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Neue jüdische Presse · 1906-09-14 · Heft 36 (14.9.1906) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 36 (14.9.1906)
Date
1906-09-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Frankfurter Israelitischer Familienblatt. Nr. 36. Bei Len Vorarbeiten für diese Reise glaubten wir nnseremZwecke am besten zu dienen, indem wir auf folgende Momente das Hauptgewicht legten: 1. Günstige Reisezeit. 2. Interessante Reiseroute mit reichhaltigem, anregmdem - Programms 3. Möglichste Bequemlichkeit für die Teilnehmer. 4. Praktische Durchführung, unter Leitung bewährter und erfahrener Fachmänner. 5. Festhaltung des jüdischen Charakters der Reise auf allen Linien. 6. Billigste Teilnahmepreise. Me Reise nimmt am 22. Oktober l. I. ab Wien ihren Anfang und ■ dauert 25 Tage. r Dem Charakter der Reise entsprechend, wurde jeder,. Klassenunterschied aufgehoben.. Der Teilnahmspreis beträgt per Person ab Wien retour Wien-547 Kr. In diesen Preisen sind enthalten: die Reise>hin und retour, Logis und Verköstigung bis retour Konstantinopel, Ausmnd Einschiffungen, Wagen für die Ausflüge, Eintrittsgelder. Für Mppaare sind in den Hotels separate Zimmer nnd -mrs dem Schiffe separate Kabinen reserviert. Anmeldungen für diese Reise werden bis 20. Sept. angenommen und sind an den Zionistischen Zcntralverein, Wien, II- Türkenstraße g, zu richten. Ebendahin sind gleichzeitig als sicherstellende Anzahlung ySQ*-S6h---pet: Person <einzuseiü»en. Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) - - Sehr geehrter Herr Redakteur!; Der Einsender des offenen Briefes an die Vorstandfchast, .sowie Atitglieder dsr Religivnsgesellschast sch'ekrit tatsächlich Mer die Rechte der Vorsiandschaft falsch ^unterrichtet zu sein, wenn er glaubt, daß dieselbe berechtigt fei, die Vorlegung der Geschäftsbücher der lhrer Aufsicht unterstellten Geschäfte zu verlangen, - und ich.'würde tatsächlich jeden Geschäftsmann bedauern, der sich in dieser Hinsicht von irgend einer. Seite beeinflußen - lassen würde. Die Bvrstandschast hat lediglich die Pflicht, die ihrer ^Aufsicht unterstellten Geschäfte auf deren religiöse Zuverlässigkeit zu prüfen und zu überwachen — Dücherkontrolle und Micherrevisionen haben damit nichts zu tun! Ebensowenig scheint aber der Einsender die Ausgaben eines streng rituell betriebenen Milchgeschäftes zu kennen.— Ist'es dem Einsender nicht bekannt,» daß z. B. ftagliche -MUchgeschäste auch-nur jüdisches .Angestellte bezw. Burschen, haben dürfen, die üe-! kiinnütch viel teurer sind, da solche im Hause Verköstigung und Wohnung haben, außer einem monatllch'en Gehalte von 30—40 Ji? - Der Wunsch der „weiteren Bereicherung der Milchhändler" entgegenzuarbeiten, würde sicher am bestendadurch, seinen Zweck erfüllen, wenn der Einfacher — dem der sonstige allgemein wirtschaftliche Kampf döcht zu schwer ein Milchgeschäft eröffnen-würde — ich bin überzeugt, daß er die Milchhändler alsdann Nicht mehr zu den beneidenswerten Geschäftsleuten (gegen die man eine ganze Gemeinde aufhetzenmußj rechnen würde! ... Äst.-es, dem Einsender unbekannt, daß die Lieferäüten der Milchhändlör. sogar 3 oder 4 Pfg -aufgeschlagen haben? ' Endlich möchte ich die Befürchtung des Einsenders, baß ein Teil von Gemeindemitgliedern ihre Milch' bei - Hörwitz'schen Milchhändlern kaust, sticht unerwidert lassen — ich weiß ganz bestiinnit, daß die wenigsten Kunden der unter Aufsicht der'Reki- Ponsgesellschaft stehenden - Mlchgeschäfte Mitglieder dieser Gemeinde sind-— vor einem weiteren Verlust Haucht Niemand zu bangen. ' Interessant wäre mir noch zu hören, wie sich Rr Änsewder beirn Einkauf von anderen Lebensmitteln.