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Neue jüdische Presse · 1906-05-04 · Heft 17 (4.5.1906) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 17 (4.5.1906)
Date
1906-05-04
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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5^: ■ m ■wp ^ps^s?sbs^^ ------ WUPP Seite 10 Frankfurter Israelitischer Familienblatt. Nr. 17. i Mr diesen Vermittekungsantrag stimmten die Rationalliberalen mach Mlehnung eines wxitergehenden Antrages von ihrer Seite, die Frcikonscrvativen und das Gros der Konservativen. Außerdem wurde im Z 18 eine Einschaltung eingefügt, wonach auchjüdischen .Eltern die Wahl der Schulart für ihre Kinder freistehen soll? Ferner wurde in § 20 gegen die Beschlüsse der Provinzialräte aus Beschwerde darüber, ob besondere Gründe für die Errichtung einer Simultanschule anzüerkenncn sind oder nicht, die Klage der dem Oberverwaltungsgericht gegeben. Der Antrag wurde von Vertretern der drei Kompromißparteien gestellt und vondein Zentrum als eine erwünschte Lösung ihres Verlangens, eine einheitliche Zentralstelle für'die Entscheidung dieser Frage zu schaffen, bezeichnet. Schließlich wurde ein Antrag des. Zentrums zu § 21 angenommen, wonach die Zahl der 'Gastlinder in die Zahl der zur Erteilung eines selbständigen Religionsunterrichtes erforderlichen Mindestzahl eingerechnet werden soll. Im übrigen wurden sowohl die grundsätzlichen Gegenanträge der Freisinnigen wie des Zentrums ans der ganzen Linie abgelehnt, ebenso ein Antrag der Freisinnigen zu § 24 (Verhältnis der jüdischen Schulen). Mhslowitz. Herr Jacob Spandau ist nach Königshütte als Oberkantor und Religionslehrer berufen worden. i Airs den Vereinen. Frankfurt a. M. Seit einigen Monaten besteht hier ' ein hebräischer S Prachverein unter dem Namen „I v r i a". Er bezweckt, das Hebräischsprechen unter den Hebräischverstehenden zu pflegen. In den Mitgliederversammlungen wird nur hebräisch gesprochen; ebenso werben hebräische Vorträge gehalten. Die Versammlungen finden allsonntäglich im Lokale der „Jüdischen Bibliothek und Lesehalle", Bleichstr. 21, von 3—5 Uhr nachmittags statt. '• Am vorletzten Sonntag hielt Herr P e i p e r t einen Dortrag über „Die verschiedenen Strömungen am Zionismus (Hamislagaus hazioniäus"), deül eine lebhafte Disllrssion im HebräiMen. folgte. Es wäre wünschenswert, daß alle, die Hebräisch verstehen, dem Verein als Mitglieder beitreten. In Rußland, Galizien usw. wo das Hebräische unter Len Jiche» mehr verbreitet ist/bestehen viele solche Vereine, in Deutschland aber — soweit uns bekannt ffinur, in^Berlin untr Königsberg. 7 f. Frankfurt a.M. DerVerband der Sabbath- ^reunde, der in den letzten Wochen in Nürnberg, Mürth, Schlüchtern, Würzburg, Kitzingen, Gießen, -Sttaßbnrg, Darmstadt und Fchenhausen Ortsgruppen gründete^ zählt jetzt 18 Ortsgruppe». Frankfurt a. M. In der Generalversammlung Hes Vereins für jüdische Geschichte und Literatur erstattete Herr Dr. Jakob Horovitz, der Vorsitzende, den Bericht. Es sind im abgelaufenen Vereinsjahre 5 Vorträge und 2 Diskussioiisabende veranstaltet worden, und bewährten sich die zum Msten Male eingerichteten Diskussionsabende. Die Zahl der Mitglieder beträgt 272. Die Einnahmen beliefen sich, auf 1438 Jt, die Ausgaben auf 1306 Jt, so daß ein Kassenbestand von 132 Jt verbleibt. Die Bibliothek wurde, um sie hem Publikum zur regen Benutzung zugängig zu machen, in den Räumen der Jüd. Bibliothek und Lesehalle ausgestellt. Dem Berichte schloß sich eine sehr ängeregte Diskussion an, die hauptsächlich die Frage behandelle, ob der Verein sich dem „Verband jüdischer Weraturvereine" anWießen solle. Da der Verein in seinen Einnahmen und Ausgaben ungefähr balanciert und der Beitrag an den Verband ca. 135 Jt betragen würde, so hat er sich in-Erwägung des Ilmstandes, daß er durch den Verband.keine materielle Vorteile genießt, bisher noch nicht zum Beitritte entschließen können. Auch Iväre noch die Frage zu erwägen, ob nach den Statuten ein Beitritt ohne weiteres möglich sei. Der Verein hat bisher den Verband durch Abnahme seines Jahrbuches gefördert. Die Angelegenheit soll, so beschloß die Versammlung, im Schoße des Vorstandes noch 'einmal erörtert werden. