Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 8 (24.2.1905)
- Date
- 1905-02-24
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 8. der verfügbare Raum durchaus nicht mehr ausreichen, so glauben wir, das; die vereinigten, durch die Verbindung mit der cigenen Scholle doppelt und dreifach potenzierten Kräfte der 2—3 Millionen ein weit sicheres Werkzeug abgebcn werde», für das weitere zu sorgen, als jetzt das gesamte zersplitterte jüdische Volk, und wenn es auch noch so einig daständc. Man hat von einer Vcrgclvaltigung des letzten Kongresses durch Hcrzl gesprochen, deshalb, weil er ihm das Uganda-Projekt vorgclcgt hat. Für den Unvorciirgeiioiniiiciicil ist cs zwar klar, das; davon nicht die Rede sein kann: denn Herzl tat nichts als seine Pslicht, als er das Angebot, das ihm als .Führer der Zionisten gemacht wurde, der zionistischen Vertretung übermittelte. Aber zugegeben selbst, cs war eine Vergewaltigung,' so ivar auch sie gerechtfertigt. Einem kranken Kinde gegenüber wird man auch Gewalt anwcndcn dürfen, um ihm die Genesung bringende Medizin cinzugeben. Herzl aber war der Arzt des jüdischen Volkes, dieses unvernünftigen kranken Kindes, er gab ihm das Heilmittel, das Territorium: da durfte der Jude, der Lustniensch, zum ersten Mal wieder ans wirklichen Bode» stampfen; so ward der T e r r i l o r i a l i s in u s, der die Gesund u ug des jüdischen Volkes aus freiem, aus eigenem Boden bedeutet. Aus der zronMscheu Bewegung. Berlin. Mitteilungendes Centralbureaus der Zionistische» Vereinigung für Deutschland. Rach Vereinbarung mit der Verlagsbuchhandlung must die Subskription für das Buch von Moses .Hest am l. März geschlossen werden. Bc-- stelluugcn, die nach dieser Zeit eingehcn, können nur »och zum Ladenpreis erledigt werden. Wir bitten daher etwaige Subskriptionen baldgefälligst an unseren Schatzmeister Herrn Max Wollsteincr, Berlin NW. 23, Holsteiner llfcr 10, gelangen zu lassen. Aus der Lehrerwett. Frankfurt a. M. Nach vorangegangcnen Kominissionsbcratungcir versammeltcil sich am Sonntag, den 10. er., unter dem Vorsitze des RealschuldircktorS Dr. Lange ungefähr 60 Lehrer — zum gröstcren Teile Mitglieder des Jeschuruu und des nnabhängigeu hessischen Lehrervereins — zwecks Statutenbcratung eines neuen Lehrerbundes. Zuerst wurde die.Konstituierung des neuen Bundes vorgcnommcn; er erhielt den Namen Bund gefctzestreucr j ü d i.s ch c r Lehrer Deutschlands (C h i f s ü k E m u n o h). Dann wurde in die Statutenberatung eingetrctcn. Rach den angenommenen Statuten bezweckt der Bund: „Kräftigung und Hebung des jüdischen Lehrerstandcs und Förderung des jüdischen Schulwesens auf der Grundlage des überlieferten Judentums." Es wurde in der Diskussion seitens des Vorsitzenden besonders betont, das; der Bund nicht zur Bekämpfung des „Verband der jüdischen Lehrervcreine im Deutschen Reiche" gegrüiidet worden sei: er würde nur dann aus seiner Reserve Keraiistreteii, sobald es sich tun Abwehr etwaiger llcbergrifse ans religiösem Gebiete handle. Des Ferneren wurde allgemein das Bedauern ausgcdriickt, das; die Mitglieder des Bundes sich von vielen Kollegen, die mit ihnen auf demselben orthodoxen