Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 2 (1904)
- Issue
- Heft 21 (3.6.1904)
- Date
- 1904-06-03
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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keile 10 Örattffurter Israelitisches Familienblau. m. 21. Ausgaben. Fehlbetrag 1902 Haushaltung Bekleidung Gehälter und Löhne Schulgeld Handwerker Heizung, Gas und Wasser Seife, Lichter und Hausgeräte Schreibmaterial und Bücher Verpflegung Steuer und Versicherung Verwaltungsspesen Diverses JL 3 053.67 18947.01 4 701.63 5 298.83 2 245.35 495.15 2 855.05 969.29 387.13 379.10 214.88 358.52 736.29 Sa. JL 40 641.90 Schisf'sche Stiftung zur Unterstützung verwaister Knaben während ihrer Lehrzeit: - Einnahme n. Jacob H. Schiff, 'New-Zork Zinsen Vergütung der Lchrhcrrcn Diverse - Sa. Ausgaben. Saldo per 1. Januar 1903 Unterstützung für 18 Zöglinge Miete Gehalt Gekaufte Discont-Wcchscl _ JL 25 000.— „ 3 952.65 „ 1420.- „ 2 644.29 JL 33 016.94 JL 1232.31 „ 5 997.13 „ 287.50 „ 500.- 25 000 — Sa. JL Mädchen-Abteilung: Einnahme n. Kassa-Bestand JL Jährliche Beiträge „ Zinsen „ Zinsen aus Stiftungen „ Geschenke und Legate „ 33 016.94 5 880.90 3 282.— 4 786.24 844,90 11411.— Sa. JL 26 205.04 Ausgaben. Haushaltung Bekleidung Gehälter und Löhne Diverse Gelauster Wechsel Kassabestand _ JL 7 353.48 „ 1770.82 „ 1885.20 „ 2 995.90 „ 8 000.— „ 4199.64 Sa. JL 26 205.04 Frankfurt a. M., den 31. Mai. Der Verein „Montefiore" hatte gestern Abend den zu seinen VereinslokMtäten noch hinzugcmieteten Garten zum ersten Male seinen Mitgliedern geöffnet und hatte deshalb eine entsprechende akademische Feier mit nachfolgendem Gartenkonzert arrangiert. - Der Vorsitzende, Herr Max Eisenkraemcr, betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß cs den Vorstand mit großer Freude erfülle, den vielfachen Annehmlichkeiten, die der Verein mit seinem neuen Heime seinen Mitgliedern bietet, noch eine neue Institution hinzufügen zu können. Es habe im Sinne der Gründer des „Montefiore" gelegen, einen Sammelpunkt zu schassen für die jungen Leute, die von auswärts nach Frankfurt kommen, einen Sammclpunkt, der die Familie ersetzen soll, der den jungen Leuten Gelegenheit geben soll, sich in körperlicher, sittlicher und geistiger Beziehung zu kräftigen: — und namentlich in körperlicher Beziehung dürfte die neue Einrichtung von großem Werte sein. Nach des Tages Arbeit hat der Körper Erholung nötig, jedoch keine die Nerven noch mehr abspanncnde Großstadtcrholung in überfüllten Lokalen, sondern eine unter dem freien Gotteshimmel in der frischen, stärkenden Luft. Nach dem Vorsitzenden ergriff der Ehren-Präsident Herr R a b b i n e r D r. H o r o v i tz, als väterlicher Freund das Wort zu einigen aus dem Herzen kommenden und ihren Weg znm Herzen findenden Ermunterungen und Lehren. Der ehrwürdige Redner ging von dem Satze aus, daß, wenn jemand seine Lehre unterbricht, um sich der Schönheit der Natur zuzuwcnden, er eine große Sünde begeht. Dieser Satz will sagen, daß der Jude seine Hauptbcstimmung, das Studium der Thora, nicht wegen der Schönheiten der Natur unterbrechen darf; er will aber nicht sagen, daß der Jude sich von der Natur abwenden soll. Der Jude soll eben, wenn er die Natur betrachtet, sich zu allererst das Göttliche in der Natur vergegenwärtigen. Mit einem Appell an die Jugend, treu an Gott und an den Idealen der Thora zu halten, schloß der Redner seine mit stürmischem Beifall aufgenommene» Worte. Es brachte noch Herr Jacob «..Posen ein Hoch auf den Vorstand aus und dann blieb man noch unter den Klängen einer Musikkapelle einige Stunden vergnügt beisammen. Bunte Chronik. Ha, welche Lust, Soldat zu sein! Wie man