Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 4 (26.1.1906)
- Date
- 1906-01-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 4. „Chane," — sagt er leise — „warum eilst Du Dich so? Wollen wir »och hier ein Stündchen bleiben!" Chane ist aber totmiide. Ihre Stimme ist heiser, der Kops dreht sich ihr in die Runde. Sic antwortet ohnmächtig: „Es ist schon Zeit, nach .Hause zu gehen. Ich halte mich kaum auf de» Beinen!" Und» er begleitet sie nach Hause mit sicherem Schritte, fruchtlos und mutig — wie ein wahrer Held . . . . ' Kunst und Literatur. T u n „ e l b o h r n n g i »i a l t c n P a l ä st i u a. Es scheint sicher zu sein, daß vor 2500 Jahren bereits^hebräische Ingenieure säst genau in moderner Weise Tunnelbauten ausführten und dabei Methoden anlvandten, wiesie heule wiederum in Benutzung sind, lieber dieses interessante Thema hat der Baseler Professor Dr. Berthollet vor kurzem interessante Mitteilungen gemacht. Die jüdische llcberlicfcrnng erzählt, daß der König Hesekia, der um das Jahr 727 vor der üblichen Zeitrechnung in Jerusalem regierte, sich bemühte, das schlechte Wasser der Stadt zu verbessern. Er legte deshalb ein großes Sammclbassin vor den Toren der Stadt an und speiste dasselbe mit Wasser, das er von verschiedenen Quelle», die in mehr oder weniger großer Entfernung von der Stadt lagen, herleitete. Sein Projekt schien zuerst nicht durchführbar, da zwischen Jerusalem und den Quellen eine Hügelkette lag, über die es nnnröglich schien, das Wasser hinüber zu bringen. Es wurde deshalb beschlossen, einen Weg für das Wasser durch deu Felsen herzustellen. Hierüber findet sich in Sirach eine Stäle, die lautet: „Hesekia festigte die Stadt, indem er Wasser herbeischafste, und er bohrte durch deu festen Fels mit Hilfe von Erz und er sammclte das Wasser in einem Behälter." Ji, der Tat entdeckte inan vor etwa 15 Jahren eine offene Leitung in der Nähe von Jerusalem, doch scheint dieselbe von einem Vorgänger Hcsekias hcrzurühren. Dies scheint ziemlich klar bewiesen durch eine -althebräische Inschrift, die bei Jerusalem gefunden wurde tlnd im Museum zu Konstantinopel aufbewahrt wird. Es heißt da: „Die Durchbohrung ist beendet. Ms die Hacke des einen noch nicht die Hacke des anderen getroffen und als noch ein Raum von 3 Ellen da war, war es möglich, die Stimme eines Mannes zu hören, der durch den trennenden Felsen hindurch zu einem anderen sprach, und am letzten Tage der Durchbohrung trafen die Bergleute Hacke ans Hacke. Die Höhe des Felsens über den Häuptern der Arbeiter war 100 Ellen. Tann floß das Wasser in den Behälter über eine Strecke von 1200 Ellen." i Neue Forschungen haben ermöglicht, diesen Vorgänger des Siniplon-Tunnels genauer zu untersuchen. Man glaubt darin den Siloah-Tunnel gefunden zn haben, durch den von einer Quelle östlich von Jerusalem aus Wasser nach der Stadt geführt wurde, und zwar in den Teich Siloah, der in der Bibel erwähnt ist. Dieser Tunnel besitzt eine Länge von 330 Meter. Er ist nicht in gerader Linie geführt, was auf die Schwierigkeiten, die dies den Alten verursacht haben mag, zurückgeführt werden darf. Daß das Werk von beiden Seiten des Tunnels zugleich in Angriff genommen wurde, wird nicht nur durch die oben zitierte Inschrift, sondern auch dadurch bewiesen, daß sich zahlreiche Spuren von Bohrern und sonstigen Werkzeugen vorsinden, die auf den beiden entgegengesetzten Seiten sämtlich entgegengesetzt verlaufen. Tie Richtung des Tunnels wurde während des Baues verschiedene Male geändert, was aus verschiedenen kurzen Tnnnclstückcn ersichtlich ist, die augenscheinlich verlassen wurden, sobald man erkannte, daß' man damit aus der gewollten Linie herausgekommen war. Der Bode» des Tunnels ist