Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1905)
- Date
- 1905-01-27
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4. Frankfurter Israelitisches Farmlienblatt. Seite 5. Für Groß und Klein. Betrachtung zum Wochenabschnitt. Von Desidor Abrahamsohn, Kolozsvar. Mit der Erschaffung des Menschen beginnt zugleich die Offenbarung des Schöpfers. So' hat sich Gott schon den ersten Menschen geoffenbart und sie belehrt. Auch die frommen Patriarchen hatten oft göttliche Erscheinungen. Aus ihrem Leben ergibt sich sogar, daß sie schon die zehn Gebote beobachtet hatten. Abraham hielt treu und heilig den Schwur beim Namen Gottes. So sprach er zum Könige von Sodom: „Ich erhebe meine Hand zum Ewigen", d. h. ich schwöre bei Gott, (1. Moses 14, 22) entsprechend de», 2. Gebote. Jakob sprach zu seinen Söhnen: „Entfernet die fremden Götter" (1. Moses 35, 2), entsprechend dem 1. und 2. Gebote. Jsak bezeugte solche Ehrfurcht gegen seine» Vater, daß er auf dessen Verlangen sich willig zum Opfer hingab (1. Moses, 22), entsprechend dem 5. Gebote. Jehuda hält seine Brüder vom Brudermorde, ab, indem er zu ihnen sprach: „Vergießet kein Blut" (1. Moses 36, 22), entsprechend dem 6. Gebote. Josef wollte sich trotz der Verlockungen seiner Gebieterin zu Laster und Unsitte nicht verleiten lassen und sprach zu ihr: „Wie kann ich ein solches Laster begehen und mich versündigen gegen Gott" (1. Moses 39, 9), entsprechend dem 7. Gebote. Abraham trug kein Gelüste nach fremden Güter», inden, er zum Könige von Sodom sprach: „Weder einen Jade» noch einen Schuhriemen nehme ich an (1. Moses 14,.23), entsprechend dem 10. Gebote (S. Jalk 2. M.). So war Israels Stammbaum, sein Ursprung schon mit der Offenbarung und deren Hauptgebote vertraut. Was aber früher nur Eigentum Einzelner war, sollte jetzt Gemeingut für das ganze Volk Israel und später für die ganze Menschheit werden. Die Ossenbarung am Sinai hat die Nebel verscheucht, den Schleier gelüftet, welcher bisher dem Menschengeiste die Wahrheit verhüllte; hat die Scheidewände zwischen 'Himmel und Erde gestürzt, Zeit und Ewigkeit kn Verbindung gebracht. Durch die Offenbarung lernte der Mensch an Gott seine Lust haben, mit Hingebung auf ihn vertrauen, im Glücke sich doppelt freuen und im iknglücke sich der Verzweiflung nicht hingeben müssen. Mer so wie ein liebevoller Vater für alle seine Kinder gleichsam sorgt und ihrer ohne Unterschied bedacht ist, ob sie reich oder arm, gelehrt oder unwissend, groß oder klein sind, so hat Gott die Thora, das Erbgut Israel», seinen Erdenkindern überliefert und so eingerichtet, daß jeder seinen Nutze» daraus ziehen kan», „die Großen und die Kleinen, die 'Alten wie die Jungen." So ist d i e Th o r a e i n S ch u l b u ch für die Anfänger und ein Gesetzesbuch für d ie Gelehrten, jeder findet darin, was ihm not tut. Daher bemerkt der Midrasch: „Gott hat bei der Ofsenbarung mit jedem nach seiner Kraft, nach seinem Verstände, nach seiner Ausfassung gesprochen"; also für Groß und Klein ist das Wort Gottes eingerichtet. F r a » k f ii r t a. M. Es ist Prof. Heer m a n n gelungen, als Hiilfslchrcr und Leiter der technischen Vorbereitung für seine Violinschule eine hervorragende Kraft in Herrn Hugo K o r t s ch a k zu gewinnen. Derselbe hat seine Ausbildung bei O. Sevcik in Prag, dessen Methode: Kubelik, Koczia», Ondriczck und viele Andere ihre Erfolge verdanken, genossen und wurde von Sevcik selbst als der geeignetste Vertreter seiner Schule bezeichnet. Bereis „Mekor Chajim". Sonntag, deic 29. Januar d. I., abends 6 Uhr, Schützenstraße 2: Vorlesung des Herrn Julius Hirsch aus „Jesaias". Bereis zur Pflege jüdische» Wissens (Tiseres Bachurim). Sonntag, den 29. Januar, abends H:i/i Uhr, Hermesweg 25/27: 2. Vortrag des Herrn Steiger über „Rabbenu hakodaufch". Montefiore, Bereis zur Pflege der ideales Interessen jüdischer junger Leute (E.B.). Mittwoch, den. 1. Februar, abends 8:1/i Uhr, Seilerstraße 22: Vortrag des Herrn Rechtsanwalt D r. :K. M erzbach über „Handelsr e ch t". Talmud Thora-Bereiu. Sonntag, den 29 Januar 1905, nachmittags 5 Uhr, im Hörsaal der Reuen Geineinde-Synagoge am Börncplatz: M i t g l i e d e r v e r s a in m l u n g. (Siehe Inserat!) Frauen-Sektion der Frankfurter zionist. Bereinigung. Sonntag, de» 29. d. M., nachinittagS 5',e llhr, im Cafe Kurhaus Milani, Seilerstraße: General- Versammlung. Familietmachrichte«. (Aufnahme in diese Rnbril kostenlos.) Geburten. Ein Sohn, Herrn N. Gans, Frankfurt a. M., Rotlintstraße 9. Ein Sohn, Herrn Josef Goldschmidt, Zranlfurt am Mai», Merianstraße 36. Ein Sohn, Herrn Naftali Stern, Hamburg Schlüterstraße 85. verlobte. Martha Bacr, Stuttgart, mit Max Süßkind, Stuttgart. Gisella Brandt, Budapest, mit Rath. Salzberger, Nazamroßzigct. Sterbefalle. Leonore Weill, .Frankfurt, a. M., Schützenftraße 7. Moritz Moses Bonn, 64 Jahre alt, Frankfurt ain Main, Grünebnrgweg 62. Caroline Sichel, 84 Jahre alt, Frankfurt a. M., Burgstraße 15. Anton Bonn, Frankfurt a. M., Oberinainanlage 21. Jakob Goldschmidt, 64 Jahre alt, Elberfeld. Ludwig Ganz, 82 Jahre alt, Mainz, Schiller- Platz 2. Das „Frankfurter Israel. Familieublatt,, ostet: Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Ieschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes" zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus >ro Vierteljahr. Auswärts (am Postschalter zu bestellen) Mk. 1,02 einschließlich Bestellgeld pro Vierteljahr. Auch im Auslände nehmen sämtliche Postanstalten zu dem gleicheu Preise — in Landesmünze umgerechnet — Abonnements entgegen. Söci direktem Streifbaud-Bezug von der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes": in Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—, Rußland Rubel 1.—, Holland fl 1.25, Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2,50 vierteljährlich. Wochen-Kaleuder. (Zeitangaben nach dem Lunch.) Samstag. 28. Januar, Wochenabschnitt: Jisrau. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M.: 6 Uhr —Min., in Berlin: 5 Uhr 30 Min., in Straßburg 6 Uhr 05 Min. Frau Holle schüttelt die Betten aus und der Winter übt sein Regiment. Da muß auch der gesunde Mensch sich vor Erkältungen hüten und der Leidende hat verdoppelte Vorsicht nötig. Schutz gegen Affektirnen der Schleimhäute, der Bronchien, der Lungen und des Magens, und tausendfach erprobt bet Erkältungen aller Art sind Fah's ächte Sodener Mineral-Pastillen. Man kauft sie zum Preise von 85 Psg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogerien und Mineralwasserhandlungen:c. In unserem Berlage erschien: Das Iakobsrett Hochzeits-Festspiel von Menachem. Preis 25 Pfennig. Gegen Einsendung von 30 Psg. in Marlen Franko- Zusendung dieses für Hochzeiten sehr empfehlenswerten Festspieles. Frankfurter Israel. Familienblatt. Frankfurtei* Salat-Oel- und Essig-Veraandt Franz Becker» Egenolffstrasse 17, I. 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Die geehrten Mitglieder werden höilichst ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Dar Vorstand« Bamberger & .Hertz , Zell 84 (neben d. Hauptpost), nur erste Etage. Grosses Spezialgeschäft fiir Herren- und Knaben-Garderobe. Sportii. Loden-BeklEidung. Limen. Ritaelle Maassanfertigung. Spezialität: Kleidang für corpalente Herren. Man verlange Cataloge. Warnung. Da ich in Erfahrung gc bracht/daß meine Werke unbefugterweise übersetzt und gedruckt worden sind, so sehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß icl) fernerhin jeden derartigen Mißbrauch strafrechtlich werde verfolgen lassen. > Samuel Kordon - London.