sich erinnern wird, loar von Berlin aus angeregt worden, den kritischen Schilderungen aus dem M ilitär l eb en, die in letzter Zeit so stark um sich gegriffen hatten, andere Darstellungen mit entschieden m i l i t ä r f r e u n d l i ch e r Tendenz entgegenzusctzcn. Die „M ü n ch e n e r Inge n d" fügt nun ihren satirischen Musterbeispiele» von solchen Geschichten, die sie schon unlängst veröffentlichte, in ihrer dieswöchcntlichcn Nummer noch die nachstehende bei: „Heiß brannte die Sonne auf den staubbedeckten Kasernenhof des Kürassier-Regiments „Großer Fritz". Vor seiner im Schmucke ihrer unzähligen Abzeichen blitzenden Eskadron hielt der Rittmeister Gras dldlerhorst. „Einjähriger Kohn," ries er leuchtenden Auges, „Einjähriger Kohn, treten Sie vor! Ein halbes Jahr hat unser schönes, glorreiches Regiment den Vorzug, Sie in seiner Mitte zu sehen. Sic alle wissen, wie sparsam ich mit Belobigungen und Auszeichnungen meiner Leute bin, allein Sie, Einjähriger, haben cs verstanden, sich durch peinliche Pflichterfüllung, treuesten Diensteifer, Strammheit und Liebenswürdigkeit in mein Herz zu schleichen, ja der Liebling der ganzen Truppe zu werden. Ich ernenne Sic hiermit zum Gefreiten und hoffe, daß die beiden Ihnen verliehenen Knöpfe die erste Stufe auf der Ehrenleitcr Ihrer militärischen Karriere bedeuten. Leider haben bisher meist Ihre verehrten Glaubensgenossen cs vorgezogen, in anderen Regimentern ihrer Dienstpflicht zu genügen, in der irrigen Annahme, dort einer noch rascheren Beförderung gewürdigt zu werden. Nun, Sie wissen ja, nirgends steht es geschrieben, daß jüdischen Kameraden die Offizierslaufbahn verschlossen ist, und so erblicke ich heute schon in Ihnen ein wertvolles Mitglied, eine Zierde unseres Kasinos. Lassen Sic mich Ihre Hand drücken," schloß er mit vor Rührung erstickter Stimme, „und Euch, Leute, fordere ich ans, mit mir einzustimnien in den Ruj: Der Einjährig-Gefrcitc Kohn Hurra, Hurra, Hurra!" Vakanzen. Bunde (Ostfriesland). Rcligionslehrer, Vorbeter und Schächter per 1. Juli er. Gehalt 900 JL, freie Wohnung, 350 JL Nebenverdienst. Baden (Schweiz). Religionslehrer, Vorbeter und Schächter per August oder September. Gehalt 3000 Fr., Nebenverdienst 500 Fr. Frankfurter Zionistische Bereinigung. Mittwoch, d. 8. Juni, abends 9 Uhr, im Kursaal Milani: a) Orthodoxie und Zionismus — Oberrabbiner Roth's Broschüre. Referent: Herr A. Reinhardt. b) Bericht über den Deligiertentag. Referent: Herr Fritz So nd heim er. Familieuuachrichteu. (Aufnahme in diese Rubrik kostenlos.) Geburten. Ein Sohn, Benno Seckbach, Würzburg. Eine Tochter, Dr. Robert Dreifuß, Straßburg i. E. Verlobte. Lilly Oppenheimer, Darmstadt, mit Ludwig Offenbacher, Fürth in Bayern. Hetc Meyer, Bonn, mit Ernst Marx, Stuttgart. Eheschließungen. Benedikt Bing, Scheinfeld', mit Johanna Stern, Friedbcrg. Alfred Neuburger, München, mit Johanna Einstein, München. Sterbefälle. Olga Halbreich, Worms. Dr. Julius Heinshcimer, Karlsruhe i. B.. Mandl Hermann, Frankfurt a. M., 67 Jahre. Sarah Spiegelthal, Stuttgart. Barwizwohs. (Ohne redaktionelle Veranttoortlichkeit. Wir bitten um gefl. Mitteilung der Barmizwohs; die Aufnahme geschieht kostenlos.) Samstag den 4. Juni, Barniizwoh des Max Kränket. Sohn des Herrn Jakob Kränket, Heiligkreuzgaffe 13 II., in der Gemeinde-Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft (Schützenstr). Wachen-Kalender. Samstag, den 4. Juni. Wochenabschnitt: Behaalaus’clio. Sabbath-Ausgang in Frankfurt a. M. 9 Uhr 20 Min., Berlin 9 Uhr 29 Min., Caffel 9 Uhr 28 Min., Straßburg 9 Uhr 20 Min. Luna-Sect-Perle bestes alkoholfreies Erfrischungs-Getränk. 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