Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 30 (3.8.1906)
- Date
- 1906-08-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Tr-.'-'. Seite 10. ifrranffurtet JsraeMlscher ^amMendtau. 'if: 3V eins der Israel. Religionslehrer Badens statt, welche sehr gut besucht war. Bei derselben waren als Gäste der Präsident des badischen Oberrats, Geh. Regierungsrat Dr. Mayer, Synagogenrat F. Mayer und 2. Rabb. Dr. Ziemels anwesend. Nachdem der Bereinsvorsitzende Thalmann- Wertheini die Gäste, sowie die Vereinsmitglieder begrüßt und besonders dem Oberrat für sein Erscheinen, sowie für sein immer bekundetes Wohlwollen für die Lehrer gedankt, führte Geh. Regierungsrat Dr. Mayer in einer Ansprache aus, daß er stets bestrebt sein werde, den Lehrern treu zur Seite zu stehen und ihre Bestrebungen in jeder Hinsicht zu fördern. — Als 2. Punkt stand auf der Tagesordnung das Referat über das Thema: „Verbesserung der Methode im jüdischen Religionsunterricht und Verbesserung des Lehrplanes." Im Anschluß hieran fand eine Lehrprobe statt. — Es wurden noch verschiedene Berufs- und Vcreinsangelegcnheiten besprochen und eine Neuwahl des Vorstandes, bei der Lehrer Thalmann-Wertheim wieder einstimmig zum Vorsitzenden ernannt wurde, vorgenommen. Bruchsal. Rnbbinerwahl Herr Dr. M a x Eschelbach e'r, Sohn des Herrn Rabbiners Dr. I. Eschelbacher in Berlin, der bekanntlich ein Vierteljahrhundert in gleicher Eigenschaft hier amtiert hat,, ist einstimmig zum Rabbiner von Stadt und Bezirk Bruchsal gewählt worden. M»t> Rabbinerwahl. Das hiesige Rabbinat wurde Herrn Rabbiner Straßburger - Göppingen übertragen. Benthen. HerrnMäxRosenbaumI, Hauptlehrer' an der städtischen jüdischen Volksschule, wurde der „Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern" verliehen. Aus den Vereinen. Fraukfwrt a. M. Die Jüd. Bibliothek u n d L e s e h a l l c ersucht die Entleiher, sämtliche Bücher sofort zurückzustellen, da bis zum 15. August bis zu welch ein Tage auch keine Ausleihung stattsindet, Bücherrcvision vorgenommen wird. Frankfurt a. M., 2. August. - Im Verein Montefiore sprach gestern Abend vor zahlreichen Zuhörern Herr David Draller über das Thema: Der ethische Wert der Sabbatruhe. Der ethische Wert der Sabbatruhe liegt, so führte der Redner aus, nicht nur in der Einstellung jeglicher Arbeit, sondern auch in der Heiligkeit, in der Weihe des Sabbat (die Poesie des Freitag Abend) und in der gebotenen geistigen Beschäftigung mit den heil. Büchern (Verbot des Lesens von Geschäftsbriefen, Preis- und Kurslisten usw.). Des weiteren lehrt der Sabbat mit seinen Beschränkungen der persönlichen Freiheit die Unterordnung des menschlichen Willens unter den Willen Gottes. Der Sabbat ist ein Tag, der zu edlem, menschenwürdigen Denken erzieht; Tag und Nacht ohne Unterbrechung arbeiten und sorgen, ist ein Kampf,, der den Menschen und die menschliche Gesellschaft vernichten muß. Dem beifällig aufgenommenen Vortrage schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Aus der ziouiftischeu Bewegung. Berlin. Am Dienstag den 17. Huli fand hier eine Besprechung gesetzestreuer Zionisten statt, in der über die Gründung einer Misrachigruppe in Berlin verhandelt wurde. Die Anwesenden waren in überwiegender