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes': Dr. Horovitz,- Tr. Hanauer, Dr. Heinemann, -Hugv Fränkel, Landsberg, RaphaelEttlinger und 'Dr. meb. Kaufmann. ' Berlin. Der „Esra", Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina ».'Syrien (Vorsitzender: Moritz Dorn) schreibt in seinem Berichte über die Jahre 1904 und 1905: „Die jüdischen Emigranten müssen von dem Versuch,. in großen Massen in die westlichen Länder einzüdringen, ein für allemal absehen und ihren Blick ostwärts auf den Orient richten. Hier wohnen stammesverwandte Völker, denen die Juden ohne ihr ganzes Wesen aufgeben zu müssen, sich viel leichter anpassen können. Die .den Orient bewohnenden Semiten sind überdies bis zur Selbstaufopferung wahrhaft duldsam. Dem Satz, „leben und leben' lassen" huldigend, haben sie die im Kriege unterjochten Völler stets fortleben lassen und sie höchstens dann verfolgt, wenn diese sich gegen sie mit Waffengewalt auflehnten. Nur im Orient könnten sich die friedlichen jüdischen Einwanderer ohne große Hindernisse niederlasse n.ihreigenesLebenfortlebenund in Ruhe und Frieden ihrem Erwerbe n a ch g e h e u! In seiner im vorigen Jahre von uns herausgegebenen Schrift „Der wirtschaftliche Wert und die Kolonisation Palästinas" berechnet Professor Dr. Otto Marburg, daß allein in Palästina noch' Platz für drei Millionen neue Einwanderer da ist. Die Aufnahmefähigkeit seiner Nebenländer ist aber unbegrenzt, sodaß beispielsweise allein in Syrien, von dem Palästina nur ein Keiner Teil ist, noch 18 Millionen Menschen Platz finden. Der Verein „Esra" tritt schon seit 1884 für den Gedanken ein, die eine Heimat suchenden jüdischen Volksmassen nach dem Orient abznlenkcn. Während dieser Zeit hat die j ü d i s ch e K o l o n i s a t i o n Palästinas ansehnliche Fortschritte gemacht; gegenwärtig dürften in den jüdischen Kolonien des heiligen Landes gegen 6500 Jude n ansässig sein. Die im Jahre 1898 erfolgte Uebernahme der alten Rothschildschen Kolonien durch die Jewish Colonization Association hat bereits sichtbare Erfolge gereift. Die Kolonisten sehen' sich durchwegs auf ihre eigene Kraft angewiesen und machen heroische Anstrengungen, ihren Besitz zu vergrößern und durch Einführung von wertvollen Kulturpflanzen ihre Situation zu verbessern. Die bestehenden Vereine zur Kolonisation Palästinas, darunter auch'unser Verein „Esra", suchen nach Kräften diesen Bestrebungen hilfreiche Hand zu leihen." Der Verein Esra war besonders bemüht, die Kolonie Bne Jehuda (bei Samra), die einzige noch nicht völlig eingerichtete jüdische Kolonie in Palästina, aus rationell wirtschaftliche Basis zu stellen. Auch auf die jüdischen Tagelöhner hat der Esra sein Augenmerk gerichtet. — Im ganzen bewilligte der Esra in der Berichtsperiode für palästinensische Zwecke Jt 38530 und zwar Fr. 3000 für einen Kolonisten in Kolonie Esra, Fr. 3000 zur Anschaffung von Vieh in Kastinje, Fr. 1000 für einen Kolonisten in Rechoboth, Jt 1200 zum Bau einer Mikwoh iir einer der von Prof. Marburg unterstützten lleinasiatischen Kolonien, Jt. 500 für die Propagandakommission der Chowewe-Zion, Fr. 1800 für Stipendien an Zöglinge des Lehrerseminars in Jerusalem, Jt 2000 für den Verein „Bezalel", Jt 10 000 für die landwirtschaftliche Versuchsstation und Fr. 16 000 für die Kolonie Jehudije, sowie Fr.'