— die doch auch gestiegen — verhält? Am Besten würde ich zum Kauf einer Oekonomie raten -4dann kostet alles nichts! E. Pfungstadt, 9. September '1906. Geehrter Herr Redakteur! Hierdurch möchte ich Sie höflichst ersuchen, folgenden Artikel in Ihrem geschätzten Blatte aufzunehmcn: In Nr. 35 des Hamburger Familienblattes ersah -ich aus dessen Briefkasten, daß es einem ssSchauchet" als „Owel" verboten sei, an-- Hochzeitsfeierlichkeiten teilzunehmcn. Ich nehme daher als ein Interessent in dieser Angelegenheit Anlaß zu konstatieren, ob denn wohl in dieser Hinsicht eine' Grenze gezogen werden kann zwischen einein „Schauchet" und jeder beliebigen anderen Person, welchem Berufe und Stand sie auch angehören mag, ob speziell einem „Schauchet" es verboten und jedein Anderen erlaubt wäre, sich an Hochzeiten zu beteiligen, ob also für den „Schanchet" in dieser Hinsicht ein besonderes Verbot erlassen ist? Es muß doch wohl Jedermann zngeven, daß eine Hochzeit eine „Säudas Mizwoh" ist, und wenn hierbei ein „Owel" beispielsweise als „Ed" fungiert, daselbst für „Gemilus-Chesed"-Zwecke arbeitet und überdies noch das „Birchas Ha-Mosaun" übertragen bekommt, so sind doch das wohl alles Umstände, die eine Teilnahme an einer solchen Feier rechtfertigen. Hat sich, denn das H. F. nicht vergewissert, daß aus der Form der Fragestellung hervorgehen mußte, daß der Fragesteller eine solche Antwort erwartete, um dem „Schauchet", der möglicherweise auch dabei Lehrer sein kann, ein Bein damit zu stellen? Jedenfalls hat der Fragesteller seine Anftage ungenau gestellt, denn sonst hätte ihm Wohl das H. F. diese Antwort nicht erteilen können. Ich wäre aber sehr gespannt zu erfahren, ob das H. F. unter den in dieser Angelegenheit erwähnten obwaltenden Umständen immer noch im Gegensatz anderer jüdischer Blätter dieselbe 'Stellung einnimmt, die es anfangs vertreten hat. Lehrer.'I. Strauß. * * .Bischheim, 10. Sept. 1906. Geehrter Herr Redakteur! Aus dem Artikel des Israelit vom 19. Dez. 88 gez. Dr. Klein, durch welchen „Chaj" mich lügen strafen will, geht genug hervor, daß meine Erinnerung mich nicht getäuscht hat. Mein Bruder erklärt sich denen gegenüber, die glaubten, daß setneBroschüresichgegendasMezizohröhrchen in-allen Fällen richtet — auch dann wenn die Mezizoh befeh untersagt isti.— Ferner erklärt Dr. Klein, Latz jeder Mohel in Paris - da, wo - es die Eltern erlauben, die gesetzmäßige Mezizoh macht —: „Mezizoh befeh". Ich bedarf wahrlich dieses Artikels nicht, um genau - die Ansichten meines Bruders betr. Mezizohfrage zu kennen. Ich war sein Mitarbeiter bei der Broschüre (zwar nur als Copist!!!); dieses gab aber Gelegenheit, ausführlich mit ihm über diese Sache zu sprechen. Auch hat wohl Herr Dr. Cahn damals einem Verwandten gegenüber seine Unzufriedenheit ausgesprochen, daß mein Bruder der Aerztekommissioii das Röhrchen nicht direkt empfohken hat. — Ich erkenne an, daß bas Wort „erbost" etwas zu stark war. — Jules Klein. * * * Herrn Dr. Emmes Snebicus. Entbiete meinen Gruß!. Das Karlsruher Gebetbuch kostet Sie viel Zeit, die Sache ist gar nicht so gefährlich', wie Sie glauben. Ws Beweis möchte Ihnen folgendes Histörchen erzählen. Vor vielen Jahrzehnten marschierten die in Gottesan bei Karlsruhe liegenden Kanoniere vom Exerzierplätze durch die Langestraße, jetzt Kaiserstraße, nach ihrer Kaserne zurück. Zu beiden Seiten der Straße stand ein schaulustiges Publikunr, um die neuen Kanonen mit neuen Lafetten anzustaunen. Auf jeder Lafette lag ein Reserverad. „Was ist das für ein Rad, das oben auf jeder Lafette liegt," frug ein älterer Herr den neben ihm stehenden schwarz gelleideten Herrn? „Das ist ein Reserverad," antwortete der Gefragte. „Ein Reserverad! — Nein, das ist ein Oberrad, das ist überflüssig." Er meinte, „ein Oberrat", der ist überflüssig. Der Fragende war Rebb Jokef Ettlinger sei.' Angedenkens, damals