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Neue jüdische Presse · 1905-05-26 · Heft 20 (26.5.1905) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 20 (26.5.1905)
Date
1905-05-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20. „ anfertigt, was nicht so ganz korrekt ist? — Leiber, nein! Man sieht und hört nur zu oft, hat ein jüdischer Auftraggeber bei einem Schuhmacher, Schneider, Tapezier oder dergleichen etwas machen lassen, und wie bereits gesagt, nicht ganz nach Wunsch, so heißt es gleich: Die jüdischen Handwerker können nichts. Man nimmt nicht an, daß Fehler überall Vorkommen, und versucht es nun mit einem anderen jüdischen Arbeiter, nein, meistens meidet man dann diese für immer. Hat ein jüdischer Auftraggeber aber eine Arbeit bei einem nichtjüdischen Meister machen lassen, so fällt cs ihm nicht ein, zu sagen: die Christen können nichts, sondern er schreitet unbeirrt fort und geht zum zweiten. Dieses Unrecht — denn ich kann es nicht genug betonen, daß es großes Unrecht ist — den jüdischen Handwerker zu boikottieren, dürfte nicht sein. Da könnte man fast sagen, das jüdische Publikum lernt von den Antisemiten, welche sagen: kaufet nicht bei Juden. — Wollt Ihr auch solche Antisemiten sein, oder denkt ihr, der jüdische Handwerker könne von der Luft leben? Es ist nur zu wahr, daß die wenigsten frouimen Juden, welche doch hierzu zuerst verpflichtet wären, bei jüdischen Handwerkern, insbesondere bei solchen, welche Schabbos und Jomtof nicht arbeiten, ihren Bedarf ansertigen zu lasse». Ja, man kann ihnen alle diese Vorwürfe nicht ersparen, denn es ist nur zu wahr, daß sehr wenige jüdische Handwerker — und wenn sie noch so befähigt sind — sich von ihrem gelernten Geschäft ernähren können. Die meisten sind dadurch gezwungen, zu Nebenexistenzen ihre Zuflucht zu nehmen. Würde man den jüdischen Handwerker mit Arbeit unterstützen (nicht mit Almosen oder kleinen Neparaturen), so würde er keine Nebenstellungen und sonstige Verdienste suchen, sondern seinem Geschäfte voll und ganz nachgehen. Drum, Ihr meine Glaubensbrüder, ermannt Euch und denkt für die Zukunft etwas mehr wie bisher, daß ein jüdischer Handwerker auch leben will: tragt ihr hierzu bei, so ist bereits ein schönes Stück zur Förderung des jüdischen Handwerks geleistet. E. L. Bücherschau. Kind und Kunst. Monats-Schrift für die Pflege der Kunst im Leben des Kindes. Herausgeber': Hofrat Alexander Koch, Tarmstadt. Verlag von Alexander Koch. Heft 1—8. Mit lebhaftem Vergnügen begrüßen wir diese neue, höchst bedeutsarne und eigenartige Zeitschrift. In ihr haben zum ersten Male die jetzt immer stärker auftretenden Bestrebungen feste, klare Form und Gestalt gefunden, denr Kinde die Welt des Schönen, des Wirklich- und Rein-Schönen, zu erschließen. Das ist eine Absicht, die kaum hoch genug zu schätzen ist, denn bei den engen Beziehungen des Aesthetischen und Ethischen, bei ihrein Jneinandergreifen und Umeinauderschlingen ist es nicht verwunderlich, wenn die den Kindern bisher besonders in Bilderbüchern und Spielzeug gebotene sogenannte „Kunst" einen häßlichen, verzerrenden und verwirrenden Einfluß ausübte, an Stelle des läuternden harmonischen und ebnenden. Nunmehr ist in „Kind und Kunst" ein Zentralorgan für Kinderkunst in allen ihren Gestaltungen vorhanden, das sich bemüht, mit ernstbedachter Liebe und mit liebreichein Ernste unseren Kleinen Keusch-Schönes zuzuführen, Verzerrt-Unschönes von ihnen abzuhalten, zugleich aber auch die Großen sehen zu lehren. Üm diese Zwecke ganz und umfassend zu erfüllen, gliedert sich die Zeitschrift stets in zwei Abteilungen: in eine solche theoretischer und in eine solche sozusagen praktischer Natur. Gehaltvolle und feinfühlige ästhetische Betrachtungen wechseln in der ersten mit bunten Naturbildern, Rundblicken über den Stand der Kinderkunst in allen Ländern u. dgl. mehr. Tie dabei gestellten Anforderungen werden im zweiten Teil gewissermaßen in die Praxis übergeführt, auf ihre Stichhaltigkeit probiert. Er umfaßt, zunächst eine ständige Rubrik „Kinderwelt". Es Frankfurter Israelitisches Familienblatt. ist eine Zeftschrift in der Zeitschrift. Und was sie bietet, Märchen phantastisch-hoher oder sinnig-anheimelnder Art, feingeschlisfene und graziöse Verse: Alles ist voll Empfindungsgehalt und voll Keuschheit. Aber vergessen wir das Köstlichste dieses praktischen Teiles nicht: die in verschwenderischer Fülle überall ausgestreuten entzückenden Illustrationen, an denen sich Auge und Gemüt nicht genug letzen und ergötzen können. Müssen wir's unter diesen noch durch den wohlfeilen Preis (Jk 12.