Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 39 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10. Frankfurter Israelitisches Fmnilienblatt. Nr. 39. Hamburg. Hier feierte Herr Jacob N o r d h e i m am 1. Oktober seinen 80. Geburtstag. Er stammt aus dem bayerischen Äödtchen Memclsdorf, dein er seine treue Anhänglichkeit durch verschiedene gemeinnützige Einrichtungen bewiesen hat. So gründete er dort eine Wasserleitung, eine Feuerwehr, eine Mädchenschule und dergl. segensreiche Institute mehr. Hamburg verdankt dem Jubilar die Förderung des Fröbelvereins, des Schulwissenschaftlichen Bildungsvereins, der Stiftungsschule von 1815, der Sanitätswache und anderer Vereinigungen in deren Kuratorium oder Auftichtsrat er tätig ist. Oldenburg. Im Alter von fast 80 Jahren verstarb eine stadtbekannte Persönlichkeit, ein Stück Mt- Oldenburg in dem langjährigen Synagogenvorsteher L. H. Weinberg. lieber 30 Jahre war er im Vorstande der hiesigen jüdischen Gemeinde und im Landesgemeinderat tätig. Früher saß er auch jahrelang im Stadtrat und im Auffichtsrat der Oldenburger Bank. Kettwig a.'d.'Ruhr. Unsere Gemeinde hat einen herben Verlust in - dem am Dienstag, den 19. v. Mts. erfolgten Hinscheiden des Herrn Hermann Seligmann erlitten. Der Verblichene war ebenso ein Biedermann, wie frommer Jehudi von altem Schrot und Korn. Weit über 30 Jahre, bis zum vorigen Jahre, da seine Kvrperschwäche es nicht mehr zuließ, hat er der hiesigen Gemeinde in Selbstlosigkeit und Hingebung vorgestanden. Pose«. Kaufmann Moritz Jacobowicz- Adelnau wurde dortselbst zum Magi st rat smitgliede und Brauereibesitzer Otto Hegener- Krotoschin in den Stadtrat von Krotoschin gewählt. Posen. In Krotoschin starb im 81. Lebensjahre der Ehrenbürger von Jareczcwo, Stadtältester und Kommerzienrat Marcus Hepncr. — In Tuchel verschied in seinem 79. Lebensjahre der Stadtälteste Ephraim Cohn. NagUkauizsa (Ungarn). Herr Samuel Bettelheim, Chef der Landesproduktenfirma Samuel W. Bettelheim u. Söhne und seit 50 Jahren Mitglied des Repräsentantenkollegiums der jüd. Gemeinde, und seine Gemahlin Karoline geb. Bachrach feierten das Mene Fest der diamantenen Hochzeit. Amsterdam. Nach kurzem Unwohlsein verstarb hier plötzlich Herr Levie Meyer-He s, der sich um das niederländische Judentum mannigfaltige Verdienste erworben hat. Er hatte zur Errichtung des gottesdienstlichen Vereins Bris Awrohom die ersten Schritte getan und hat sich ein bleibendes Andenken gesichert durch seine Bris-Kaudesch-Stiftung, welche unter seiner energischen und sachkundigen Leitung viel zur rechtzeitigen Vornahme der Milohs in Holland beigetragen hat. Er war auch Vorstandsmitglied verschiedener religiöser und philantropischer Gesellschaften. Aus -er zionistischen Bewegung. Berlin. Das Komitee des neubegründeten Verbandes politischer Zionisten Deutschlands hat folgende Beschlüsse gefaßt: „1. Die Organisation soll als eine Fraktion innerhalb der Partei ausgebaut werden. 2. Das leitende Komitee ernennt in den einzelnen Ortsgruppen Vertrauensmänner, mit denen ein regelmäßiger Verkehr stattfindet. Jeder Vertrauensmann hat eine Liste der politischen Zionisten seiner Gruppe anzulegen; die Liste ist vierteljährlich zu ergänzen. Für die Vertrauensmänner soll eine Instruktion ausgearbeitet werden. Die Ausarbeitung übernimmt Rechtsanwalt Gronemann. 3. Die Vertrauensinänncrversammlung wählt das leitende Komitee, das von einem Kongreß bis zum nächsten zu fungieren hat. Es besteht aus fünf ordentlichen Mitgliedern (z. Z. Dr. Kalmus-Hamburg, Dr. Eitron-Berlin, Rechtsanwalt Gronemann-Hannover, Dr. Jeremias, Rechtsanwalt Kollenscher-Posen und Dr. Simonson-Berlin, letzterem als Stellvertreter) und hat unbeschränktes Cooptationsrecht. 