Schanchet der Gemeinde, der andere Herr aber das damalige Mitglied des Oberrates. — Damals war ein geistliches Mitglied an der Spitze, welches ein im jüdischen Schrifttum genau informierter Herr sein niußte, heute steht an der Spitze dieser Institution ein Mann, dessen Beschäftigung seit Jahren lediglich Zahlen waren. Zahlen zu addieren; revidieren, registrieren nsw. ' ' Dieser Herr wollte schon vor Jahren ein Gebetbuch herausgeben, dessen Ilebersetzung in Versen geschrieben sein sollte. Diese Arbeit war schwerer als Zahlen zu addieren, sie kam nicht zu stände. Nun ist eine andere Tesilloh erschienen, die Ihnen so viel Aergernis macht. Sie wissen demnach, sticht Herr Doktor, daß noch ein kürzeres Gebet, das zwar nicht gedruckt, aber tatsächlich von vielen Landsleuten des Geheimen Rates, die sich gerade nicht durch Wissen auszeichneten, herabgeleiert. wurde. Dieses Gebet — für die Wochentage läutete: Adon olom ascher molaost,. Boruch scheomar wejischtabach, . Jisborach wejischtabach, Olenu-leschabeach.. Die Einführung 5er neuen Tesilloh -schadet nichts — wenn die Synagogenräte des Landes dieselbe nicht einführen. Wir glauben, daß dem Oberrate keine Dragoner zur Verfügung gestellt werden, das Buch einzuführen. Eine Macht existiert nur da, Ivo sie anerkannt wird. Wenn die Synagogenräte lachen, ist der Oberrat ohnmächtig. Gelacht wird , wohl im Markgräfler Ländle am stärksten, und darum, Herr Dr. Snebicus, regen Sie sich sticht auf, die Karlsruher Tesilloh wird keine zweite Auflage erleben. Ein Wächter. Aus der Geschäftswelt. Die Neue Trottoir -Reinigungs- Gesellschaft m. b. H. (Geschäftsführer: die Herren F. 'de Groote und Hermann Puhl; letzterer Herr war langjähriger Leiter der Troktoir-Abteilung des Armen-Vereins), die sich hier etabliert hat, sei dem Publikum angelegentlichst empfohlen. Zuverlässiges Personal (mit 'grau-grünen Mützen) reinigt die Trottoire rc. in gewissenhafter Weise, auch 'an Sonn- und Feiertagen; an-heißen Sommertagen wird nachmittags gegossen. Auch die Reinigung von Eingängen und Höfen rc. und Putzen von Fenstern, Lichtzünden und Auslöschen rc.- wird.-übernommen. Um bei Regreßansprüchen infolge - von Haftpflichtschäden allen Eventualitäten gewachsen zu . sein; wird durch Vertrag mit dem Allg. Deutschen. Versicherungsverein Stuttgart volle Deckung in unbegrenzter Höhe geboten. Das.Jahresabonnement bei der „Neuen T.-R- Gesellschaft" stellt gegenüber den Preisen, die hier teilweise bezahlt werden, eine beachtenswerte Ersparnis dar. ' . Die Firma Adolf Regel, Käisersträße 7, Spezialgeschäft erstklassiger Fabrikate , der - Uhrenbranche, erweckt durch ihre geschmackvolle'und''vornehme Schausenster-Auslage die lebhafteste Wfmerk» samkeit des vorbeigehenden Publikums. Briefkasten. Z i o n i st. Deutschland hat 66 zionistische Vereine. Die Zahl der Schekelzahler dürfte ungefähr 6000 betragen. Im Rechnungsjahre 1905/06 ^würden in Deutschland für zionistische Zwecke 15 700- Jik (37 800.-jfe im Vorjahre) gesammelt. Für die nächste Nummer ist Schluß der Jnseratenannahme Dienstag mittag 12 Mr. Am Schauspielhaus! "MS' WM Am Schauspielhaus! grösstes Spezialgeschäft der Kinderwagen und Korbwaren - Industrie. Hervorragende Auswahl vorn Billigsten bis zum Elegantestem Kinderwagen undSportwagen. Puppenwagen. 5" jCinderstühle, Leiterwagen. Gebrauchskörbe jeder firt für. Befrieden und Geschäfte. Triumphstühle. 2$ SehuljscMSMr; Uerandämöbel, Balkon-Möbel,.- Sarten-Möbel. Reisekörbe, pmeitiselfei halber am 20., 21. und 291ds.-Mts. geschlossene Separatoren werden In-eigenen Werkstätten prompt und billig aDsgefQiirt^ i. Alfred Äiig:ersbach,BRponpninzenstr. BP iStfc liili.Iauliv. «Skr- Jul.- Kossmann. (früher» Domplatz.)

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