Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1906-01-05 · Heft 1 (5.1.1906) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
4 (1906)
Issue
Heft 1 (5.1.1906)
Date
1906-01-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2692297-2692460-2692461--02137-2696715
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 6. Nr. 1. i; Frankfurter Israelitisches Familienblatt. b- Tarauf trat Stille ringsum eilt. Nur eines der 2 kleinen Schwesterchen, die mit der Mutter in einem Bette schliefen, erwachte plötzlich mit einem Tenfzer, doch schlief es bald wieder ein. Tas Gespräch erneuerte sich nicht mehr. Zwei, drei Tage später, als wir mit dem Vater von dem Morgengebet aus der Synagoge nach Hause gingen, begegneten wir R. Piuchaß, der, Gebetartikel in einem gestreisten Tuchsäckchen unter dem Arm tragend, in die Synagoge ging. Tas ist ein Mann im etwa vierzigsten Lebensjahre, von vornehmem .Aeußeren, mit grossen Kenntnissen in dem jüdischen Schrifttum, dem er stets seine Mußczcik gewidmet hat. „Guten Morgen, Rcb Beinisch," — begrünte er den Vater uiit seiner weichen, bestechenden Stimme. „Guten Morgen, gutes Jahr" — antwortete der Vater, nach seiner Gewohnheit kurz und abgebrochen. „Nu, wie geht's?" „Gott sei Tank." „Haben Sie genug 'Arbeit?" „Gott sei Tank." „Sie sind, R. Beinisch, ein braver Jude — nie murren Sie über Gott. Und Sie handeln da ganz recht, ganz recht." Ter Vater erwiderte nicht und wollte weitergehen. (O, wenn da die Mutter dabei anwesend iväre! . . .) „Warten Sie mal, warten Sie mal — warum eilen Sie so? Es ist ja doch kein Sturm draußen. Wie es scheint, werden wir ein gutes Pessachsest haben: sehen Sie mal zu, wie es doch schon warm geworden." „Ja, wirklich." „Ich hätte eigentlich für Sie irgend eine 'Arbeit, aber es scheint. Sie sind sehr beschäftigt. Vielleicht können Sie es nicht annehmen?" „Ich könnte es wohl aniiehinen," — antwortete der Vater schlicht. „Nu, da will ich noch darüber Nachdenken. Vielleicht übergebe ich es Faiwel, falls Sie nun sehr beschäftigt sind." Er sah den Vater au. giuhig und offenherzig begegnete der Vater seinem Blick. „Nu, wissen Sie, R. Beinisch, komme» Sie mal zu mir morgen abends — wir loollen davon sprechen." Er verabschiedete sich vom Vater und ging nach der Synagoge. Ich hatte so stark das Bedürfnis empfiiudeu, von dem Vater zu erforschen, ob er mir wird Stiefel anfertigen lassen, falls er von R. Pinchas; die Arbeit übernehmen sollte: ich hatte aber nicht den Mut dazu. Merkwürdig! Ich liebte ja den Vater mehr als Alles auf der Welt. Es war mir ja eine wahre Freude, seine lieben Züge, sein blastes, längliches, von einem kleinen und dichten Bärtchen umsäumtes Gesicht, seine guten, nicht grossen, blauen Augen und seine hohe, bleiche Stirn zu betrachten. Ich fühlte instinktiv, das; er mich auch so stark liebte. Jede seiner stummen Liebkosungen erfüllte mein Herz mir Wonne. Und trotz all dem konnte ich mich nie dazu entschließe», von ihm etwas zu verlangen und überhaupt mit ihm lange zu sprechen. So liebten wir uns gegenseitig schweigend, aber nie haben wir es durch etwas geäußert. Manchmal im Winter pflegte ich, sobald ich ans dem .Cheder zurückkam, einige Stunden au Vaters Tisch zu sitzen und seine Arbeit zu betrachten, während alle ringsum bereits geschlafen haben. Und doch ist nie zwischen uns das vorgekommen, was man Gespräch nennen dürfte. Mein Vater war überhaupt ein sehr schweigsamer und es ergriff mich immer in seiner Anwesenheit eine ungeahnte Schüchternheit. Er pflegte sogar sehr selten zu jragen, was ich im Cheder tue, obwohl er sich für den Gang meines Lernens sehr interessierte. Ich verstand vorzüglich das Handwerk des Vaters und bekundete es tatsächlich: — ich band selbst das für mick, gekaufte Pentateuch ein. Doch ließ mich der Vater nie frciiiDc Arbeit verrichte». „Tn hast noch Zeit," pflegte er zu sage», indem er mich mit einem besonderen, wehmütigen Blick betrachtete. Nur i» außerordentlich dringenden Füllen erlaubte er mir, ei» Buch zusainmenzunähen oder beauftragte mich, die zerknitterten und zerrissenen Blätter irgend eines alten Frauen-Gebetbnchs auszugleichen und aneinander zu kleben. (Fortsetzung folgt., Vakanzen. B r o m b e r g. Religiouslehrcr und Ehvrdirigent zum 1. April. Gehalt,M. 3000. Schuhmacherei D (1 P P, Börneplatz 23. Reparatur. Billigste Preise. Familiennachrichten. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos). Geburten. Ein Sohn, Herrn Siegfried Nenbergee (Meyer),^ Frauksnrt, Oberer Atzemer kl. Ein Sohn, Herrn Jacob Adler (Uirschuer), Frankfurt, Höhenstt. 