Mehrheit der Airsicht, daß der Misrachi für das gesetzestreue Judentum und den Zionismus notwendig und nützlich sei. Demgemäß wurde eine' Gruppe noch an demselben Abend gegründet. Anmeldungen und Anfragen sind zu richten au den Vorsitzenden des Komitees Herrn Hermann Struck, Berlin NW., Brllcken-Allee 33. In dem Augenblicke, da sich, in Berlin eine Misrachigruppe konstituiert hat, halten wir Misrachisten es für unsere Pflicht, der jüdischeil Oefsentlichkeit unsere Bestrebungen und Ziele noch einmal in knappen Umrissen darzulegen. 1) Der Misrachi ist die Organisation gesetzestreuer Zionisten, die auf dem Boden des Basler Programnies steht, und gleichzeitig die Interessen des gcsetzestreuen Judcntumes inner halb des jüdischen Volkes wahrt, indem sic „die Aufgaben und Lebensbedingungen des jüdischen Volkes im Festhalten an Thora und Tradition, in der Hebung der Gebote und in dem Streben-nach dem Lande der Väter sieht." (Programm § 1.) 2) Der Misrachi ist dem Zionismus nicht schädlich, weil er keine Spaltung, sonder» nur eine Gliederung desselben bedeutet. Die Misrachistcn verbleiben in der zionistischen Ortsgruppe. Von einer schädigenden Wirkung des Misrachi ist aus den Orten, wo seit Jahren Misrachigruppe,! bestehen, bislang nichts bekannt geworden. 3) Der Misrachi kann dem Zionismus nur nützen, schon allein deshalb, weil nur er die Bedenken, die die Gesetzestreuen vom Anschluß an den Zionismus abhalten, zu zerstreuen vermag. 4) Der Misrachi will keine Kampforganisation sein und sucht nur darauf hinzuwirken, daß weiterhin die Vorschriften des jüdischen Gesetzes durch offiziell zionistische Schritte nicht verletzt werden. .5) Der Misrachi sucht für Verbreitung der Lehren des gesetzestreuen Judentum unter den Zionisten zu wirken, und ist daher auch für dieses notwendig und nützlich. Das sind in Kürze die Erwägungen, die uns zur Gründung einer Misrachigruppe in Berlin veranlaßt haben, und wir werden im Anfänge des Winters Gelegenheit nehmen, unsere Anschauungen iu der. großen Oeffentlichkeit zu vertreten. Lemberg. Dos Exekutiv-Koiiiitce der österreiciüch'ii Pauale-Zionisten ruft auf den 11., 12. und 13. Oktober den dritten Parteitag nach Lemberg ein. Wie». An Abgeordneten Dr. Strn uch er und an den Präsidenten des Zion. Landeskomitces für -Oesterreich Dr. Schalit gelangte folgendes gleichlautendes Telegramm aus Wilna: „Konferenz zionistischer Zeitschriften, „Jüdisches Volk", „Ewreskaja Sion",, „Glos Zydowski", sendet Ihnen innigsten Gruß und wünscht vollständigen Erfolg im glorreichen Kampf für die Nationalen Rechte des jüdischen Volkes. Sabotinski." London. Die er st e Konferenz der Jto wird hier am 1. und 2. August unter Zangwill's Vorsitz stattfinden. Wie verlautet, werden der Konferenz mehrere Landprojekte vorliegen und zwar außer dem Ostafrika-Projekt ein Projekt in Argentinien und eines in Mesopotamien.Der Konferenz werden u. a. beiwohnen: Oskar Strauß, der frühere amerikanische Gesandte in Konstantinopel, Prof. Mandelstamm aus Kiew, Parlamentsmitglied Mosis-Bombay, Rechtsanwalt Jassinowsky-Warschau, Mr. Cyrus L. Sulzberger-Newyork und Lucien Wolfs. New-Uork. Der Misrachi. dessen Abwesenheit auf der zionistischen Jahresversammlung in Tannersville