mit großer Sorgfalt geglättet; die Abmessungen des Kanals betrugen 0,6 bis 0,8 Meter Breite und 0,8 bis 2,7 Meter Höhe, wechselnd je nach der Härte des Gesteins. Wenn man dieses uratzc Bauwerk betrachtet, so drängt sich ohne tvcjteres die Frage auf» wie wohl die alten Erbauer des Kanals dessen Richtung bestimmt haben und wie sic Ivohl zur Erkenntnis der gemachten Jrrtümer und deren Verbesserung gekommen sein mögen. Außerdem ist cs so gut wie unbekannt, welche Werkzeuge und tvelche Arbeitsverfahren sie bei ihrem für damalige Zeiten ganz ungeheuerlichen Werke benutzt haben. Eine Antwort hierauf kann, heute nicht gegeben werden. „Techu. Rundschau". Vakanzen. Solbad Scgeberg (Holstein). Religionslehrer, Vorbetcr und Schächter. Oiehalt AL. 1000 und freie Wohnung. R o gasen (Posen). Vorbeter und Schächter, Gchalt JL 1800 und freie Wohnung. F r e i e n w n l d e in Pom m. Vorbetcr und Schächter. Oiehalt AL. 1000 und freie Wohnung. Ans der Geschäftswelt. Wieder ein großer Wasserleitungsschade n. Kürzlich entstand in dem neuerbautcn Hause der Gebr. Hübner, Wittelsbacher-Allec 117, nachts durch Platzen eines Wasserrohres im 2. Stock ein großer Wasserschaden. Ta die Wohnung und auch die beiden darunter liegenden Räume noch unbewohnt waren, wurde bas Ausströmen des Wassers erst bemerkt, als schon drei Stockwerke unter Wasser gesetzt waren. Ter Schaden dürfte ca. Jt. 800 betragen. NB. Tie Herren Gebr. Hübner sind seit kurzem gegen Wasserleitungsschadcu versichert und erhalten infolgedessen Ersatz für diesen Schaden. Tiefes Vorkommnis ist der beste Beweis für die Notwendigkeit der Wasserleituiigsschäben-Versicherung, namentlich für Hausbesitzer. Es zeigt ferner deutlich, daß Rohrbrüche auch bei warmer Witterung passieren, deshalb sollte der vorsichtige Hausbesitzer nicht nur im Winter versichern. . 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Thema: „Die Stellung der Juden zum Schulgesetz". Referent: Herr Lehrer Baruch Stern. Indische Bibliothek und Lesehalle. Dienstag, den 30. Januar, abends 83/i Uhr, im Kurfaal Milani, Seilerstr. 31: General-Versammlung. Schuhmacherei D U P P. Börneplatz 23. Bcparatnr. Billigste Preise. Zum Mitten Familiennachrichten. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos). Geburten. Eine Tochter, Herrn Dr. A. Frcimaiiii (Horovitz), Frankfurt, Langestr. 15. Eine Tochter, Herrn Heinrich Marx (Jsay), Frankfurt, Feldbcrgstr. 24. Eine Tochter, Herrn Martin Prager, Ottcnsoos. Eine Tochter, Herrn Heinrich Rothschild (Dornberger), Frankfurt, Am Thiergarten 22. Ein Sohn, Herrn Rothschild (Schott), Frankfurt, Fichardstr. 44a. Eine Tochter, Herr» Eduard Kaufmann (Reis), Kassel. Eine Tochter, Herrn David Kassel (Bär), Frankfurt, Schifferstr. 36. Eine Tochter, Herrn Louis Blum (Forchheimer), Rördlingen. Verlobte. Selma Steinacher, Nürnberg, mit Josef Triest, Bamberg. Johanna Löb, Klein-Auheim, mit Bernhard Seelig, Frankfnrt. Emilia Löwh, Tochter des Oberrabbiners Löwh, SLrbogärd, mit Dr. .Herman» Abrahamsohn, Nagh- Tapolcsany. Henriette Strauß, Frankfurt, Elkenbachstr. 8, mit Adolf Strauß.! Verehelichte. A. Jacob Bukanz, Jerusalem, mit Sarah geb. Lniicz, Jerusalem. Sterbefälle. Julie Marx, 61 I., Köln. Julius Elk, 55 I., Frankfurt, Maulbeerstr. 6. .Henriette Goldschmidt geb. Cahn, 75 I., Franksurt, Uhlandstr. 52. Eduard Grödel, Frankfnrt. Minna Wetzlar, 65 I., Frankfurt, Röderbergweg 62. keil» ll» mich wirklich lieb hast, Schatz, dann tu endlich mal was gegen den unleidlichen Bronchialkatarrh! Solche Sachen soll man nicht alt werden lassen und man braucht sich doch auch wirklich nicht in Gefahr zn bringen, seit Fay’s Uchte Sodener Mineral-Pastillen existieren. 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