Standpunkte stehen und mit denen sic stets für die Hebung des Lehrcrstandcs gemeinsam gestrebt hatten, trennen ninsttcn. Denn nach Paragraph i< der Statuten können ordentliche Mitglieder des Bundes allster dem Mitgliedern der dem Bunde angegliederten Vereine nur die in Deutschland amtierenden jüdischen Lehrer und Lchrcrinncn werden» die in Lehre und Leben auf dem Boden der Ucberlicferung stehen und keinem der an den „Verband der jüdischen Lehrervereinc im Deutschen Reiche" angegliederten Lchrcrvereine angehören. Am Schluß der Sitzung fand die Borstandswahl statt. Es wurden in den Vorstand gewählt: Direktor D r. Lange- Frankfurt (Vorsitzender), Hirschbcrg- Frankfurt, Katzen stein - Hamburg, L c b e r in a n n - Darmstadt und Löwen st cin- Fulda. Köln rt. Rh. Herr Seminarlehrer Max Schwarzschild wird am 1. April nach 35jährigcr pflichttreuer Tätigkeit am Israel. Lehrer-Seminar in den Ruhestand treten. Emde«. In der Sonntag, den 19. ds. Bits, stattgefundcnen Generalversammlung des „Lchrervercin der Rabbinatsbczirkc Emden, Oldenburg, B r e in c n" wurde mit allen gegen eine Stimme der Anstritt ans dem „Ber« band der j ü d i s ch e n Lehrervereinc i in deutschen R c i ch" beschlossen. Hoheusalza. Der erste Kantor der jüdischen Gemeinde Cahn ist in gleicher Eigenschaft nach Memel berufen worden. Kempen i. Posen. Herr Rabbiner Dr. Münz tritt am 1. April in den Ruhestand. Aus den Vereinen. Frankfurt a.M. Der Montefiore-Derein, dessen Unterhaltungsabcnd am Mittwoch, den 22. er. stattfand, erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches. Tie Mitglieder Pfefferkorn, Schwarzschild, Lehr, Pohle, Löwcnstein u. a. ernteten mit ihren musikalischen und deklamatorischen Darbietungen lebhaften Beifall. Anlästlich des 100jährigen Todestages Schillers wird Herr Lehrer I. B. Levtz am Mittwoch, den 1. und 8. März zwei Vortrüge über „Wilhelm Tell" halte», woraus wir besonders aufmerksam iiiacheu. Berlin. Am 12. Februar fand die Generalversammlung des „V e r b a n d für Statistik der Jude n" statt. Nachdem der Vorsitzende des Verbandes, D r. Alfred R o s s i g, die Anwesenden begrüßt hatte, erfolgte der Vortrag des Referates von D r. Arthur Coh c n, Vorsitzenden des „Vereins für Statistik der Juden" in Bayern, „S t a t i st i t n n d I n d c » f r a g e". Nach einer allgemeinen, der Bedeutung der Statistik überhaupt gewidmeten Einleitung ging das Referat auf die Ausgaben der koiisessioiicllcn Statistik ein, und wies die spezielle Tragweite der Statistik für die Lösung der Judcnfragc nach. Der vom Vorsitzenden erstattete Bericht über die Tätigkeit des Kuratoriums und des V o r st a u d e s schilderte die auf Grund der Beschlüsse der vorjährigen Generalversammlung erfolgte Bildung des Kuratoriums und «Gründling eines Bureaus sür Statistik der Juden. Das Kuratorium setzte einen Arbeitsausschust ei», welchem die beiden Vorsitzenden des Kuratoriums San.-Rat W. Maretzki und Geh.