Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 7 (17.2.1905)
- Date
- 1905-02-17
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2692297-2692409-2692416--01449-2695961- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 10 Frankfurter Israelitischer Familienblatt. Nr. 7. abgelehnt, zum Teil ist die Entscheidung darüber dem Gerichte über die 17 Angeklagten überlassen. Infolge der ungewöhnlichen Kompliziertheit des Prozesses wird die Urteilsbegründung erst am 25. dlprik verkündet werden. Aus -er Lehrerwelt. Berlin Am 6. Februar verschied im Alter von 73 Jahren Herr Rabbiner Abraham Bibers c l d. Der Verstorbene — sein Vater war ein durch Gelehrsamkeit und Frömmigkeit ausgezeichneter Mann und wohnte in Borek (Posen) — hatte sich dem Kauftnannsstande gewidmet und lag seinem Berufe, nach dem er aus einem altfrommen Haufe eine Gattin heimgeführt hatte, in Breslau lange Jahre ob. Materielle Erfolge waren ihm dabei nicht beschicken; er war für einen Geschäftsmann nicht geschaffen. Dagegen pflegte er fleißig das Talmudstudium in dem Bethamidrasch, das sich einstmals im alten Fraenkelschen Hospital aus der Antonienstratze befand; auch seine Kinder erzog er frühzeitig darin. Ws Rabbiner Hildesheimer von Eiscnstadt nach Berlin ging und dort eine segensreiche Wirksamkeit entfaltete, zog es ihn nach der Residenz. H. erkannte in ihm den scharfsinnigen Talmudistcn und bewirkte cs, daß ihin die Steife eines Rabbiners Tun Berliner Bethamidraich (auf der Heidereutergasse) übertragen wurde. An dieser Anstalt hat er einige Jahrzehnte eine stille erfolgreiche Wirksamkeit entfaltet. Der frühe Tod eines begabten Lohnes, des Rabbiners Dr. Heinrich B. in Samtcr, hatte an seinem Lebensmarke gezehrt; weit schwerer aber traf ihn der Verlust'eines jüngeren Sohnes, dessen Abfall der alternde Mann nicht verwinden konnte. An seinem Grabe trauert eine Schar von Jüngern. Wie«. Am IS. Februar vollendet Herr Ob er- . r a b b i n e r D r. G ü d e m a n n sein 70. Lebens - fahr. Tr. Güdemann ist in Hildesheim geboren und besuchte in Breslau das Rabbinerseminar. Aus Güdemanns Zeder sind zahlreiche Werke erschienen. Wir erwähnen nur: „Geschichte der Juden in Magdeburg" (hier war er 1862—66 Rabbiner), „Religionsgeschichtliche Studien", „Das Judentum in seinen Grundzügen", sowie vier stattliche Bände über die „Geschichte des Erziehungswesens und der Kultur der Juden." Leeds (England). Dr. Samuel Daiches, ein Zögling des Rabbinerseminars in Berlin, ist zum Rabbiner der jüdischen Gemeinde in S u n d c r l a n d gewählt worden. Aus -eu Vereine«. Frankfurt a. M. Montefiore-Verein. Am Mittwoch, den 15. er. besprach Herr Rechtsanwalt Dr. Richard Merzbach zum Beschlüsse seines Bortrags-Zyklus über das „Handelsrecht", die rechtliche Stellung des Handlungsgehilfen. Wie sich bei dein für alle Kaufleute außerordentlich wichtigen Thema erwarten ließ, war eine sehr große Zuhörerschaft erschienen, welche den formvollendeten Ausführungen des Herrn Referenten mit gespanntester Aufmerksamkeit lauschte und ihr Interesse auch nach Schluß des Vortrages durch zahlreiche Anfragen bekundete. Wie schon im vorwöchentlichen Bericht erwähnt, hatte der Bortrags-Zyklus einen ganz außerordentlichen Erfolg, und gebührt Herr» Dr. Merzbäch für die bereitwillige llcbernahme und ausgezeichnete Durchführung desselben der wärmste Dank. Am nächsten Mittwoche