Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 20 (26.5.1905)
- Date
- 1905-05-26
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2692297-2692409-2692429--01652-2696186- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 20 Frankfurter JsralitsicheS Familrenblatt. Seite 11. Sotz«i»n (Bukowina). Der jüdische Gutsbesitzer Hersch Weiß glas aus Sästawna ist zum Ehrenbürger unserer Stadt gewählt worden. Herr Weißglas hat sich durch bedeutende Spenden für gemeinnützige Zwecke besondere Verdienste erworben. Klausenburg. 'Hier starb der ordentliche Professor der Universität Moriz Szilassi im Alter von 50 Jahren. Szilassi dozierte Ural-Altaifche Sprachkunde und genoß als Fachmann auf diesem Gebiete Vts größte Ansehen. A«s -er Lehrerwelt. AmerSfoort (Holland). Am 5. Jjar verstarb hier Herr Rabbiner H. Hurwitz, bekannt unter dem 'Namen Rabbi Chajim. 1823 in Bellinowitz (Rußland) geboren» kam der Verstorbene 1844 nach -Lolland. In den 60 Jahren, die er hier in Amersst»ort wirkte» verbreitete sich sein Ruf als ein bedeutender Talmudgelehrter. Budapest (Ungarn). Die hiesige Schaß-Chewra hat zum Nachfolger des verstorbenen Bereinsrabbi» mrrs, Rabbi Sußmann Soser s. A.» den Dajan von Miskolz, M. Herschkovitsch, gewählt» dessen Amtseinführung am 16. ds. stattfand. Aus de« Vereine«. Berttu. Vergangene Woche haben Propa- Handaversammlungen für den Hilfsver- •eiu bet deutschen Juden in folgenden Orten Drttgefunden: Karlsruhe, Landau, Rüls- Heim, Kaiserslautern. » Letzte Nachrichten. (Telegramme unseres —11— . Korrespondenten.) Wie«. 25. Mai. (Tel.) Zum zweiten B-iz ebürgermeister des antisemitischen Magistrats von Men, wurde Dr. Porz er gewählt; derselbe, ein 'Reffe des Dichters Ludwig August Franll, ist jüdischer Abstammung. Wien, 24. Mai, 7 Uhr Abends. (Telegramm). Tas versammelte große Aktionskomitee sandte eine Deputation, bestehend aus Hofrat Tr. Leopold Kahn-Wien» Bankdirektor Katzenelnsohn-Libau und Bankdirektor Wolfsohn-Köln, an Max Nordau, der gegenwärtig in Karlsbad zur Kur weilt. Das Resultat der gegenseitigen Verhandlungen ist, daß das Aktionskomitee einstimmig beschloß, dem Kongreß ein dreigliedriges Kollegium als Leitung vorzuschlagen und zwar Nordau, Warbürg, Wolfsohn. Lemberg. 25. Mai. (Tel.) »Slown polskie" meldet, baß die russische Regierung nach den Orten der Judenkrawalle eine Kommission zur Ermittelung der Anstifter entsendet. — Die jüdische Gemeinde in Petersburg hat eine Protestdeputation wegen der Exzesse zu Minister Bulygin geschickt; der Minister nahm den Protest entgegen und versprach Abhilfe. Petersburg, 23. Mai. Der Erfolg aller Petitionen und zuversichtlichen Hoffnungen der russischen Juden auf Gleichstellung mit den anderen Nationen Rußlands ist einzig und allein der, daß das Gesetz von 1861, das den jüdischen Handwerkern Freizügigkeit gewährt und das bis jetzt dank der administrativen Praxis nicht in Kraft trat, fortan seine Geltung finden soll. Mso, nach dem Massakre in Kischinew 100 Dörfer zu Städten erhoben, und nach den Massakres von Shitomir, Melitapol u. a. Durchführung eines alten Gesetzes, das nur einer jüdischen Bevölkerungsschicht, die