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Neue jüdische Presse · 1906-03-30 · Heft 13 (30.3.1906) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 13 (30.3.1906)
Date
1906-03-30
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 18. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 11. Frankfurt a. M. Die von dem Verband d i r 7.S a bLat freunde ausgestreute Saat. scheint nunmehr aufgehen, zu sollen; im Monat März haben allein 8 Versammlungen stattgefunden und sind sechs neue Ortsgruppen begründet worden. Der für den Verband hierdurch erzielte Mitgliederzuwachs dürfte auf mindestens 500 anzunehmen sein. — Am 1. April wird Herr Moritz A. Loeb in F ü r th und in Nürnberg zwecks Gründung einer Ortsgruppe sprechen. Frankfurt a. M. Der Verein zur Versicherung gegen Stellenlosigkeit „Schomre Schabbos" (Vorsitzender: Herr Moritz A. Loeb) versendet den Rechenschaftsbericht über das Jahr 1905, den wir nachstehend gekürzt tviedergeben: „Wie unsere Mitglieder wissen, war es von anfang an unser Bestreben, die in der Stellenvermittlung bestehende Dezentralisation, wie sie, sich aus der getrennten Arbeit der vier gleichartigen Vereine in Berlin, Breslau, Hamburg und Frankfurt a. M. ergab, durch eine Zusammenfassung aller Kräfte zu ersetzen. Nachdem frühere Versuche gescheitert waren,' gelang es uns im Frühjahr 1905 ein Abkommen zu treffen; wodurch die Vereine in Berlin und Breslau^ sowie der „Verband der Sabbatfreunde" sich mit unserem Verein zu einer „Israelitischen Stellenvermittelungs-Zentrale" zusammenschlossen, um künftig die Stellenvermittlung g e m e i n s a m zu betreiben. Die Zentrale ist am 1. Juli 1905 mit dem Sitz in Frankfurt a. M. eröffnet und' die Führung der Geschäfte unsrem Verein übertragen worden. Mit dem Hamburger Verein konnte leider ein . gleiches Abkommen nicht erzielt werden, doch sindauch init ihm Vereinbarungen getroffen worden, die ein Zusammenarbeiten mit der Zentrale ermöglichen. Die lokale Tätigkeit der in der Zentrale zusammengeschlossenen Vereine geht selbstverständlichunverändert weiter. Die Ende 1904 unter unsrer Mitarbeit erfolgte Gründung des „Verbaudes der Sabbathfreunde" von der bereits unser vorjähriger Bericht Mitteilung machte, hat im abgelaufencn Jahre dazu' geführt, unsere „M i t t e i l u n g e n" zu einem monatlich erscheinenden Organ umzngestalten, das nunmehr seinem erweiterten Inhalt entsprechend den Titel' „Der Sabbath" führt. Trotzdem die finanziellen Kräfte sehr in Anspruch genommen wurden, zeigen unsere Reservefonds auch im Berichtsjahre ein erfreuliches Wachstum, so daß sich Unser Vereinsvermögen am Jahresschlüsse ans JL 26 280,58 gegen JL 23 856,73 am Ende 1904 belief. Die Vc rs ich eruu g sk a s s c zahlte Mark 1039.58 an 10 Mitglieder gegen JL 1659 an 18 Mitglieder in 1904; JL 1377 an 18 Mitglieder in 1903; JL 2803 an 28 Mitglieder in 1902; JL 2088,25 an 28 Mitglieder in 1901; JL 713,25 an 13 Mitglieder in 1900; JL 997 cm 10 Mitglieder in 1899. Unsere Stellenvermittlung konnte ein die gesamten' Vorjahre übertreffendes Ergebnis erzielen. ' Es wurden 95 G e h ü l f e n - und 5 L e h r - lingsstellen besetzt gegen 74 und 10 im Vorjahre. Vakanzen waren gemeldet 337 (231), Bewerber 270 (272). Es haben also rund 37 o/o Bewerber Stellung gefunden gegen 30°/o im Vorjahre. Wie im Vorjahre haben wir auch uns diesmal bencüht, bei den durch uns vermittelten Stellen Ermittelungen über die Höhe des gezahlten Gehaltes aufzustellen. Das Resultat ergab solgendes: Gehälter 2 Stellen k 2100, 3 Stellen ä 1800, 2 Stellen ä 1600, 12 Stellen k 1500, 4 Stellen ä 1400, 3 Stellen k 1300, 28 Stellen ä. 1200, 27 Stellen ä 1000, 14 unter 1000 JL Wir bemerken dabei, das; die oft gewährte freie Station (Kost nnd Wohnung) mit JL 50 bewertet wurde. Die Zahl der außerordentlichen Mitglieder betrug 288 (275). Tie Gesamtzahl der Mitglieder 636 (614) zeigt somit einen ersreulichen Zuwachs. Die von uns geplante Gründung eines Lehrlingsheimes hat im Berichtsjahre leider keine Fortschritte gemacht. Tie Ausführung des Projektes fordert zunächst einen Appell an weitre Kreise, um Zuwendung reicher Mittel für den Erwerb eines Grundstückes oder Hauses. Es erschien uns unangebracht diesen Ruf jetzt ergehen zu