allgemein auffiel, hat ein Memorandum veröffentlicht, das die Gründe für seine Abwesenheit auseinandersetzt.: Das Memorandum sagt, daß Elemente entschieden irreligiöser Natur sich in die zionistische Bewegung eingeschlichen haben, so z. B. die Pauale-Zionisten, die offen den Sozialismus bekennen. Aus diesem Grunde fühlte der Misrachi, obgleich er noch keine endgültigen Pläne für die Zukunft gefaßt habe, daß er sich nicht länger mit der zionistischen Bewegung verbinden, könne. Das „Newyorker Tageblatt",, welches selbst der orthodoxen Richtung angehört, meint dazu: Wenn der Misrachi die Inden als eine Nation anerkennt, so muß er zugeben, daß es unvermeidlich ist, daß sich jedes Individuum seine eigene Meinung über das Wesen der Orthodoxie bildet. ' (So wenig es uns begreiflich ist, was der Sozialismus mit dem tratitionellen Judentum zu tun hat — wie bei anderen Bewegungen, so sind auch bei dem Sozialismus manche seiner Forderungen dem Judentum adäquat und manche wiedersprechen schnurrstracks seinen Anschauungen, und doch gehört jeder orthod. Jude irgend einer politischen Bewegung an — so wenig wissen wir, mit welchem Rechte sich die Herren Misrachistcn nennen, denn, daß iin Zionismus sich auf dem gemeinsamen Boden des Nationalen Vertreter der verschiedenartigsten religiösen Anschauung treffen werden, das wußten die Herren doch von vornherein. Zu dem bekannten, unter der Leitung des Herrn Rabbiner Reines-Lida stehenden Misrachi steht dieser sogenannte Misrachi in keinen Beziehungen. D. Red.) Vereins-Kalender. Verein Montefiore. Mittwoch, den 8. August 1906, Herr Dr. med. Takob Meyer, Vortrag über ein populär-medizinisches Th.ma. E'lisrcstaurant Frauenhof (Milavi) in Frankfurt-Ricdcrrad. Eins der ichönilen und von verschiedenen Seiten bequem zu erreichendes Waldetablissemcnts mit parkartigem Garten Ist das alte Waldschlößche» Milani in Niederrad, das in diesem Frühjahr in den Besitz des Restaurateurs H ch. B o n - nie überging. Der Aufenthalt in den kühlen Gartenanlagrn oder den großen Hallen ist ein äußerst angenehmer, an schönen Tagen finden öfters Militärkonzcrte statt und hie Verpflegung ist durchaus auf der Höhe._- _ Der Hof-Photograph Sc. Majestät des Kaisers T. H. Voigt (Frankfurter Atelier: Kaiserstraße 6) wurde vorige Woche zur Herstellung von P o r t r a i t - A ii f n a h m e n Ihrer Majestät der Kaiserin telegraphisch nach Wilhelmshöhe b e r ii f e u. Kgl. Preussische Rlassen-Lotterie. Ziehung 2. Klasse am 10. und 11. August 1906. Ich habe noch abzugeben: Ganze, Halbe, Viertel, Achtel und Zehntel Lose 80,— 40.- 20_ Frankfurt a. M., Schafergasse 15. Tel. 4386. 10 — 8.— Mark Ernst Lejeune, Köni^l. Lotterie-Einnehmer. Operngläser von 3 Mark an, "SJ Feldstecher von 8 Mark an, ® Brillen von 70 Pfg. an, W Pince-naz von 1 Mark an, rBarometer, Thermometer, Compasse, Reisszeuge. _ Gustav Keller, Goetheplatz 11 £ Optiker fl. Frankfurter Augenhellanslall. 3 Hermann Iaöchel, Schnurgasse 12. Messer-Schmiede and Schleiferei mit Maschinenbetrieb. Billigste Bezugsquelle aller Sorten Messer, Gabeln, Löffel, Scheeren, Schleif- und Abziehsteine; Waffen, Munitionen. i — Schleifen, Reparaturen billiget. -- - : F. 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