von A. D. Rosenthal. 2) Der alte Schameß (Synagogendiener). Erzählung von Jeschajohu L e w n e r. 3) Die zerschnittene Lokscher (Tie zerschnittenen Pcitschriemcu). Eine Geschichte von A. S. R a bi n o - w i tz. ,4) a. Die Koporcß, Erzählung von S ch. Ben- Zion,' b) Daniel in der Leibengrub (Lölveugrube). Ein Gedicht von Di Frisch m an u. Diese Büchlein haben das Gemeinsanie, daß sic Pogrom-Literatur und daß sie in aklegori s ch e r Form verfaßt sind. Sie bilden die letzten Produkte der im Msterben begriffenen Jnquisitionszeit der russischen Zensur. Sic richten sich gegen die Regierung und geißeln sie Mit der großen Wut einer langjährigen Empörung, die immer aufs neue gereizt wird. Vorzugsweise wird hier der Kischineiver Pogrom behandelt. Wie gesagt, unter der Maske der Allegorie. . Die ersten zwei Erzählungen verraten wenig Talent. Man fühlt es wahrlich wie eine Prosauation, wenn .man die Erzählung Lewner's liest. Der alte Schameß, der bekanntlich die Synagoge in Kischinew verteidigte und dabei, in Tallis umhüllt, erschlagen wurde, ist das Thema seiner Schilderung. Ein reiches Thema also — das hier verhunzt wird. — Die Allegorien des alten A. S. Rabinowitz und des'jungen kraftvollen Belletristen und Dichters Sch. Ben- Zion sind passend; sie haben Schwung, Sarkasmus und bittere Ironie. Das Gedicht Frischmanns, das in der hebräischen Sprache so wunderschön ist, verliert im Jargon — wie es auch zu erwarten ist — seine Wucht und Grazie. I. K. Von Stendhal: lieber die Liebe. Herausgegeben von Friedrich von Oppeln-Bronikowski; übertragen von Arthur Schurig. Leipzig 1903. Eugen Diederichs. Dies unter Berühmten, berühmte Brich, gut übertragen, enttäuscht. Für einen Romanen, der Leidenschaft, Sentimentalität, Romantik, Temperament hat, sind diese feinsinnigen Essays über die Liebe vielleicht klassisch. Nirgends aber vertieft sich die Aesthetik zur Ethik, nirgends findet man auch nur eine Andeutung darüber, daß die Liebe der idealisierte Und idealisierende Trieb der Fortpflanzung ist, nirgends der Ansatz zu werktätiger Keuschheit. Schamgefühl ist nur ein Reiz mehr, um Liebe zu erwecken und all das fixiert Stendhals Standpunkt auf den krassesten Egoismus zu zweien. Genial ist die Intuition, mit der er sich in die Temperamente der verschiedensten Zeiten und Völker hineinleben kann und die geistige Freiheit, mit der er schon vor hundert Jahren die Verkehrtheiten der traditionellen weiblichen Erziehung aufdeckte. Man muß sich dem Einfluß seiner Beredsamkeit zu entziehen wissen, aber man sollte das Buch zu genießen verstehen, wegen seiner Feinheit, wegen seiner kaleidoskopartig wechselnden Bilder, wegen seines unbesiegbaren Charmes, wegen seiner Psychologie und endlich wegen des entzückend-geistvollen Axioms der Kristallbildung. Büeskasten. B. L. Siedler ist die Hauptstadt des gleichnamigen russisch-polnischen Gouvernements, der im Westen an Warschau und Radom grenzt, war einst die Hauptstadt der Wojwodschaft und liegt am Knotenpunkt der Eisenbahnen Warschau—Brest-Lutowsk und Siedler—Malkin. Der Ort dürfte 20000 