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Neue jüdische Presse · 1904-09-02 · Heft 34 (2.9.1904) · p. Seite 12

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
2 (1904)
Issue
Heft 34 (2.9.1904)
Date
1904-09-02
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Nr. 34. Seite 12. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. (7,06 Prozent) und 203 jüdische (11,02 Prozent) Lehrer und Lehrerinnen. Luxemburg. Am 9. August vermählte sich der großherzogl. LanbesrabbinerDr. Samuel Fuchs, ein geborener Ungar,mit,FräuleinAlicePlumenstein, Tochter des verstorbenen Lanbesrabbiner Dr. Blumentzein. Bunte Chronik. Eine jüdische Berliner Hofsängerin des 17. Jahrhunderts. Von einer jüdischen Berliner Hossängerin aus dem siebenzehnten Jahrhundert erzählt folgender Briefwechsel. Der Kurfürst Friedrich UI. schrieb am 16. Juli 1690 aus Wesel an den Fürsten von Anhalt und die Geheimen Räte in Berlin: „Marcus Jsaac Juden sambt Seiner bey sich habenden Tochter Brentgen Marcus von hier nach Berlin gehen zu lassen, damit gedachte Brentgen bey Unserer hochgeliebten Gemahlin mit singen aufwarten und nach derselben gutfinden sich weiter in der Music üben und perfectionicren, auch Ihre habende ungemeine stimme nach der kunst und Methode einrichten und employiren lernen." Die Antwort des Fürsten von Anhalt lautet wörtlich: „Der Jud ist angekommen, well aber E- H. Gemahlin sich änitzo nicht hier, sondern zu Hannover besticket, so werde deroselben Ich von dieses Juden Tochter Brentgen Marcus und ihrer ungemeinen Stimme, die Ich selbsten gehöret und admiriret .habe, alsosorth Nachricht geben und dero gnädigsten Befehl erwarten, ob sich diese Jüdin» dorthin begeben oder bis zu dero, Gott gebe! glücklicher Zurückkunfst sich alhier aufhalten soll." Von den weiteren Schicksalen der jüdischen Hofsängerin Brentgen Marcus ist nichts bekannt. Beiträge zur Kunstgeschichte der alte» Synagoge veröffentlicht Cornelius Gurlitt im sechsten Heft der „Zeitschrift für christliche Kunst" Er geht dabei von der Auffassung aus, daß die syrisch-palästinensische Kunstgeschichte überhaupt einer Durchsicht bedürfe. Bisher nahm man an, daß durch Alexander den Großen und die Seleuccken klassische Bausormen eingeführt worden seien, daß diese aber erst unter den römischen Kaisern, namenllich unter Hadrian, eine höhere formale Reinhell erhalten hallen. Die besten Arbeiten im Sinne klassischer Reinheit wurden daher römisch genannt und dem 2. christlichen Jahrhundert zugewiesen. So infolgedessen auch die formenschönsten der auf palästinensischem Boden ganz oder in Trümmern erhaltenen Synagogen. Wach Gurlllts Meinung liegen die Dinge anders: Als Alexander in Syrien cinzog, war dies schon längst dem griechischen Kaufmann, und damit zugleich der griechischen Kultur erschlossen. Rasch erfolgte, wenigstens für die Städte, eine Ueberwindunq des einheimischen Wesens durch den Hellenismus. Daher fällt in die beginnende Seleucidenzeit bereits das Beste, was in Syrien an llassisch stilisierten Bauten geleistet worden ist. Unter den Seleuccken vermischte sich dann bas hellenische Wesen mll dem heimischen. Als die Römer das Land betraten, war in Asien der Stll ferüg, den wir irrtümlicherweise als römischen zu bezeichnen Pflegen. Als sie im zweiten Jahrhundert friedliche Berhälttnsse geschaffen hatten, erlebte er eine zwelle Blütezeit, um sich dann langsam wieder mehr uNd mehr zu orientalisieren und um sich schließlich zu derjenigen Stllgattung auszuprägen, die wir die byzantinische nennen. Infolgedessen wird man auch anzunehmen haben, daß in Palästina.die kunstgeschichtliche Entwicklung anders, und zwar viel stettger vor sich gegangen ist, als man das gemeinhin glaubt; und man wird klassizistische .Formen von einer gewissen Reife, fowell sich solche an