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Neue jüdische Presse · 1906-05-11 · Heft 18 (11.5.1906) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 18 (11.5.1906)
Date
1906-05-11
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Seite. 12 '? - Drei Faktoren waren es, die auf den Fortschritt! ""der hebr. Sprache mächtig eingewirkt haben; sie seien hier in Kürze namhaft gemacht: äj Tie langjährige ^otidjiing der semitischen Sprachen durch tüchtige, christliche tvie jüdische Philologen^ führte der hebr. 'Sprache eine Menge von neuen Bezeichnungen konkreter und abstrakter Begriffe zu. b) Tie umfangreiche UeÜersetzung wissenschaftlicher Werke aus allen Kennt- 'nisgebieten, die seit einem langen Zeiträume von jüd. Gelehrten aller Länder, insbesondere den in Ausland, -Dolen und Galizien wohnenden besorgt Wird, hat der hebr. Sprache neue termini technici . -eingebracht und dadurch ihre Bildsamkeit und Elastizität gleich einer lebenden Sprache angebahnt und gefördert. — c) Tie gegenwärtige jüdisch-nationale Belegung, die das Herz und Gemüt unserer Brüder im Osten und auch zum Teile im Westen beherrscht, '.hat unleugbar das Gute und Nützliche, daß sie in ihnen eiche glühende Liebe zur hebr., Sprache erweckt hat und' sie so in ihr mit einem hohen Grade extatischer Begeisterung zu denken und zu-.fühlen, zu schreiben und zu sprechen anfingen. Ihre Gedanken und Ideen über die bessere Gestaltung der Zukunft ihres Volkes, über -dessen zu erfüllenden Aufgaben in der Gegenwart klar und deutlich, schlicht und einfach, korrekt und präzise in her Sprache der Väter auszudrücken, war das Bestreben Tausender geworden, wodurch, dem Hebräischen, was ihm noch an Ausdrücken fehlte, auch noch zu Eigen wurde. .' ' Dieser, gewaltige Aufschwung hat neue Wörter- - bischer notwendig gemacht; im Hebräisch-Deutsch haben -wir solche bereits von Ben Jehuda, von Klausner -und' von Grusovsky, aber an einem gediegenen und ausführlichen deutsch-hebräischen Wörterbuche, in -welchem die Ergebnisse der neuesten hebr. Sprachforschung enthalten, hat cs bisher gänzlich gefehlt.; Tiefem fühlbaren Mangel hat Rabbiner Dr. M. Mar« tel durch sein neu verfaßtes Wörterbuch, das sich durch lollständigkeit, Gründlichkeit, Gediegenheit, exakte Sachlichkeit, Präzision im Ausdrucke und durch lexi- . kalische Kürze auszeichnet, abgeholfen. An seiner verdienstvollen Leistung hat man auch gleichzeitig Ge- ■ legenheit, sein reiches Wissen in den abend- und morgenländischen Sprachen, wie auch die gründliche und tiefe Belesenheit in der alten, mittelalterlichen und -Modernen hebr. Literatur, die er fleißig zu seiner Arbeit benutzt hat, kennen zu. lernen. Man findet in ' dem sorgfältig ausgearbeiteten Wörterbuche die richtige Ueberfetzung für Pflanzen- und Tiernamen, für medizinische Benennungen, für philosophische, logische und pädagogische Termine, wie auch für alle der deutschen Sprache eigentümlichen Redensarten, schließlich alle in der modernen hebr. Literatur ausgebildeten, geprägten Wörter, welche von Brainin, Achad Haam, Sokolow, Bernfeld, Bialik, Berditschevskh, Klausner, Ehrenpreis, S. Epstein, Grusovsky, Ben Jehuda herrühren. Bezüglich-'der zu diesem Wörterbuche be- FrünHurter NraelBDeS FamilienbUm. trübten ,Quellen hat der Verfasser in seinem Vorworte ausführlichen Aufschluß uns gegeben. -;!*- ' Somit kann Dr. Margels deutsch-hebr.-Wörterbuch jedem Freunde unserer heiligen Sprache aufs Wärmste empfohlen werden. Nicht nur dem Gelehrten und dem Schriftsteller, sondern auch dem Laien, der in richtigem Hebräischschreiben sich üben will, wird es nützliche Dienste leisten. Sofia, im April 1906. Tr. Phil. Z. Rabbiner. ' Jahrbuch I. des Israelit ischen L e se vet» eins zu Kolozsvur (Klausenburg), herausgegeben vom Vorsitzenden, Tr. M. Eisler, Kolozsvur, 1906, 108 S. Oktav. Ter Leseverein zu Kolozsvür, der seit dem Jahre 1900 besteht, tritt jetzt zum ersten Male mit einem Berichte über die fünf-ersten Vereinsjahre vor die Oeffentlichkeit. Dem Berichte sind die kurzen Eröffnungsreden dds .Herausgebers vorliegenden Jahrbuches beigegeben. Ein