Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 12 (23.3.1906)
- Date
- 1906-03-23
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 12. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 11. hältniisfen angepatzter Entwurf zur Verbesserung der Statuten vor. Vermehrung der Jahresbeiträge des Vereins wie auch Unterstützung der Kolonisten durch Zuwendung von gebrauchten Kleidungsstücken bleibt erwünscht. , Berlin. Der aus einem längst empfundenen sozialen Bedürfnis hervorgegangene humanitäre Verein „Israelitisches Lehrerinnenheim" hat seit seiner Begründung einen erstaunlich raschen Erfolg zu verzeichnen. Der Zweck desselben, würdigen, alleinstehenden, gealterten Lehrerinnen und Erzieherinnen, die nach langer, privater Tätigkeit eine staatliche Versorgung nicht erreichen konnten, ein sorgenfreies, lebenslängliches Altersheim zu schaffen, ' hat in allen Kreisen freudigen Anklang gefunden. Dank der regen Teilnahme wohlwollender Gönner konnte das erste Heimathaus für israelitische Lehrerinnen in Groß-Lichterfelde-West, Karlstr. 112», schon vor einigen Jahren seiner Bestimmung übergeben werden. Das mit der Anstalt verbundene Rekonvaleszentenheim für noch aktive, erholnngsbedürftige Lehrerinnen und. Erzieherinnen, zu vorübergehendeni Aufenthalt bestimmt, erfreut sich des lebhaftesten Zuspruches. — Den gegenwärtigen Mitteln entsprechend, haben bereits 15 Damen in dem Altersheim Aufnahme gefunden, und fortwährend gehen neue Gesuche von Aspirantinnen ein. Es bedarf jedoch noch sehr großer Mittel, um die idealen Bestrebungen des 'Vereins zu fördern und allen Bewerberinnen die lebenslängliche Versorgung im Heim zu sichern. Besonders wünschenswert ist die Bildung neuer „Ortsgruppen", wie deren schon in Frankfurt a. M., Grätz, Hamburg, Hannover, Königsberg i. Pr., Leipzig, Nürnberg, Posen, Stargard i Pom. und Stettin bestehen. Der Weckruf ergeht besonders auch an die deutschen, israelitischen Lehrerinnen und Erzieherinnen des In- und Auslandes, sich dem Berliner Verein als Mitglieder anzuschließen. Anfragen und Anmeldungen können an den 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Oliven, Berlin, Lützowstraße 89/90 — an die 2. Vorsitzende und Begründerin, Fräulein Pauline Münchhausen, Berlin, W. 10, Friedrich-Wilhelmstr. 17 — an die 3. Vorsitzende, Frau Direktor Henriette Map, Berlin, Wilhclmstr. 133 und an die Ortsgruppen gerichtet werden. Statuten und Jahresberichte stehen überall bereitwilligst zur Verfügung. Fulda. In zahlreich besuchter Versammlung entwickelte Sonntag, den 18. d. M. Herr Moritz A. Lob aus Frankfurt a. M. die Aufgaben und Ziele des V e r e i n s d e r S a b b a t f r e u n d e. Ter Vortrag war klar und fesselnd und weckte bei allen Hörern wohltuende Begeisterung. Herr Dr. Stern, der den Vorsitz führte, dankte dem Redner und richtete einen warmherzigen Appell an die Erschienenen, dem Verein beizntreteu. Die Anregung war vom schönsten Erfolge begleitet. Es bildete sich eine Ortsgruppe, die schon heute mehr als 200 Mitglieder zählt. In der ihm eigenen geistvollen Weise schilderte Herr Provinzialrabbiner Dr. C a h n die Bedeutung 'der Sabbatheiligung für die Erhaltung des Judentums und bezeichnete die Förderung des Vereins für die unerläßliche Pflicht eines jeden gesetzestrenen Juden. Was Wunder, daß diese Worte auf fruchtbaren Boden fielen? — In