palästinensischen Synagogen finden, nicht ohne weiteres mehr in römische Zell verlegen dürfen. Die Synagogen selbst sind im allgemeinen, rechtwinllig gebaut gewesen, mit Reihen von Säulen ausgestattet, deren größte Spannweite etwa vier Meter betrug. Fenster scheinen die Wände nicht gehabt zu haben; vielmehr erhielt die Synagoge ihr Licht vermutlich von oben, derart, daß sie einfach einen von Säulen umgebenen Hof blldeten. Auf einer Seite findet sich in den erhaltenen,Resten eine Nische, die dem helligen Schrank der jetzigen Synagoge entspricht. Ihr gegenüber ziehen sich an der Wand Bänke hin. An den Toren befinden sich Reliefs, einmal eine Rose, von zwei knienden Lämmern flankiert; ein anderesmal die Köpfe zweier Opfersttere nebst einem Kranz. Beliebt sind muschelartige Ge-- bllde als Türverzierung. Diese kunstgeschichtliche Beleuchtung der ältesten Synagogen, die um so dankenswerter ist, als darüber noch keine befriedigenden Darstellungen existieren, will Gurlitt später weiterführen. Bucherscha«. Die „Allgemeine Hebräische Enzyklopädie" schreitet in ihren Vorarbeiten, mit denen im November v. I. begonnen wurde, rüstig vor. In den Redakttonsabteilungen zu Warschau und Berlin wird neben anderem vorzüglich an der Herstellung eines erschöpfenden Stichwörter-Ncgisters gearbeitet, was natürlich große Sorgfalt erfordert. Alle Zweige der Wissenschaften mit besonderer Berücksichttgung alles dessen, was Juden und Judentum betrifft, werden in den Kreis der aufzunehmenden Arttkel einbezogcn. Diese Arbeit geht nunmehr ihrer baldigen Vollendung entgegen. Die „Allgemeine Hebräische Enzyklopädie" soll' ihrer Anlage und ihrem Hauptzwecke nach nicht bloß ein Nachschlagewerk bilden, sondern belehrend sein. Dementsprechend werden auch die meisten Gegenstände nach einer neuen Methode zusammenhängend und umfassend behandelt, ohne ' daß dadurch der ■ Ucbersichtlichkeit Abbruch geschähe. Eine große Anzahl von hervorragenden Fachgelehrten in allen Kulturländern hat in dankenswerter Weise ihre Mitarbeiterschaft zugesagt. Für den sprachlichen Teil ist eine Kommission von Orientalisten eingesetzt, die den Redaktionen mit ihrem fachmännischen Rat beisteht. In kurzer Zeit dürfte ein umfangreiches Probeheft erscheinen, das einige größere und kleinere Arttkel nebst einer Auswahl aus dem reichhaltigen Jllustrattonsmaterial enthalten wird. Auch über Plan und Umfang dieses großem Werkes wird da ausführlich berichtet werden. „Alt Ne ul and", Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas, Nr. -8 (August) ist soeben erschienen. Das Heft enthält u. a. einen Bericht von Dr. M. B l a n k e n h o r n über die kürzlich erfolgte Einrichtung meteorologischer Stationen auf jüdischen Kolonien in Palästina, die er im Aufträge der Kommission zur Erforschung Palästinas vorgenommen hatte. Bei der Einrichtung der meteorologischen Stationen gelang es der Kommission mit dem deutschen Verein zur Erforschung Palästinas Hand in Hand zu gehen und das Zusammenwirken auf diesem Gebiete zu ' sichern. Die Beobachtungen der jüdischen Stattonen mit der Zenttale in Zichron Jacob, ebenso die Beobachtungen der deutschen Stationen mit der Zentrale in Jerusalem, werden sowohl in „Altneuland", wie in der Zeitschrift des deutschen Palästina-Vereins regelmäßig veröffentlicht werden. Cs ist wohl überflüssig, darauf zu verweisen, welche Bedeutung diese Einrichtung von meteorologischen Stationen in den jüdischen Kolonien sowohl für die allgemeine Erschließung, wie auch insbesondere für die Landwirtschaft 'haben wird. Prof. Dr. O. Marburg setzt seine Auseinandersetzungen über die Aussichten der jüdischen Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdadbahn fort: Der höchst interessante nick für die Kolonisation im Orient bedeutsame Aufsatz wird in der nächsten Nummer