4. Die Regelung der Finanzfrage bleibt einer späteren Konferenz Vorbehalten, da für die ersten Arbeiten genügende Mittel zur Verfügung stehen." Ferner wurde beschlossen, auf die Neuwahl eines anders zusammengesetzten Preßausschusses der Jüdischen Rundschau hinzuwirken. — Herr Rechtsanwalt Dr. Gronemann übernahm die Ausarbeitung ejner Broschüre und eines Flugblattes, das die folgenden in Basel angenommenen Leitsätze behandeln soll: „Der siebente Kongreß hat unter dem Zeichen einer einseitigen Parteibildung getagt und uns das bedauerliche Ergebnis gebracht, daß die Richtung derjenigen Politik, die Theodor Herzl bis zum Schlüsse vertreten hat, verlassen ist. Dadurch ist die Notwendigkeit eines engeren Zusammenschlusses aller derjenigen innerhalb der Gesamtorganisation geboten, die den politischen Charakter unserer Bewegung gewahrt wissen wollen. Folgende Grundsätze einigen uns: Palästina ist und bleibt uns das unverrückbare Ziel des Zionismus. Als Mittel zur Erreichung dieses Zieles, dem wir mit allen politischen Mitteln zustrebcn, halten wir eine nationale autonome Siedclung auch auf einem außerhalb Palästinas gelegenen Gebiete für zweckdienlich und deshalb im Rahmen des Baseler Programmes gelegen. Vor der Erlangung rechtlicher Sicherung durch die Institutionen des Zionismus sind wir gegen jede Förderung der Emigration dorthin. Wir befürworten jedoch alle technischen und wissenschaftlichen Vorarbeiten für eine spätere öffentlich-rechtlich gesicherte Kolonisation." Aus der Lehrerwett. Flume (Ungarn). Am 22. Sept. fand die feierliche Einführung des neuen Rabbiners der hiesigen Kultusgemeinde, Dr. Josef Frank, statt. Pretzvurg (Ungarn). Am 23. dss. Mts. starb hier der pensionierte Lehrer au den Schulen der orthodoxen Kultusgemeinde, Adolf Hahn, ein naher Verwandter des Orientalisten Bambery. Der Verstorbene, ein geborener Preßburger, versah sein Amt während 35 Jahren erst in Mausenburg und dann hier; er war ein sehr tüchtiger Fachmann und erfreute sich wegen seines Charockters und seines Wissens allgemein einer großen Beliebtheit. Szikszo (Ungarn). Unser verehrter Oberrabbiner, Rabbi Saul Ehrenfeld, ein Sohn von Rabbi Axrvid Zwi Ehrenfelds. A. in Preßburg, ist nicht mehr! Mit ihm ist eine Leuchte der Thora dahingegangen. Sein jüdisches Wissen war ein immenses. Er gehörte zu jenen Geistesgrößen, die leider immer weniger werden in Israel. Jerusalem (Palästina), 22. Sept. Gegenwärtig tagt hier eine Lehrerkonferenz, an der etwa 30 Mitglieder des palästinensischen Lehrerverbandes teilnehmen. Am 20., gegen 12- Uhr nachts, wurden, wie verlautet, wegen Mchtanmeldung der abzuhaltenden Konferenz die Teilnehmer derselben beim Verlassen des Sitzungssaales von der Polizei angchalten, um den Zweck der Zusammenkunft und um eines jeden der Anwesenden Namen und Staatsangehörigkeit befragt. Tags darauf wurden diejenigen, die türkische Untertanen sind, auf das Serail beschicken, um Protokoll mit ihnen aufzunehmen. Die Fortsetzung der Beratungen, gegen welche kein polizeiliches Verbot vorlag, fand unterdes seitens der Untertanen auswärtiger Staaten statt. Harmitti. Aus der Geschäftswelt. Die alte, angesehene Drogenfirma Alfred Eber Hardt, Hanauer Laudstr. 45, ist in die Hände des Herrn Louis Heinson, eines tüchtigen, erfahrenen Fachmannes, übergegangen, der sie unter dem Namen „Ostend-Drogerie" weiter führt. Der neue Inhaber wird das Unternehmen nach dem Grundsätze „Preiswert und gut" leiten; und darf deshalb darauf rechnen, daß die Kundschaft auch ihm ihr Vertrauen bewahren wird. Die General-Jury der vom 16. bis 25. September 1905 in Berlin stattgefundenen „II. Fach-Ausstellung des Vereins der Cafetiers Deutschlands" zeichnete die Continental Bodega Company mit dem „Großen Preis und der Goldenen Medaille, sowie einem Ehren- Preise" aus. ' . Briefkasten. »I «. . t y■■■. < ■. 