Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 4 (1906)
- Issue
- Heft 2 (12.1.1906)
- Date
- 1906-01-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2. Seüe 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. schrift für Demographie und Statistik der Juden; 2. Der Zeitschrift für hebräische Bibliographie: 3. Herrn Dr. Arje (Dobrisch) für sein Werk: „Tie Bauweise des bürgerlichen Wohnhauses in Palästina"; 4. Herrn Geometer Gold hör in Nosch-Pina bei Sascd für seine „Geographie Palästinas" (hebräisch); ö. Herrn I. Last (München) für seine Herausgabe der Lchriftcn Caspis; 6. Herrn Bibliothekar Dr. Stern (Berlin) für die Herausgabe seines Werkes: „Die Inden unter Mbrccht II". — Von dem „Grundrist der KYesamtwisscnschaft des JNdcntumS" ist noch nichts erschienen. Die „Apologetik des Judentums" von Güdemaiin liegt zwar bereits seit Mai druckfertig vor, indes haben äutzere Verhältnisse die Drucklegung bisher verhindert. Die „Wirtschaftsgeschichte der' Juden" von Caro liegt für die Zeit bis zu den Kreuzzügcn gleichfalls druckfertig vor. Zur Vorbereitung der von ihm für den Grundriß übernommenen Talmudischeu Archäologie hat Herr Prof. Dr. Kraust (Budapest) mit Beihilfe seitens der Gesellschaft eine Reise nach Palästina, zu Studie» für die gleichfalls dem Grundriß angchörigc „Liturgik" Herr Dr. Elbogen eine solche nach England geuiacht. Herr Dr. Mittwoch, der das 'Lexikon des Sprachschatzes der tannaitischcn Literatur bearbeitet, gedenkt in etwa zioei Jahren die Vorarbeiten zum Abschluß zu bringen. Herr Dr. Berdyezewsky, der eine systematische Sammlung der ethischen Sprüche in der agadischen Literatur veranstaltet, hat zlvci Teile seiner Arbeit vollendet. Bon den Monographicil zur „Maimonidesbiographie" liegen viele größere Abhandlungen vor. Verschiedene Mitarbeiter, die weitere Abschnitte übernommen haben, haben deren Fertigstellung für die nächste Zeit angckündigt. Für die „Germania Judaira" war im Dezember 1904 nach den Angaben des Herrn Pros. Steinschneider ein Arbeitsplan ausgestellt ivordcn. Verschiedene Herren, die bereits vorher Material zur Geschichte der Jude» in de» einzelnen deutsche» Landestcilcn gesammelt hatten, haben die Arbeit der Kommission unterstützt. Diese hielt am 22. Jüni 1905 zu Breslau eine Plenarsitzung ab, >vo der Arbeitsplan endgültig geregelt wurde. Die Vorarbeiten für die erste Abteilung des Werkes sind nunmehr dem Abschluß nahe. Ei» alphabetisches Verzeichnis der in diesem Band zu behandelnden Ortschaften und Personen hatDr. Braun fertig gestellt. S ch e n k » n g einer jüdischen B i b l i o t h e k. Eine große jüdische Bibliothek erhielt die ungarische Akademie der Wissenschaften zum Geschenk. Es handelt sich um die an seltenen Werken und wertvollen alten Handschriften reiche Bibliothek des vor Jahren in Karlsbad plötzlich verstorbenen Bndapester Seminar-Professors Dr. Tavid Kaufmann. Nachdem auch dessen Witlve, eine geborene Gompertz, starb, ging die Bibliothek auf die Verwandtschaft über und diese schenkte sie der Akademie. D r. Karl O P p c l s Buch, T a s Buch der Eltern. Fünfte Auflage, hcransgegebcn von Dr. Julius Ziehen. Frankfurt a. M. Verlag von Moritz Dicstertveg. Preis gcb. .M. 4. Karl Oppel ist als ehemaliger Lehrer an der Musterschulc in Frankfurt, als äußerst fruchtbarer Jugendschriftsteller aber lvcit über die Grenzen unserer Vaterstadt hinaus wohlbekannt. Sein bedeutendstes Werk erscheint soeben in 5. Auflage. Dr. Julius Ziehen, der zukünftige oberste Leiter des hiesigen städtischen Schulwesens, hat die Herausgabe des populärgeschriebcncn Ratgebers besorgt und ein besonders für den Lehrer sehr wertvolles Literaturverzeichnis beigefügt. Schon das hohe Ansehen, bas der Herausgeber in Fachkreisen genießt, dürfte den Wert des Oppel'schen Buches beweisen, das noch viel zu wenig bekannt ist. Man verlangt heutzutage mit Recht von jedermann