abgeschlossen. Prof. Dr. D. S ch ö n selb-Jena berichtet auf Grund eigener Untersuchungen über die Halbinsel Sinai, deren Erforschung bekanntlich Gegenstand der zionistischen El-Arisch-Expedition war. Auch dieser Aufsatz, dessen Behauptungen manchmal zu kühn zu sein scheinen, wird sicherlich mit großem Interesse gelesen werden, da Prof. Schönfeld das Land daraufhin prüfte, ob es das jüdische Volk während seiner 40jährigcn Wanderung ernährt haben könnte. Er gelangte zum Schluß, baß dies wohl möglich war. Es muß natürlich noch das Ende seiner Ausführungen in der nächsten Nummer abgewartet werden, bis der Leser ein llares Bild über das in Frage stehende Gebiet erhält. Des weiteren enthält die Nummer den Konsularbericht von Damaskus von 1902, die Angaben über den Regenfall an der Küste Palästinas im vergangenen Winter 1903/04 von Dr. M. Blankenhorn (1. meteorologischer Bericht), welche dartun, daß das laufende Jahr ein durchaus wasserarmes ist, eine Besprechung von Arnold Rüegg's Werk „Auf heiligen Spuren — abseits vom Wege" von Dr. S. S o s k i n, schließlich Vermischtes und den Marktbericht. Redaftionsadresse: Berlin W. 50, Regensburgerstraße 20. Preis der Zeitschrift jährlich 6 M. Ausland 6,50 Jk . Familieimachrrchteu. (Aufnahme in diese Ruürll kostenlos.) . Geburten. ■ Ein Sohn, Leon Jwiensky, Frankfurt a. Ai., Bleichstraße 28. , - Ein Sohn, Hugo Wolf, Wiesbaden. Eine Tochter, Moritz Hirsch, Worms. Eine Tochter, Goldschmidt, Frankfurt am Main, Kettenhofweg 215. Ein Sohn, Mühlfelden, Frankfurt am Main, Altegasse 27. Verlobte. Mina Goldmeier, Kleinlängheim, mit Julius Regenstein, Frankfurt a. M. Aurelie Reich, Buchlowitz, mit Max Hickl, Brünn, Redalleur der „Jüdischen Volksstimme". Regina Frank, Frankfurt a. M., Bergtoeg 18, mit Moritz Grünewald, Bockenheim. .Fanny Stern, Würzburg, mit Louis Grebenau, Frankfurt a. M. Eheschließungen. Moritz Kohn, Frankfurt a. M., mit Jda Wallach, Frankfurt a. M. Dr. Rob. Otto Rotschick, Frankfurt a. M., mit Johanna Lachmann, Frankfurt a. M. Sterbefälle. Nätha» Gutmann, Stuttgart. Hermann Liebes, Frankfurt a. M., 80 Jahre alt, Gaußstraße 3. , Eugenie Kaufmann, Frankfurt a. M., 33 Jahre alt, Feldstraße 78. Jettchen Levy, Frankfurt a. M., 71 Jahre alt. Seligmann Grünebaum, Bergen. Eugenie Kaufmann, Offenbach a. Al. Das „Frankfurter Israel. Familieuvlatt" kostet: Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel- Familienblattes" zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus pro Vierteljahr. Auswärts (am Postschalter zu bestellen) Mk. 1,02 einschließlich Bestellgeld pro Merteljahr. Auch im Auslände nehmen sämtliche Postanstalten zu dem gleichen Preise — in Landcsmünze umgerechnet — Abonnements entgegen. Bei direktem Streifband-Bezug von der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes" : in.Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—, Rußland Rubel 1.—, Holland fl. 1.25, Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2.50 vierteljährlich._ , F. Karl Dörnbach, (Oederweg 34), appr. Masseur u. HQhneraugen-Operateur. Luna-Sect-Perle bestes alkoholfreies Erfrischungs-Getränk. Veberall erhältlich. - —■■■ Preis pro Flasche 20 Pfennig excl. Bei Bezug für den Hausbedarf durch die Verkaufsstellen 15 Pfg. excl. L. W. Wagner & Co., Frankfurt a. U. Telephon 6899. Carl Wellhansen Spezial- Geschäft für Ämateur-ffiotographie FRANKFURT AM MAIN Goethestrasse 14. SO Zeit 50 an der Hauptpost. Billigste und reellste Bezugsquelle von Uhren und Goldwaren Werkstatt für fachgemässe Reparaturen. Das Specialhaus für feine Xaararbeiten empfiehlt Scheitel, Frisets, Toupets, Zopfe, Locken, Tnffen etc. in bekannt — -■ solider, gediegener Ausführung. Schäfergasse 2. 3?h. Bleller, Heinis Nachfolger. Schillerstr. 9. Trauben! 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