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Neue jüdische Presse · 1904-05-06 · Heft 17 (6.5.1904) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
2 (1904)
Issue
Heft 17 (6.5.1904)
Date
1904-05-06
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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m i Nr. 17. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Seite 5. Unterdessen war auch Ehrmann aus dem Geschäfte gekommen und konnte die Tonleitern seiner Frau bewundern, anstatt den gedeckten Tisch vorzufiuden. „Ja, liebes Männchen, wenn ich auf dem Wohltätigkeitsfeste spielen soll, muß ich doch üben, dann wird wohl einmal später gespeist. Marie, weshalb sorgten Sie denn nicht sür's Abendessen?" „Weil ich bis jetzt an Kurfs Bett sitzen mußte. Er wurde durch Ihr Klavierspiel so aufgeregt, daß er nicht schlafen konnte." „Antworten Sie bitte nur aus das, was Sie gefragt werden." Als das Ehepaar wieder allein war, seufzte der Manu und sagte: „Das ist nun mein häusliches Leben, wenn ich todmüde heim konime. Fast fühle ich nrich wohler, wenn ich auf Reise bin." Und der Manu sah verfallen und gealtert aus. >,J'a, lieber Louis, wenn Du verlangst, daß Deine Frau nur für die materiellen Bedürfnisse im Haushalt sorgen soll, hättest Du eine Tienstmagd heiraten müssen. Es wird aber besser gehen, wenn wir ein ordentliches Mädchen haben. Und nach dem Abendbrot mußt Du ein wenig Erholung in frischer Lust haben. Wir gehen in den Stadtgarten, ich habe es mit Lösers verabredet." Und Ehrmann, der sich am liebsten anf's Sopha gelegt hätte, blieb nichts übrig, als seine Frau in den Stadtgarten zu führen. Es war Konzert und außerordentlich überfüllt. Das Ehepaar Löser, welches schon früher gekommen war, hatte Plätze reserviert. Die Männer, die nicht nur Vettern, sondern auch Freunde waren, drückten sich die Hand und fingen bald an, sich vom Geschäft zu unterhalten. Die Damen musterten die Gesellschaft und bemerkten sehr viele Bekannte, die sie mit freundlichem Zunicken begrüßten. ■ Von einer Erholung jedoch konnte bei dem Lärm, bei der Menschenmenge, bei dem wirbelnden Staub auf den Wegen keine Rede sein und so widersprach Niemand, als Löser den Vorschlag machte, aufzubrechen und in irgend einem Cafe noch ein Glas Bier in Ruhe zu trinken. Die Gesellschaft ließ sich im Vorgärtchen eines nicht weit entfernten Cafes nieder. Da erschien ein elegantes junges Paar und setzte sich nach ivortreicher Begrüßung zu ihnen. Ehrmann blickte finster drein, stellte aber die neu Angekommenen seinem Vetter und dessen Frau vor: „Herr und Frau Direktor Epstein." (Fortsetzung folgt.) Bücherschair. D i e K a b b a l a h. Von Dr. Erich Bickhosf. 120 u. VII. S. Leidig. Th. Griebens Verlag. 1904. Der Verfasser, der als Forscher auf dem Gebiet der jüdischen Literatur bereits einen guten Ruf besitzt, versucht hier in populärer Form eine Darstellung der Kabbalah, der jüdischen Geheimwissenschast, die, wie er meint, „nicht nur bei dem Mystiker, sondern bei jedem Gebildeten, der für die Entwicklung des menschlichen Geistes im Wandel der Zeiten Verständnis hat, aufmerksame Beachtung verdient, und deren Gcdankengänge vielleicht im Vergleich mit denen des Buddhismus die tiefergehenden sind." Der erste Teil behandelt das Wesen nnd den Ursprung der Kabbalah und unterscheidet dabei folgende Perioden: 1. Die Anhänger bis zum Buche Jezirah (7.-9. Jhdt.). 2. Die Fortentwicklung unter dem Einfluß des Jezirah-Buches (10.—12. Jhdt.). 3. Die Vollendung der Kabbalah. vom Auftauchen der eigentlichen Sephiroth-Lchre an bis zum Abschluß des Buches „Sohar". (13.—I',. Jhdt.). 4. Die Nachblüte (16.—17. Jhdt.). 5. Der Niedergang. (Seit dem 18. Jahrh.) Wenn hier (S. 3) gesagt wird, daß der Talmud noch nichts von Kabbalah wisse, und daß die dort auftretenden mystischen Ideen über Merkaba usw. mit dem Geiste des talmudischen Schrifttums nichts zu tun haben, sondern aus dem Parsismus und Neuplatonismus eingedrungen seien, so dürfte dieses Urteil in seiner Mlgemeinheit doch begründeten Zweifeln begegnen. Im 2. Teil wird die Geschichte der Kabbalah behandelt, wobei auch der Sohar, als dessen Verfasser Bischofs nach dem Vorgang von Grätz n. a. Mose de Leon bezeichnet, besprochen wird. Der Chassidismus wird (T. 40) etwas kurz als „bornierte jüdische INtraorthodorie voll Wunder- und 2lberglaubens" abgetan. Der dritte Teil, der die Lehre der Kabbalah zum Gegenstand hat, handelt in drei Abschnitten über Metaphysik, Anthropologie und Magie der Kabbalah. Der Verfasser, der sich bemüht, die wesentlichen