4 D. L. Stimmt! Die Stadtgemeinde Bingen hat der Jsr. Religionsgemeinde daselbst, anläßlich der vor kurzem stattgehabten Einweihung ihrer neu erbauten Synagoge ein Festgeschenk von Jt, 6000 bewilligt und zwar mit der Bestimmung, mit dieser Summe die Kosten der — Orgel zu bestreiten. K. L. Besten Dank! Reflektieren aber nicht daraus. Literatur und Kunst. Preisausschreiben für jüdische Maler und Bildhauer. Der Senat der kgl. Akademie der Künste in Berlin erläßt nachstehende Bekanntmachung: „Ter Wettbewerb um den Preis der Ersten Michael Beerschen Stiftung für Maler und Bildhauer jüdischer Religion wird hiermit sür das Jahr 1906 für Maler aller Fächer eröffnet. Die für die Preisbewerbung bestimmten Bilder müssen in Oel ausgeführt sein; die Wahl des darzustellenden Gegenstandes bleibt dem eigenen Ermessen des Konkurrenten überlassen. Außerdem sind einzusenden verschiedene bisher gefertigte Arbeiten und Studien nach der Natur sowie Kompositionsskizzen eigener Erfindung, die zur Beurteilung des bisherigen Studienganges des Bewerbers dienen können. Indessen dürfen sämtliche Arbeiten, auch wenn die Bewerbung auf mehrere Preise ausgedehnt wird, die Zahl 10 nicht überschreiten. Die Ablieferung der für diesen Wettbewerb bestimmten Arbeiten nebst schriftlichem Bewerbungsgcsuche an die Königliche Akademie der Künste, Berlin IV. 35, Potsdamerstraße 120, muß bis zum 5. März 1906, Mittags 12 Uhr, erfolgt sein. Der Bewerbung sind beizusügen: 1. Ein ausführlicher Lebenslauf, aus dem insbesondere der Studiengang des Konkurrenten ersichtlich ist. 2. Eine amtliche Bescheinigung, aus der hervorgeht, daß der Bewerber zur Zeit der Einsendung ein Mter von 22 Jahren erreicht, jedoch das 32. Lebensjahr noch' nicht überschritten hat und sich zur jüdischen Religion bekennt. 3. Eine Beschreibung darüber, daß der Bewerber seine Studien auf einer deutschen Akademie gemacht hat. 4. Eine schriftliche Versicherung an Eidesstatt, daß die eingereichten Arbeiten von dem Bewerber selbst erfunden und ohne fremde Beihilfe ausgeführt sind. 5. Ein Verzeichnis der für die Konkurrenz bestimmten Arbeiten auf besonderem Bogen. Eingesandte Arbeiten, denen die vorstehend unter 1—5 aufgeführten Schriftstücke nicht vollständig beiliege», werden nicht berücksichtigt. Die Einsendung der Gesuche hat getrennt von den Arbeiten zu erfolgen. Die Kosten der Ein- und Rücksendung hat der Bewerber zu tragen. Der Preis besteht in einem Stipendium von 2250 Mark zu einer einjährigen Studienreise nach Italien und ist zahlbar in vierteljährlichen Raten, deren erste im Betrage von 900 Mark beim Antritt der Studienreise,, die ferneren mit je 450 Mark in Italien zur Auszahlung gelangen. Der Stipendiat ist verpflichtet, sich acht Monate in Rom aufzuhalten und über seine Studien vor Ablauf der ersten sechs Monaten an die Akademie unter Beifügung eigener Arbeiten schriftlichen Bericht zu erstatten. Die Kosten für Ein- und Rücksendung dieser Nachweise werden zu Lasten des Stiftungsfonds übernommcu. Während der Dauer des Stipendienjahrcs wird dein Stipendiaten eins der von der Akademie im Interesse ihrer in Rom studierenden Stipendiaten gemieteten Ateliers mietsfrei überlassen werden, wenn ältere Ansprüche auf solche nicht zu berücksichtigen sind. Der Genuß des Stipendiums beginnt mit dem 1. Oktober 1906. Die Zuerkennung des Preises erfolgt im Monat März 1906; nach, getroffener Entscheidung kann auf Bestimmung des Unterzeichneten Senats eine öffentliche Ausstellung der Bewerbungsarbeiten stattfinden." Jest-gall Jsr. Metzgervereinigung Sonnabend, den 21. Oktober 1905, Abends 8 Uhr, im Saale der Alemannia (Schillerplatz), woza höflichst einladet Das Comite. * Engen Friedmann, Petersthor s. K jg Täglich frisches Obst, Südfrüchte, Gemüse, Konserven jg y zu den billigsten Tagespreisen in bester Qualität. GA M n r o r h Heiligkreuzgasse 15 corg ree■* j (nächBtneneZeU) Maler, Lackirer und Weissbinder. Billigste Preise. Reelle Bedienung. K. Delliehausen, Frankfurt a. M. Holzpförtclieu 1. Mainzer Landstra/sse 128. Telephon 754. Telephon 1430. Möbeltransport Spedition, Lagerung. Ueberseeische Transporte in eigens dazu konstruierten Möbelkoffer. Leopold Seligmann’s Nachfolger Neue Teil 7 Inh. JVIichael Schuster Rechneigrahenstr. 15 unter Aufsicht Sr. Elirw. des Herrn Babbiner Dr. Breuer. 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