lassen, gu einer Zeit, wo alle Kräfte eingesetzt werden müssen, um die Leiden unsrer russischen Brüder soweit zn mildern als dies durch Geldspenden überhaupt möglich ist. Der Vor st and erledigte seine Arbeiten in 6 Sitzungen, zu denen wieder zahlreiche Satzungen der einzelnen Ausschüsse kamen. Es schieden satzungsgemäß aus die Herren Selig mann, Ettinghausen und Wolf, die in der Hauptversammlung vom 25. März a. c. sämtlich wiedergewählt wurden. Der Verwaltungsrat hielt am 25. März a. c. seine satzungsgemäße Versammlung ab, in der die Vorlage des Jahresberichts erfolgte. Für den ausgeschiedenen Herrn A l b e r t Wolf- Hamburg wurde Herr Ad. Nußbaum -Hamburg neugewählt." Hanau. Zwecks Gründung einer Ortsgruppe des „Vereins der S a b b a t f r e u n d e" hatten sich am 14. März eine große Anzahl Damen nnd Herren der Gemeinde im großen Saale des Schulhauses eingefunden. Nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch Herrn Rabbiner Dr. Bamberg e r, legte Herr" Jacob R o s e u h e i m aus Frankfurt a. M. in markanten Worten die nnabweisliche Notwendigkeit des geplanten Vereins dar und machte die zahlreich, Anwesende» ncit den Zielen des Vereins bekannt. Dem Ersuchen des Redners um Bildung einer Ortsgruppe wurde sofort freudig stattgegeben. Nachdem sodann der Vorstand ans den Herren Rabbiner D, r. B a in b e r g e r, Gemeinde- Aeltefter H. Kahn und Jakob R o s e n b c r g. gebildet worden war, schloß Herr Dr. Bamberger mit den herzlichsten Dankesworten für Herrn Rosenheim die Versammlung. Aus der Lehrerwett. Cassel. Hier verschied im 76. Lebensjahre der ehemalige Hauptlehrer und Prediger Raphael Lazarus. _ Kunst und Literatur. Gabriel R i e s s e r s. Leben und Wirken. Ein Buch für jung und alt von Rektor Jos. Feiner, mit einem Bildnis Gabriel Riessers. 52 Seiten in vornehmer Ausstattung und Einband. (Preis Mk. 1) Hamburg 1906, M. Glogau jr. Ein Charakter, ein Geist, ein Redner — ein Charakter, rein wie das Gold, fest wie das irisen, leuchtend wie die Sonne — ein Geist, klar nnd scharf, dessen Schwingen mit denen des Augenblicks wetteiserten an srchnelle — ei» Redner von hinreißendem Gedankenflng und Wortschönhcit: so hat die Geschichte Gabriel Riessers Bild bewahrt. Und weil er ein Edelmensch war, deswegen fühlte er instinktiv die Größe des Glaubens seiner Väter, wenn auch seine Erziehung ihn nicht in die Hallen des Judentums eingeführt hat; deshalb trieb ihm auch der bloße Gedanke an eine.Fahnenflucht aus dem Judentum die Schamröte ins Gesicht und zollte er tiesste Verachtung jenen feigen, charakterlosen Kreaturen, die um ihrer sozialen Stellung willen zur herrschenden Religion überlaufen. — Gab iel Messer hat bewicscir, daß die Reinheit der Gesinnung, die Lauterkeit des Handelns und die Kraft unermüdlicher Arbeit über jene Hindernisse hinüberzuhelfcn vermögen, die die Ungerechtigkeit und der Neid der Nichtjuden dem' Juden auftürmen, denn er ward der erste jüdische Richter in Deutschland — er wurde 1860 zur höchsten Richterstelle seiner Vaterstadt Hamburg, zum Mitgliedc des Obergerichts ernannt — er war zweiter Vizepräsident der Nationalversammlung in Frankfurt und Vizepräsident der Hamburger Bürgerschaft. Au dem Leben eines solchen Mannes kann sich unsere Jugend emporranken! Es ist deshalb ein Verdienst von Jos. Feiner, — anläßlich des 100jähr. Geburtstages Riessers am 2. April — eine volkstümlich geschriebene Lebensbeschreibung Riessers herausgegeben zu haben. Vereins-Kalender. Verein Mekor-Chajim. Mittwoch, den 4. April, abends 8%°i Uhr (Schützenstraße 2): Vorlesung des Herrn Professor A. Wehl aus „Josua". Zionistische Vereinigung Frankfurt a. M. Dienstag, den 3. April, abends 9 Uhr, im Kursaal Milani, Seiterstraße 36, Vortrag des Herrn Fcitz Sondheimer: Politik und Zionismus, Weg-n Raummangel mußte für diesesmal die Jugend-Beilage ausfallen. Durch meine ausgedehnten Verbindungen bin ich in der Lage, frisch gelegte Hof-Eier, die'besten zum Sieden und Rohessen, zu billigsten Preisen täglich frisch zu liefern. Heinrich Kleinböhl 3 Bronn erst rasse* 3. - 47 Kronprinzenstrasse 47. 32 Grosse Friedbergerstrasse 82. 12 Fränkfnrterstrasse 12. Centrale: Herianstrasse <18/22. 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