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Neue jüdische Presse · 1904-08-12 · Heft 31 (12.8.1904) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
2 (1904)
Issue
Heft 31 (12.8.1904)
Date
1904-08-12
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 31. „Englische Literatur" und „Englische Sprache", scr- »cr „Drama" und „Epos", „Edda", „Enzyklopädie"; der Kunst gehört der Artikel „Einailinalcrci" mit schöner Farbcntafcl an. Auch der Landwirt zieht seinen Vorteil aus dein Werk durch Studium der Artikel „Drainage", „Dreschmaschine", „Düngung", „Düngerstreuiiiaschiiicii", „Elcltromotorcn", „England -Ackerbau, Viehzucht), „Enten", „Entivässcrung", „Erdarbcitcn", während die Artikel „Eigentum", „Erbrecht", „Erbpacht", „Domäne", „Enteignung", „Einkommensteuer", „Ehe", „Eherccht" re. sür alle sozialen Klassen von größtem Interesse sind. Alles in allem, der •>. Band ist wiederum ei» prächtiges Werk, auf das die deutsche Literatur stolz sein darf. * * * Carl 9.\'o mm er t: Topographie des alten Jerusalem. Erster Teil: Zion und Akra. Verlag und Druck von E. Haberland in Leipzig. Preis 8 JL Carl 9.'i o m m ert ist ein bekannter Forscher ans dem Gebiet der Topographie der heiligen Stadt. Wenn . seine früheren Arbeiten meist die heiligen Stätte der Christenheit betrafen, so behandelt er in der gegenwärtigen Schrift einen Gegenstand, der uns Juden in erster Reihe interessiert. Es ist ein bedauernswerter Umstand, daß jüdische Forscher hier das Feld fast ganz christlichen Forschern überlassen. So war cs in alter Zeit nicht. Wir haben aus alter Zeit Beschreibungen der heiligen Stadt und des heiligen Landes, die — um das hier gleich zu sagen — von unserem Verfasser bedauerlicherweise säst ganz unberücksichtigt gelassen wurden. Auster I o s e p h u s nennt der Verfasser keinen jüdischen Autor. Und doch enthalten schon die T a l in u d e ii u n d M i d r a s ch i in sehr »vcrtvvllc Berichte über diesen Gegenstand, die unschätzbare Materialien sür das behandelte Problem hätten liefern können. Trotzdem ist die Leistung Momincrts auch für uns sehr wertvoll und sic wird einem jeden Freund der heiligen Stadt willkominen sein. Besonders wertvoll wird das Buch für diejenigen sein, die nicht in der Lage sind, die Quellen selbst zu benützen; ihnen gibt 9.i?om»icrt durch seine zwar von mancher Seite getadelte, aber sicherlich nur lobenswerte Methode, die Qucllentextc, sowie Zitate ans den Arbeiten anderer ausführlich und ivortgetreu wiedcrzugeben, eine Samnilung der ganze» Literatur. Die Anordnung des Werkes ist dergestalt, das; die einzelnen Bestandteile der Stadt Jerusalem im wesentlichen in der Reihcnsolge behandelt werden, wie sic geschichtlich dem Ganze» sich angcgliedcrt haben, rmd zwar in zivci getrennten Abteilungen. Im ersten Teil, den wir eben vor uns haben, ist die Altstadt, d. i. das alte „Iebns- Z i o n" und die durch Davids Bautätigkeit daraus gebildete „D avidsstadt-Zio u" mit den beiden Hügeln der Altstadt: Zion »nd Akra, behandelt. Dem anderen Teil ist Vorbehalten die N c u st a ü t (Bczctha, Kcinopolisj und das Tempel- und Palastguartier, welche Salomo an die alte Davidsstadt- Zion im Norde» und Oste», derselben anfügte, und welche inan als „S a l o m o n s st a d t" von der „Davidsstadt" zu unterscheiden hat. Das mittelalterliche Jerusalem, von Hadrians