Herrn Löb besitzt der.Verein eine schätzenswerte Kraft, einen wirksamen Agitator, dessen uneigennützigem Wirken die gebührende Anerkennung und tatkräftige Unterstützung nicht versagt werden darf. Wie wir zu unserer Freude vernommen haben, sind bereits in mehreren Städten Deutschlands Ortsgruppen gebildet worden, ein sprechender Beweis für die richtige Erfassung der Aufgabe des Vereins, der blühen, wachsen und gedeihen möge. Aus der zionistischen Bewegung. Frankfurt a. M. Bei der Expedition des „Franks. Jsr. Familienblatt" gingen ein: Für den Nationalfoiids: Purimgesellschaft im Hause Wolpe 1,05 JL Eine fidele Purimfeier im Hotel Ullman» 2,— JL Selbstbesteuerung Max Marcus 0,60 JL 6,65 JL Marken von Familie Wolpe, Georg Freudenstein. Für die russischen Stammesbrüder: Frau Babette Treyfuß, Hegenheim 10,— JL Frankfurt a. M. Bei der Zionist. Vereinigung sind für den Nat.-Jonds eingegangen: Sammelbüchsen: 581 Feingold, 2,19 'JL; 606 Leop. Oppenheimer, 2,02 JL; 607 Pineas, 2,07 JL; 631 H. Katz, 2,50 JL; 554 Lewisohn, 1,93 JL; 555 N. N., 2,50 JL; 561 N. N., 2,33 JL; 564 Dr. Meyer, 5,28 JL; 570 Dr. Schwarzfchild, 3,35 JL; 576 Stark, 1,52 JL; 582 Blumenthal, 1,25 JL; 584 N. Ns., 0,90 JL; 586 Gans, 6,05 JL; 594 Markus, 2,— JL; 595 Rest. Langer, 3,63 JL; 596 G. Rapp, 8,59 JL; 604 L. Kahn je., 4,50 JL; 608 Hackenbroch, 5,24 JL; 616 Goldmann, 3,52 JL; 621 Rest. Scheuer, 0,35 JL; 626 Freudenstein, 10,15 JL; 642 Jsr. Fam.-Bl., 2,69 JL; 650 Rest. Salomon 5,61 JL; 619 Stern, 6,16 JL; 629 Versammlungen, 5,56 JL; 617 Oppenheimer, 4,30 JL; zusammen 96,19 JL Ferner gingen ein: Ploni in A. 5 JL; Sch., verlorene Wette, 1JL; R. 0,50 JL; Benschen bei einer Purimmahlzeit 3,60 Mark. Zusammen' 106,29 JL Herr Gans: Marken und Staniol; bei Herrn Stern abgegeben: Marken; Herr Freudenstein: Stantol. Bern. Eine allgemeine Zionisten- Versammlung einberufen vom Mademischen Zionisten-Verein in Bern hat nach einer Reihe von vorausgegangenen Vorträgen und Debatten folgende Resolution mit allen gegen 4 Stimmen angenommen: In Erwägung, daß als Mittel zur Erreichung des Zionistischen Endziels das Basler Programm in erster Linie „die zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas -durch jüdische Ackerbauer, Handwerker und Gewerbetreibende" bezeichnet und daß der VH. Kongreß sich in einer klar und deutlich abgefaßten Resolution im selben Sinne ausgesprochen hat, in Erwägung ferner, daß trotz allen politischen, finanziellen und technischen Schwierigkeiten, sowie der bei solchen Unternehmungen gebotenen Vorsicht dennoch die Möglichkeit besteht, jetzt schon große Ländereien und verschiedene Konzessionen in Palästina zu erwerben, die Entstehung neuer Ansiedelungen zu fördern und die alten durch verschiedene soziale Wohlfahrtseinrichtnngen kulturell und ökonomisch zu heben, sowie durch einrationelles System billiger Kreditgewährung eine Anzahl für die Urbarmachung des Landes höchst wichtiger privater Unternehmungen ins Leben zu rufen, daß in - der trostlosen Lage, in der sich unser Volk befindet, sich die Augen vieler erwartungsvoll auf den Zionismus richten und derselbe als die populärste jüdische Volksbewegung endlich von der Propaganda zur Tat überzugehen und mit der unmittelbaren realen Arbeit in Palästina zu beginnen hat, will er sich nicht der Gefahr aussetzen, das Vertrauen der breiten Massen nicht allein, sondern auch eines Teiles der Parteianhänger einzubüßen, daß bei der gegenwärtigen intensiven Emigration der östlichen Juden ein Teil der Emigranten, darunter auch mehr oder weniger Wohlhabender, sich auf eigene Initiative nach Palästina begibt und bei einem orientierenden und insormierenden Beistand seitens unserer zionistischen bestehenden und noch ins Leben zu rufenden Institutionen sich daselbst niederlassen würde, um Handel und Gewerbe zu treiben, ladet der A. Z.