— pro Jahr) unterstützten Umständen aussprechen, daß wir die prächtigen Hefte, deren jvir noch öfters gedenken werden, jedermann aufs Angelegentlichste und Herzlichste enipfehlen? Jedermann! Tenn sie sind ein Jungbrunnen reiner Kinderkunst, aus dem sich die Kinder erfrischen und laben können. Und sie sind ein Kunstwart für die Kleinen, der den Eltern ein getreuer und liebevoller Berater sein wird. Und schließlich werden sie allmählich ein Archiv für Kinderkundc werde» und ein Bilderbuch der Kinderseele. Alts Kunst und Wissenschaft. Professor Seligmann über Josef Israels. In der Gesellschaft für Konservierung jüdischer Kunstaltertümer in Wien sprach Professor A. F Seligmann über Josef Israels' Probleme in der Malerei. Josef Israels, der achtzigjährige Greis, ist ein Moderner, sagte der Vortragende. Tenn Israels findet Gnade vor den Augen der Evolutionistc». Auch Israels hat aber einst anders gemalt, nach jener Schule, wie er es bei Picot in Paris gelernt hat, hübsche historische Szenen, bis ihm plötzlich auf der einsamen Tüne bei Zandfoort die Schönheit seiner Heimat neue Empsindungcu cingab, die er mit seiner bisherigen Anschauung nicht mehr in Kongruenz bringen konnte. Aber er unterscheidet sich wohl von jenen Stürmern und Dränger», die, wie Manet, mehr für den Kunsthistoriker Interesse haben, als für den künstlerischen Genuß Suchenden und die keinen Zusammenhang mit der Tradition aufweiseu könne». Israels aber ist ein Moderner und beherrscht dennoch zugleich auch die Mittel, die ihm die Tradition in die' Hand gegeben, wie dies seine Werke 'aus den Sechziger- und Siebziger-Jahren deutlich zeigen. Allerdings später wird Israels immer einfacher. Er malt jetzt Szenen aus denr Fischerleben, das Treiben des armseligen Volkes bildet jetzt sein Sujet. Schließlich kommt die Zeit, wo sich Israels mit der bloßen Skizze hcgnügt, er erreicht in der Vereinfachung eine unendliche Virtuosität. Allein auch in der Nähe betrachtet, haben diese Bilder einen großen Reiz, der Farbenaustrag an sich, die Behandlung des Materials usw. üben eine künstlerische Wirkung: Israels arbeitet jetzt ohne Rücksicht auf das Erlernte oder auf die zu erlernende Technik, mit dem reillen Instinkt, in einem fast hypnotischen Zustande, ohne Rücksicht auf die Form — nur auf den inneren Gehalt sehend — „mit einem Schatze von originaler Empfindung und einen warmen Herzen." i Briefkasten. di. 2). Z. Ter Sohn des Herrn Generalkonsul von Goldschmidt-Rothschild ist bis jetzt weder königlich preußischer Kammerjunker noch Reserveoffizier geworden. Au der ganzen Sache, die die gesamte jüdische und auch natürlich die gesamte antisemitische Presse in Aufruhr gebracht hat, ist nichts wahr. — In Preußen bleibt also alles beim alten. Bakauzeu. Saarlouis. Vorbeter und seminar. geprüfter Lehrer per 1. Juni. Anfangsgehalt Jt. 1800. Seite 5. Lausanne (Franzos. Schweiz), Institut Bloch. Jsraelit. Knatien-fensionat Schon seil Jahren bestehend. Direktor: B. Bloch- Familiennachrichten. (Aufnahme in diese Rubril kostenlos.) Geburten. Ein Sohn, Herrn Sam. Ehrmann, Frankfurt am Main, Altkönigstraße 10a. Verlobte. Bertha Linz, Frankfurt a. M., mit Leopold Friedberger, Frankfurt a. M. Hanna Teschrofs, Frankfurt a. M., mit Baruch Hariton, Frankfurt a. M. Selma Illlmann, Viernheim, mit Julius Gideon, Mannheim. Tora Königsgarten, Nürnberg, mit Paul R. Kahn,, Stuttgart. Lea Mayer, Aschaffenburg, mit Carl Erlanger, Aschaffenburg. Eheschließungen. Julius Schwarz, München, mit Jda Schloßstein, Frankfurt a. M. Leo Barth, Frankfurt a. M., mit Settchen Löwcnthal, Frankfurt a. M. Max Meyer, Frankfurt a. M., mit Elise Cahn, Frankfurt a. M. Janies Lewy, Frankfurt a. Bk., mit Frieda Rotschild, Frankfurt a. M. Slerbefülle. Mayer Oppenheimer, 55 Jahre alt, Frankfurt am Main, Börnestraße 16. Jacob Guttmann, 67 Jahre alt, Frankfurt a. M.,. Svmmeringstraße 12. Barmizwohs. (Ohne redaktionelle Verantwortlichkeit. Wir bitten um gesl. Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos.) Siegfried, Sohn des Herrn Salomon Eisenmann, Waldschmidtstr. 123, in der Synagoge Schützenstraße. Alfred, Sohn des Herrn Siegfried Moses, Langestraße 22, Max, Sohn des Herrn Herm. Wronker, Schumannstr. 67 pt., in der Hauptsynagoge^Börnestr. Wochen-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Lnach.) Samstag, den 27. Mai (22. Iyar — 37. Tag im Omer): Wochenabschnitt Bechnkausei. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M.: 9 Uhr 10 Min., Straßburg 9 Uhr 10 Min., Berlin 8 Uhr 55 Min. Kaiser Friedrich Quelle —— Ottenbach a. X. . Vornehmstes Tafelwasser. T&D Soolbad Harzburg Pension Parkhaus vornehmes Etablissement, 56 Salons. Prospekte gratis. Geöffnet 1. Mai bis 1. Oktober. Max Hecht. Offenbarer Druckluft=Anlage Telefon 123. Offenbach a. H. 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