nicht die ärmste ist, nützt! Petersburg, 23. Mai. Aus allen Städten Rußlands werden von in den Synagogen abgehaltenen Hespedim (Trauergottesdienste) über die gefallenen Jünglinge der jüdischen Selb st Verteidigung berichtet. Auch hier wurde in der großen Synagoge ein Hesped abgehalten. Tie Synagoge war überfüllt. Rabbiner Trapkin erwähnte u. a.» daß die Sefirohtage Tage des Unglückes für Israel von jeher waren» auch die Schüler Rabbi Mibas wurden in diesen Tagen erschlagen. Nach der Rede des Rabbiners stiegen einige junge Leute auf den Almemor, brandmarkten die Machthaber und riesen in ergreifendem Worten zur Selbstverteidigung auf. Männer weinten, Frauen wurden ohnmächtig. Bücherschau. Raben. Neue Geschichten vom untern Rhein, von Wilhelm Schmidt-Bonn. Berlin 1904, Egon Fleischel & Comp. 3 Jf. In dem ganzen Buch fällt kein Wort über die Juden. Und doch — wenn man die Eingangszeilen dieses Buches liest, dann drängt sich eine melancholische Parallele aus zwischen den mißachteten Inden und den Raben des untern Rheins. Tenn da steht: Er hatte Mitleid mit ihnen; niemand liebte sie; wo sie in der Nähe einer Menschenwohnung sich niedcrließen, trieb sie ein Steinwurf wieder weg.-Und dann erst begriff er, daß sie nicht geduldet waren bei den Menschen oben, die das Land in Besitz genommen -es blieb den Raben nichts übrig, als das einsam und karg gebliebene Land aufzusuchen — und da zu schreien, zu schreien in Sehnsucht nach dem Sonntagsland. So wie diese Worte voll von traurigem, einfachem Mitleid, sind auch die Geschichten. Ohne Pathos sind sie erzählt, diese Schicksale der Elenden und Armen voll .Last und Arbeit mit den spärlichen Sonnenstrahlen eines karge» Glückes und ihrer welt- und lebensfremden, dumpf arbeitenden Einbildungskraft. Mer sie heben sich von einem warmen, dunkeln Untergrund ab und es rauscht leise in den Worten wie das Murmeln eines sanften Baches voll Melancholie und Mitgefühl. Es ist die Liebe des Autors zu den Mühseligen und Beladenen, die seinen Worten diesen warmen, dunkeln Untergrund und ihr sanftes Rauschen gibt. Schmidt-Bonn ist als Dichter «in unbestreitbares Talent, und als Mensch rin Tichter. Hermann Osleb. Roman von Gerhard Ouckama Knoop. Berlin 1904. Egon Fleische! L Comp. 3Jfc Wir haben schon wertvollere, vor allem persönlichere Gaben von Knoop bekommen, als den Hermann Osleb. Ueber dem ganzen Buch liegt ein Hauch von Derstimmung, der den Helden, der keiner ist, kennzeichnet. Weder die kleine Familiengeschichte, die in einer niederdeutschen Handelsstadt spielt, noch die geschäftliche Entwicklungs-, Liebes- und Ehegeschichte Oslebs sind sonderlich interessant. Es ist alles ein bischen steif und langweilig — wie in einer niederdeutschen Handelsstadt. Und was vielleicht an herben Reizen in dem Buch enthalten ist, hat der Autor nicht voll' entfaltet Wer aber hansaische Lokakatmofphäre kennen lernen will, kann sich keinen besseren Leitfaden wünschen. Frankfurter, zionistische Bereinigung. Dienstag, 30. Mai, abends 9 Uhr, im ,Lursaal Milani", Seilerstraße. 1. Referat d«S Herrn Dr. med. Jacob Feuchtwanger über: ,^D1e Landfrage im Zionismus". 