30. Verlobte. Tina Stern, Heilbronn, mit Moritz Rvhrbachcr, Göppingen. Minna Rosenbaum, Paderborn, mit Louis Goldschmidt, Hersfeld. Rosa Birn, München, mit Dr. med. Joseph Oppenheimer, Fürth. Malie Fleischmann, Forchheim, mit Felix Simon, Selb. Martha Hommel, Nürnberg, mit Siegninnd Schußheini, Leipzig. Julie Blum, Rördlingen, mit Herinanu Löivenstein, Zürich. Emma Loeb, Haag, mit Rechtsanwalt Wilhelm Spiegel, »kiel. Sterbefälle. Röschen Stern geb. Schwarz Wive., '>3 Jahre, Frankfurt, Rödelheimerlandstr. 122. Alex Strauß, 01 I., Frankfurt, Bocken heinicrlandstraße 22. Rosalie Kochmann geb. Lipncr, 79 I., Frankfurt, Feldstr. 21. Moritz Kronhcimcr, 39 I., Fürth. Barmizwohs. jOhne redaktionelle Verantwortlichkeit. Wir bitten um gefl. Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos.) Fritz, Sohn des Herrn Eduard David, Körnerwiese 6, Synagoge Unterlindau. Henn du mich wirklich lieb hast, Schatz, 8 8 X £ dann tu endlich mal was gegen den unleidlichen Broncbialkatnrrh! Solche Sachen soll mau nicht alt werden lassen und man braucht sich doch auch wirklich nicht in Gefahr zu bringen, seit Fay’s ächte Sodener Mineral-Pastillen existieren. Die sind so oft und viel erprobt, die tun dem Organismus so gut, sie sind so bequem und angenehm im Gebrauch, dass ein Katarrh heutzutage wiiklich nicht älter als ein paar Stunden zu werden btaucht. Also kaufe dir .Sodener'. In allen Apotheken, Drogen- und Mineralwasserhandlungen zu 85 Pfg. per Schachtel zu haben. Grosse Detektiv - Zentrale | Tel. 4359. und Privat-Auskunftei Tel. 4359.1 Salzhaus 8, I. (Ecke Rossmarkt) H orl. gewissenhaft und schnell Vertrauensangelegen- A heiten jeder Art. — Prospekte gratis. ™ Wochen-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Lunch.) Samstag, den 6. Januar ( 9. Tewes) Wochenabschnitt: Wnjigasch. Sabbat-Ansang In Frankfurt a. M. 4 Uhr 10 Min. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M. 5 Uhr 25 Min., Straßburg 5 Uhr 35 Min., Berlin 5 Uhr. vttenbaeher Druckluft-Anlage Telefon 123. Offenbach a. 00. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Teppichreinigung. Lausanne (Franzos. Schweiz), Institut Bloch. Jsraelit. Knaben:fensiorat Schon seit Jahren bestehend. Direktor: B. Bloch. Conditorei Nossbaum Friedberger Landstr. 45. Telefon 10189. Unter Aufsicht Br. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Horovitz. Specialität: Kaffee- und Thee-Gebäck. Verein Montefiote, Seilerstrasse 22 prt. Vereins- Idealitäten geöffnet täglich von 12—3 und 6—11 Uhr Samstag und Sonntag den ganzen Tag. Israelitischer Mädchenklub Fahrgane 146. Jeden Abend von 7 Vs—10 Uhr geöffnet. Wir bitten unsere Leser, ihren Bedarf unter Bezugnahme aus unser Blatt hei unseren Inserenten zu decken. Frankfurter Israel. Familienblatt. Schlittschuhe in grosser Auswahl empfiehlt Carl Hautf, 8r. ffocfcenlteitnCTstr. 50. —— Zuckerkranke ->. versucht das neue Diabetikerbrot, hergestellt nach Angabe des Nalirungsm -Cbem. Herrn Dr. Uhl zu Offenbach a. M. Hervorragend in Wohlgeschmack, niedriger Gehalt an Kohlenhydraten, hoher Gehalt an Ei weissstoffen und Butter, alle anderen Präparate weit überragend. Versand als Semmel, Weissbrot, Schrotbrot, Zwieback. Ständige Kontrolle der Fabrikate durch den vereidigt. Handelschemiker Herrn Dr. Warm* brnnn in .Frankfurt a. M. und Herrn Dr. Uhl, Offenbach. Preis!., Analys, etc auf Wunsch gratis. Niederlagen überall gesucht; wo solche noch nicht vorhanden, Versand direkt ah Fabrik. Nahrungsmittelfabrik Car) Rondholz, Fürstl. Lipp. Hoflieferant, Egelsbach.b. Ffm. V_ J aeseaeaaeBeosssaasa&seaceeeaaaftasoeeobaeeaaaaea S H* Rothschild, hebräische Buchhandlung 2 2 Telephou <1529 Frankfurt am Mail» Börneslrasse 33. 2 empfiehlt zu billigsten Preisen Chumoscliim, Machsorim, Tefilos, seidene 5 und wollene Talcsim, Itückle, Sargenes, Schaufros, Sifre Tora, 2 S Tefilin, Mesusos etc. etc 2 Kunststickerei für Porauches, Thoramäntel etc. * •«••••■••••«•BesaaDcasosoeascse^essesePsesssoas grod- und Jeinbäckerei Leopold Strauss, N. D. Maas Nachfolger, —_= Rechneistr. 8. - -Telefon 5838 --------- Unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Horovitz. © G §> G Zeugnisabschriften, schriftliche Arbeiten aller Art. Schreibmaschinen. Alle Zubehöre. — Reparaturen. — Unterricht im Maschinen-Schrelben. Enoen Hoffmann. Frankfurt n. M.. Peternthnr 2 Telefon 3214 p || m m p p p k Heiligkreuzgassa 15 M S5 W ■ kJ ■ «2 w ■■ J (nächst neue Zell) 2 Maler, Lackirer und Weissbinder. 2 D Billigste Preise. Reelle Bedienung. D

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.