Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 2 (13.1.1905)
- Date
- 1905-01-13
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2. Brite 16. Frankfurter Israelitisches FmMLnblakt. lieber di<r Preise ad 1—4 haben verschiedene wissenschaftliche Kollegien und Körperschaften in Stockholm zu bestimmen, während über den Friedenspreis der norwegische Stvrthiiig (Parlament), bczw. das von diesem gewählte Nobel-Komitee zu bestimmen hat. Tie Bekanntmachung der Namen der glücklichen Gewinner der Nobelpreise findet jedes Fahr am Todestage des edlen Stifters, ani 10. Tezember, statt. Ter Friedenspreis für 1904 wurde dem „Institut de Troit intcrnatioal" zuerkannt, so lautete die offizielle Mitteilung des Nobel-Komitees a» den Storthing. Tie.se Preisvertcilung hat für uns Juden deshalb großes Interesse, da ■ die Institution, die ans eine solche ehrenhafte Weise ausgezeichnet wurde, das Werk einiger wackerer Männer, unter denen einer unserer Brüder, Professor A s s o r - A m st c r - dam. eine leitende Stellung cinnimint, ist. Wir lassen hier den vssiftrlten Bericht folgen: Institut de Troit International ist ein internationaler, wissenschaftlicher Verein, ohne offiziellen Charakter, aber von großem praktische», Einfluß. Liese Jnsfttutio» wnrde im Jahre 1873 in Gent von folgenden Herren gegründet: Tr. Rolin- Gatvcmyus, s. Zt. Redakteur von Revue de Troit Inter-national, später Minister des Acustern in Siam, Professor Assor aus Amsterdam, Professor Besobrasov aus Petersburg, Professor Blüntschli aus Heidelberg, Diplomat Ealvo ans Buenos Ahres, Field aus 4!cw- Kork, Professor Lavelcy auS Lüttich, Professor Lornier aus Edinburg, Professor Manzini aus Rom, Morimer aus Genf und Professor Pierantini. Zweck des Vereins ist, den Fortschritt des internationalen Rechts zu begünstigen, zu», Erta'te» des Friedens beizutragen, wie auch zur Iiinehaltung der Kricgsreglcmcnte, im Großen und Gau cn für Recht und Gerechtigkeit, für Humanität im Verhältnis der Nationen zu wirken. Tic Institution sucht damit ihre Kraft und Autorität zn befestige», indem sie nur hervorragende und .einflußreiche Juristen und Staatsmänner als Mitglieder aufnimint. Tic Anzahl ihrer effektiven Mitglieder beträgt gcgcnwärti z 6>, während die Zahl ihrer Asfociös und Ehrenmitglieder ebenfalls 60 beträgt. Außerdem hat dieselbe an Autorität und Ansehen dadurch zugcnoinmcn, indem sie im verflossenen Jahre eine große und unschätzbare Tätigkeit entwickelt hat. .... - Man begegnet so ost in den mißliebigen russischen und in den deutschen antisemitischen Zeitungen ungeheuerliche» Behauptungen, daß man nämlich ohne Weiteres uns Juden zn den Umstürzlern gerne hinrechnet. Gegenüber diese» ungerechtfertigten und unwahren Verdächtigungen können wir mit Stolz auf die vorerwähnte preisgekrönte Rechts- und Friedensinstitution Hinweisen, lvo unter 11 Stiftern einer unserer Brüder sich befand und noch immer segensreich wirkt, obwohl die jüdische Nation gegenüber anderen Nationen sich nicht in derselben Vcrhältniszahl befindet. _ Ans -er zionistischen Bewegung. Frankfurt a.M. Mitteilung der Nationalfond s k o NI IN i s s i v ii der Zion. Vereinigu'n g Frankfurt a. M. Herr I. Hirsch statt Telegramm zur Hochzeit tdes Herrn Kantors 'Weiß in Gai ingcn 60 Psg., Herr Wr. Reinhardt statt Telegramm zur Verlobung von Frl. Born 30 Psg., Herr Abr. Reinhardt statt Telegramm zur Hochzeit Auerbach-Kaufmann 30 Pfg., Herr I. F. für einen Oclbaum aus den Namen Jakob Roscnheini Mk. 6.—, Frau L. B. 3 Packete Marken, Frau Th. B. 1 Packet Marken, Herr I. B. 3 Packete Marken und 3000 gebrauchte Federn, Herr Jos. Oppenheimer 2500 Marken, Frankfurter Jsr. Familienblatt 1 Packet Marken, Fritz Weinberg 2 Packete Marken. Tie Herren, welche noch mit der Bezahlung der Srlbstbestcuerung im Rückstände sind, werden gebeten, dieselbe baldigst zu entrichten. Wir mache» nochmals darauf aufmerksam, daß auch die Geschäftsstelle dieses Blattes jede Gabe für den Nationalsonds (auch Selbstbesteuerung) in Empfang nimmt. Frankfurt a. M., den 10. Kan. Am- Mittwoch referierte Herr I. Feingold im hiesigen zionistischen Verein über das Thema: Zionismus und I n d c n w a n d e r u n g. Redner spricht gegen die Auswanderung, da durch eine Dezentralisation das Judentum Schaden erleidet und deshalb nur ein: Hilfsaktion/ die den, Judentum keinen Abbruch tuk, seitens der Juden Billigung finden kann und darf. Ten osteuropäischen Jude», meint Redner, soll i n ihrem Wohnort e Hilfe dargcboten werden; taufende» geringen Existenzen ist mit kleinen Darlehen bei geringen Prozenten zu helfen, nur auf diesem Wege kann man sie aus den Krallen des Wuchers entreiße». Mit einer Summe von 10 Millionen könnte