Aelia Capitoliua angefangcii, bis an den AuSgang der Kreuzzügc, gedenkt Verfasser in einem besonder» Wert zu bearbeiten. Das Endergebnis der in lg Kapiteln niedcrgclcgten tiefgehenden und erschöpfenden Untersuchungen des Verfassers in diese», ersten Teil, ist folgendes: Jerusalem war von jeher eine Zwcihügclstadt. Das Tal, welches.nach Flavins Jofephns die beiden Hügel der Altstadt voneinander trennte, ist ebensowenig identisch mit dem modernen Stadt.eile el Wad, als die moderne Stadt mit der alten Davidsstadt. lieber die Lage der alten Davidsstadt nntcrrichlec uns der von Jofephns als die „alte Mauer" bczcichnete Lauf der alten Nordmaucr einerseits und die Bodciigcftaltung des südlich davon gelegenen Terrains anderseits. 'Lag die alte Davidsstadt südlich der von Jofephns in ihrem Verlaufe nachgewicscncn alte«, Nordmaucr, so kann nur der sogenannte Obcrzio» dem Oberstadthügel, und - der sogenannte Untcrzion dem Untcrstadthügel Akra, das zwischen Obcr- und Unterzion aber sich hinziehcnde Tälchen de», Tyropöon des Jofephns entsprechen. Das Hans des Königs David sowie auch die Davidschc Königsgruft sind nicht auf dem sogenannten Oberzion, sondern auf dem Unterzion, und zwar ans dessen Nord-, beziehungsweise Nord-Westseite zu suchen. Der Umstand, das; man bis ins zweite Jahrhundert unserer Zeitrechnung die Lage der Daviüschen .Königsgrust kannte,, welche noch in de» Tagen Hcrodcs des Großen Gegenstand sakrilegischcr Plünderung gewesen ist, sonne der Umstand, das; Hcrodcs ein Sühnedenkmal aus wcistrm Marmor vor dem Eingang in dieselbe errichten liest, das erst im zweiten Jahrhundert der genannte» Zeit zusammenbrach, beweisen, das; man »och in jener Zeit wustte, wo die Stadt Davids (Zion), innerhalb deren dieses Grab sich befunden hat, gelegen war. Wird cs als gcwis; angesehen, das; man noch bis in das zweite christliche Jahrhunderr die Lage der alten Davidsstadt Zion kannte, jo nn'rd es in gleicher Weise alS gewiß angesehen werde» müssen, das; der Hügel und die Kirche, welche man in den ersten christlichen Jahrhunderten das „heilige Zion" nannte, der alten Davidsstadt Zion angehörtcn: den» es. ist ungereimt, anzunchmeu, daß man wustte, wo Zion war, und doch einen andern Ort mit diesem Namen bezeichnctc. Die Gewißheit, daß der Berg Zion ans dem sogenannten traditionellen Zion zu suchen' ist, verbürgt uns, das; auch die alte Daoidsstadt-Zion auf dem traditionellen Zion, nicht aber auf dem Tcinpclberg sich befunden. Wir könne» das Buch Mommerts allen für die heilige Stadt Interessierende» warm empfehle», wobei wir wünschen, das; recht viele unter uns Juden für derartige Dinge sich interessieren »lögen. S. F. * * * Das 9t ii g n st Heft der i l l u st r i c r t c n Ai o - n a t s f ch r i s t f ü r modernes Indent u in „O st u n d W e st" (Verlag von O ft und W c st, G. m. b. H. Berlin NW. 23, Altonacrstr. 