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Neue jüdische Presse · 1906-05-11 · Heft 18 (11.5.1906) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 18 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Frankfurter JsraeWWS Familienblaü. Nr. 18. Der Pr u Heltop st Ein Kinderbuch von Wilhelm Schulz. München, Albert Langen. Der gefeierte Zeichner des „Simplicissimus" zeigt sich in diesem Bllderbnch bei der Darstellung des Rührenden von einer neuen Seite. Die schlichten Bildchen der Annclies vor dem Mann im Mond, des frierenden Bettelkindes, des Bübleins, das den Vögeln Brot streut, machen uns das Buch lieb Und wert, obgleich uns manches humorvolle Bild für Kinder zu riesenhaft, zu sehr das menschliche Mast überschreitend dünkt. Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Bezugnehmend aus No. 14 des „Israelit", worin ein Gutachten des Herrn Prof. Czerny die „Ungefährlichkeit" des Mezizoh-Röhrchen bei „vorsichtiger Handhabung" darlegt, möchte darauf Hinweisen, daß alle bedeutenden Mohelim des In- und Auslandes schon längst das Röhrchen als untauglich erkannten und zwar, weil es entweder gar nicht oder zu stark aussaugt, im erfteren Falle als Mezizoh ungenügend, im letzteren als geradezu gefährlich bezeichnen. Die Autoritäten, die s. Z. das Röhrchen empfahlen, haben solches nicht als alleinige Methode anerkannt und verdient es, hervorgehoben zu werden, daß der sel, allseitig als größter Goaun anerkannte Rabbi Jizchok Elchonon Spector s. A. in Kowno bald, nachdem er das Röhrchen mit empfohlen hatte, seinen eigenen Mohelim, die ihm die genannten großen Nachteile desselben schilderten, gestattete, statt dessen mit Watte auszusaugen, wie es auch das Wilnaer Leo Din (Rabbi Schlomoh Cauhen s. A.) eingeführt und allseitig weiter empfahl. Seit jener Zeit wird in Rußland — wo nicht b’Peh, überall mit Watte Mezizoh genommen, die ja die Goaunim Rabbi Zwi Hirsch Chajaus s. Ä. und Chasam Säufer s. A. direkt erlaubten. Auch der Goaun in Kowno berief sich auf diese großen Vorgänger, indem er es seinen Mohelim gestattete. — Veranlassung zu dieser Veröffentlichung wurde mir gegeben, da ich in letzter Zeit öfters Anftagen hatte und irrige Ansichten von gewissen Setten ins Publikum gedrungen waren. Jacob S. Posen. Vakanzen. Berlin. Prediger. Offert. Reichsangchöriger an den Vorstand der jüdischen Gemeinde. Wocheu-Kalender. (Zeitangaben nach dem Luach.) Samstag, den 12. Mar (= 17. Jjar): Sabbat-Anfang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 25 Min., Sabbat-Ausgang in Frankfurt a. M. 8 Uhr 50 Min., Straßburg 8 Uhr 45 Min. Berlin 8 Uhr 40 Min. Samstag Abend: 33. Tag im Omer. Der Wochenabschnttt Kmanr bringt uns verschiedene Priester-Gesetze. Zunächst wird berichtet, daß die Kauhanim sich nur an sieben der nächsten Verwandten (Vater, Mutter, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Ehefrau) verunreinigen dürfen. Der Hohepriester durfte selbst diesen nahverwandten Toten nicht nahen. Lehre hieraus: Unsere Gottesvcrehrung sei wett entfernt von einem Toteukultus. der in weiten Kreisen und seit urdenklichen Zeiten so oft Kern und Wesen jeglicher „Religion" ausmachte. (Siehe Hirschs Kommentar z. St.). — Wir hören ferner von den verschiedenen Leibesfehlern, die den Priester zum Opserdienste untauglich mochten. Es gab dauernde und vorübergehende körperliche Gebrechen. Trotz der Unfähigkeit dadurch, am heiligen Dienste teilzunehmen, durften jedoch von den Fehler-Behafteten heilige Opfergaben genossen werden. Der Wochenabschnttt enthält auch den vekannten Abschnitt von den Festtagen (Lodaur au chesev), der an den Wallfahrtssesten zur Vorlesung kommt. Schließlich hören wir von dem goldenen Leuchter, der täglich mit feinstem Olivenöl gespeist wurde, und von den 12 Schaubrotcn, die man jeden Sabbat von neuem auf den goldenen Tisch im Heiligtum legte. Beides Funktionen der Priester. Leuchter und Tisch sind Symbole des Geistes (Thora) und Körpers (Materielles) Man liest den vierten Perek der Sprüche der Väter; es folgt — wo dies eingeführt — das zweite Sulas im Sabbatmorgen-Gebet (Atto; in Frankfurt Al domi loch). Am Sonntag Lag-boomer, der 33. Omertag, ein Halbfeiertag zur Erinnerung an das Aufhören einer pestartigen Krankheit unter den Schülern Rabbi Akibas. Das ernste Tachanun-Gebet fällt weg. Haarabnehmen, Hochzeitsfeste rc. gestattet. Wird als Schalerfest vielfach begangen. Ein aller Brauch, die Kinder mit Leckerbissen (Lebkuchen, „Kohlätsch") zu regalieren, wird mehrfach erwähnt. Nach einigen soll es ein Ansporn sein, das Omcrzählen gewissenhaft vorzunehmen. Wer im Omer gebet acht. Dreiunddreißig Treffer macht. Wird dafür, wie flch's gebührt. Mit dem Kohlätsch prämiiert. ßqrf/itt Schillerstr. 6. Sonntag, den JjOlrSen-gavtGn, IS. Mai, Abends 7 Uhr ■- ■ Grosses Militär-Konzert. A. Vogel, Restaurateur Kaiser Friedrich Quelle — ■ - Offenbach a. M. - Vornehmstes Tafelwasser. Sigmund Siugec, Bocueplate 2S empfiehlt Stoffe ffir Herren-Paletots und Anzüge bei billigsten kreisen. Schuhmacherei D U P P, BSrneplatz 28. Beparatnr. Billigste Preise. Zum Prinzen i. Madien Welmestaurant I. Ranges, Goethestrasse IO, Franktuit a. M. Ludwig Stotz. Mobeischreinerei Rosenthal, TJhlandstr.53. Anfertigung von Möbel in allen Holz* n. Stylarten. — Aufpolieren von Möbeln und Klavieren. — S. Rosen, Rechneigrabenstr. 17 (Laden). -:.:. Uhrmacher und Goldarbeiter -.— Atelier für Reparaturen und Neuanfertigung. Conditorei Michael Schuster, Rechneigr. 15, Leopold Seligmann’s Nachf. :-Versand nach dem Inn. Aaslande. — Offetibacbtr Druckluft=Anlage Telefon 123. Offenbach a. M. Telefon 123. 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