°V. in Bern das zionistische A.-K. ein, unverzüglich eine lebhafte praktische Tätigkeit in Palästina in der oben angedeuteten Richtung zu entfalten, die vom A.-K. bereits gefaßten diesbezüglichen Beschlüsse, wie die Eröffnung von neuen Bankfilialen, Anskunftsbureaux, Arbeitsnachweisen usw., ohne Aufschub zu -realisieren und mit Anspannung aller Kräfte denjenigen jüdischen Emigranten, die auf eigene Initiative nach Palästina gehen und mitunter recht beträchtliche Kapitalien zur Verfiigung haben, mit Rat und Tat beizustehen, um ihnen den dauernden Verbleib im Lande zu ermöglichen. Ter A. Z.-V. in Bern richtet hiermit zugleich die Aufforderung an die gleichgesinnten Zionistenvereine allerorten, sich auf den Boden obiger Resolution zu stellen und ihre diesbezüglichen Beschlüsse öffentlich ftindzugeben. Literatur und Kunst. Monatsheft für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, herausgegeben von Dr. M. Brann. 50. Jahrgang, Heft 1/2, 128 S. (Zlbonnementspreis für den Jahrgang in 12 Heften, 10 JL) Koebner'sche Verlagsbuchhandlung, Breslau. Das vorliegende Heft enthält folgende Arbeiten: Martin Philipvson, Ter Anteil der jüdischen Freiwilligen an dem Befreiungskriege 1813 und 1814: M. Rachmuth, Die Juden in Nordafrika bis zur Invasion der Araber: A. Schmidel, Eine spruchvergleichende Studie: S. Horovitz, Der Sifre sutta nach dem Jalkut und anderen Quellen; L. Grünhut, Ter südarabische Siddur; A. Lewinsky, Zur Geschichte der Juden in Münster: M. Weinberg, Ter Konvertit Friedrich Christian Christhold: Moritz Steinschneider, Mathematik bei den. Juden usw. usw. Briefkasten. X. Y. Die Gesellschaftsreise nach Palästina ist bereits vor einigen Wochen unternommen worden. Darmstadt. Mk. 2 50. Centralverein israel. Gemeindemitglieder. Am Dienstag, den 27. März, Abends 8*U Uhr, findet im Saale des Kaufmännischen Vereins, Langestrasse 26, eine öeffentfiche Versammlung Israel. Sememrfemttglieder statt mit der Tagesordnung: Der Haushaltsplan der israelitischen Gemeinde. Referent: Dr. med. W. Hanauer. Freie’ Diskussion. Der Vorstand. Hlltfahrik Wichmano uuuuuim Moselstrasse 45, fflnterlL L Herren-Filzn. Strohliiite werden gewaschen und faQoniert. Zylinderhüte werden gebügelt und modernisiert. ■-■■= ■■ Juwelen und Goldwaren-Ausverkauf der aus dem Nachlass der Firma S. Worms übernommenen Waren. 8. Worms Nachfolger, B. Vogel, Breitegasse 48. m Nicolaus, Schuhmacher Telefon 5080. Ulmenstrasse I, Ecke Rüsterstrass. empfiehlt sioh in Anfertigung feiner Herren* u. Damenstlefcl. ■ Für Fus8leidende ärztlich empfohlen, Lj MM 1 MM MMM von Alk. 1.25 &n bis moieum Mk.6._perqm Wachstnch für Tische und Schränke zu den billigsten Preisen. 3. H A. Noch, 7övgesga58e 3, an kler Ja&rgasse. O O o o Conditorei van Husen Reuterweg 69 Frankfurt a. M. Tel. 10081. 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