Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 3 (1905)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1905)
- Date
- 1905-01-06
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Nr. 1. litzen Erwägung, und müsse tt darum davon ab- Men, ex abrupto eine Entscheidung zu treffen. Damit endigte die Debatte. Berlin. JüdischeArLeiterkolonie. Das abgelaufene Jahr war für den Verein ein erfreuliches. Zn der Zeit vom I. Januar bis zum 31. Dezember 1901sind nicht weniger als 419 Mann neu ausgenommen worden, während 4M die Kolonie verlassen haben. Dadurch hat sich der am 1. Januar 1904 vorhandene Bestand von 71 Mann auf die höchst zulässige Besetzungsziffer von 90 Mann erhöht. Tic 90 Insassen sind wie folgt auf die verschiedenen Berufszweige verteilt: Nohrflechterei 22, Stockfabrik 23, Hosenträgerfabrik 7, Bürstenfabrik 32 Kolonieschneider 1, Hausarbeit 1, noch keinem Betriebe fest zugewiesen 4. . Seit Eröffnung der Kolonie sind bereits 932 Mann aufgenoinme» worden. Der Gesundheitszustand der Kolonisten ist ein günstiger. Hervorzuheben ist noch, daß sich das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde in dankenswerter Weise bereit erklärt hat, erforderlichenfalls erkrankte Kolonisten aufzunehmen. Zuwendungen sind in letzter Zeit nicht allzu reichlich der Kolonie zugeflossen. Erwähnt sei die Gewährung einer einmaligen Spende von 500 JiL seitens des Herrn Bankiers Paul Jüdel, der die Rechte eines Stifters erworben hat. Ter Vorstand wiederholt seine oft ausgesprochene Bitte betreffend Ueberweisung von gebrauchten Kleidungsstücken an die Anstalt. Bezügliche Nachrichten wolle man richten: An die Jüdische Arbeiterkolonie, Neu- Weißensee, Wörthstraße 20. Kattowitz, 1. Jan. Verein für jüdische Geschichte un-Literatur. An, 3. Januar hält in Friesers Hotel Herr Rabbiner Dr. Silberstein-Elbing einen Vortrag über „Shylok und sein Urbild". Nach demselben findet ebendaselbst die Eröffnung der neubegründete», Vereinsbibliothek statt, die bereits eine stattliche Anzahl von Werken belehrenden und unterhaltenden, sowohl heiteren, wie ernsten Inhaltes enthält. In Zukunft wird die Bibliothek im Gemeindehause (August-Schneiderstraße) jeden Dienstag von 8—9 Uhr den Mitgliedern zur Verfügung stehen und ist zu erhoffen, daß ihr das gleiche Interesse wie bisher den Vorträgen cntgegengebracht wird. - Personalien. Berlin. Der Titel Professor wurde dem Lehrer an der Kgl.. Akademischen Hochschule für Musik in Charlottenburg Ludwig Hirschberg und dem Direktor des Statistischen Amts in Schöneber^ Dr. Heinrich Silbergleit allerhöchst verliehen. Der Dirigent des Bloch'schen Gesangvereins und des Synagogenchors der Heidereutergasse Georg Bloch erhielt den Titel Königlicher Musikdirektor. B rliu. Zu Notaren wurden emannt die Justizräte Pinkus I. und Dr. Fedor Stern. Zahnarzt P l e ß n e r ist vom Oberkommando der Schutztruppen für dieses Kommando verpflichtet worden. Prag (Böhmens Der Kaiser hat dem Privatdozenten für österreichisches zivilgerichtliches Verfahren an der.Deutschen. Universität in Prag Dr. Georg Prtschek (geb. 1872 in Kvlin) den Titel eines außerordentlichen Universitäts-Professors verliehen. Gailmgcll. Stervefall. Einen großen, fast unersetzlichen Verlust hat unsere Gemeinde erlitten. Herr Emil Moos, ein echt frommer Jehudie, ein wahrhaft edler Charakter, weilt nicht mehr unter uns. Eine schwere Krankheit überfiel ihn plötzlich — und zwar gerade an dem Tage, da man seinen hochbetagten