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Neue jüdische Presse · 1905-02-10 · Heft 6 (10.2.1905) · p. Seite 11

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
3 (1905)
Issue
Heft 6 (10.2.1905)
Date
1905-02-10
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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\ Nr. 6. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. tzene 11 i-m Namen Gottes, der alle Menschen mit gleichen Rechten und Pflichten bekleidet hat — im Namen »er Humanität, die Jahrhunderte hindurch mit Füßen getreten ward durch die entehrende Be- Handlung, die den Nachkommen des ältesten Volkes der Welt auf dem ganzen Erdenrund zu teil geworden, im Aufträge dieser nun erscheinen wir vor euch mit der Bitte, daß ihr unseren traurige» Iu- stand berücksichtigen möget. . Die Inden werfen sich vor euch hin, die man überall verfolgt und verhöhnt, und die doch immer gehorchen-und sich nie auflehnen: die den Gegen»!:r stand der Rache und der Verachtung aller Völker bilden, obztvar sie eher der Toleranz und des Er- Karmens wert wären. — T-ie Jude» tverfen sich nun zu eueren Füßen und tviegen sich in der Hosfnung, ' daß Sie in der Ausübung Ihres schweren Amtes '] auch auf ihre Klagen hören werden, daß Sie unse- : rem Ansuchen, das wir aus unserer tiefen Erniedrigung an Sie zu richten uns erlauben, einiges •" Interesse entgegenbringcn werden. Gebe der Ml,nächtige, daß das, worauf wir -. bis jetzt umsonst gelechzt haben und was wir jetzt stränenden Auges erbitten, daß diese segensreiche Reform euer Berk sein möge." Eine rührender, wahrer und schöner abgefaßtc »tage kann man sich nicht vorstelleu. Wie ist nun dieses in edlem, gemessenem Tone gehaltene Ansuchen in der Nationalversammlung, im Zentrum der Menschenrechte ausgenommen worden? ■ Ctermont-Tonnere unterstützte mit warmen Worten die Petition der jüdische» Deputation. Aber es überragt jede Vorstellung, ans welche Antipathien die Emanzipation der französischen Inden' bei einem großen Teil der Versammlung stieß und mit welchen Argümenten auch die liberale Geistlichkeit dieselbe bekämpfte. ' (Schluß folgt.,! — Enorme Auswahl Fächer — jeder Art?» billigen Preisen bei Hook & Scböndnbe, Steinweg No. 7- Aus aller Wett. Rußland. Petersburg. Der „Fraind" veröffentlicht einen vom 18. 'Dezember n. St. datierten Brief eines in Japan als Kriegsgefangener internierten Soldaten, der ihn im Rainen von mehr als 100 jüdischen'Kriegsgefangenen ersucht, daß man ihnen „Talesim", „Tefillin", „Tcfillaus" und „Chumoschim" schicken möge; ebenso bitten sie, da Pcsach herannaht, nm die Zusendung von Mazzäus. Adresse: Tille Matziyama, Prowinz Ijo, Russiam prinsnory, Pinchos Rachewsky, Japan. Der Schreiber rühmt in seinem Briefe die gute Behandlung und Verpflegung, welche die Japaner 'Ween 'Kriegsgefangenen angedeihen lassen. Personalien. Petersburg. Unter den aus Port Arthur Geretteten befindet sich auch der Oberarzt Dr. M. Niger ans Warschau, ein Urenkel von Rabbi Akiba . Niger. » ' Ans de« Vereinen. Frankfurt a. M. Montefiore-Berein. iAm Mittwoch, den 8. d. Mts. setzte Herr Rechtsanwalt D r. j u r. M e r z b a ch seinen Lehrgang über haL Handelsrecht fort, und zwar behandelte, er speziell das ' Thema „Handluugsstand und Handelsgeschäfte". Wiederum verstand es Herr Dr. Merzbach, seine Zuhörer, die sämtliche Räume des Bereinslokals -dicht besetzt hielten, durch seinen ausgezeichneten, leicht verständlichen Vortrag zu fesseln und wiederum entwickelte sich nachher eine rege Diskussion, so daß die Wahl eines Vortragszyklus über das Handelsrecht - als «ine sehr glückliche bezeichnet werden kann. Am nächsten Mittwoch wird der Herr Referent Über die „rechtliche Stellung des Handlungsgehülsen" sprechen, ei» Thema, welches ganz besonders geeignet ist. das Interesse der Mitglieder des Moutesiore-Bereins hervorznrnsen. Berlin. In den Borstand des Vereins „A