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Neue jüdische Presse · 1906-07-06 · Heft 26 (6.7.1906) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 26 (6.7.1906)
Date
1906-07-06
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Nr. 26. Seite 6. Frankfurter Israelitisches FamilienLlatt. durch Verfluchungen Schaden zuzufügen. Israel hat die beiden Riesenkönige Sichon von Emori und O g von Baschan geschlagen und deren Land im Osten des Jordan eingenommen. Nur der Arnonfluß trennt es vom Lande Moab. Obwohl Israel nach göttlichen! Befehle dieses Reich und Volk, weil stammverwandt, nicht angreifen durfte, fürchtet der Moabiterkönig Balak dennoch die u n h e i m l i ch e Nähe Israels und sendet Boten zu dem heidnischen Propheten B i l e a m in Midjan, auf daß er Israel verfluche. Gott; gibt dies nicht zu. Balak sendet wiederholt Boten, Gott läßt Bileam ziehen, beschränkt jedoch deyen Macht und Wirksamkeit nur auf das, was Gott ihm eingibt, zu reden. Mit -Schadenfreude macht sich Bileam auf den Weg, auf einer Eselin reitend. Gott stellt ihm daher einen Engel in den Weg, den mit gezücktem Schwerte die Weiterreise hindert. Bileams frevlen Mut dämpft und die Aussichtslosigkeit seines Planes wiederholt betont. (Die Eselin hatte durch Gottes Wunder gesprochen; sie machte Bileam Vorwürfe darüber, daß er sie geschlagen, weil sie dem Engel ausweichen wollte.) Bileam wird von Balak unter Vorwürfen empfangen. Balak führt den heidnischen Seher auf verschiedene Anhöhen, von wo aus man Israels Läger betrachten konnte. Balak opfert; Bileam segnet Israel dreimal zum höchsten Verdruß Balaks. Die Segenswünsche Bileams sind herrliche poetische Ergüsse. (Darunter den bekannten Spruch: dl» tauwu obolecho Jaakauv :e.) In Aerger scheidet Bileam von Balak, gibt jedoch noch den für Israel so verhängnisvollen Rat, durch Moab Israel zum Götzendienst und zur Vermischung mit den Heiden zu verleiten. Opfernrahle dienen als Mittel des Reizes und der Versührung. der selbst Stammesfürsten erliegen. Eine Pest folgt als Strafe. In heiligem Eifer für Gott tötet Pinchas. Ahrons Enkel, den Missetäter und seine heidnische Frau. Er findet hierbei Gottes hohe Anerkennung. Lehren: Das feindliche Auge späht stets in Israels Lager. Möge es nur gute Seiten erblicken! — Verführung durch gesellige Anschmiegung ist leicht gefährlich. Seit den moabitischen Weiugclagen wurde der nicht rituelle Wein („Neßech*) zum Genüsse untersagt. Man liest den 6. Perek, manche Gemeinden den 5. und 6. Am Sonntag Morgen früh 7% Uhr ist die letzte Quartalswende des jüdischen JahresTekuvas Tamus, die nächste fällt ins neue Jahr 5667. Am Dienstag ist Schivo osor betarnus, ein allgemeiner Fasttag. Taanis Zibur. Alle Religiös- Großjährigen haben einen ganzen Tag zu fasten Der Prophet Secharja n.ennt ihn Zaum horvii, Fasttag des 4. Monats. Zweck: Erinnerung an dic Eroberung Jerusalems und damit an Israels Sünden; Buße und Besserung möge jeder anstreben. Bußgebete: einige Selichaus im Morgengebete, aneinu in der Schmauno-Esrei morgens und nachmittags einschalten. Der Abschnitt Wajchal (Moses Fürbitte wegender Kalbessünde) wird aus der Thora vorgelesen. (Bei der ersten Tempelzerstörung ward Jerusalem am 9. Tamus, bei der zweiten am 17. Tamus erobert. Wir feiern die uns näher liegende zweite Eroberung). Mit 8chivo-oso»betamus beginnen die 3 Trauerwochen, mit Tischo-beav (Tempelzerstörung) schließend. Es unterbleiben Hochzeiten, überhaupt Vergnügungen, man zieht nicht neue Gewänder ersNnals an, spricht nicht Schöhechejonu, ausgenommen am Sabbat, z. B. über neue Früchte, auch Haarabnehmen unterbleibt (Tischo-beav fällt auf den gleichen Wochentag 3 Wochen später). Andere Trauer-Ereignisse am 17. Tamus: Moses zerbricht die Bundestafeln wegen der Kalbessünde; das tägliche (Tamid)Opfer wird eingestellt; der gottlose König Menasche stellt ein Götzenbild im Tempel auf; eine Thorarolle wird verbrannt. Die Zeit zwischen 17. Tamus und 9. Av - heißt „ben bamzorim“, zwischen den „Grenzen'- oder „Marken". in Anlehnung an die Stelle in den Klageliedern: „All ihre Feinde erreichten sie zwischen den Marken-, (den bamzorim). Sinn: Der 17. Tamus und 9. Av bilden die äußercnZeitgrenzen der3Trauerwochen. Kaiser Friedrich Quelle - Offenbach a. M. - Vornehmstes Tafelwasser. Schuhmacherei D (I P P, BSrneplatz 28. Reparatur. Billigste Preise. Zum Prinzen v. Madien Weinrestaurant I. Ranges, Goethestrasse IO, Frankfuit a. M. Ludwig Stotz. MSbelschreinerei Rosenthal, Uhlandstr.53. Anfertigung von Möbel in allen Holzu. Stylarten. — Aufpolieren von Möbeln und Klarieren. — S. Rosen, Rechneigrabenstr. 17 (Laden). Uhrmacher und Goldarbeiter Atelier kür Reparaturen und Neuanfertigung. _ Familiermachrichteu. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos). Geburten. Eine Tochter, Herrn I. Schwabacher (Schwäbachcr), Frankfurt, Rückertstr. 19. Eine Tochter, Herr» E. Mcher (Heyinaiin), Frankfurt, Königstettterstr. 13. Ein Sohn, Herrn Carl Baer (Stern), Frankfurt, Arndtstr. 53. 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