Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 8 (23.2.1906)
- Date
- 1906-02-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sehe 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 8. Früher, vorige Woche und noch früher, da noch Solchen ckmd Leo nicht erschlagen waren, da war es ganz anders.... Ach, Mutter, da kommt Vater und Onkel Franz. . ... . Rein, nein ich zittere ja gar nicht, — trage mich nicht zu Bett — ich möchte so gerne sitzen bleiben... ' Wer sieh her, Mutter — sieh —-sieh — Leah, wie wild, wütend sie ihnen nachsttirzt — in zerfetzten Kleider» und wild aufgelöstem Haare — wiche — wehe, Mutter wo bin ich — sie zieht ein großes Messer hervor. — Ach Mutter, Mutter, sie ersticht Onkel — auch Vater — wehe — Blut strömt — auch Leah blutet, ach — wo bin ich — Hilfe, Mutter — sie nahen.... sie würgen mich — würgen — ach — ach — sie — war — so — g—u—t.... Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Sehr geehrter Herr Redakteur! Sie würden mich zu Dank verpflichten, wenn Sie meinen folgenden Ausführungen Raum in Ihrem gesch. Blatte gewähren würden. Ich hatte Gelegenheit am Mittwoch, den 14. dss. Mts. den Vortrag des Herrn Dr. Sonderling aus Berlin über „Jüdische Kulturprobleme" zu hören. Ter Redner konnte natürlich im Rahmen eines Referats aus dem ungeheuren Gebiet, das wir „Kultur" nennen — wie er selbst bemerkte — nur ein „Segment" behandeln. Immerhin waren die von ihm erwähnten Kulturfaktoren wie Sprache, Literatur, Kunst und Religion gewaltig genug, u,n einigermaßen erschöpfend über sie zu sprechen. Ter Referent hat es jedoch verstanden, durch den Einblick in das Wesen dieser Probleme bei dem aufmerksamen und denkenden Hörer Anregungen zu erzeugen, wie am erfolgreichsten diesen „Problemen" zu steuern wäre. Wäre cs nicht möglich, wenn sich Männer und Frauen der hiesigen Judenheit (iusbes. der hiesigen zionistischen Organisation) in richtiger Erkenntnis und Würdigung aller dieser Probleme zu einer Gesellschaft vereinigen würden, deren Hauptzweck es wäre, zur Ueberbrückung der kulttirellen Kluft zwischen Ost und West das ihrige beizutragen auf dem Gebiete des.für uns alle als schön und tvahr Geltenden in unserer Literatur und Kunst? Welch' eine Fülle von Genugtuung und Befriedigung schaffender Betätigung würde sich besonders der Heranwachsenden Jugend beiderlei Geschlechts bieten? Ich denke an eine Angliederung von künstlerisch geleitete» Gesang- und Chorvereinen, dramatischen und literarischen Gesellschaften, Turn- und Spielabteilungen an einen Hauptverein, der seinerseits die Aufgabe hätte, die Darbietungen seiner Unterabteilungen in einer Art von „Jüdischen Bolksunterhaltungsabenden" zu organisieren und zwar in erster Linie darauf bedacht sein müßte, ausschließlich Werke ans dem Gebiete jüdischen Schaffens zu Gehör zu bringen. In regelmäßigen Zeitabschnitten zu veranstaltende Ausstellungen und Verlosungen von Originalen und guten Reproduktionen von Werken jüdischer Maler und Bildhauer von guten jüdischen Büchern, . Hinweis durch Veröffentlichungen auf geeignete Hochzeits- und Bar-mizwohgeschenke wären vornehme Aufgaben dieser Gesellschaft. . Würde auf diese Weise nicht am unmittelbarsten jüdische' Kunst in die jüdische Familie hiueingetragen werben? Würden nicht aus diese Weise die jüdischen Künstler, die aus ihrem Rassenempfinden schaffen und eben dadurch zu unserem Rassenempfiiiden sprechen, eine tatkräftige Unterstützung erfahren und zu weiterem freierem Schaffen ermutigt werden? Die Kulturarbeit ist die wichtigste Gegenwartsarbett der westeuropäischen Zionisten, denn nur durcki sie werden wir Volljuden erziehen und die traurigste Erscheinung unserer Tage, den „Zwitterjnbcn", mit Erfolg bekänrpsen. ■ Ich bin, sehr geehrter Herr Redakteur, Ihr ergebener Ernst Kreibl. Frankfurt a. M., Taubenbrunnenweg 16. * * Durch die so-ckur°/'a^gebrochenr Versammlung sehe ich mich genötigt, auf diese Weise meine Meinung znm Ausdruck zu bringen. Zum ersten Male seitdem ich der Entwickelung des Zionismus meine Aufmerksamkeit widme, höre ich nun endlich einmal etwas von praktischen Arbeiten. Ter Herr Referent hatte es wenigstens