Schwiegervater, bei dem er seit Wochen jede dritte Nacht gewacht hatte, zu Grabe brachte — und machte seinem tatenreichen Leben noch im besten Mter ein Frankfurter Israelitisches Familienblatt. rasches Ende. Wer den Verblichenen näher kannte, wer das Glück hatte, mit ihm Berührung zu kommen, sei es in geschäftlicher oder anderer Beziehung, weiß, was wir an ihm verlieren. Er'war ein Alaun, der jedem gern mit Rat und Tat zur Seite stand und der keine Gelegenheit voriibergchen ließ, ioo es galt, Zcdokoh und Geinilus Chesed zu üben. Wie sehr der Verstorbene bei jung und alt,, arm und reich, hoch und niedrig, beliebt war, bewies das überaus große Leichenbegängnis. Trotz des Freitags tvaren aus allen Gegenden Bekannte und Fteunde herbeigeströmt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Am Grabe sprachen die Herren Rabbiner Dr. Spitz- Gailingen, und Dr. Schiffer-Karlsruhe. Elfterer pries die Tugenden und seltenen Eigenschaften des Heimgegangenen, wie er eifrigst bestrebt war; seine Kinder zu frommen und braven Juden heranzubilden. Letzterer schilderte den Verblichenen' als treuen und bewährten Freund, als Jsch tom wejoschor, der kein Falsch kannte und der nur Wahrheit, Recht und Frieden liebte. Möge den tieftrauernden Hinterbliebenen das Sechus des Dahingeschiedenen beistehen, mögen sie Trost finden in dem Gedanken, daß er einen selten guten Namen bei Juden und Nichtjuden zurückließ. Nyitra (Ungarn). Der Kaiser hat dem Großhändler Josef Engel, Präsident der Kultus-Gemeinde, für seine auf dem Gebiete der öffentlichen Angelegenheiten und der öffentlichen Wohltätigkeit erworbenen Verdienste in den Adel st ander hoben und ihm das Prädikat „de Paskodar" verliehen. Ter Munifizenz des Geadelten ist der Bau einer neuen iüdischen Volksschule, die Errichtung eines Talmud- Thora-Hauscs und eines jüdischen Siechenhauses zu verdanken. Bücherschau. Ter gute Ton im Hause Hillels, Lustspiel in einem Aufzug für Schanuka- Purim-, Literaturver-ins- und Hochzzeitsfestlichkeiten von Arthur Schwerinev. Regie- und Souffleurbuch mit bcm vollständigen Szcncrium. Berlin, cVrlag von Nathansen u. Lamm. 1905. Mk. —.60. Tie Wandlung spielt nicht, >vie der Titel vermuten läßt, im Hause des Weisen Hillel, sondern im Hause eines Kaufmannes unserer Zeit, der zufällig den Vornamen Hillel führt. Das Thcaterstückckien ist wohl feinem inneren Gehalte nach leichte Schwankwarc, aber dennoch für jüdische Festlichkeiten warm zu cmvfehlen. da die anderen von Tilletanten aufgeführten Schwänke in der Regel auch nicht besser sind und das vorliegende Stück noch den Vorteil hat, den ijüdischen Zuhörern ein jüdisches Milieu — wenn auch int weitesten Sinne — vor-uführen. Katalog,der reichhaltigen Sammlung hebröi'cher und jüdischer Bücher, Handschr,ften, Porträts ukw. nachgelassen von N. H. van Biema in Amsterdam, beschrieben voon Sigmund Seligmann. So lautet der Titel des Verzeichnisses einer Büchersammlung, welche am 13. Februar durch' di'' Buchhandlung I. L. Joachinisthal öffentlich versteigert wird. — Tie Zusammenstellung dieses Kata- 'oges zeugt von den großartigen biblioaraphischei' Kenntnissen des Verfassers. Druck und Ausstattung des Werkes sind der Beweis, daß Amsterdam noch immc 'inen Ehrenplatz bet den hebräischen Druckereien cinnimmt. Der Grundbodcn dieser Sammluug wurde von dem Haupte der Familie Lehren, R. Hirsch Lehren gelegt. Der sel. R. H. van Biema hat dairn die Sammlung vervollkommnet. Herr van Biema war schon at