findet eine gesellige Mitglieder-Zusammenkunft statt, deren Besuch sich sehr lohnend gestalten dürste, zumal hervorragende Kräfte auch dieses Mal ihre Mitwirkung bereitwilligst zugesagt haben. Vakanzen. R o s c n b c r g i. Oberschlesien. (1900 Einwohner, 35 jüd. Familien.) Vorbeter, Lehrer und Prediger per 1. Septbr. Gehalt JL 1500, freie Wohnung.und Ncbencinkommen. F ü r st e n w a l d e a. Spree. (17 000 Einwohner, 32 jüd. .Familien.) Lehrer, Vorbetcr und Schächter per 1. April. Gehalt JL 1500, freie Wohnung und Rebeneinkommen. Freistadt (Oesterr. Schlesien). Rabbiner per 1. Juli, Gehalt Kr. 2000, 20°/« Wohnungsbeitrag und die üblichen Emolumente. Verlangt nur graduierte Doktoren österr. Staatsbürgerschaft und nicht über 35 Jahre alt. S l a t i n a (Slavouien). Schächter per 1. Mai. Nriefkaftcr». A. B. In Belgien gibt es nur 5 Synagogen und zwar je eine in Brüssel, Antwerpen, Gent, Lüttich und Arlon. Eine Statistik über die konfessionellen Verhältnisse in Belgien gibt cs nicht, und weiß man deshalb auch nicht die Zahl der in diesem Lande wohnenden Juden; freilich mehr als 1—5000 dürfte sic nicht betragen. A. Z. 1000. Diese Annonce gehört nicht in den Rahmen unserer Zeitung. B. 112. Moaus Purim wird an mindestens zwei Arme verteilt; in inanchen Gegenden ist es Sitte, daß der die Megilla Vorlesende und die Gemeindebeamten es bekommen. — Machazis Haschekcl wird in den meisten Gemeinden ganz oder zum größte» Teil für die Armen in Palästina verwendet. L. G. in B. Man nimmt zur Haivdoloh eine geflochtene Kerze, die mindestens in zlvei Dochte ausläuft; im Notfälle genügt cs, zwei Kerzen eng aneinander zu halten. — Es ist gestattet, Männer und Frauen nebeneinander zu legen; auch sind Familiengrüftc erlaubt. Wir erinnern an die Höhle Machpelah, die Abraham als Familiengruft kaufte. B o n y h a d. Wir nehmen dankend davon Kenntnis, daß die Witwe des verstorbenen Rabbi Awrohom Jehuda ha Cauhen nicht in Bonyhad, sondern in H. Müd gewohnt hat und verschieden ist. Kunst. M a x L i e b c r m a n n. Liebermanns Bedeutung als Maler ist mit Recht anerkannt;.aber sie hat ihre Grenzen. Genie, Phantasie, Wärme besitzt er nicht. Sein Zudeutuni schließt die letzteren drei Eigenschaften sicherlich nicht aus;, denn Typen, wie die Rahel und der Ghettodichter Morris Rosenseld haben sie. Israels wirkt bedeutender und sympathischer als Liebermann, nicht.weil er von Haus aus begabter, sondern weil er seinem Blute treu, weil er jüdischer geblieben ist als dieser. Liebermann arbeitete meist nach fremdem Konzept. Bor seinen Werken fragt man sich,:'ist er Holländer, Pariser, Berliner? Man erklärt ihn für den Antipoden von Lcnbach; aber ist es besser Millet und Israels nachzuahmcn, als Tizian und Rubens? Doch kaum. Angeblich hat jener moderne Führer sich als malender Rassejude bekannt. Aber warum ist er denn keiner? Warum meidet er das unverfälscht Jüdische? Für ihn sollte jeder Ghettojude ein Juwel sein. So könnte er Seele in seine Bilder bringen, die ihm Berlin \V. nicht gab noch geben wird. Selbsttreue ist in der Kunst alles. Sie ist das .Kolumbusei. Nur aus ungebrochener Eigenkraft erwächst das Vollgenialc — die zuckende Nervenfaser, in der cs „wallet und siedet und brauset und zischt". Aus: Momme Nissen „Die mittlere Linie". Kunstwart, 1. .Februorhcft. Knaus „S o in m e r a b e n d in d e r I u d e n - gasse". In Schneiders