Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 2 (1904)
- Issue
- Heft 32 (19.8.1904)
- Date
- 1904-08-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Frankfurter Israelitischer Familienblatt. Nr. 32. Seite 6. Ein Enthaarungsmittel nun, das streng wissenschaftlichen Anforderungen gerecht wird, muß folgende Anforderungen erfüllen: 1. Es muß innerhalb 10 Minuten die Haare vollständig entfernen, darf dabei aber die Epidermis (Oberhaut) nicht angrcifcn oder gar verbrennen. 2. Es darf keinen unangenehmen Schwefelgeruch haben, so daß man cs auf der Reise benutzen kann, ohne in Hotels rc. Unannehmlichkeiten zu haben: 3. Es gebe mit Wasser vermengt eine weiche Paste und sei Lein Scifeupulver ähnlich, also von weißer Farbe; 4. Es sei vollständig giftfrei. Meine unausgesetzten Bemühungen, ein solches Präparat herzustellcu, habai zu einem Enthaarungspukvcr geführt, das obigen Anforderungen durchaus entspricht. Das „Sccuria", dessen Name gesetzlich geschützt ist, ist von angenehmem, erfrischendem Geruch, entfernt die Haare vollständig, greift die normale Haut nicht im geringsten an, ist vollständig ungiftig und verliert einerseits nicht an Wirksamkeit, wirft andererseits selbst bei täglichem Gebrauch nicht schädlich aus die Haut ein. Dabei ist cs nicht teuer, die jeweils nötige Menge einer großen Dose des Pulvers stellt sich auf 4 bis 5 Pfennige. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, daß selbst dieses glücklich zusammengesetzte Pulver nicht blind, das heißt ohne Uebcrlegung angewandt werden soll, wenn man keine Enttäuschung erleben will. Die Barthaare der verschiedenen Menschen sind individuell verschieden. Wie die Versuche ergaben, genügt für den einen schon eine ganz schwache Mischung, für den andern erst eine sehr starke, wieder andere haben schon einen . vollständigen Erfolg von einer mittelstarken Mischung. Diese Tatsachen bewogen uns das Präparat in 3 Stärken in den Handel zu bringen: 1) stark, 2) mittel, 3) schwach. Vor wertlosen Nachahmungen bewahren sich die Konsumenten nur dadurch, daß sic ausdrücklich das SccuriaEnthaarungsmittelderSchwan c n - A p o t h eke i n F r a n k f u r t a. M. verlangen und wettlose Nachahmungen zurückweisen. Redaktionelle Antwort an Viele. Die Meisten dieser Rabbiner haben keine blasse Ahnung vom Zionismus und ließen sich ,von bekannten Hetzern suggerieren, daß der Misrachi, mit vielen Gaonim und Jereim an der Spitze, die Thora untergraben wolle.*) Es wundert Sie, daß im gesegneten Ungarlande gar keine Rabbiner da sind, sondern — lauter Obe r - Rabbiner. Erschrecken Sie bitte nicht! Einige von den protestierenden Oberrabbiner» sollen erst einen Oberrabbinerposten erhalten, sosern man Dörfern von 8—10 orthodoxe Familien als Obcrrabbinatssitze betrachten will. Andere, die sich „Häupter des Gerichtshofes" nennen, tuen cs sicherlich in dem Sinne, daß sie fest davon überzeugt sind, gäbe es in ihren Dörfern jüdische Gerichtshöfe, so wären sie b e st i m m t die Häupter derselben. Es wundern sich ferner Viele, daß im „Zenttalorgan für das orth. Judentum" mit maßloser Frechheft über unsere größten Gaonim gehöhnt wird, so auch über den Gaon L. M. Landau von Botosani, dem die meisten dieser O b c r rabbiner nicht *) Siche de» Brief des Klausenburger Oberrabbiners in dieser Nummer! an die Knöchel hcranreichen, weil derselbe einen Beitrag zu einer ’M azewoh für den seligen Tr. Herzl gespendet hat, wie auch über den weltberühmten Führer des Misrachi, Rabbiner Reines i» Lida. Sic würde» sich nicht ini »lindesten wundern, wenn Sic den chreiiwertcn Verfasser auch nur annähernd so gut kennen würden, wie wir leider das zweifelhafte Vergnügen haben. Es genügt Ihnen wohl, zu erfahren, daß er bis vor kurzem noch sich als übereifrigen Zionisten gcriertc, bis er sich eines andern — hat bc.zahlcn lassen. Als Fahnenflüchtiger