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Neue jüdische Presse · 1903-07-31 · Heft 39 (31.7.1903) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 39 (31.7.1903)
Date
1903-07-31
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 39. Frankfurter Israelitisches FamiReMatt. Seite S. „Wie? Was liegt Dem guten Menschen näher, als die Leinen? Giebt's schönere Pflichte» für ein edles Herz, Als ein Verteidiger der Unschuld sein. Das Recht der Unterdrückten zu beschirmen? — Die Seele blutet mir um euer Volk, Ich leide mit ihm, denn ich muß eS lieben- Ihr aber, den Natur und Ritterpflicht Ihm zum geborenen Beschützer gaben. Und der es verläßt, treulos Übertritt Zunr Feind und Ketten schmiedet seinem Land, Ihr seid cs, der mich verletzt und kränkt. Wir vermöchten daher beim besten Willen nicht einznsehen, warum diejenigen, die von einer jüdischen Mutter geboren sind, dieser menschlichen und auch göttlichen Pflichten ledig sein sollten, und so ungescheut ani Untergange des jüdischen Volkes arbeiten dürften. Selbst ein „Kruschewan", der wohl ein Bluthund ist, trinkt nicht das Blut seiner Brüder, der Söhne seiner Mutter. Doch nicht etwa darum, weil mit dem Tage, als Israel die Gesetze der Gerechtigkeit und der Moral empfing, zum Volke ward?! Ueberdies, hat nicht Gott unseren! Stammvater Abraham den Besitz des Landes Kanaan verheißen, bevor noch von der Thoragebung die Rede war? Und hatte nicht Gott' Israel ans dem Sklavenhanse Egypten befreit, noch bevor ihm die heilige Lehre anvertrant ward, weil diese Lehre eben nicht für elende Sklaven berechnet ist, deren Ohren an die Türpfosten gehören. Wirdürfen aber nicht hoffen, daß ein Herr & 9). sich durch Gründe, die ans der Thora und der Vernunft resultieren, wird überzeugen lassen, er weiß es natürlich besser, ihm genügt nicht, daß einer von einer jüdischen Mutter geboren ist, nur dann wird Dich, geehrter Leser, Herr X- 9). als Bruder anerkennen, wenn Du die 613 Gebote beobachtest! Man muß doch erwarten, daß ein Gerechter, >vie Herr T. I. von seinem Nächsten nicht verlangt, was er selbst nicht leistet. Er erfüllt deinnach alle Gebote der Thora, die einem Könige, einem Hohen? Priester vorgeschrieben sind: er erfüllt und beobachtet alle Gebote, die mit dem Lande der Väter eng verbunden und nur dort ersüllbar sind. Herr X. 9). ist aber nicht nur König und Hohepriester, er ist auch Prophet (Mijaum schcchoraw Beth-hamickaesch . . denn aus welch' andere Weise konnte er es denn erfahren haben, daß wir inoralisch so. weitigesunken sind, dafür zu schwärmen, in dem Lande zu wohnen, in dem einst die Propheten wandelten, in dem Lande, in dem jeder Stein ein Gedenkstein unserer glorreichen Geschichte ist, jeder Berg, jedes Tal, ein Schauplatz des Sieges, oder auch ruhinvoller Niederlagen unserer Väter, jeder fußbreit Boden gleichsam ein nationales Gcdenkblatt bildet?! Es ist klar, daß Iveun jemand mit einem derartigen moralischen Gebrechen behaftet ist, er ängstlich beinüht sein muß, dasselbe zu verbergen, damit er nicht zum Gespötte werde bei denen, die „Gott, sein Volk und sein Land — lieben." Wir haben uns daher redlich Mühe gegeben, dies zu bemänteln. Wie sich jeder Leser überzeugen kann, haben wir davon mit keinem Worte gesprochen; wir haben vielmehr auf die vor aller Welt offen liegenden Wunden, an denen unser armes Volk verblutet, hingewicsen: wir haben ihren Ursprung zu zeigen versucht und den Weg zur Linderung derselben angedeutet. Denn auf eine Heilung ist im „Goluß" nicht zu hoffen, weil auf fremden Boden in unnatürlicher Lage die Uebermcnschen gedeihen, die im Rainen der Menschlichkeit und der Humanität und sonstigen hohlen Redensarten ihr eigen Volk verraten und unl ein Linsengericht verkaufen. Es ist eine verpestete Luft, die wir atmen, darum gedeihen in ihrem Banne die nierkwürdigen Ober—Ueberfrommen, die Auserwählten des auserwählten Volkes, denen die Rettung des Judentums und des jüdischen Volkes „weit, weit an Bedeutung nachsteht" gegen das, was sic — selbst nicht tun und zu tun nicht einmal die Absicht haben; sie fordern vielmehr „die jungen Kräfte" auf, „hier einzusehen". Einen weiteren herben Schlag hat Herr 9). unserer Eigenliebe verseht, indem er die Tatsache andeutete, die wir ebenfalls verbergen zu können glaubten, nämlich, daß >vir ans den Titel „Am-Haarez" berechtigte Ansprüche hätten. Zwar meint Herr X. 9)., daß in unseren Tagen es keine Schande mehr sei, aber da sind wir mit , Herrn X. 9). — wie sehr wir sonst auch mit unseren Ansichten übereinstimmen . . — ganz entgegengesetzter Meinung. Daher sagen wir mit Herrn X. 9).: Wer aber ein 9lm-Haarez ist, wer in Theorie und Praxis den göttlichen Willen unberücksichtigt läßt, der — kann kein nationaler Jude sein, der trägt am meisten zur Assimilation bei, mag er noch so sehr gegen die Kolonisation Palästinas eifern.Den kleinen Variationen, die in denr Satze gemacht werden mußten, fügen wir noch bei: Ein 9lm-Haarez, der weder das weiß, was er selbst redet, noch versteht, was andere sagen, der nicht einmal eine Ahnung zu haben scheint, von welcher Beschaffenheit die 613 „Mizwos" sind, sodaß er vermeint, jeder Einzelne vermag, ja muß sie insgesanit erfüllen, jemand dessen Herz nicht einmal mehr ahnen zu können scheint, wie es Millionen unseres Volkes zu Mute ist, der hat nicht das Recht, mitzureden, wenn über das Wohl und Wehe eines ganzen Volkes geredet wird, auch nicht, wenn cs sich blos — um das jüdische Volk handelt. . . . Bücherschau. Ghetto.... Ein Trauerspiel in 3 9lufzügen von Hernr. Heijermans jr. Deutsch von Franciska de Graag. Verlag vonK. F.Koehler, Leipzig 1903. Der Verfasser des durch seine Llufführungen rühmlichst bekannten Dramas »Die Hoffnung" ist nun mit einen! zweiten größeren Bühnenwerk in die Oeffentlichkeit getreten. Diesmal hat er seinen Stoß in den jüdischen Kreisen gesucht und zwar in den untersten. Er ist in die früheren Ghettogaffen hinabgestiegen und zeigt uns die heutigen Bewohner derselben. Hierbei ist gleich zu bemerken, daß es sich unseres Wissens nach im vorliegenden Drama nur um die heutigen Insassen des ehenialigen amsterdamer Ghettos handeln kann,-die wohl dem9lutor, der selbst 9lmsterdamer ist. als Borwurf dienten. Aber auch dann sind die auftretenden Personen nicht als Typ zu betrachten, sondern nur als vereinzelt vorkommende Menschen, die durch den Druck, unter dem die Juden Jahrhunderte zu leiden hatten, nicht imstande sind, sich aus ihrer niederen Sphäre zu einer höheren idealeren Stufe emporzuringen. Es sind düstere abstoßende Gestalten mit ihrem lichtscheuen Gewerbe. Sachel, der seit Jahren erblindet ist, lebt mit seiner Schwester Esther und seinem Sohne Rafael in der alten Judengasse, wo er jenes Gewerbe betreibt, das allein den Juden auszuüben nicht verboten war. Er ist ein Handels- und Schacherjude. Trgtz seiner Blindheit versteht er sich meisterhaft auf seinen geschäftlichen Vorteil. Sein christliches Dienstmädchen Rose, die ihm im Geschäft behülflich ist, und sich mit seinen schmutzigen Händeln nicht befreunden kann, bekommt oft bittere Vorwürfe wegen ihrer »Unehrlichkeit" und angeblichen Unmenschlichkeit dem »blinden unbeholfenen Manne" gegenüber zu hören. In Wirklichkeit aber hat dieser blinde Mann ein derartig fein ausgeprägtes Gehör, daß Rose, die er in der vergangenen Nacht die Treppe hinunterschleichen hörte, -seinen Fragen nicht Stand halten kann. Sein Freund Aaron kommt und will mit ihm wegen einer Verheiratung seiner Tochter Rebekka mit Rafael unterhandeln, wobei er ein Wollgeschäft vorschiebt. Auch hier offenbart sich wieder Sachel's schmutzige Habgier in den Worten: »und ich tu es für keinen Cent weniger als 5000 Gulden. Und wenn sie nur 'nen kleinen Fehler hat, muß sie mehr mitbringen." Seinem Sohn aber giebt -er doch nichts mit. Aaron geht fort unter Esther's Versicherungen, die Angelegenheit schon in die richtige Bahn zu lenken. Rafael, der