l l g e meines jüdisches Kurhospital S a l z b r u » n" wurden gewählt (öeheimrat Proieskor D r. Senator zum Ehrenvorsitzenden. Dr. nrcd. .Fritz Rothenberg, Badearzt in Bad Salzbrunn, zum Vorsitzeuden, Kaufmann Pqul Kosterlitz und Leo Goldschmidt zu Schatzmeistern, Fräulein Anna Wittkowsky zur Schriftführerin, ferner 'Dr. nred. Hugo Goldmann, Dr. med. Kroki k, Dr. jnr. .Heitmann, Rentier Max Whgodjinsky und 12 Beisitzer. Sprechsaal. (Ohne Verantwortlichkeit der Redaktion.) Bischheim, 8. Febr. 05. Geehrte Redaktion! In einer der letzten Nummern Ihres geschätzten Blattes habe ich mit Vergnügen gelesen, daß Herr Direktor Dr. Lange auf der letz e.r Rabb n r-<ersammlung die Anregung gab, daß in den Seminaren auf Verlangen der Herren Seminaristen während der llniversitätsfcrien Kurse erösfnet würden. Dieser Wunsch entspricht einer Notwendigkeit, die nicht zu leugnen ist. Ich habe mich auch schon oft gewundert, daß die Rabbinerseminare gleichzeitig mit den Universitäten schließen, deren Ferien ca. Vs Jahr ausmachen. Das wäre gerade die beste Zeit etwas Tüchtiges zu lernen. Bor allem aber sollte das Seminar bedacht sein, die zukünftigen Herren Rabbiner etwas mehr in praktischer Bedikah und Schechitah auszubilden. Denn die gesetzestreuen Rabbiner finden in den Gemeinden, in denen sie angestellt Vierden, gerade inbezug aus Schechitah und Fleischverkauf vieles tadelnswert. Es findet sich mancher Schauchet, dem man nicht vollständig Zutrauen schenke» kann, ohne daß inan direkte» Anlaß hat, ihm etwas vorzuwerfen. Ter Rabbiner hat nun kraft seines Amtes die Ueberwachung über Schechitah, Bedikah und Porsche«. Stuf diese Aussicht stützt man sich. Wieviel kann man aber auf die Aufsicht eines solchen Rabbiners geben, der die Bedikah nicht in der Praxis gelernt hat?! Größtenteils muß sich der Rabbiner bei Schalaus ans die Erklärung und Auseinandersetzung des Schauchet verlassen und nach dessen Aussagen sein Urteil richten. Diesem Uebelstande können die Scininare durch nicht nur fakultativen, sondern obligatorischen Schechitah-Unterr Ich t während der Ferien, da während der Semester keine Zeit zu sei» scheint, abhelfen und so den Rabbinern ein Mittel in die Hand geben inbezug auf Kaschrus wirklich wirke» zu können. Hochachtungsoollsc Jules Klein. Bncherscha«. Ich kenne dich! Praktische Anleitung zur Enthüllung des Charakters aus der Handschrift. Mit vielen Musterbeispielen,.Schriftproben und Charakter-Analyse». sowie einem Anhang: Schüler-Schriften. Bon D. Ammon. Broschiert 2 Jf., elegant gebunden 2.50 Jf. Schwabacher Verlag in Stuttgart. Der Verfasser, eine „anerkannte Autorität" auf dem Gebiete der Handschriftendeutung, gibt in klarer, für jedermann verständlicher Darstellung Ausschluß über das Wesen der Graphologie, d. h. über die Kunst der Charakterbeurteilung aus der Handschrift und weiht den Leser an Hand einer Schristzerlegungstabelle in alle Geheimnisse dieser Kunst ein. Man lernt aus dem Buche die verschiedenartigen Eigentümlichkeiten der Schristzüge kennen und hat Gelegenheit, an den beigegebenen Schriftproben »ach Anleitung des Verfassers Charakter-Analysen anzustellen, so daß man bald ohne fremde Beihilfe „aus jeder Handschrift den Charakter des Schreibers zu beurteilen im stände sein wird." Etwas ganz Neues und sicher vielen willkonnnen ist der Abschnitt „Schülcrschriften und ihre Beurteilung". Er behandelt ein Spezialgebiet, das bis jetzt von keiner andern Seite gepflegt worden ist, und dürfte besonders für.Eltern, Lehrer und Erzieher wertvoll sein, denn er zeigt, wie aus der Handschrift des Schülers seine Individualität, seine intellektuellen und moralischen, seine Gemüts- und Temperainents- Eigenschasten zu erkennen sind. Alfred N o s s i g. „D ie-Tragödie des Gedanken s". Drama in 5 Aufzügen. Berlin W. 50., Concordia, Deutsche Berlangs-Anftalt, Hermann Ehbock. Geh. 2 Jf, geb. 3 JL Ter geniale „Mönch von