Kunstsalon (Roßmarkt 23) ist gegenwärtig Knaus' bekanntes Bild „Sommerabend in der Judengasse" ausgestellt. Es ist ein Winkel der Frankfurter Judengasse mit seinen jungen und alten Bewohnern, den der Pinsel deK Meisters verewigt hat. lind er hat den Typus des Ghetto-Juden richtig erfaßt; — Nachdenklichkeit bereits in den Gesichtern der Kinder, liebende Fürsorge für die Familie als allgemeiner Charakterzüg, das ist der sofortige Eindruck bei demersten Blick auf das Bild. Doch es weiß noch viel mehr zu erzählen, den» das ganze innere und äußere Leben der Ghettogasse schauen wir auf ihm. Wir können dem jüdischen Publikum nur dringend ans Herz legen, sich das Bild anzusehen; es bietet einen Genuß, dessen man sich noch lange gern erinnern wird. Vater streng ritueller Aufsicht Sr. Ehrw. des Herrn Rah. Dr. Nobel In Leipzig. Unerreicht: 98,04 «/« Relnelwelss. — Geschmacklos. —Nervenstärkend, Appetitanregend, Kräftigend. — Aerztl. empfohlen. —125 Gr.-Paokung Hk. 2.50 in d.Apoth.,wo nicht liefern direkt frko. ToIhansen&Klein, Frankfurt a Jl. Ehrendiplom zur Grossen goldenen Medaille und Ehrenzeichen der Gesellschaft vom Blauen Kreuze, Wien 1904. Abteilung A. Metzger. Börnestrasse 30. Tel. 1293. 9 1 Leonhard Kahn, Frankfurt a. nt. Aussergewöhnlich billige Posten Weisswareu! Tischtücher von 95 Pfg. an bis zu den Elegantesten. Handtücher unvergleichbar billig, gesäumte grosse Küchenhandtücher J/g Dtzd. von Mk. 1.65 an. Ein selten günstiger Posten Cretonne zu Leib¬ und Bettwäsche geeignet, Meter 32 Pfg. Bettdamaste, Bettuchleinen ganz aussergewöhnlich billig. —- - Alle Erstlingsartikel von den Einfachsten bis zu den Elegantesten äusserst vorteilhaft. - -- DMnniiCmn Wohnungsu. Mansarden-Einbruch — unmöglich — bei Anwendung von .Fox“ Sicherheitsschloss, D.R.P. 150457. „Fox“ ist das Idealschloss absolutester Sicherheit und bietet durch seine Zuverlässigkeit jedem Mansarden-, Wohnungs-, Ladenand Bnreaubesitzer, ebenso alleinstehenden Damen nnd Herren die grösste Beruhigung. — Wechsel- Sicherung von innen und aussen. Bei Verzug ohne Beschädigung von ThOren etc. überall mitzunehmen. In hunderten Fällen aufs beste bewährt. Zn haben in den hies. Eisen warenhandlangen. Jean Kessler, Fabrikant, Frankfurt a. M., Langestrasse 22. Gasthaus zur post, Jfidila. -Direkt am Bahnhof.- Einzig jüdisches Hotel am Platze, den Herren Geschäftsreisenden bestens empfohlen. 91. Criinebaum. EestaurantNathan Seligmatm Allerheiligenstrasse 34/36. Breitegasse 2. Täglich reichhaltige Mittags-, Abendnnd FrOhstttckskarte nach Belieben, ebenso Cafe, Bier, Aepfelwein u. s. w. Billige Preise. Aufmerksame Bedienung. X K X * Wegen Abbruch des Hauses befindet sich meine Strohsacknnd Matratzen-Stepperei jetet Mainstrasse No. 4. A. Müller-Rem pel. Dsr frauenhaft wird nnr durch Elektrolyse unter Garantie des Niewiederkommens entfernt. Schmerzlos. Keine Narben. Gesichts-Bäder, elektrische Gesichts-Massage. Frankfurt a. M„ Lersnerstrasse 39, 2. Frankfurt am Main( 13 Eschenheimer Landstrasse 13 Telephon 8152. nächst dem Dr. Hoch’schen Conservatorium. Telephon 8152. Herrenu.Damen-Schuhmacher. Reparatur-Werkstatt Philipp Mondrion, I Blumen» und Pflanztnbandlung „Zum Scheffeleck“, Th. Mack-Eder Eckenheimerlaridstr. 2. Telefon 1186. EPHSt Buchhorn, Piunist, flHerheiligenstrasse 28, II. Telephon 9702. empfiehlt'sich hei allen vorkommenden Festlichkeiten.