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Neue jüdische Presse · 1905-02-17 · Heft 7 (17.2.1905) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 7 (17.2.1905)
Date
1905-02-17
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 7. Seite 5. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Frau, und sie gab ihm durch freundliches Zunicken ihre Billigung z» erkenne». Liska, einer in dunkler Seide gekleideten Parze nicht unähnlich, musterte ihre Schwägerin, fand aber an der sehr vornehm und geschmackvoll gekleideten jungen Frau nichts auszusetzen. „Hoffentlich, hat Teine .Mutter nicht zu vielen Schmuck angelegt, das würde hier auffallen." ^Weshalb denn, liebe Liska", war die unbefangene Antwort, „haben denn die hiesigen Tamen niemals Brillanten gesehen?" De Salons füllten sich allmählich. Hugo war in den Regierungskreisen beliebt. Ter anmeldende Tiener nannte die klangvollsten Namen» Geheimräte, sogar wirkliche Präsidenten, Tirektorcn, einige Offiziere, die Verheirateten mit ihren Gemahlinnen. Erna begrüßte die Gäste mit einfacher, natürlicher Grazie und wurde der ^Mittelpunkt des sich iminer vergrößernden Kreises. Sic stellte ihre Mutter, die ziemlich schweigsam war, vor. Ihr Vater und Heinrich standen unbeachtet zusammen bis Hugo sie mit der Gesellschaft bekannt machte. Tie Unterhaltung wurde allgemein und lebhaft. „Gnädige Frau werden Berlin jetzt von der vorteilhaftesten Seite schauen. Theater, Gesellschaften, Konzerte; Gnädigste gedenken, dies wohl alles zu besuchen?" sagte ein dicker Major. „Ich weiß noch nicht, wohin mein Mann mich zu führen gedenkt, war die heitere Antwort. „Wir sind vorab zum Hausball beim Herrn Präsidenten Nolte eingeladen, was dann weiter erfolgt, wisse» die Götter!" bemerkte Hugo. „O freut mich außerordentlich! Werde dann den Vorzug haben, der gnädigen Frau einige Kameraden vom Regiment vorzustellen." Erna nickte anmutig. Ihre Mutter saß zwischen einer fetten und einer mageren Dame, die aussahen wie eine fette und eine magere Kuh Pharaos. Es wollte aber nicht zu einer flüssigen Unterhaltung kommen. Wenn Frau Berger etlvas von den modernen Tichtern erwähnen wollte, rühmten ihre Nachbarinnen die Konzerte im zoologischen Garten. Wenn nun eine der Tamen sich nach den Verhältnissen in Frankfurt erkundigte, nach den gesellschaftlichen Veranstaltungen der Spitzen und nach deren Verkehr unter sich, so konnte Frau Berger keinen Bescheid geben. „Wir leben eben in anderen Kreisen", mußte sie endlich zugeben, worauf ihre dicke Nachbarin, Frau Regierungsrat Schilling, vielsagend mit den Schultern zuckte. Herr Berger war in animierter Unterhaltung ,nit denr Rittergutsbesitzer von .Knupv-Pelzow, der zufällig in Berlin und mit der Familie Rode gut bekannt war. Kerzengerade saßen ihnen Frau und Fräulein Rode gegenüber, die gefunden hatten, daß sie die junge Frau beim Repräsentieren wirklich nicht zu unterstützen brauchten. De Herren sprachen vom öffentlichen Leben, von der Politik. Herr von Knupp-Pelzow, der irgendwo in Ostelbien ansässig war, hatte so seine eigenen Ideen von Politik, die mit denen Herrn Bergers nicht ganz übereinstimmten. Ter Sekt, den er nicht schonte, machte ihn auch nicht ruhiger, und so nbertönte er bald die Tafel. „Ich bleibe dabei, die verfluchte Gewerbefreiheit, wodurch die Kerle mit allem handeln dürfen, l ruiniert das Volk. Seitdem die Juden die großen Bazare aufgetcm, nagen die übrigen Geschäftsinhaber am Hungertuch. Nur dadurch werden sie zu Sozialdemokraten." Eine Totenstille folgte auf diese Worte. Ter Hausherr lachte verlegen und sagte begütigend: „Aber meine Herren, wer wird denn von Politik reden." Zu Herrn Berger gewandt, der heftig aufsahren wollte, fügte er mit sanftem Borwurf bei: „Lieber Vater, bemerken Sie denn nicht, daß aus Herrn von Knupp die Sektgcister scherzen." (Fortsetzung folgt). I Zahn - Atelier Fritz Härtling Steinweg 8, 2. Stock. Kfinstliche Zähne, Plomben u. s. w. Faruiliermachrichlen. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos.) Geburten. Ein Sohn, Herrn S. Grüiiebaum, Frankfurt am Main, Neue Zeil 88. _ Ein Sohn, Herrn P. «teinlauf, Frankfurt a. M., Laugestraße 38. Eine Tochter, Herrn Tr. H. Levy, Hamburg. Eine Tochter, Herrn Max Gutniann, München. Verlobte. Emma Strauß, Cronberg, mit Josef Kaufmann, Bockenheim, Gr. Seestraße 40. Eheschließungen. Tr. Aron Freimanu, Frankfurt a. M., mit Therese Horovih, Frankfurt a. M. Sterbe,älle. Rosalie Eßinger, 67 Jahre alt, Frankfurt a. M., Oberweg 50. ' : i : Betty Oestrich, 84 Jahre alt, Frankfurt a. M., Römerberg 3. Mina Roßbach, 8l Jahre alt, Frankfurt a. M., Koselstraße 36. Louis Joseph, 68 Jahre alt, Frankfurt a. M., Langestraße 20. Frau Dr. Baneth, 34 Jahre alt, Berlin. Kaiser Friedrich Quelle - Offenbach a. 31. — > Vornehmstes Tafelwasser. Offenbacber Druckluft=Anlage Telefon 123. Offenbach a. H. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Teppichreinigung. Als Vermählte empfehlen sich Benzion Rachelsohn und Frau Rebekka, geb. Jakob. Frankfurt a. 31., Kantstrasse 27. Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschannug (Rachalath Zwi). Mittwoch, den 22. Februar, abends 8-4 Uhr, Schützenftraßc 2 (ehemals „Loge zur Morgenröthe"). 3. Lehrgang: Die jüdische» <2 p e i s e g e s e tz e. Leitung: Herr Dr. I. H. Bondi. l. Tie Tötung der Tiere und der Fleischgenuß. Referent: Herr M. B. E m a n u e l. Verein „Mekor Chajim". Sonntag, den l!>. Februar, abends 6(2 llhr, (Schützcnstraßc 2j: Bortrag des Herrn Rabbiner Dr. H i r f ch f c l d - Gießen über: Moderne Sprichwörter des täglichen Lebens im Spiegel von Talmud und Midrasch. Bern» zur Pflege jüdische« Wissens (Tiferes Bachurim). Sonntag, de» 19. Februar, abends 8;i/i llhr, Hermesweg 25/27: Vortrag des Herrn M a x F r e n k e l II. über Rabbi I 0 ch a » a u u n d R c > ch L a k i f ch. Wocheu-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Lnach.) Samstag, IS. Februar, Wochenabschnitt: Tzaweh. Sabbath-AuSgang in Frankfurt a. M.: 6 Uhr 40 Min., in Berlin: 6 llhr 0b Min., in Straßbnrg 6 Uhr 35 Min. Lied' Gischen, was bast du @ 0 0 0 0 0 0 sür einen garstigen Husten, sagte Frau Schmidt zu ihrer kleinen Nachbarin, tut denn deine Mama gar nichts dafür? O ja, meine Mama hat mir gestern Abend Brusttee gekocht und heute Morgen Bonbons auf den Schulweg gegeben, aber ich habe in der Klasse dennoch fortwährend husten müssen. Kein Wunder, liebe Else, das Hilst ja nicht, sag' deiner Mama, sie solle dir sofort eine Schachtei Fay's echte Sodener Mineralpastillen kaufen, die lutschst du nach und nach und dann wirst du sehen, daß du gerade so schnell von deinem Husten bestell bist wie deine kleine Freundin Trude, die hat nämlich noch ärger gehustet und auch die echten Fay's .Sodener" gebraucht. Zu haben » 85 Pfg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogerien und Mineralwafferhandlungen. P. P. Einem geehrten Publikum mache ich die ergeb. Mitteilung. dass ich das D. Kroli’sche Buch-, Papieru. Schreibwarengeschäft, Neue Zeit 12 übernommen habe and dass dasselbe unter der Leitung meiner Frau in ausgedehnterer Weise wie bisher und bei solider auf merksamer Bedienung geführt wird. Hochachtungsvoll D. Kroils Nacht., Inh. B. Kachelsohn, Neue Zeil 12. Buch-, Papier* and Schreibwarengeschäft, Anfertigung sämtliche) Druck- und Buchbinder-Arbeiten, Lieferung sämtlicher Schal und Geschäfts-Bücher nnd -Utensilien- Wir bitte« unsere Leser, ihre» Bedarf unter Beznguahme auf uuser Blatt bei unseren Inserenten zu decke«. Frankfurter Israel. FamMenblatt. Mineralwasser verschiedener Quellen nos by Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Kabb. Dr. Breuer. Desgl. Borsdorfer Äepfelwein, Zwetschgenwasser, Slivowitz, Liköre, Palästina-Cognacs. Gebrüder Eohn, Fabrik feiner Tafelgetranke. Telephon 9898. Hanauer Landatrasse 16. Telephon 9898. Realschule der Israelitischen fleligionsgesellschaft. Es kommen zn Ostern 1905 einige Freiplätze zur Besetzung. Schriftliche Anmeldungen zu denselben, die Namen nnd Geburtstag des Kindes, auch das letzte Schulzeugnis, sowie Angaben von Referenzen enthalten müssen, nimmt bis zum 1. März 1905 Herr Direktor Dr. Lange entgegen. ©er Schulrat. Beuisch-3sraelitisches Kinderheim in Siez a. d. Sahn. Zum Sommersemester können einige Zöglinge in das Kinderheim aafgenommen werden. Reflektierende wollen Anmeldungen nebst Gebortschein, Armuts-, Gesandheits-, Impf- und eventl. Schulzeugnis an die Adresse des Herrn L. Mainz sen., Frankfurt a. M., Uhlandstrasse 46 bis zam 6. März d. J. richten. Spengterei J. Stein Instaltattonsgeschäft Telephon 931. Mainstrasse 28« Gegründet 1879. Spezialität in modernen Closetanlagen, Wasch- und Badeeinrichtangen, sämtl. Systeme in solider Ausführung. Setzöfen für Hotels und Private in bekannter Güte. - ■= Samstags geschlossen. :NB. Für .dringende Gas- und Wasserleitangsarbeiten Sonntags geöffnet Bamberger & fleriz k Zeil 84 (neben d. Hauptpost), nur erste Etage. 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