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Neue jüdische Presse · 1905-02-17 · Heft 7 (17.2.1905) · page 1

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 7 (17.2.1905)
Date
1905-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Iraitkfitrter Ifraclitifdirs finilinlrlitt. Diese Zeitung erscheint jeden Freitag. SämtlichePostanstalten des In- und Auslandes, sowie die Geschäftsstelle des Frankfurter Israel. Familienblattes in Frankfurt a. M. nehmen Abonneinents- Bestellungen schriftlich und mündlich entgegen. (Abonnementspreise stehe Schluß des redaktionellen Teiles). Srankfurt s. m.. Leiligkreuzgaffe 32, Lcke Llapxerfeldstraße (grgenübrr der Neuen I«U). HerairsgeSsr: OalN cheis. Jnsertionspreise: Die viergespaltene Petitzeile. 25Psg. Die Reklamezeile. 100 „ Stellen-Angebote und -Gesuche die Silbe 2 „ Beilagen: Das Tausend Mk. 5.— bis Mk. 8.- S. Jahrgang. Freitag, den 12. LSsr 5665 <17. Februar 1965). Ro. 7. Inhalt des Hauptblattes: Artikel: Jüdische Kulturzustände in Rumänien. — Der erste jüdische Privatdozent in Deutschland. — Aus aller Welt. — Personalien. — Aus der Lehrerwelt. — Aus der zionistischen Bewegung. — Aus den Vereinen. — Feuilleton: Kinder unserer Zeit, Roman von Jacob Lebt). — Familiennachrichten. Das „Frankfurter Israel. Familienblatt" kostet: , Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel- Familienblattes" zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus pro Vierteljahr. Auswärts (am Postschalter zu bestellen) Mk. 1,02 einschließlich Bestellgeld pro Vierteljahr Auch im Anslande nehmen sämtliche Postanstälten zu dem gleichest Preise — in Landesmünze umgerechnet — Abonnements entgegen. Bei direktem StreifbandsBezug von der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblättes" : in-Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—, Rußland Rubel —.80, Holland fl. 1,25, Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2,50 vierteljährlich. siegreich durchsetzen, wen» unsere Knaben und Mädchen, die Welt der Kleinen von ihm regiert werden. Sie müssen jene religiös nationalen Erzichnngsstätten abgcben, in denen Juden und Judentum ihren sichersten und kräftigsten Nährboden finden. Unsere Schulen nlüsscn jüdische Schulen sein, Nicht blos dem Name», sondern auch dem Begriffe nach. Um die Schulen auf dieses Niveau zu heben, bedarf es nebst tüchtiger Lehrer auch eines jüdischen Programmes, zugleich eines einheitlichen Programms. Letzteres aus doppelten Gründen: erstens damit sämtliche Schulen von demselben Gedanken getragen werden, zweitens genießt ein einheitliches Programm einige Autorität, o daß nicht mehr jeder unberufene Laie mit seinen Lehrplänen kommt, uni das, ivas tüchtige Lehrer iir richtig befunden, zu nichte zu machen. Jüdische Kulturznstiiride in Rumänien. Von Dr. Jakob Nacht, Zocsani.(Rumänien) I. Unmittelbar nach de» zionistischen Kongressen, die in den letzten zwei Jahren in Jassy und Galatz stattfanden, trat eine Kulturkommission zusammen, um in einige» Beratungen ein Programm für den hebräischen Unterricht auszuarbeiten. Die Aufeinanderfolge dieser beide» Zusammenkünfte standen in engem Zusammenhang mit einander. Derjenige, der besonders dem Jasser Kongresse beiwohnte, konnte das zur Genüge konstatieren. Das rege Interesse, da» diesmal seitens der Delegierten der Kultursrage zugewendet wurde, war säst ein ungeteiltes. Die Hebung des jüdisch kulturellen Mveaus unserer Jugend im allgemeinen, wie die unumgäng liche Notwendigkeit eines einheitlichen Programms für den hebräischen Unterricht insbesondere, wurde fast von sämtlichen an dieser Frage sich beteiligenden Rednern zugegeben, ja sogar scharf betont. Ein Geständnis: Das jüdische S elb st b e w u ßl s e i n, der jüdische Reg eueratio.nsgedanke.mu.ß an die Schnle anknüpfen, an die Stätte vonderdieLehre ausgeh tunddasWort Gottes.. Der große Traüm> den das jüdische Volk träumt, er kann nur daun in Erfüllung gehen, wenn unsere Kleinen ihn mit uns mitträumen. Der Wille zum Leben, der die totgeglaubte jüdische Volks masse auf's Neue überkam, er kann nur dann sich muß mit pädagogischem Verständnis an das Buch herantreten. Ter Buchstabe allein tut es nicht. Er bleibt wirkungslos, geht spurlos an dem Kinde vorüber, so ihni nicht der Lehrer Seele und Leben einzuhauchen versteht. Allein auch der beste Lehrer wird auf das gute Buch nicht verzichten können. Lehrer und Buch ergänzen sich gegenseitig, und ein guter Unterricht ist von beiden abhängig. ' Man erhebe nicht die landläufige, laienhafte Einwendung: auch unsere Eltern kannten keine „Methoden" und wußten alles eben so gut, wie wir. — Unsere Eltern lernten mehr als wir, ihre ganze Zeit ging im Lerne» ans, sie lernten überhaupt. Was man von einem jüdischen Gelehrte» unlängst in bezug auf seinen Fleiß gesagt, daß wenn der Tag fünfilndzlvanzig Stunden gehabt, er »och eine sechs-» Rast. Nach dem Gemälde von L. Pilichowski (Lodz,. Uni dieses Ideal eines einheitlichen und zugleich eines jüdischen Programmes der Verwirklichung näher zu bringen, sah sich die Kulturkommission genötigt, eine Hauptschwierigkeit zu beseitigen: den Mangel an guten Lehrmethoden. Es ist ein alter pädagogischer Lehrsatz, den unsere Weisen aujstellen: Man solle das Kind nicht aus einem inkorrekten Buche lesen lassen, da es sich leicht an Fehler gewöhnen könnte, von denen es sich dann schwer losmachen kann. Nun gleicht leider in bezug auf hebräischen Unterricht so manche sogenannte Lehrmethode einem inkorrekten Buche, das unsere Kinder zu geistigen Stümpern verurteilt. Selbverständlich ist nicht das Buch allein Bedingung für einen hebräischen Unterricht. Auch auf den Lehrer kommt eS an. Er undzwanzigste hinzugefügt hätte, das gilt von dem jüdischen Ghettofleiße überhaupt. Solchem Fleiß konnte selbstverständlich eine gute Methode nicht so sehr unentbehrlich sein. Bei unserer Generation ist das Gegenteil der Fall. Man lernt weniger. Ter jüdische Unterricht ist auf ein sehr kleines Maß beschränkt, und was wir wegen Mangels an Zeit verlieren, soll durch die gute Methode einigermaßen wenigstens ersetzt werden. Bon diesem Standpunkt ausgehend, hat die Kulturkommission in ihrem Programm folgende Bücher empfohlen: Für Sprache und hebräische Lektüre, Lehrmethoden „Sofo Chajo" und „Bet-seserivri", für jüdische Geschichte das „Tivre hajomim" von dem bekannte» hebräischen Schriftsteller und

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