-Rat Dr. Blumenthal, der Schatzmeister Hr. B. Braun und der Vorsitzende des Verbandes Dr. Nossig augehörten. Das Bureau für Statistik der Juden, welches am 1. Oktober 1901 unter der Leitung von Dr. Arthur Ruppin eröffnet wurde, besaßt sich als eine Zcntralinstitution für alle jüdisch-statistischen Arbeiten einerseits mit Uiitcrsiichuiigcn und Ausarbeitungen, die ihm von anderen Institutionen übertragen werden, andererseits mit planvollen Vorbereitungen zu einer wiskcnschastlichcn Gcsamtstatistik der Juden. Im Aufträge des D. I. Geiiicindebundes Ivird es das „Statistische Jahrbuch, der deutschen Juden" veröffentlichen. Ans eigener Initiative führte cs eine Enquete über den Anteil der Juden am Schulwesen in Preußen durch und begann die Herausgabe der „Zeitschrift für Statistik und Demographie der Juden." Unter den organisatorischen Tätigkeiten des Verbandes ist die Bildung von Kommissionen für Statistik der Juden in Wien und Budapest hcrvorznheben. Ans dem Reche n schaftsbcrichte des Schatzmeisters des Verbandes, Ing. S. Eliasberg, ging hervor, daß die Einnahmen des Verbandes in dein verflossene» Jahre.U. 792.04, die Ausgaben Jl. 736.10 betragen haben. Ter Bericht des Schatzmeisters des Kuratoriums, Hrn. Benno Braun wies Ausgaben im Betrage von JL 3239.30 aus. Es entwickelte sich nunmehr eine lebhafte Disk n s s i o n , der sich die Wahle n anschlossen. Von den Mitgliedern des vorjährigen Vorstandes wurden wicdergewählt: als Vorsitzender Sr. Alfred Nossig, als Beisitzer D r. Ai a r t i n B u b c r, B e r - thold Fciwel, Ing. Stefan Percz, Davis T r i e t s ch , D r. Theodor Z l o c i st i. An Stelle des auf eigenen Wunsch ansscheidenden Ing. S. Cliasberg wurde Herr Benno Braun gewählt. In die Revisionskommission wählte man Richard Eassek und Ing. S. Ekiasberg. Letzte Berichte. Wien, 22. Fevr. Bor der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses fand die vom Obmann des Polenklub, GrafenDziedüszycki, einbevufene Obinännerkonfercnz statt. Es waren nahezu alle Parteien vertreten. Die Wortführer der einzelnen Parteien gaben die Erklärung ab, für die Wiederwahl des Grafen Vetter zum Präsidenten einzutreten, zumal derselbe unter den gegebenen Verhältnissen der beste Kandidat für diese Würde sei, und andererseits dem Grafen Vetter eine Satisfaktion für die jüngste Znfatlsabstimmung gegeben werden müsse. Bon mehreren Seiten wurde über den Ton geklagt, der vielfach in den Debatten des Hauses hervortritt. Von konservativer und polnischer Seite wurde über die Bcrunglimpfuirgcn der katholischen Religion Klage geführt. Abg. P c r n e r st o r s e r erwiderte, auch er sei ein Gegner der Verletzung von religiösen Gefühlen, er erinnert aber daran, das; man damit begonnen habe, die heiligen Bücher der Juden in den Kvt zu zerren; er verlange den gleichen Schutz für alle Äonsessionen. Seine Partei werde bei der Wahl ihrer bisherigen Gepflogenheit gemäß leere Stimmzettel abgeben. Für den Fall jedoch, als die Obmännerkonfercnz einen anderen Abgeordneten als Kandidaten für die Präsidcnteiiivürde nominieren würde, sei die sozialdemokratische Bereinigung entschlossen, für den Grafe» Vetter zu stimmen. Abg. Dr. Kathrein drückte sein Bedauern darüber ans, daß sich bei den Rede» des Grafe» Sternberg die Abgeordnete» um denselben scharten, wodurch den Reden desselben ein unverdientes Relief gegeben wird. Er ftiiiimc mit dem