3(i), ist ganz dem Andenken des verewigten Führers der Zionisten Dr. Theodor Hcrzl gewidmet. Das mehr als das Doppelte des gewöhnlichen Umfanges fassende Hest bietet eine reiche Fülle äußerst interessanten literarischen und Illustrations-Materials. Eine Neihc hervorragender Männer aus allen Ländern, die dem Bcrewigten im Leben nahe gestanden haben, vereinigten sich, um dcgn edlen und seltenen 9.i('annc ein Denkmal von bleibendem Wert zu setzen. Die Abhandlungen bieten nicht nur höchst wertvolle Beiträge zum besseren Verständnis des 9)i e n s ch e n Herzl und den Bestrebungen des F ü h r e r s Hcrzl, sonder» gewähren auch tiefe Einblicke in die innere Geschichte der zionistischen Bewegung, sowohl nach der intern-organisatorischen, als auch nach der externen diplomatischen Seite hin. Den Reigen eröffnet der berühmte Orientalist und persönliche Freund des Sultans, Prof. Dr. H. V a m b e r y - Budapest, der in fesselnder Weise über die von ihm eingcleitetcn Bcziehiingeii des Zionistenführers zur hohen Psortc berichtet, wie auch über die Beurteilung, die die Bestrebungen Hcrzls am Goldenen Horn fanden. Der hervorragende Wiener Publizist, Redakteur der „Neuen Freien Presse", Dr. W. Goldbaum, ein langjähriger Freund und Kollege Hcrzls,' zeichnet in feinen Umrissen ein ergreifendes Bild des Menschen und Schriftstellers. Während Israel Z a n g w i l l - London in seiner prickelnden Weise „die große Tragödie" charakterisiert, die sich in Herzls Lcbcnsgang spicaelt, gibt 9.iiax Nordan- Paris, in erschütternden Worten dem Schmerz über den Heimgang seines Freundes und Mitkämpfers Ansdruck. Was der bekannte hebräische Publizist N. Sokolow-Warschau über die nur wenigen Eingeweihten zugänglichen Tagebücher, die Herzl hintcrlasscn hat, mitzutcilcn weiß, ist geeignet, lebhaftes Interesse zu erregen, ebenso wie die Erinnerungen eines der hervorragendsten Führer der deutschen Inden, mit dem Hcrzl durch die Vermittelung des Rabbiners Dr. G ü d e m z n n bekannt wurde, und der wohl der erste war, dem der „Judenstaat" im Manuskript vorgclcscn wurde. Dr. M. G a st c r - London spricht eingehend und mit großer'Sachkenntnis über die Zukunst des Zionismus, während Gustav G. Cohen in Hamburg außer interessanten persönlichen Reminiszenzen drei sehr lesenswerte Briefe Herzl's, die als Facsimile wicdcrgegeben sind, mitteilt. Heinrich Port Steiner- Wien entwirft ein anziehendes Bild des Zionistensührers im Kreise seiner Familie und Freunde und schildert ferner die letzten Tage des Verbkichcnen. Einen tief empfundenen Nachruf widmer die Baronin Bertha von Suttner ihrem verewigten Freunde. Dr. I. E l i a s ch o f f - Warschau gibt einige in die Tiefe von Herls Eigenart führende Apercus. 9.1, artin B u b c r - Berlin behandelt Hcrzls Verhältnis zur Historie, während Dr. Theodor Zloe i st i-Berlin in feinsinniger Weise ans Grund zweier Portraits des Verstorbenen, die großen Wandlungen zeichnet, die sein Schicksal an seiner äußeren Erscheinung vollzogen hat und wie er allmählich verblutet ist. Nicht ohne tiefe Rührung wird man die letzte literarische 9lrbcit Hcrzls (in Facsimile). ein 9lnfrnf an die jüdische Jugend, lesen. Auch einige der feinsten älteren Arbeiten des feinsinnigen Könstlcrs Herzl findet man hier wieder Ivic „Solo» in Lydien", „9.1,'auschcl", „die Menorah". Gegen fünfzig glänzend ausgcsührtc Jllnstrationrn schmücken das vornehm ausgcstattcte Heft, von denen die meisten interessante Darstellungen aus dem Leben und Wirken Herls bringen. Erschütternd wirkt die Reproduktion des nenestc» großen Gemäldes „Golus", von dem berühmten Maler Hirßenbvrg, nebst ll) Einzclsludiei, zu demselben, von einem erklärenden Text begleitet. So bildet dieses Heft an Inhalt und Ausstattung ein schönes und würdiges Denkmal der Pietät und der Erinnerung an de» großen Toten. 