Vortrag, von Seminarlehrer Tr. S. Kraus-Budapcst über die jüdische Küche und einige Vorbemerkungen des Herausgebers zu einer erst zu schreibenden Geschichte der Juden Siebenbürgens nebst einigen Gedichten bilden den literarischen Teil des Büchleins. In den erwähnte» Vorbemerkungen verspricht der Verfasser, das Thema in einem ausführlichen Werke zu behandeln. Nach sagenhaften Berichten — erzählt der Verfasser — würden schon im 5. vorchristlichen Jahrhundert Juden in Siebenbürgen gewohnt haben und zwar sollen es persische Juden, die an dem Kriegszuge des i'erxcs nach Griechenland teilgenommen, gewesen sein, die sich nach der Zertrümmerung des persischen Heeres nordwärts gewandt haben. Nach einem anderen, nicht niinder sagenhaften Berichte würde der Anfang der Niederlassung von Juden in Siebenbürgen in die Zeit ihrer Vertreibung aus Palästina fallen. Ter dacische König Decebäl hätte sich nach diesem Berichte in seinen Kämpfen gegen Nom jüdischer Streitkräftc bedient und diesen Kriegern dann gestattet, an der Grenze des jetzigen Siebenbürgen eine Stadt zu begründen. Gegen diese Annahmen führt der Verfasser an, daß cs sichere Nachweise über die Niederlassung von' Inden in Siebenbürgen erst von der Mitte des 16. Jahrhunderts gebe. Daß das Jahrbuch so bescheiden ausgefallen, mag, was der Verfasser im Vorwort auch betont, an dem ungenügenden Interesse, das dem-Verein in der auch kulturell bedeutenden Stadt Klausenbnrg entgegengebracht wird, liegen. Ob es aber je gelingen wird und kann, lediglich durch literarische Bestrebungen jüdischen Sinn und Geist in die indifferenten Kreise zu bringen, ist sehr zu bezweifeln. Dazu fehlt es diesen literarischen Bestrebungen zu sehr an wahrhaft jüdischem Geist. F. Nr. 18. Gartenlaube-Bilderbuch.^ Mnbqnd nach einem Original von Hermann Käulbach.'36. bis .-'.-"50. Tausend. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart.. Ein prächtiges und splendid ausgestattetes Bilder, buch. Ueberall -Farbenglanz, überall'Ammut, überall Leben. Ausdrucksvolle, von Lieblichkeit blüheckde Bilder, putzige, seelenvolle Verslein, niedlich ciselierte Geschichtchen. Und alles vornehm, harmonisch,'ebenmäßig. Eine wahrhaft köstliche Gabe, für die dem rühmlich bekannten Verlag Dank gespendet werden muß. Möge sie die gebührende Verbreitung auch in unseren Kreisen finden! Puppenmütter che n s N ä h s ch u l e. Von Agnes Lucas. Mit 9' Abbildungen im Text und 8-Schnittmusterbogen und kolorierten Musterbildern. Ravens- ' bury, Otto Maier. Ei der Tausend, haben's heute unsere Haustöchterlein gut! Alles ernsthaft und nüchtern. Praktische wird ihnen in-, spielender Form beigebracht und ' so schmackhaft ' lind delikat zubereitet, daß sie init Wonne zugrcifen. Einerlei wie, die Hauptsache ist, daß sie zugreifen, gut verdauen und sichs >vohl bekommen lassen. Und das wird bei dem vorliegenden Bande ganz gewiß der Fall sein. In Gestalt einer netten Erzählung erhalten die Puppenmütterchen treffliche Anleitungen zur Selbstanfertigung der Garderobe ihrer zarten Püppenkindlein. Vorzügliche, klare Schnittmuster werden flinke und geschickte Händlern bald in Bewegung setzen, und der Tag wird nicht ferne sein, Ivo die kleinen Fräuleinchen mit erhabenem Stolz auf einen wohlgefüllten Kleiderschrank deuten können. Und jvenn die Puppengroßmütter, d. h. die Mütter der Töchterlein, ihre Augen aufmachen und die Schnittmuster nebst den Abbildungen des Buches' fleißig betrachte» möchten, so würden sie gar manches Kleidchen und Jäckchen und Häubchen entdecken, das ihnen bei einiger Handfertigkeit selbstrecht dienlich sein könnte, um ihre lieben lebenden Puppen auszustatten. Nur zu, Mntterlein und Töchterlein, und dem Buche einen Ehrenplatz in vielen Häusern gewidmet! — St. Moritz-Bad Ober-Engadin (Schweiz) Pension Sdefaeiss ira Neu und elegant eingerichtete Zimmer. - . .'=■ Schöne Speisesäle und Yeranda. Eröffnet am 5. Juni. Besitzer: I. Bermann. Mur Bibergasse 10 werden Herren - Stroh hüte jeder Art (Panama, w Palm, Florentiner, Manilla) gewaschen u. hergerichtet O O. 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