Abg. Pernerstorfer darin voltkommc» überein, daß die religiöse Ueberzcngung jedermanns geachtet werden müsse. Er verlange die Respektierung der religiösen Gefühle der Katholiken, zolle aber auch volle Achtung jeder anderen religiösen Ueberzeugung. Graf Vetter sei dem Grasen Stcrnberg gegenüber vollkommen korrekt vorgcgaiigen und habe mit Recht die Konsequenzen ge; zogen, als das Hans gegen ihn und für den Grafen Stcrnberg entschied. Das Haus sei es daher nicht nur dem Präsidenten, sondern sich selbst schuldig, durch eine möglichst einstimnngc Wiederwahl des Grafen Vetter diesem die gebührende Satisfaktion zu geben. Der Termin für die Wiederwahl ist noch nicht anberanmt. Wahrscheinlich wird dieselbe morgen vorgcnominen werden. Wien, 23. Febr. (Telegramm). Der russische Justiz m i n i st e r gestattete l f> j ü difche „ Ad - Vvkaten ge Hilfen den Eintritt in die Korporationen der Advokaten. Lemberg, 22. Febr. Dr. Le o n Rittervon H o r o v i tz, Präsident der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, ist g e st o r b e n. Budapest, 22. Febr. Der Präsident der Vudapester Handelskammer Leo La ncz y ist als lebenslängliches Mitglied in das M a g 11 a t e n h a u s bcrusen ivordcn. Bucherschau. „I u 11 g I s r a e l." Von der neuen Jugendschrift des „Jüdischen Verlages" ist soeben das 2. Heft erschienen. Es enthält: „Des Königs Psalm" in der Klausner'schen llebersetzung; „Der Mann mit dem steinernen Herzen" von Ludwig Philippson; «Der Mutter Lieder", Gedicht von Arthur Silbergleit; «An Rahcls Grab" mit 2 Illustrationen; „Eine zweite Rebecka": „Jerusalem", Gedicht von Max Ring, mit IJllnstration; „Einquartierung"; „Israels Gesang" von Fl. Außerdem eine Rubrik „Aus aller Welt", Rätselecke, Briefkasten. Der Abonnemnitspreis beträgt jährlich 4 M. (auch vierteljährlich zahlbar). Bezugs-Adresse ist Jüdischer Vertag, Berlin-Charlottenburg, Herderstr. 3—4. Bereu» zur Pflege jüdischen Wissens (Tiferes Bachnrim.) Sonntag, den 26. curr.. Abends % 9 Uhr, im Beremslokalc: Aula der Religionsschule Hermes - weg 25/27. Bortrag des Herrn Malkiel: Rabbsnu Gerschaum. Gäste sind willkommen. Moulefiore, Verein zur Pflege der ideale» Interessen jüdischer junger Leute (E.B.). Mittwoch, den 1. März, abends 8 3A Uhr, Seilerstraßc 27: Vortrag des Herrn Lehrer I. B. Levy über »Wilhelm Tel l." Berei« „Mekor Chajim". Sonntag, den 26. Februar, abends 6 Uhr, Schützenstraße 2: Vorkesung des Herrn Julius Hirsch aus „Jesaias". . ' . , Ü88QF zerbrochene Fensterscheiben? Illaben Sie TbOrschoner ans Glasplatten? ‘Haben Sie Bilder zom Eiprahinen? Bas Ist alles am billigste* bei | tieorg Sehr, Glaserei, 1 I Meue Taubenstr. 4, Am Eschenh. Thor, j zu haben. Frau Rosa Goldeinann, Hier, Sandweg 84, II. empfiehlt räch den geehrten Damen zom Anfertigen von sämtlichen Haararbeiten. Auf Wunsch komme gerne ins Haus. ' bg Boas u. StraussfOdern bg wAtti. hillirat MwnarlMn ppwerd. billigst gewaschen, JE färbt und gekraust. TT D. Christ, |K 14 Kl. Kornmarkt 14. gare x Ifäiiiiait entfernt gründlich u. schmerzlos durch Elektrolyse Jrau Thomas (AerzÜich ausgebildet) Kaulbachstp. 343- Achtung! 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