-5200 für die Bedürfnisse von Bne'Jehuda im Jahre 1905. Von diesen Summen wird der größere Teil erst im Laufe der Jahre 1906/1907 zur Auszahlung gelangen. Außerdem werden voraussichtlich noch Jt 24 000 für die endgültige Installierung der Kolonie Bne Jehuda, hoffentlich schon im Jahre 1906, zur Auszahlung gelangen, so daß der Verein „Esra" kn der dritten 8jährigen Periode seines Bestehens Jt 100 631 gegen Jt 51300 in den ersten 16 Jahren ausgeben wird. Basel. Der 2. Jahresbericht des Altersasyls in Leu gn an verzeichnet die Zahl der Insassen am 31. Dezember 1905 mit 17. Gestorben sind 2, neu eingetreten 5. Der älteste- Insasse ist Jonas Gideon, gcb. 1809. Der im Asyl errichtete Betsaal ist zum größten Teil eine. Stiftung der Herren Gebrüder M. und I Guggenheim. in London; er wurde am 17. Oktoberfeierlich cingeweiht. In der Generalversammlung am 25. Dezeinber wurde an Stelle des ausscheidenden Herrn Jsak Brandeis Herr Dr. Wyler-Baden als' Aktuar gewählt. Das Asyl hat außer einer schuldenfreien Liegenschaft ein Kapital von Fr. 40000. Letzte Nachrichten. Köln, 2. Mai. Die .Köln. Ztg." meldet: Vor einiger Zeit ist in den Blättern eine lange Geschichte erzählt worden, über eine angebliche deutscheCxp e d i t i o n, die aus Syrien kommend zuerst bei den Türkei: sehr freundlich ausgenommen, dann aber von Egyptcrn angehalten worden sei. Wie sich jetzt herausstellt, handelt es sich.um sieben jüdische A ck e r v a u k o k o n i st e n, die von Snrien nach El Ari sch reisten, deren Führer ein Deutscher war, im übrigen aber der türkischen und' russischen Nationalität angehörten. Von einer deutschen Expedition oder Mission ist also gar keine Rede. Lemberg, 1 Mai. Die galizischen Behörden hat anscheinend der Ruhm der preußischen Regierung nicht schlafen lassen, und io findet jetzt auch in Galizien die Ans Weisung der feit vorigem Jahre im Lemberger Bezirke ansässigen Russen — zumeist Juden — statt. Dieselben hatten in Lemberg bei verschiedenen Betrieben als Arbeiter Beschäftigung gefunden. Ten durch diese Maßnahme Betroffenen wurde nachstehende Zuschrift der Leinberger Bezirkshauptmannschaft, die durch ihre Begründung interessant ist, eingehändigt: „Tn die im Innern des russischen Staates durch den russisch-japanischen Krieg hervorg'eriifcnen Zustände schon einen normalen Gang angenommen haben und daselbst die Gesahr für die Juden bereits geschwunden ist, verbiete ich Ihnen und Ihrer?,Familie den weiteren Aufenthalt hier im Lande und fordere Sie entschieden und unwiderruflich auf, mit Frau und Kindern sowohl Ihren bisherigen Aufenthaltsort, als auch die Grenzen dieses Reiches zu Verlässen und nach .Ruland, bezw. in Ihren Geburtsort oder in jene Ortschaft zurückzukehren, von wo Sie hierher gekommen sind und dies spätestens binnen 30 Tagen nach Einhändigung dieser Aufforderung, widrigenfalls Zwangsmaßregeln aiigewcndet und Sie nach dem nächsten Grenzort gebracht werden sollen." Wir wünschen auch mit den galizischen Behörden, daß die Gefahr für die russischen Juden nunmehr geschwunden sei; aber leider ist dies sehr fraglich. , Vakanzen. . Di e li. Leiterin für das „Waisenhaus für israel. Mädchen Charlotte Merores-Jtzeles" per 15. August. Offerten an Dr. Felix Katzau, Schottenbastei 3. W A n i* n F p n h. Heiligkreuzgasse IS M . wp “ w ■ ■ J (nächst neue Zeil) Z Maler, Lackirer und Weissbinder. G M Billigste Preise. Reelle Bedienung. D 1 Lugen Johner, conditorei I o Goetbestrasse 25, Frankfurt a. 11t. w. O Feine Specialitäten. « Sarrazin Sc Habermehl No.l.'Jünghofstrasse No. 1. Etuisfabrik. Spezialität in Münzenschränken, Kasten, Schränken und Einrichtungen - in Büffets für Bestecke in jeder Ausführung. ■1311. kkil. Nlondrion . ' : FH8HHF0RT a. 18. Eschershelmerlandstr. 13, : n. d. Hoch’schen Coriservatorium. Tel. 8152. Tel. 8152. Xerreuu. Damen-Schuhmachcr. 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