eine gründliche Ausbildung und Vorbereitung auf den Beruf.' Aäi das wichtigste aller Geschäfte aber, an die Erziehung und Heranbildung der eigenen Kinder, tritt man niir allznhäufig ohne Vorbildung heran, wenn man nicht gar sein teuerstes Gut dritten Personen überläßt, deren Wissen, Können und Wollen nur wenig oder gar nicht der hohen Aufgabe gcivachsen ist. Das Verantwortlichkeitsgefühl der Eltern zn schärfen, ihnen ein sicherer Wegweiser auf dem schwierigen Gebiete der Erziehung zn sein, vom frühesten Alter des Kindes bis zur Erreichung der Selbständigkeit, hat sich OppelS Buch zum Ziele gesetzt.. Vor allein will er, die Eltern davor bewahren, ans Unkenntnis oder Mangel aus Erfahrung an ihren Kindern pädagogische Experimente zn machen, deren Folgen in erster Reihe daS Kind selbst zu tragen hat. Eine reiche Erfahrung als Vater und Lehrer, ein sicherer pädagogischer Blick spricht aus jeder Zeile des Buches. Was es aber ganz besonders anszcichnet, ist die frische, lebendige DarstellnngSwcise dcS Autors, die dem Buche auch jetzt noch einen ersten Platz sichert, trotz der seit seinem Erscheinen ersrcnlich gewachsenen Literatur über häusliche Erziehung. Nirgends Ivirv in geistreichen Sätzen eine bloße Theorie gegeben, wie es beispielsweise in dem gegenwärtig viclgelesencn Buche einer nordischen Schriftstellerin der Falt ist; überall wird durch praktische, sicher erprobte Winke an sich selbst erlebten oder gut erdachten Beispielen ans dem täglichen Leben der richtige Weg selbst in schwierigen Fällen gezeigt. Freilich, wer angenehm niiterhalten sein will, wird nicht auf seine Rechnung kommen. Wer aber immer wieder zum Nachdenken über Erziehiingssragen angeregt sein will — und welche sorgsamen Eltern wollten das nicht — wer sein eigentliches Urteil an den Erfahrungen eines idcalgcrichteten Erziehers und Denkers berichtigen will, wird gerne und immer lvicder zn dem Buche greifen. Es würde zn weit führen, Einzelheiten yeranszugrcifcn, um zu zeigen, wie Oppel ein durchaus origineller, selbständiger Denker ist:' das beweist z. B. sein Urteil über den erzieherischen Wert der Märchen, denen er, in Ucbcreinstimmung mit S. R. Hirsch und im Gegensätze zn der allgemeinen Ansicht, ablehnend gegenübersteht. Daß Oppel die religiöse Seite der Klndercrzichnng gänzlich vernachlässigt, dürste gerade im jüdischen Hanse dem Buche nicht schaden: brauchbaren Rat könnte er nicht bieten; ein solcher ist auch überflüssig, wenn wir immer das im Auge halten, was Thoravorschrift und altjüdische Titte uns überliefert haben. Darum sei daS Buch Eltern und ganz besonders solchen, die cS werden wollen, aufs wärmste empfohlen. S. Vakanzen. Berlin. Friedhofs-Inspektor per 1. April. Mark 3(400 und freie Wohnung. F r a n k s n r t a. Ode r. Unverheirateter Schächter. JL 900. Göttingen. Rabbiner per 1. März. Leopold S. Emden, Frankfurt. Leopold Wiesenthal, 68 I., Homburg v. d. Höhe. Robert Stern, Fürth. Jeanette Ncnhäuscr gcb. Rothschild, 70 Jahre, Oberstein. Meine M ist km. mein Xerz ist schwer, ♦ ♦ ♦ ♦ und ich fürchte, ich werde ernstlich krank! Der böse Katarrh will gar nicht weichen und ich weiß nicht, was noch werden soll. — Ich kann dir nur raten, was mir selbst neulich geraten wurde: Nimm Fay's ächte Sodener Mineral- Pastillen! Ich bin sonst nicht dafür, jedem ein Mittclchen anzupreiscn, aber die Sodener haben mir selbst so gut getan, daß cs Menschenpflicht ist, sie weiter zu empfehlen. Bersuch's jedenfalls damit und du wirst sehen, sie tun dir gut. Für 85 Pfg. die Schachtel in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasscrhandlungen erhältlich. Barmizwohs. (Ohne redaktionelle Verantwortlichkeit. Wir bitten um gefl: Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos.) Aron, Sohn des Herrn Benjanrin van Maarßcn, Battonstraße 70,1, in der Synagoge Börneplatz. 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