Punkte des schwierigen Stoffes dem Laien in anschaulicher Form darzubieten, und dem dies in. E. ganz besonders bei der schwierigen Sephiroth-Lehre gelungen ist, hat sich im allgemeinen ein unbefangenes Urteil über die Kabbalah bewahrt. Wir führen hier die Schlußworte seines Resünws an (S. 108): „So bietet sie einen kulturhistorisch hochinteressanten Studiengegenstand dar, dessen eindringendcre Durchforschung leider durch die dunkle Darstellungsweise und das viele magische und mystische Beiwerk sehr erschwert wird. Trotzdem ist das Wertvolle, das sie enthält, vollauf genug, um ihr dauerndes Interesse zu sichern." Im einzelnen ist dem Verfasser allerdings manche schiefe Bemerkung mit unterlaufen, wenn auch nicht alles auf sein Konto zu setze» ist. So beruht z. B. die Ansicht, daß schon die Tephillin nnd die Mesusa eine Art Amulette des talmudisch-rabbinischen Jttdentums sind (S. 92), auf einer sehr oberflächlichen Auffassung. Andrerseits hebt der Verfasser init einer Objektivität, die wir bei nichtjüdischen Forschern leider nicht allzu häufig antreffen, die hohe Ethik des „Buches der Frommen" und des „Rokeach" hervor, und benutzt die Gelegenheit, da er von der „Geheinilehre" des Judentums spricht, um der Blutbeschuldigung in nachdrücklicher Weise entgegenzutreten. (S. 40, 41.) Das Buch ist in katechetischer Fort» (Frage und Antwort) abgefaßt. Hervorzuheben sind noch die sehr interessanten Abbildungen nnd die schöne Ausstattung. Dr. I. ll n » a. An unserer Schule ist die Stelle einer Lehrerin zu besetzen. Die Befähigung zur Erteilung von Handarbeits- und Turnunterricht ist erwünscht. Streng religiöse Bewerberinnen belieben ihre Meldungen mit Zeugnisabschriften bis zum 20. dieses Monats an die unterfertigte Berlvaltung, zu Händen des Herrn Rektor Falk. Bärenstr. 1. einzureichen. Frankfurt a. M., den 4. Mai 1804. Die Verwaltungskommissiou der Israelitischen Volksschule, Das .Frankfurter Israelitische Familienblatt" kostet in Frauksürt a. M. Mk. 1.— einschließlich Bringer, lohn, auswärts Mk. 1.02 einschließlich Bestellgeld (bei Abholung von der Post 12 Pfg. weniger). Auch nn Auslände nehmen sämtliche Postanstalten Abonnements entgegen. Bezug durch Streifband Mk. 1.50 vierteljährlich Ausland Mk 2.—). Kaiser Friedrich Quelle —— Offenbach a. M. —— Vornehmstes Tafelwasser. Koscher. Koscher. Hotel nnd Pension Parkhaus Bad Harzburg. --= Schönste Lage. — Vornehmes Etablissement I. Ranges. — 48 Salons. Illustrirte Proapecte gratis und franco. G. Wagner, Dentist, Rechneigrabenstr. 4. Sprechstunden von 9—12 und 2—6 Uhr. Zahnplompen in Gold, Porzellan, Silber n. Emaille, sowie Zahnkronen u. Gebisse ln Gold, Platin n. s. w. in nnr feiner Ausführung. Schmerzlose Behandlung unter Garantie. Israelitischer Mädchenklub Fahrgame 118. IV Jeden Abend von 7 Vs—10 Uhr geöffnet. 1 Verein Moniefioue, Seiterstrasse 22 pri. Club - Localitüteu geöffnet täglich von 12—3 und 6—11 Uhr. Jüdisch-Literarische Gesellschaft Frankfurt a. M., im März 1904. P. P. Wir beehren uns hierdurch die verehrlichen Mitglieder unserer Gesellschaft zu der am Donnerstag, den 12. Mai er., Nachmittags 8 Ulir im Hotel Nenhof, Goethestrasse 25, stattfindenden JMlittflieder-VerSammlung ergebenst einzuladen. TAGES-ORDNUNG: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Rechnungsablage. 3. Anträge. *) Den satzungsgemäss der Tages-Ordnung vorausgehenden wissenschaftlichen Vortrag wird Herr, Rabbiner Dr. B o n d i aus Mainz über das Thema : Der Siddur des Gaon Säadia halten. Der Vorstand i. A.: Direktor Dr. Lange, Vorsitzender. *) § 10 der Satzungen: Die Mitglieder-Versammlung entscheidet über Anträge, welche vom Vorstande gestellt oder von einzelnen Mitgliedern 4 Wochen vor dem Versammlungstermin bei ihm eingereicht sind. Koscher Camembert-Käse -Wm. Die so sehr beliebten Bebe-Camembert-Käschen sind wieder eingetroffen. Dieselben überbieten an Geschmack und Qualität alles bisher Dagewesene in diesem Genre und sind daher anch in Folge ihrer Grösse sehr zu empfehlen Telefon 1293. MetZffer BSrnestrasse 39. Haarscheitel-Fabrik• 'Ganze PerrUcken von 18 Mark an, Stirnfrisett von 3 Mark an, Zöpfe von 3 Mark an empfiehlt: Robert Tümmel, Börneplatz 7. Solinger nnd französ. StaMwaren Tischmesser u. Gabeln, Ess- und Kaffeelöfel, Taschenmesser, Rasiermesser, Revolver. und zwar: empfiehlt: Scheeren, Gartenscheeren, Schneiderscheeren, Tranchiermesser, Korkzieher. in "bester Qu.alitä.t zu "billigstem. Freis. Reparaturen nnd Schleifereien werden bestens ansgeftthrt. 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