man Großes erreiche». Er meine, man solle die Jca zu bewegen suchen, diese Summe de» Zionisten zur Verfügung stellen, da die letzteren das größte Vertrauen der jüdische» Massen genießen; die Zionisten ihrerseits können der Jca die »öligen Garantie» für die Sicherstellung des Grundkapitals geben. In der darauf folgende» Diskussion sprachen die Herren Fr.. Sondheiincr, D. Winter, Reinhard gegen und die Herren Tr. Weil, Friesländcr, Hirsch und Janso» für de» Vorschlag des Referenten. Herr Sondheiincr besonders begründete sehr eingehend seine Bedenken, die darin resultieren, daß durch ein Zusammenarbeiten der Zionisten mit den Assimilation:- juden der Jca für den Zionismus Gefahren erwachsen werden. Amsterdam. Im Maison Fryda fand am 5. d. M die jährliche Versammlung des Nedcrl. Zioniste n b u n d e s statt. An Herrn T r. Dünnc r, Obcrrabbiner von Nord-Holland, lvurde. ein Hiildigungstelegraniin gesandt. Ms Vorsitzender wurde Herr S. Seligmann gewählt. Nach dem vom Vorstände erstatteten Berichte schlossen sich eine weitere Anzahl Ortsgruppen dem Bunde an, und hat sich die Zahl der Mitglieder um das Zweifache verdoppelt. Tie Versammlung faßte u. a. die folgende bemerkenswerte Resolution: Ter Ncderl. Zionistcnbnnd konstatiert mit Freude, daß die religiösen Juden, welche ihrer Sache wohlbewußt sind, sich im Misrachi vereinigt haben, um unter ihren Gesinnungsgenossen für die zionistische Organisation zu werben. Ter Ncderl. Zionislenbund hofft, daß durch dieses Streben die irrtümliche An-. sicht der gegnerischen Frommen gegen die Bewegung geklärt werde. Schwer versilberte Essbestecke. Garantie 12-15 Jahr**, bester Ersatz für echtes Silber liefert die Firma BIoolc. & Mchöudttl»«*, Steinweg .Ko. 7. Eabrtklayer der Wurttembergiscben Metallwarenfabrik, Geislingen. Ans aller Welt. Bad Orb (Hessen-Nassau). Aus der Kommune. In unserem bekannten Badestädtchen, das unter seinen 4000 Einwohnern nur 16 jüdische Familien zählt, haben wir seit den letzten städtischen Wahlen unter den 18 Stadtverordneten drei jüdischen Glaubens und zwar die Herren Emanucl G o l d s ch m i d t, Max L i ch t c n st ä d t e r und Carl W o l s e i l e r, welch' letzterer erst dieser Tage einstimmig gewählt wurde. Herr Lichtenstädter verwaltet nebenbri anch das Amt als Schiedsrichter. Karlsruhe i. B. Durch die Bemühungen des Herrn 'Stadtrabbiner Dr. Appel ist es gelungen, eine Reform des Fremdcnunterstützungs- Wesens anzubahnen. Ans Einladung des Freinde»- unterstützungsverciiis Karlsruhe erschienen am 18. Tezembcr v. I. die IVertrcter Her m e i st e n m ittelbadischen israelitischen Gemeinden zn. einer Konferenz in Karlsruhe und es.wurde beschlossen, das Hauptuiltcrstützuiigslverk nach Karlsruhe zu verlegen und die Hilfsarbeit 'der Kassen der- Hiittelbadischei, Gemeinde»-tunlichst zu - beschränken. Turch die Unterstützung seitens aller mittelbadischen Gemeinden — auch die israelit. Neligionsgcscllschaft in Karlsruhe hat ihre Bereitwilligkeit erklärt, sich der Organisation anznschließen — soll die Hauptkasse in Karlsruhe i» die Möglichkeit versetzt werden, würdige und bedürftige Hilfesuchende reichlicher und rationeller zn unterstützen, um so die private Wohltätigkeit möglichst zu vermeiden. Briefkasten. S. B. Sulz a. Wald. Der gute Ton im Hause Hillels, erschienen bei Nathaiisen & Lamm, Berlin. 60 Pfennig. Wenden Sie sich auch an den Jüdischen Verlag, Berlin-Charlottenburg, Hcrderstraße. Ben zwi halevi. Wenden Sie sich am besten an den Verlag Tuschiah in Warschau, der besonders dieses Gebiet frnktisiziert. S. B. Frankfurt. Erkundigen Sic sich gesl. bei Herrn Obcrabbiuer Koppel Reich in Budapest. B. D. Zn unserem Bedauern können wir von Ihrem Rückblick erst im Monat Ellnl Gebrauch machen; aber auch dam, wäre es nicht — wie Ihnen bekannt sein sollte — unser höchstes Ideal, daß dieser oder jener Jude eine» Orden bekoinmcn hat — oder daß glücklicherweise ein Jude zum Offizier avanciert ist. Neberhaupt entspricht Ihre ganze rosige Schilderung, unserer Ansicht nach, nicht den Tatsache»; eine derartige Schönfärberei, wie Sie sie sich leisten, entspricht mehr den Tendenzen der Beschwichtigungräte der Assimilation, die ihre Ausgabe darin erblicken, das jüdische Volk über seine wahre Lage hinwegzntäuschen. Wegen Raummangel mußte die „Jüdische Ingen d" diese Woche ansfallen. Wir beginnen in der nächsten Woche mit der Veröffentlichung der prämiierten Arbeiten. ' Unserer heutigen Auflage liegt, ein P r o s p e k t des „Verein zur Förderung ritueller Speisehänser. in Hamburg" bei. Statt jeder besonderen Anzeige: Johanna Stein Leopold Strauss Verlobte. Offenbach a. M. Frankfurt a. M. Gr. 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