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Neue jüdische Presse · 1904-10-07 · Heft 38 (7.10.1904) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
2 (1904)
Issue
Heft 38 (7.10.1904)
Date
1904-10-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Seite 5. Nr. 38. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Das „Frankfurter Israel. Familieublatt" zu weit, wenn sie sagt, daß in dem Gesellschaftskreise, welchem der Angeklagte angehöre — gemeint ist die nichtjüdische Gesellschaft — der „Jude" als ein „im Punkte der persönlichen Ehrenhaftigkeit nicht vollwertiges SUbjekt . der menschlichen Gesellschaft gelte." Wenn man einen israelitischen Geschäftsmann kurzweg als „Juden" bezeichnet, wird in der Regel nicht angespielt auf dessen persönliche Ehrenhaftigkeit, aus feine inferiore Stellung in der menschlichen Gesellschaft, sondern auf dessen Gebahren speziell im Geschäftsverkehr, auf die sprichwörtliche Schlauheit, die Gewinnsucht, den Mangel an Loyalität usw., Eigenschaften, die nach vulgärer Ausfassung dem Israeliten speziell als Geschäftsmann anhaften. Kränkend kann es nun für einen israelitischen Geschäftsmann sein, in diesem Sinne als Jude bezeichnet zu werden, - wenn er,, vulgär gesprochen, gar nichts von einem „Juden" an sich hat, d. h. wenn er im Geschäftsverkehr sich eines tadellosen Verhaltens befleißigt. Hat er sich aber in seinem Geschäftsgebahren Inkorrektheiten zu schulden kommen lassen, die man geneigt sein kann, auf Rechnung seiner Abstammung zu schreiben, so kann er sich darüber nicht beklagen, wenn man ihm dies zu verstehen gibt. Eine solche Kritik seines Geschäftsgebahrens, wie sie eben landläufig ist, muß er sich eben gefallen lassen." (Siehe „Blätter für Züricherische Rechtsprechung" HL Bd. Tä. 104.) Briefkasten. Leser, Wien. Oskar Blumenthal hat auf die so taktvolle Begrüßungsrede des Wiener Bürgermeisters Lueger beim internationalen Journalistenkongreß, in der jener sagte, er drücke beide Augen zu, und frage nicht, welcher Nation oder Religion die zu begrüßenden Herren angehörten, folgende sicher „taktvolle" Antwort gefunden: Der Wiener Bürgermeister sprach Mit schlecht verhehltem Spott: „Ich drücke beide Augen zu Und sage dann: Grüß' Gott!" Wie taktvoll dieses Wort auch klang. Ein Mißlaut war es nicht: Wir drücken beide Ohren zu. Wenn Herr Lueger spricht. kostet: Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes" zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus pro Vierteljahr. Auswärts (am Postschalter zu bestellen) Mk. 1.02 einschließlich Bestellgeld pro Vierteljahr. Auch im Auslände nehmen sämtliche Postanstalten zu dem gleichen Preise — in Landesmünze umgerechnet — Abonnements entgegen. Bei direktem Streifbaud-Bezug von der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes": in Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—, Rußland Rubel 1.—, Holland fl. 1,25, Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2.50 vierteljährlich. r Felix Horovitz, Silberwaren, Frankfurt am Main Telefon 5851. oooooooocnd Eigenes Ciselir- und Modellir-Ätelier. c\x\xvoo<x> 20 Schillerstr. 20. Spezialität: Silberne Ritasgegenstände, wie Thoraschmuck, Channckaleuchter, SederschSsseln, Sedergarnitnren, Bsomim- und Esrogbiichsen etc. etc. - Reichhaltiges Lager in silbernen Gebrauchs- und Luxusgegenständen. - Carl Wellhansen spezial-Geschäft für Ämafeur-fhotographie FRANKFURT AM MAIN Goethestrasse 14. erhält man durch sammeln grüner Rabatt» marken die schönsten und wertvollsten Sammelbücher mit Verzeichnis der Marken ausgebenden Firmen werden gratis aasgegeben. W areu-Spar-BnbaU-System Frankfurt a. M. A »MUL A a1« Offenbach a. 91. Schillerstr. 22. MW IoUBUHwwiI Frankfurterstr. 44. gegr. 1807. Zeugnisabschriften, schriftliche Arbeiten aller Art. Schreibmaschinen. 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