versucht, Wege zu zeigen, auf denen man zum zionistischen Zukunftsstaat gelangen kann. Wenn auch der Wille nicht vollständig zum Durchbruch gekommen ist, so sind doch viele seiner Ausführungen auf fruchtbaren Boden gefallen. Mit dem Herr» Referenten bin ich vollständig einer Meinung, wenn er erklärt, daß die Vorbereitungen zum zionistischen Zukunftsstaat verkehrt eingeleitet wurden. Manhatvorlanter Endziel die Gegenwart vergessen. Daß auch der Herr Referent nicht aus seiner Haut heraus kann, beweist sein Beispiel mit dem jüdischen Maler. An sich stimmt es in allen seinen Einzelheiten. Aber wirb man denn im zionistischen Zu - kunftsstaat nur von der Luft und der Kunst leben? Sind denn unsere jüdischen Handwerker nicht glcicharttge Kulturträger, in gewissem Sinne noch höher stehendere als wie Maler u. dergl.? Tie Kunst in Ehren! Aber was nützt es uns, wenn wir Künstler haben, und es mangelt uns an praktischen Arbeitern? Dieseheranzuziehen und ausznbilden f ü r i h r e d e r e i n st i g e B e st i m m n n g, das sollten sich die Zionisten zur Aufgabe stelle». Hier bietet sich ihnen ein segensreiches und fruchtbares Feld. Allerdings versucht man ja schon lange auf diesem Gebiete zu arbeiten. Die Erfolge sind bisher äußerst minimal. Ohne den einzelnen Mitwirkenden zu nahe zu treten, muß ich konstatieren, daß man es noch nicht verstanden hat, praktisch in dieser Beziehung vorzugehen. Es ist nicht damit der Sache Genüge getan, wenn nian im Jahresberichte schreibt, so und soviel 1000 Jk sind für die Förderung des Handwerks verausgabt worden. Vor allen Dingen muß darauf gesehen werden, für wen und s ü r was das Geld verwertet wird. Mit ein paar 100 Jk kann oft mehr geleistet werden, als >vie für einige 1000 Jk Es muß mir praktisch angelegt werden. Sollten die betreffenden Korporationen, die sich die Förderung des Handwerks unter den Israeliten angelegen sein lassen, sich allein nicht befähigt halten, das Nichtige zu treffen, so ziehe man doch einmal jüdische Arbeiter zu Rate,' die auf diesem Gebiete Bescheid wissen. Glücklicherweise gibt es ja deren eine ganze Anzahl hier in Frankfurt. Wenn das der Erfolg meines Eingesandts wäre, so wäre ich voll und ganz befriedigt, und ich wäre dem Herrn Referenten von Herzen dankbar, daß er mir durch seinen ausgezeichneten Vortrag die Möglichkeit gegeben hat, diesen Punkt zur Sprache zu bringen. Wenn die zionisttsche Bewegung auf diesen Bahnen fortgleitet, kann sie des Erfolges sicher sein. G. S t c i g e r w a l d. Schuhmacherei D U P P. BSrneplatz 23. Reparatur. Billigste Preise. Zum Prinzen n. ‘' Wein estaura«! I Range . Goethestrasse 10, Frank« futa.lt Ludiftig Stotz. «A ff Zeitungen and Rnteu, heiteren sojtAfvrle ernsten Inhalts, speziell Gedichte flVvIlMVtld und Couplets» verfasst Literat, Israelit. »-> ■ — — unter st engster Diskretion. Gefl. Aner- — ~~ ~ bieten unter l- 100 a. d. Exp. d. B altes. Rosi Adeüdorfrr, Fürth, mit Sigm. Rosenberg, Hann.-Münden.. Johanna Schünfelb, Fulda, mit Gustav Nußbaum, Ludwigshafen. 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Eine Tochter, Herrn Meier Oppenheimer (Bravmann), Frankfurt, Röderbergweg 35. Ottrnbaeher Druckluft»Anlage Telefon 123. Offenbach a. IS. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Tepplchrelnlffung. Verein JMefiore, Seilerstrasse 22 prl. Vereins »Idealitäten geöffnet täglich von 12—3 und 6—11 Uhr. Samstag und Sonntag den ganzen Tag. Israelitischer Mädchenklub Fahrgaase 146. Verlobte. Eilt) Emden, Frankfurt, llhlaudstr. 52, mit Wolf Cohen, Altona. Johanna Frank, Seligenstadt, mit Dr. med. Siegftied Wahle, Kissingen. Wele, Treysas, Mannheim, mit Leonhard Bloch, Straßburg. U , Clara Baltin, Northeim, mit Eugen Epstein, Breslau. Jeden 'Abend von Vh—10 Uhr geöffnet. "MW Wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme an^ unser Blatt bei unseren Jnsereuien zn dedeu^? Frankfurter Israel. Familieublatt. S Ostend-Drogerie SU Louis Heinson - u — - vorm. JU.fr. Eberhardt ■=—= Hanauerlandstrasse 45. Telephon 4530. Billigster Bezug ln anerkannt nur besten Qualitäten von Drosen, Parffimerien. 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