muß er natürlich, damit man ihm glaube, daß er es diesmal ehrlich meint, am ärgsten Hetzen. Auch scheint dieser zukünftige orthodoxe Ober rabbiner — schon deswegen arg verstimmt z». sein, das; seine segensreiche "Tätigkeit zur Ehre Gottes. Seines Volkes und Seines Landes ihm die Zeit so sehr raubt, daß er keine Muße findet, für sein gewohntes Kartenspielchen, das sonst gewöhnlich von 2 Uhr mittags bis nach Mitternacht zu währen Pflegte. Tie Gewohnheit wird bekanntlich zur zweiten Natur und wen» man der Natur Gewalt antun will, so sind gewisse Störungen unvermeidlich. Wir kommen auf das wüste Treiben dieses Herrn und seiner Hintermänner, das wir als den größten Chillul Haschcm betrachten und das obendrein nur zum Schaden des orthodoxen Judentums ausschlagen kann, des Nähern noch zurück. Briefkasten. Abonnent in Berlin, lieber die A b st a in - m u n g H e r z l 'S können wir Ihnen nach Angaben des Petersburger „Fraind" folgendes Mitteilen: Dr. Herzl stammt aus einer Marannenfamilie. Nach Semlin kamen von Innsbruck zwei katholische Mönche, namens Löbel, die daselbst oder in Belgrad zum Judentum wieder übcrtraten. Einer von den zwei Brüdern hieß Rafael, von ihm stammte Dr. Herzl ab. Hcrzls Familie führte den Namen Löbel, doch Herzls Großvater, Simon Löbl, mußte sich einen zweiten Namen erkaufen, da er sonst als Zweitgcborener nicht hätte heiraten können. Die beiden Brüder Löbel sind in Semlin begraben. Ms zur Zeit Maria Theresias die Juden aus Tcmcsvar ausgcwiesen wurden, fuhr der Großvater Simon Löbcls Amigo zum Sultan, dem die Judcngemeindc Tcmcsvar, deren Vorsteher Amigo war, unterstand und erwirkte einen schützenden Firman für seine Gemeinde. Auf der Rückreise starb Amigo in Orsova, und sein Amtsnachfolger Tajtazak war ein Großvater von Herzls Großmutter. Im Wiener kaiserlichen Hofmuseuni befindet sich ein Bildwelches Tajtazak in türkischen Kleidern reitend darstellt, lvic er vor der Kaiserin Maria Theresia in Anlvescnhcit des Grafen Kaunitz den Firman des Sultans vorweist und das Recht seiner Gemeinde fordert? Ein Großonkel Hcrzl's, Rcb Schmuel Biliz, war kaiserlich österreichischer Konsul in Philippopel. Er war ein frommer Jude und ein gebildeter Mann, in seiner Art ein Zionist. Seine Frau starb erst vor wenigen Jahren und ist mit ihm in Jerusalem begraben. Rcb Schmuck Biliz war ein bekannter Wohltäter. Seine Tochter lebt in Adrianopcl. Die Familie ist rein sephardisch. Dr. Hcrzls Großvater, Reb Chaim Biliz, bekleidete in der jüdischen Gemeinde Semlin durch 30 Jahre ein Ehrenanit. Vakanzen. Esch a. Abzette (Luxemburg) Verheirateter Kantor, Lehrer und Schächter ' per bald. Gehalt Mk, 1200 bis Mk. 1500, Nebeneinkommen Alk. 400. Hochspeyer (Rheinpfalz): Vorbeter.für die hohen Feiertage. - H a in ni i. Westfalen. Musikalisch gebildeter Vorbcter für die hohen Feiertage. Wachen-Kalender. Samstag, den 20. August. Wochenabschnitt: K i s e i z e i. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M. 8 Uhr 25 Min., Berlin 8 Uhr 08 Min., Sttaßburg 8 Uhr 15 Min. Kaiser Friedrich Quelle -Offenbach a. M.- Vornehmstes Tafelwasser. Das „Frankfurter Israel. Familienblatt" kostet: Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes" zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus pro Vierteljahr. Auswärts (am Postschalter zu bestellen) Mk. 1.02 einschließlich Bestellgeld pro Vierteljahr. Auch im Auslande nehmen sämtliche Postanstalten ja' dem gleichen Preise — in Landesmünze umgerechnet — Abonnements entgegen. Bei direktem Streifband-Bezug von der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes": in Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—, Rußland Rubel 1.—, Holland fl 1.25, Frankreich,' Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2.50 vierteljährlich. Koscher. Koscher. 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