iunger Mann als Gelehrter ane-kannt und seine Artikel in Steinschneiders Hamaslir zeichnen sich durck Gediegenheit aus. Viele Bücher, die er hinterlassen, hat er mit feinen Bemerkungen bereichert. Fast jäbrlich hat in Amsterdam eine B''cherv-rüeigcrung statt und finden sichdort ' die Vertreter der deutschen, englischen, russischen und amerikamfchcit Simmler zusammen. — Es iß allerdings ei,. Zeugnis, daß die jüdische Wissenschaft und seine Literatur anerkannt ivird. Wenn man die Preise liest, mit welchen manche Bücher dort bezahlt werden, wird man fast in den Glauben versetzt: daß die jüdische Wissenschaft >im Werte steigt. Doch leider ist dies nicht immer so. In der Sammlung befinden sich viele Schriften des Altertums, welche Zeugen von dem Eifer und Fleiß ihrer Verfasser sind, und können wir es nur beklagen, daß noch so vieles kein allgemeines Eigentum selbst der gelehrten Juden ist, Eine Chronologie der Familie Lehren ist dcm Katalog beigefügt.. Briefkasten. X in Mannheim. National-jüdische Turnvereine gibt es 30, davon 12 in Deutschland, mit 2500 Mitglieder». ._ . Wachen-Kalender. (Zeitangaben nach dem Luacb.) Samstag. 7. Januar, Wochenabschnitt: Woeiro, Scbabbos Rausch - Chaudesch, Sabbath - Ausgang in Frankfurt a. M.: 5 Uhr 25 Min., in Berlin: 5 Uhr. Moiitcfiorc, Verein zur Pflege der idealen Interessen jüdischer junger Leute. Mittwoch, den 11. Jannar, abends 8% Uhr, Sci(crftraße-2: Beginn des Vortragszyklus des Herrn Oberlchrer Caro über Hebbel, Molisre, Shakespeare. Verein zur Pflege jüdische» Wissens (Tiferes Bachnrim.) Sonntag, den 8. Januar, abends 8% Uhr, Hermcsweg 25/27: Vortrag des Herrn Jacob Strauß über Rabbi Joch an an b en Sackau Familienuachrichteu. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos.) Geburten. Ein Sohir, Herrn H. L. Lipinski, Frankfurt a. M., Uhlandstraße 51 II. Ein Sohn, Herrn I. E. Frank, Frankfurt a. Ai., Fichardstr. 34. , , Ein Sohn, Herrn klein, Frankfurt a. M., Rechneigrabenstraße 12a. Ein Sohn, Herrn Dr. Gustav Stiebet, Frankfurt am Alain, Rcchneigrabeiistr. 9. Eheschließungen. Leopold Sichel, Frankfurt a. M., mit Jda Jsaac, Frankfurt a. M. Sterbefälle. , Regine Jonas, 66 Jahre alt, Frankfurt a., M. Berta Lehmann, 55 Jahre alt, Frankfurt a. M., Rotteckstr. 10. Sara Löwenstein, 50 Zähre alt, Frankfurt a. M., Unterlindau 68. Eleonore Badmann, Frankfurt a. M., Schleidenstraße 20. Max Budge, Frankfurt a. M. Jakob Mtschüler, 78 Jahre alt, Meisenheim. Statt besonderer Einladung.- Wir bitten Freunde und Bekannte,, uns heute abend zum '■ --- das Vergnügen ihres Besuches zu machen. Frankfurt i. M., 6. Jan. 1905. Beohneigratpenstr. 9. Dr. Gustav Stiebei & Frau Alice geb. Bosenbaom. Leinenu. Wäsche-Haus BXax Oettinger Hanauerlandstr. 27 (Ecke Holderltnstr.) offeriert Restposten iif Herrenu. Damen-Normal-Wäsche weit unter Preis. Servietten (ohne Tischtücher) ' . > Einzelne Tischtücher und Handtücher (Musterstücke) J enorm billig. Kaiser-Panorama llur Libergsfse 10. — 3cde ttlocbc neue Reifen. Vom 8. bis 14. Januar * interessante R»ise In dar malerischen franzBs. Reviers, Montacarlo, Monaco. Eintrittspreise: Erwachsene 30 Pfg., 5 Karten Mk 1.—, Kinder 15 Pfg. Vereinskarten: 100 Karten Mk. 18;—, '500; Karten Mk. 75 — BambergerA .Hertz kZeil 541 nur erste Etage. ' GrossesSpezialgeschäftfür Herren- und. Knaben-Garderobe. Sport-u. Loden-Bekleidung. Livreen. - Rituelle Maassanfertignng. ' Sfeiialiiäü'Kleidung für'corpulente Herren. Man «erlange Cataloge.