Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 2 (1904)
- Issue
- Heft 34 (2.9.1904)
- Date
- 1904-09-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»MJKJP-»-- Nr. 34. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5. Küchentür stehende Hausfrau vertraulich mit den Worten: „Bon jour, Citoyenne?) nichts, Gutes zu essen, nichts Warmes zu trinken? wir klappern vor Hunger und Kälte, unsere Kleider triefen"; daraus machten sie Anstalt, in's frisch gescheuerte Zimmer einzutreten. „Wartet nur, bis ich die Fußteppiche aufgelegt habe, das Zimmer ist erst gescheuert worden," erwiderte die bekümmerte Hausfrau. „Was kümmert uns der gescheuerte Boden, wir wollen gleich in ein Zimmer," riesen die Soldaten trotzig und träten zum größten Aerger der Hausfrau in's Gemach, wo sie ihre triefenden Mäntel und Tornister auf die noch feuchte Erde warfen und sich ganz gemächlich auf's Ruhebett niederließen; der Gefangene wollte neben ihnen Platz nehmen, wurde aber barsch zurückgewiesen mit den Worten: „Was, der Bougre will auch neben unsresgleichen sitzen; das wäre nicht übel; dorthin zur Ofenbank, da ist Tein Platz!" Tie Hausfrau hatte den unwillkommenen Gästen grimmig nachgeblickt und sprach grollend: „Tas heißt Viel, was sie find; beschrieen sollen sie werden; Wunder Hab' ich gemeint, wie schön meine Jomtowstube ist, mit einmal schleppen sie ntir alten Mist ans dem Walde herein"; als sie die harten Reden an den Gefangenen vernahm, trat sie ein mit den Worten: „Habt doch ein wenig Gefühl! wenn der 5) „Guten Tag, Bürgerin." Bekanntlich redete man sich in Frankreich toährend der Staatsumwälzung nicht anders als „Bürger" an. Arme auch Euer Gefangener ist, ist er doch so gut ein Mensch wie Ihr, und brauchtt Ihr ihn nicht zu beleidigen!" „Wer hat um ihn geschickt? wäre er zu Hanse in Oesterreich geblieben," erwiderten die Loldaten trotzig. „Ist er denn aus eigener Lust hierhergekommen? Ihr schlagt Euch für Euer Land und er für sein Land; Ihr hättet ja eben so gut gefangen werden können; hättet Ihr gesehen, wie es Euch geschmeckt hätt', wenn man Euch in Oesterreich beleidigt hätte." „Halte sie uns da keine lange Predigt und geh' sie in ihre Küche, um uns etwas Gutes zu bereiten; wenn sie's zu lange macht, schlagen wir ihr den ganzen Hausrat zusammen!" „Kommen Die hinaus in die Küche, guter Freund; Sie sehen, daß da kein Erbarmen ist; stellen Sie sich zum warmen Herd, ich sehe, wie Sie vor Frost klappern; nebbich, mein armer Mensch!" sprach die Frau zum Gefangenen, ihm winkend, ihr in die Küche zu folgen. (Fortsetzung folgt.) Kunst. In Schneiders Kuustsalon wurden neu ausgenommen: ein Benj. Bautier „Besuch bei einer Freundin", eine Herbstlandschaft von A. Garino, Nizza, einige Bilder von M. Goebel, Frankfurt a. M., sowie eine Hochgebirgslandschaft von Alex. Calame. — Bon jetzt ab ist die Ausstellung auch wieder Sonntags von IOV2—1 Uhr geöffnet. Briefkasten. Zionist. Ter nächste Zionistenkongreß soll, wie verlautet, Sonntag, den 12. Mäcz^ 1905, in Basel seinen 'Anfang nehmen. Ter erste Tag Pesach fällt auf Tonnerstag, den 20. April. D. W. Es steht uns eine Korrespondenz zur Verfügung, die die Vielseitigkeit dieses Herrn im hellsten Lichte erstrahlen läßt. Räch Königsberg. Bon anonymen Mitteilungen können wir keinen Gebrauch machen. Wochen-Kateuder. Samstag, den 4. Septeniber Wochenabschnitt: Ilizowiin wajeilech. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M. 7 Uhr 55 Min., Berlin 7 Uhr 37 Min., Straßburg 7 Uhr 50 Min. Kaiser Friedrieh Quelle -Offenbach a. S.- Vornehmstes Tafelwasser. Israelitischer Mädchenklub Fahrgaage 148. Jeden Abend von 71/»—10 Uhr geöffnet. «MW /T Felix Horovitz, Silberwaren, Frankfurt am Main Telefon 3851. 0000000000 Eigenes Ciselir- und Modellir-Ätelier. 0000000000 20 SchiÜerstr. 20. 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