9.1,'it Rücksicht ans den beträchtlich erweiterten Umfang des vorliegenden Heftes wird dasselbe im Einzelverkanf zum Preise von I auf Kunstdruckpapier I. 50 abgegeben. Vakanzen. Nicdcrohmen (Qbcrhcsscnl. Hilssvorbctcr für Jom Kippur. Erdmannrode >Krcis Hünfcld). Lehrer und Schächter. Ca. Mk. 900 Einkommen und freie Wohnung. Bieldungen an Borstchcramt der Israeliten in Fulda. Würz bürg. Für die Lehrerbildungs-Anstalt religiöses Ehepaar als Verwalter per Oktober. Das „Frankfurter Israel. Familienblatt" kostet: Frankfurt a. M. (durch Postkarte bei der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes". zu bestellen) Mk. 1.— frei ins Haus pro Vierteljahr. Auswärts (am Postschalter zu bestellen) Mk. 1,02 einschließlich Bestellgeld pro Vierteljahr. Auch im Auslände nehmen sämtliche Postanstaltcn zu dem gleiche» Preise — in Landcsmünze umgcrechnet — Aboilnements entgegen. Bei direktem Streifband-Bezug von der Geschäftsstelle des „Frankfurter Israel. Familienblattes": in Deutschland Mk. 1,50, Oesterreich- Ungarn Kr. 2.—, Rußland Rubel 1.—, Holland fl. 1,25, Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien Frcs. 2,50 vierteljährlich. Familieuuachrichteu. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos.) , Geburten. Einen Sohn, Herrn Daniel Katz, Egelsbach. Einen Sohn, Herrn Moritz Rcichcnberg, Frankfurt a. M. Bornwiesenweg 20. Eine Tochter. Herrn Alfred Katz, Frankfurt a. Ai., Mainluststraße 14. Einen Sohn, Herrn Herlitz, Frankfurt, a. Ai-, Weserstraßc 17. ' Einen Sohn, Herrn Dr. Hchum, Tübingen. Verlobtes Betty Ullmann, Frankfurt a. Ai., mit Louis Kurzweg. Charlottenburg. Johanna Hirsch, Frankfurt a. Bi-, mit Siegfried Arnstein, Wien. , Betty Wcstheimcr, Rimbach i. O„ mit Bernhard Liebmann, Aschaffenburg. Jda David, Alsheim, mit Emanuel Stern, Frankfurt a. M. Tilly Cahn, Kvnigstein i. T., mit Ludwig Haber, iwpeyer a. Rh. Melanie Gutninnn, Frciburg i. B-, mit Max Roscnberg, Karlsruhe i. B. Paula Fridbcrg, Aiainz mit Emil Wolf, Esten a d. R. Sterbefälle. Bertha Langmann, Frankfurt a. M-, 25 I. alt. Jeanette Stern, Frankfurt a. M., 84 I. alt. Joel Adler, Frankfurt a. M.. 80 I. all. Sara Rosenberg. Usingen. 73 I. alt. Isaak Oppenheimer, Frankurt a. M.. 83 I. alt. Rosetta Jonas. Frankfurt a. M., 37 Ii alt. Lin Haifisch könnte wahnsinnig werden * bei dieser Hitze, und dabei ist man keinen Augenblick vor plötzlicher Abkühlung und Erkältung sicher I — .Meinen Sic?• sagt Herr Schmidt, .ich habe jedenfalls einen famosen Schutz gegen Erkältungen und ihre Folgen: ich führe nämlich stets Fay's ächte Sodcner Mineral-Pastillen bei mir, die Dinger lutsche ich, und bewahre mich vor quälendem Durst; ich brauche daruni nicht hastig zu trinken und bin vor Erkältung des Magens geschützt. Und erkälte ich mich dennoch in einem scharfen Luftzug oder im Regen, dann tun mir meine Pastillen wieder die besten Dienste. Dort drüben ist mein Lieferant — kaufen Sie sich bei ihm sür 85 Pfg. eine Schachtel \“ Wochen-Kalender. Samstag, den 13. August. Wochcnabschnitt: 8 e b a u f t i m. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. At. 8 Uhr 35 Min., Berlin 8 Uhr 26 Min., Straßburg 8 Uhr 30 Btin. Kaiser Friedrich Quelle -OlTcnbiich a. M.- Vornehmstes Tafelwasser. Koscher. . Koscher. Hotel nnd Pension Pärkhaus .==• Bad Harzburg. 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