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Neue jüdische Presse · 1906-02-09 · Heft 6 (9.2.1906) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 6 (9.2.1906)
Date
1906-02-09
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 6 Bureaukratismus durch Gewährung von Anleihen unterstützten und somit ihr die Veranstaltung von Judenschlächtereien indirekt erleichterten. . Es scheint nun der folgenden Berechnung gemäß, daß diese jüdische Finanziers, die gegen die Interessen ihres Volkes aus persönlichem Interesse heraus handelten, vergebens gesündigt haben: sie haben den Fluch des Volkes aus sich geladen, und die materiellen Vorteile bleiben wohl aus. Es heißt dort: „Unsere Finanzen befinden sich auf einem toten Strange. Der Krieg hat ungeheuere Summen verschlungen. Stcuercrhöhung, die wieder den armen Bauer treffen würde, kann nicht mehr viel cinbringcn, er. ist ja ausgepreßt wie eine Zitrone und bei ihm ist nichts zu holen. Es wurde ein Versuch gemacht, den Handel und die Industrie höher zü besteuern, als dies jetzt der Fall ist. Dieser Versuch stieß jedoch auf Widerstand der betreffenden Bevölkcrungsklassen, die man — wie sich jetzt herausstellt mit Unrecht — für eine Stütze der Regierung und der jetzigen Staatsordnung gehalten hat. Die Industrie hat alles ausgenutzt, was sie von der Bureaukratie erhalten konnte, jetzt aber merkt sic, daß die Stunde der bureaukratischen Staatsordnung geschlagen hat, und verläßt ihren früheren Gönner und Bundesgenossen. Es blieb nichts übrig, als wieder zu auswärtigen Anleihen zu greifen. Es wurde eine Anleihe im Betrage von 300 Millionen Rubel nominelhin Frankreich abgeschlossen, bei faktischer Verzinsung von ca. 7°«, die naturgemäß den Kurs unserer friihcren 4,4«'<>- Auleihen ungünstig beeinflussen mußte; er fiel von 93—94 auf 85—88. Tann folgte die 500 Millionen Mark-Anleihe auf dem Berliner Markte, deren Verzinsung sich faktisch schon aus etwas über 7«/o stellt. Stellen wir diesen Anleihen die 4°,« Staatsrente gegenüber, so wird es klar, wie sehr unser Kredit sich verschlechtert hat. Bis zur Emission der ersten Kriegsanleihe ging die 4<>/o Staatsrcntc niemals unter 92 herab, die französische Anleihe ergibt im Vergleich damit einen Kurs von 82 und die Berliner gar von 78.*) Ist das nicht deutlich? Außerdem aber teilt Professor Migulin mit, daß die Anleihen an die Bedingung gebunden waren, daß der Erlös im Emissionslande selbst, d. h. zur Bezahlung der russischen Staatsaufträge bleiben soll und bei diesen Aufträgen hat Zkußland toieder 12—18°/o über die normalen Preise zahlen müssen. „Und diese Bedingungen mußten angenommen werden, ebenso wie sie von Japan mid den Balkanstaaten angenommen worden waren," schreibt der patriotisch gesinnte Herr Migulin. Bis jetzt ist aus der Pariser Anleihe, die schon 'im Äpril 1904 emittiert toorden ist, keine einzige Kopek nach Rußland gekommen, und auch aus der Berliner Anleihe wird sicher keine kommen: alles wird im Ausland bleiben zur Bezahlung unserer Aufträge und zur-Sicherung der Zinsenzahlung auf ältere russische Anleihen. Die Zinsen müssen aber natürlich doch bezahlt werden. Dazu wird eine Verstärkung der Einnahme» des Fiskus, d. h. Steuercrhöhung erforderlich sein. Die Regierung hat schon die Vorbereitungen dazu getroffen. Sie wird sich aber auf diesem gefährlichen Wege — populär gesprochen — das Genick brechen. Die Ereignisse der letzten Zeit haben cs ja gezeigt, wohin er führt. Tie Regierung Ivird nicht umhin können, Mi das Volk' zu appellieren. Den» nur die Abschaffung des,bureaukratischen Regimes, die Einführung der Volksvertretung kann die russische Staatswirtschast sanieren und Rußland stark und reich machen." (S. 38—40). Briefkasten. - L. M, Am 2. April d. Js. ist der 100. Gcburts- «tag Gabriel Rießcr's, des Vorkämpfers für die Emanzipation der Juden in Deutschland. *) Vergl. P. Migulin: Der. Krieg und unsere Finanzen. Charkow. 1905. S. 110—118. Vakanzen. Randnitz a. Elbe (Böhmen). Rabbiner per 15. Lept. Kronen 2800 Gehalt und freie Wohnung. Lemberg (Galizien). Gemcinderabbiner konservativer Richtung. Vereins-Kalender. Verein Mekor-Chajim. Sonntag, de» 11. Febr., abends 0 Uhr, Schützenstraßc 2, Vorlesung des Herrn Professor A. Wehl aus „Josua". Verein Tifercs Bachurim. Sonntag, den .11. Februar, abends 8s/i Uhr, Hermesweg 25/27, Vortrag des Herrn Perlmutter „Der Fall von Scphoris und die Inden unter der Römerherrschaft". Verein Montefiore. Mittwoch, den 14. Februar, abends 9 Uhr, Seilerstraße 22, Part., Vortrag des Herrn Dr. phil. Mannheimer „Das Telephon". — Donnerstag, den 15. Februar, abends 9 Uhr, Seilerstraße 22, Part., Schluß des Vortragszyklus des Herrn Lehrer Gans über „Handelsrecht". Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Montag, den 12. Februar, im Saale der Frankfurt-Loge. Herr Rabbiner Dr. Unna, Mannheim, „Jüdische Hochzeiten im Altertum und Mittelalter". (Vortrag mit anschließender Diskussion.) Zionistische Vereinigung Frankfurt a. M. Mittwoch, den 14. Februar, abends 8% Uhr, im oberen Saale der Alemannia, Schillerplatz, Vortrag des Herrn Dr. Sonderling, Berlin: „Jüdische Knltnrproblemc". Gäste willkommen. Schuhmacherei D UPP, Börneplatx 23. Reparatur. Billigste Preise. Zum Prinzen u.'' Wein estaurant I. Range«, Goethestrasse 10, Frankfurt a. M. Ludwig Stotz. Familiermachrichte«. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos). Geburten. Ei» Sohir,' Herrn Edmund Ettinghausen (Stern), Frankfurt, Palmstr. 11. Eine Tochter, Herrn Hch. Roscnthal (Einstein), München. Ein Sohn, Herrn Sal. Goldenberg (Leimsieder), Frankfurt, Wallgraben 12. Eine Tochter, Herrn Cramcr (Marx), Frankfurt, Schuinannstraßc 57a. Eine Tochter, Herrn Dr. jnr. Adolf Edcrheinicr (Schloß), Frankfurt, Wolssgangstr. 105. Eine Tochter, Herrn Wolf (Schott), Frankfurt, Langestr. 13. Ein Sohn, Herrn Jacob Mayer (Gutmann), Frankfurt, Lirbigstraßc 27c. Verlobte. Ella Schmalzman», Frankfurt, mit Eugen Wiener, Pforzheim. Cläre Goldinann, Eschwcge, mit JulinS Feidelbcrg, Elberfeld. Grete Juda, Trier, mit Ernest Meyer, Brüssel. Klara Meyer, Usch, mit Paul Looser, Posen. Julie Elias, gcb. Schwarz, Dortmund, mit Justizrat Julius Heilbronn, Köln. Jenny Goldschmidt, Frankfurt, Waldschmidtstr. 02, mit Isidor Hcumann, München. Birdie Hecht, Frankfurt, Knrfürstenstraße 8, mit Max May, Frankfurt. Friederike Rosenberger, Nördlingen, mit Karl Lebi, Stuttgart. Verehelichte. Moritz Lus, Fürth, mit Gette, geb. Heß. - Sterbefälle. Wilhelm Rothschild, 70 I., Frankfurt, Körneriviese 8. Jeanette Michels, geb. Fuld, 08 I., Frankfurt, Thcobaldstraße 24. Emma Strauß, geb. Kaufmann, 44 I., Frankfurt. Emanuel Strauß, Mannheini (t). 1. 06.). Anna Wcinbergcr, geb. Lpwenstein, 46 I., München. Rosette Lisinann, geb. Lorsch, 85 I., Frankfurt. Anna Oppenheimer, geb. Hartog, 21 I., Straßburg. Max Warschauer, 62 I., Posen. Grosse Detektiv - Zentrale | Tel. 4359. und Privat-Auskunftei Tel. 4359. ■ Salzhaus b, I« (Ecke Rossmarkt) M eil. gewissenhaft und schnell Verträuensangelegedm heilen jeder Art. — Prospekte gratis. ™ Meine Hub ist bin, mein Xerr ist schwer, ♦ ♦ ♦ ♦ und ich fürchte, ich werde ernstlich krank! Der böse Katarrh will gar nicht weichen und ich weiß nicht, was noch werden soll. — Ich kann dir nur raten, was mir selbst neulich geraten wurde: Nimm Fay's ächte Sodener Mineral- Pastillen! Ich bin sonst nicht dafür, jedem ein Mittelchen anzuvreisen, oder die Sodener haben mir selbst so gut getan, daß es Menschenpflicht ist, sie weiter zu empfehlen. Versuchs jedenfalls damit und du wirst sehen, sie tun dir gut. Für 85 Pfg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhandlungen erhältlich. Wochen-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Luach.) Sanistag, den 10. Februar (= 15. Schwat). 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Sonderling, Berlin: Jüdische Kulturprobleme. Gäste willkommen. Gäste willkommen. NB. Besondere Einladungskarten an unsere Mitglieder werden nicht versandt. Um zahlreichen Besuch bittet DER VORSTAND. aeNeeHeMneMBeeHMm.eiNM«Maeuanui> s JI. Rothschild, hebräische Buchhandlung g Telephon «529 Frankfurt am Main Börnestrasse 33. g empfiehlt zu billigsten Preisen Chnmosclüm, Machsorim, Teillos, seidene? und wollene Talesim, Rückle, Sargenes, Schaufros, Sifre Tora, * S - Tefilin, Mesnsos etc. etc — — s Kunststickerei für Porauches, Thoramäntel etc. * iin»on-B*riiceis A Kohlen, Cokes, Brennholz liefern in prima Qualität zu billigsten Tagespreisen Ludwig Wollpert Nachfolger Gebr. Klinger. Kl. Kochstrasse 30. MT Telephon 748. Zeugnisabschriften, schriftliche Arbeiten aller Art. Schreibmaschinen. Alle Zubehöre. — Reparaturen. — Unterricht im Maschinen-Schreiben. Eugen Hoffman«, Frankfurt a. M., Petersthor 2, Telefon 3214. 0419

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