Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 27 (13.7.1906)
- Date
- 1906-07-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27. Frankfurter Israelitische» FamUienblatt Leite 5. aber auch Ende Puppe, Euer Spielzeug, das durch' das Leben tändeln sollte. Gönnt mir doch die Befriedigung, die . ich in dein Bewußtsein finde, mit diesem Leben abgeschlossen zu haben ruid nicht mehr zurück zu können. Laßt mich den Schleier nehmen." Ihre Mutter sagte mit träuenerstickter Stimme: „Du hörtest, daß Dein Vater Unser Verschulden ganz auf meine Schultern legt. Laß nicht diese Bürde so auf mir lasten, daß sie mich ganz erdrückt. Du hast auch Kinbespflichten. Bleibe bei uns meine Tochter, bis wir gestorben sind. Dann bist Dir frei und Herrin Deines Tuns." „Liebe Mutter, soll ich ans Euren Tod ivartcn, Gott möge Euch noch lange Jahre gesund und kräftig erhalten. Ich bin ja auch als Ursulinerin Euch nicht verloren. An dem hiesigen Pensionat werde ich unterrichten und Euch besuchen, so oft cs gestattet ist." Ihr Vater antivortetc bitter: „Du versprichst uns Deinen Besuch gerade wie Dein Bruder. Ich gebe niemals meine Einwilligung, Du bist ja großjährig und kannst tun, was Du willst, sogar kalten Bluts Deine einsamen Eltern verlassen." Er blickte in den Garten hinab, der ihm jetzt ein anderes Bild zeigte, wie vor einer halben Stunde. Gespenstisch schien der Mond, die Marmorsäule ragte wie ein Leichenstein, auf den der regungslose Baum seinen bleiernen Schatten wirft. Wie vom fahlen Glanze einer Totenfackcl gestreift, stand das Gebüsch, es raunte und seufzte in ihm. Am Waldessaum erhoben sich Nebclstreifcn. Sie reckten sich, fluteten inekirander, quirlten auseinander, ein leiser Wind trug sie auf seinen Schwingen in den Wald, sie zerflossen in langen Flören, es war, als ob tief verschleierte Nonnen ihre tote Schwester auf den Kirchhof trugen. Der unglückliche Vater schauerte zusammen. Er Ivandte sich an seine Frau. „Wenn Deine Tochter das Gelübde abgelegt hat, verkaufen wir unsere Besitzting und ziehen nach Posen, vorausgesetzt, paß ich den Schlag überlebe." Und er ging schwankenden Schrittes von daunen. Lucie schaute ihm nach. Es stiegen langsam Tränen in ihre Augen und sie.stürzte ihrer Mutter wortlos in die Arme. E n de. Wocheu-Kalender. (Zeitangaben nach dem Luach.) Samstag, den 14. Juli (=21. Tamus): Sabbat - Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 45 Min., Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 9 Uhr 30 Min., Berlin 9 Uhr 22 Min. Der Wochenabschnitt Pinclias prei st d i e hohe Tat des Glaubenseiferers, berichtet dann von einer neuen Volkszählung und von der Landtciluiig nach dem göttlichen Lose. Die Töchter Zelofchads erheb c n Einspruch namens ihres verstorbenen Vaters und begründen Iv-eise ihr Recht. Sie erwirken einen göttlichen Rechtsauss p r u ch, der ihnen alle Ehre macht. Moses bestellt einen Nachfolger, der Israel führe, damit „sie nicht seien wie eine .Herde ohne Hirten." I o s u a wird dazu b c st i m m t, Moses' langjähriger, treuer Diener. Die Weihe desselben durch Händeauslegen aufs Haupt. — Der Rest der Sidra enthält O P s e r Vorschriften und zwar: Beständiges Opfer, Mussaf- oder Zugabsopfer vom Sabbat, vom Neumond, vom Pesach-, Schowuaus-, Neujahrs-, Vcrsöhnungs-, Laubhütten- und Schlußfcste. Lehre: Das Beständige — die tägliche Lebensweise — hat den Vorzug; daher Mussafopfer zuletzt. Man liest die erste Strafpredigt der 3 Trauerwochen: Divrei Jirmijahu (Jirm. Kap. 1) als .Haftoro. Man beginnt mit dem 1. Pcrek im 3. Tiirnus. Kaiser Friedrich Quelle - Offeubach a. HI.’- Vornehmstes Tafelwasser. Schuhmacherei DIIPP, Börneplatz 23. Reparatur. Billigste Preise. Zum Prinzen y.'' Wellt'estaurant I. Ranger, Goethestrasse 10, Frankfurt a. M. Ludwig Stotz. Möbelschreinerei Rosenthal, Uhlandstr.53. Anfertigung von Möbel in allen Holzu. Stylarten. — Anfpolieren von Möbeln nnd Klavieren. — 8. Rosen, Rechneigrabenstr. 17 (Laden). Uhrmacher nnd Goldarbeiter — Atelier für Reparaturen und Nenanfertiaupg Faniitteunachrichten. 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