bis 25 000 Einwohner zählen. Sieh nur, Mama, die reizende Bonbonniere, und unter den Lässigkeiten versteckt, drei Schachteln Fays ächte Lodener Mineral-Pastillen! Ist das nicht aufmerksam? Der Vetter denkt doch an alles und meine Fays Lodener sind mir ohnehin ausgegangen. Das ganze Theater nimmt jetzt übrigens nur Fays ächte Lodener, seit man weiss, wie glänzend die Pastillen sich hei mir bewährt haben. Man kauft Fays ächte Lodener Mineral-Pastillen, die Schachtel zu 85 Pfg., in allen einschlägigen Geschäften, bäte sich aber vor Nachahmungen. Israelitischer Mädchenklub Fahreaase 148. BV* Jeden Abend von 7Vi—10 Uhr geöffnet. "A Der Schluß von dem Artikel Gebetbuch erscheint in nächster Nummer. X. Delliehausen, Frankfurt a. M. Holzpfortchen 1. Mainzer I<an<lstrasse 128. Telephon 754.;; Telephon 1430. Möbeltransport, Spedition, Lagerung. Ueherseeisclic Transporte in eigens dazu konstruierten Möbelkoffer. Glaserei Jraz Molf Kunsthandlung. Frankfurt a. M. Telephon 10744 Kronprinzenstr. 18. . — .Einrahmen von Bildern n s. w. — ... — — ^=- Reparaturen reell und billig. -- :i! Für die Feierta.ffe i a Bamberger Spiegelkarpfen, tz Schleien, Hechte, Zander, Barben. | Ia. Schellfische, Kabliau. Blieinsalm, lebende Forellen^ ■ — Kieler Sprotten, Bückinge, ger. Rheinlachs. 5 IS lauf eichen, Lacksforellen «g sind eingetroffen. w Gottfried Kinder, Fischhandlung. UFeu eröffnet. Ostendstrasse 33. Filiale L. Rokowsky, Hauptgeschätt Goldene Stelzstrasse 3. Bäckerei und Konditorei. Samstag und Feiertage geschlossen. Pli. Beck-Bentftinger Telephon 8744. Br. Bochenheimerstr. 21. Telephon 8744. - Bürsten, Z«sen, pinset in jeder Art und für jeden Gebrauch in bester Qualität, preiswert. Reparaturen prompt und billig. o o Billigste Bezugsquelle für © -.—Ia. französische Trauben - ~ ■ in grosser Auswahl. Orangen, Zitronen, Bananen, Anauas, Melonen u. s. w. ’ Lieferung frei Haus. Telephon 10601. 2 Colom L £lobat, Heue Zell 22. 2 Wilhelm Weimar, Frankfurt a. M. Telephon 9651. Kaiser Wilhelm-Passage 23/25. Telephon 9651. Spezialgeschäft in mechanischen u. optischen Spielwaren wie Dampfmaschinen, Lokomobilen, Lager aller Zubehörteile. Eisenbahnen, Kinematograph, Betriebsmodellen, Laternis magicis, Schiffen etc. etc. Eigene Reparaturwerkstätte. Zahn - Atelier II. Crünzel BBrsenplatz I, I. St. Teilzahlung gern gestattet. Schmerzlose Behandlung. Am Schauspielhaus! "WB Am Schauspielhaus! Frankfurts grösstes Spezialgeschäft der Kinderwagen- und Korbwaren - Industrie. Hervorragende Auswahl vom Billigsten bis zum Elegantesten. Kinderwagen und Sportwagen. * Liegestühle, Triumphstühle. J5P Puppenwagen. XinderStühle, Leiterwagen. Gebrauchskorbe jeder flrt für Behörden und Seschlfte. ns Xutschränke, glusenschüänke, $cbub$cbränke, Uerandamöbel, Balkon-Möbel, Sarten-Möbel- Keisekörbe, Blumentische. Reparaturen werden in eigenen Werkstätten prompt and billig aosgeführt. Td af as'MK ‘"'i.f’i ^Joh. Alfred Angersbach, 6 Rronprinzenstp. 6. SEÄ“ i ' ’ (früher Bomplatz.) Inh. Ludw. & Jul. Bossmann.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.