Rola", Giordano Bruno, der auf dem Holzstoß der Inquisition sein ruhmreiches Leben beendete, ist der Held der „Tragödie". Wie man sieht, wählte sich der Autor einen Stoff, der bereits von vielen Dichtern zum Vorwurf genommen wurde. Keiner aber hat denselben derart., vertieft und erweitert wie Nossig. Schon der Titel des Dramas deutet es an, daß der Bersasser in Bruno nicht de» gewöhnlichen individuellen Tragödienhelden sieht: vielmehr in ihm Giordano, ein Repräentant der nach Wahrheit ringenden Menschheit, einer der Märtyrer, deren Heldenleichen den Trinmphzug des siegenden Gedankens schmücken. Der Prolog des Trauerspiels enthält übrigens auch ein ästhetisches Programnr, das in der Forderung eines neuen großzügigen Jdealdramas gipfelr. Man muß Nossig zügestehen, daß er in seinem Werke durchwegs bemüht ist, sich aus dem Niveau einer derartigen Höhenkunst zu erhalten. Darum wird aber die „Tragödie des Gedankens" keineswegs zum Buchdrama. Und in der Tat läßt der durchaus bühnenmassige Aufbau des Stückes und eine Reihe groß, geführter Szenen, die Bruno im Kampf mit der Inquisition vorführen, den Wunsch rege werden, dieses markige Giordano Bruno-Drama ans der Bühne zu erblicken. Briefkasten. N ach K ö l n. Dieses wahnwitzige Kauplet, das an antisemitischer Frechheit und Religionsschänderei seinesgleichen, sucht, abzudrucke». dagegen sträubt sich selbst die Druckerschwärze. Es ist einfach unglaublich, daß ein jüdisches Hirn solchen Mist dichten und noch unglaublicher, daß ein Verein von Juden de» Dichter nicht vom Podium heruntergeworsen hat. B e n d o w o. Der „prinzipielle" Unterschied zwischen Misnagdim und Chassidim ist genau so, wie wir schrieben. A u s w a n d e r u n g s l u st i g e r. Argentinien hat aus 2 885000 Quadratkilometer Fläche 4800000 Einwohner, Deutschland auf 540 742 Quadratkilometer 57 000000 Einwohner. Ans ster Geschäftswelt. Im Hause Obermainanlage 29, der Frau Wwe. K. gehörig, ereignete sich kürzlich infolge eines Bruches des Wasserrohres ein bedeutender Schaden, sodaß der Plattenbode» einer Küche ausgenommen, die durchnäßte Decke abgeschlagen und die feuchten Balken sreigelegt werden mußten. Tie Wiederherstellungsarbeitcn.erfordern nicht unbedeutende Kosten. Vorsichtiger Weise hatte der verstorbene Ehemann der Frau St. das HauS gegen Wasserleitungsschäden bei der „Frankfurter Transport-, Unfall- und Glas-Bersicherungs-Aktien-Ges e l l s ch a f t" versichert. Der Schaden wird von genannter ltzesellschast ersetzt. Vakanzen. Stettin. Pflegeeltern für die Jüdische Altersversorgungs - 'Anstalt. Meldungen an Emil Halle, Stettin. M ü n ch « ». Schächter per 1. Juli (event. früher). Gehalt 2400 Jf. Offert, bis 28. Febr. an die Verwaltung der israel. Kultusgemeinde. Moutefiore, Berei» zur Pflege der ideale», Julereffeu jüdischer junger Leute Mittwoch, den 15. Februar, abends 8% Uhr, Seilerstraße 22: Schlußvortrag des Herrn Rechtsauwalt Dr. Merzbach über Handelsrech t. Berei» zur Pflege jüdische» WiffeuS (Tiferes Bachurim). Sonntag, den 12. Februar, abends 8-, Uhr, Hermesweg 25/27: Vortrag fällt aus! Bereiuiguug zur Pflege jüdischer Ledeusauschauuug jRachalath Zwi). Mittwoch, den 15. Febr., abends 83/i Uhr, Schützenstraße 2: in. Lehrgang: Die jüdischen Spe i se ge s e tz e. Leitung: Herr Dr. I. H. Bo n di: 1. Die reinen und unreinen Tiergattungen. Referent: Herr Siegfried Wohlfahrt. Frankfurter Salat-Oel- und Essig-Versandt. Frau* Becker, Egenolffstrasse 17, I. Spezialmarke „Dia“ per Liter Hk. 1.—. Lieferung frei Hans bei wöchentlicher Nachfrage. X. jßutzbach; Spenglerei u. Installationsgeschäft Tel 4117. IJhlandstrasse 46. Gegr. 1888. Spezialität: Freistehende Closetanlageii, Waschn. Badeeinriehtungen in jeder Ausführung.. Setzöfen, verschiedener Systeme für Israeliten. Mineralwasser verschiedener Quellen ncs by Unter Aufsicht Sr. Ehrw. 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