2. Diskussion. Jüdisch-Literarische Gesellschaft. Donnerstag, 1. Juni, nachmittags 3 Uhr, im Saale des Vereins Mekor-Chajim, Schützenftr. 2.: 1. Bor trag des Herrn Professor Dr. Berliner aus Berlin: Blicke in die Geisteswerkstatt Raschi's. 2. Mitglieder-Bersammlung mit der Tagesordnung: Bericht des Vorstandes, Rechnungsablage, Event. Anträge. Io meinem Versicherungsgeschäft ist die Stelle eines Aussenbeamten neu za besetzen. Die Anstellung geschieht für erste Gesellschaft gegen Gehalt nnd Provision. Für in besseren Kreisen ’ verkehrende Herren, welche geneigt sind, sich der Acqulsition von Lebens-, Unfall-, Haftpflicht-, Einbruchs-Diebstahl-, Feuer-, Wassern. s. w. Versicherung energisch zu widmen, eventuell Lebensstellung. General-Agentur: M. 8. Oppenheimer, Telefon 10170. Hananer Landstrasse 22 I. © Cigarren der Firma G-. BI. Holz © empfiehlt in bekannter guter Qnalität und zu gleichen Preisen Q Telephon 6069. jftaX UgilZCi gergersfr. 41. ® Wilh. Funk, Glaserei und Kunsthandlung empfiehlt sich in allen verkommenden Glaserarbeiten. Bergerstrasse 22, Ecke Baumweg. — Reparaturen sofort und billig. X Georg Feinauer, Louisenstr. 26. X X Täglich frisches Obst, Gemüse u. s. w., sowie in bester X X Qualität: Trink-, Siedu. Koch-Eier. Süssrahmbutter. X f©y hllSS FrankfiirtaTAL, » Jjy 46 Eckenheimerlandstrasse 46, ™ nächst der Mnsterschnle. Herrenu. Samen-Schuhmacher. Reparatur-'Werkstätte. Zeugnisabschriften, schriftliche Arbeiten aller Art. Schreibmaschinen. Alle Zubehöre. — Reparaturen. — Unterricht Im Maschlnen-Schreiben. Eugen Hoffmann, Frankfurt a. M., Petersthor 2. Telefon 3214. Wilhelm Weimar, Frankfurt a. M. Telephon 9651. Kaiser Wilhelm-Passage 23/25. Telephon 9651. Spezialgeschält in mechanischen n. optischen Spielwaren wie Dampfmaschinen, Lokomobilen, Eisenbahnen, Betriebsmodellen, Laternis magicis, Schiffen etc. etc. Vertrieb technischer Neuheiten. Lager, aller Zubehörteile. Eigene Reparatnrwerkstätte. Das Specialbaus für feine Xaararbeiten empfiehlt Scheitel, Frisets, Toupets, Zöpfe, Locken, Tuffen etc. in bekannt - . sofiaer, gediegener Ausführung. ■ - Schäfergasse 2. Ph. Keller*» 'Heims Nachfolger. SchHlerstr. 9. täglich frisch gestochener Spargel. Erdbeeren» ■ .- Kirfchen . sowie alle Sorten Obst und frisches Gemüse zu billigsten Tagespreisen. A. KAUFMANN, Gr. Gallns Strasse 15. W" liefert billigst vollständige Drahtcinfriedigungen, Thoren u. Thore für Park u. Grundstöcke. Drahtgeflechte und Gitter für Beeteinfassung, Hühnervolieren, Gartenspaliere etc. Extra starke Siebe mit Hartholzrand für Giessereien undsonstigegewerblicheZwecke. Extra starke DnrchwOrfe, alle Sorten Gewebe in Eisen und Hessing, verzinkt und verzinnt Dauerhaft nnd solide Ausführung. SlötAligefleehte-Fabrik vom S. Rumpf Maehf., Frankfurts. I. Fahrgasse 48 (gegr. 1818) Ganze PerrQcken von 18 Mark an, Stirnfrisett von 3 Mark an, Zöpfe von 3 Mark an empfiehlt: Robert Tümmel, Börneplatz 7. Schreibmaschinen=Arbeiten Abschriften.Verviel fältigungen schnell und sauber. Maschinenschreibstube L i eb f rauens tr.3.Te I. 9850. I Cafe Ruhland Kaiserstrass» SS. YornehmesFanllleneafö ersten Banges.