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Neue jüdische Presse · 1904-11-18 · Heft 44 (18.11.1904) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
2 (1904)
Issue
Heft 44 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10. Frankfurter Israelitisches FanMenblatt. Nr. 44. Frankfurt a. M. Ein überaus. zahlreiches, distinguiertes Publikum hatte der erste Vortragsabend in der diesjährigen Wintersaison des „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" im Saale des Kaiserhofes versammelt. Dieses Zeichen eines erfreulichen Znteresses dürfte zum Teil der Person des Redners, zum Teil der Neueinrichtung, statt Einzekvorttäge Borttagszyklen abhalten zu lassen, zuzuschreiben fein. Hoffen wir, "daß der Besuch des letzten Abends der Wintersaisou wie der erste sein möge! „Ueberblick über die innere und äußere Geschichte Israels in der Zeit vom Bau des 2. Tempels bis zum Abschluß des Talmuds" war das Thema des Worttagszyklus, den Herr Dr. I. Heinemann in liebenswürdiger Weise übernommen hatte. Einen Zeitraum von 1000 Jahren — von 500 vor bis 500 nach der üblichen Zeitrechnung — umfast dieses Thema; wahrlich eine Aufgabe, die der geschickten Hand eines Meisters bedarf! ’ Klar und deutlich zeichnete der Redner seine Linien. Am Anfang der Periode war Israel noch eine politische Größe, — am Ende war es seiner staatlichen Selbständigkeit beraubt und hatte keine politische Bedeutung mehr. Esra fand bei der Rückkehr aus Babylonien in Palästtna wohl schlimme Verhältnisse vor, die Mischehe blühte und dem Götzendienst wurde gefröhnt, — 500 nach bekundete Israel einen Opfermut,' der in seiner grenzenlosen Hingabe alles Erdenglückes, ja selbst des Lebens für die Wahrung der Güter des Judentums das glänzendste Zeugnis für den beseligenden Gehalt des wahren Judentums erweist. 500 vor ist das Judentum der Bibel, — 500 nach das Judentum der Schriftgelehrten. . Der Redner behandelte nun die äußere Geschichte Israels mit Berücksichtigung der durch sie bedingten inneren Wandlungen während dieses Zeitraumes. Er machte Front gegen den wissenschaftlichen Antisemitismus, der Antiochus in Schutz nimmt als Vertreter des überlegenen Prinzips des Hellenismus gegen das jüdische Bauernvolk. Mcht die hellenischeitGeistesschätze habe Antiochus zur Anerkennung bringen wollen, sondern das hellenische Götzentum.' Auch das einseitige Urteil des neuen Testamentes über die Pharisäer beleuchtete Redner; Neunzehntel des jüdischen Volkes bestanden aus Pharisäern, d. h. aus solchen Leuten, die das Gesetz nach der Ueberlieferung beobachteten, während die geringe Zahl der Saduzäer — diese stellten beim Entstehen des Christentums die Truppe für die neue Religion — sich nicht an der Ueberlieferung, sondern nur an dem Buchstaben des Gesetzes Hielt. . . . Ter zweite Vortrag des Herrn Dr. Heineman» findet nächsten Montag, abends 8V» Uhr, im Saale des Kaiserhofes (Goethepletz 5) statt. . Verein für jüdische Geschichte und Literatur. Dienstag, den 22. November, abends 8^ Uhr, im großen Saale der Frankfurt-Loge-: Zweiter Borttag des. HerrnI. Heinemann, (siehe Rubrik^Aus den Vereinen.") ' Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebeusauschammg (Nachalath Zwi). Mittwoch, den 23 November, abends 8% Uhr im Vereinslokale, Schützensttaße 2. »Freier Abend", T.-O: Berufswahl und Berufsbildung vom Standtpunkte der jüd. Lebens anschau u n g. Referent: Herr M o r i tz A. L o e b. ES ist die Teilnahme erfahrener Gesinnungsgenossen aus den verschiedenen Berüfskreisen besonders erwünscht. Frankfurter Zionistische Vereinigung. Montag, den 21. November, abends. 8% Uhr im Cafü Kursaal Milani, Seilerstraße 34, Vortrag des Heim Dr. med. I. Mayer: »Die alten Philister". Diskussion. Briefkasten. Treuer Leser. Jn Bern studieren 2 Schweizerinnen und 346 russische Jüdinnen Medizin. :. D. M. SB., Bühl. 20 Jk für russische Auswanderer dankend erhalten. .WiW. (Ink.: Srait Amrkeiu jun. § Albert ftmrhetn-Scheib.) © .-ns^-I Gegründet 9865. Neue Zeil 17. JtailkfUtt 3. M. Breitegasse 25. Vorhänge Ronleaux — Polsterwaaren — Einzelne Möbel Ca, 100 Zimmer-Einrichtungen (einschliesslich Polster - Arbeiten und Decorationen) in allen Preislagen stets vorrätbig auf Lager. © Als passendes Geschenk’ für Jang und Alt empfehle: O Bibel- und Talmndschatz 8te Auflage, neubearbeitet von Rabb. Dr. S. Bamberger, geb. eleg. Lwd. Mark 8.—, Prachtband, echt Goldpressung Mark 5.50. Grössere Posten für Schulprämieu nach Vereinbarung. "90 George Kramer, Hamburg g ConditorciX. Lüber 64 Ecke Ganssstrasse r empfiehlt täglich frische Backwaren in feinster Qualität. Frankfurter Zionistische Vereinigung. Montag den 21. November, abends 8s/t Uhr Mitgliederversammlung im Cafe-Restauraiit Kursaal Milani, Seilerstrasse 34. 1. Vortrag des Herrn Dr. med. J. Mayer: „Die alten Philister“; 2. Diskussion. Gäste willkommen.; Neuheiten in Besatzartikeln En 9ros Spitzen,T ressen, Passementerie etc. En detail Eduard Grumbach Goethestrasse 22, Entresol (kein Laden). Telephon 4266. NB. Auswahlsendungen und Stücke zum Abarbeiten werden jederzeit zugeschickt. ’ D Flaschenbier-Kellerei mit Maschinenbetrieb, A M Obermainstr. 20. Telephon 9355. — Konrad Schmitt. 2 Vorzügliches Lageru. Export-Bier. Aechtes Culmbacher. AlleMineral- 2 wasser u. Limonaden. Prima Hochstädter Aepfelwein. Versandt nach'' - allen Stadtteilen. Alles zu den üblichen Tagespreisen. II. Schüller, Koselstr. 59 (Nordend). Feinster Herren- und Hamen-Frisiersalon mit antiseptischer Bedienung. , . Damensalon separat, Kopfwäschen mit Lufttrockenapparat. — Specialität in Scheitel and Haararbeit bei billigster Berechnnag. 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