den ganzen Tag außer dem Hause — am Grabe seiner Mutter — war, kommt nach Hause und wird nichts weniger als allzufreundlich empfangen. Es kommt zu einer sehr erregten Aussprache, in der Rafael dem Vater seinen Entschluß, aus dem Hause zu gehen, mitteilt. Die Gründe, die er angiebt, entrollen 'uns ein trauriges Bild der sittlichen Gebrechen einer gewissen Klaffe unserer Glaubensgenossen. Lassen wir den Dichter selbst erzählen. Rafael: »Ich war ganz harmlos, n'Junge, ein Kind. Und ich war dir gut, Vater. Ich war dir innig gut. Wenn ich dich so durch den Laden und die Speicher tasten sah, dann hätt ich weinen mögen. Hab' ich dich doch gekannt mit Augen doller Leben und Fröhlichkeit. Es war so schrecklich zu denken, daß du immer und immer im Dunkeln lebtest. Mitunter drückt ich die Augen zu und hielt die Hand davor, um alles Licht abzuschließen. Dann dacht ich: Gott wie schrecklich, wie entsetzlich — er hat die Dinge gekannt wie ich sie kenne — nun muß er alles erraten, die Farben erraten. . . ." Sachel: »Halt den Mund! Darnach frag ich dich nicht!" Rafael: »Da kam der Tag ... ein Freitag . . . Ich hatte angefangen, dir im Geschäfte zu helfen . . . du hattest 'ne Partie Ware verkauft — ich weiß nicht mehr was. — Die Zille lag am Speicher — die Arbeiter luden die Ballen ein. Ich sehe es noch vor mir. Du standst an der Wage. Josef, der Hausdiener las das Gewicht ab. Du selber schriebst die Zahlen auf. Ich sah dich an mit solcher Zuneigung, mit solchem großen Mitleid. Du hattest einen so starken Willen — du trugst dein Unglück so tapfer. Ich wollt' auf dich zukommen und sagen: Laß mich schreiben — es macht dich müde. — Aber da sah ich auf einmal etwas, etwas, was mich zusammenschrecken ließ, das mich zurückdrängte in das Zwielicht des Schuppens. Ein Ballen wurde gewogen. Josef und der Kaufmann bückten sich nach den Gewichten und inzwischen tastete dein Fuß nach der Wagschale und drückte darauf. Sie wogen deinen Fuß mit. Niemand achtete auf dich. Sie hatten Vertrauen zu deinen blinden Augen. Du stahlst. Du warst ein Dieb. . . ." Esther: »Du lügst! Ich würde mich schämen, solche Lügen zu sagen!" Sachel: »Laß ihn nur ... Laß ihn ausreden...." Rafael: »Ich lüge nicht! Wär's nur gelogen — Ich dachte, ich hätte mich geirrt, ich wartete ängstlich auf den nächsten Ballen. Der Ballen kam — wurde auf die Wage geschoben — wieder. drückte dein Fuß auf die Schale — wieder nahmst du, was dir nicht zukam. Ich hörte, wie der Kaufmann verwundert sagte, daß die Ballen so schwer wären; mißtrauisch besah er die Wage. Du standest schweigend dabei, mit gefalteten Händen — so verlassen standst du da, so unglücklich mit deinen weißen Augen, daß niemand dich im Verdacht hatte — dich, den hülflosen Blinden. Und bei jedem Ballen wiederholle sich das — über die zwanzig mal. Zwanzig mal, zwanzig mal dein stehlender Fuß und deine toten Augen, deine teilnahmlose Haltung, dein Mißbrauchtteiben mit dem Mitleid anderer Menschen! — Nun weißt du die Hauptsache. Ich Hab' niich hinter den Speicher geschlichen und bab' geweint — so dumm war ich damals. Zwei Stunden danach sind wir in den Tempel gegangen, wie jeden Freitag Abend." Wir sehen bald, daß Rafael ein intimes Verhältnis mit Rose hat. die er auch zu heiraten gedenkt. Rebekka, die Rafael aufsucht, mutz sich von ihm die bittersten Schmähungen und Kränkungen gefallen lassen. Auch sein früherer Lehrer, Rabi Hai-zer, den Sachel aus der Synagoge niitbringt, um feinen freigeistigen Sohn wieder seiner Religion zuzuführen, muß unverrichteter Dinge abziehen. Während Rose unter einem Borwand sortgeschickt wird, beschließen Aaron und Esther dieselbe mit Geld abzufinden, und bringen es ihr auch bei ihrer Rückkunft in vorsichtiger Weise bei. indem sie ihr noch vorspiegeln, Rafael liebe nicht sie, sondern Rebekka, die er auch heiraten werde. Froh über den geglückten Streich entfernen sie sich, nnd Rose versuchte zum letzten Mal von Sachel, der erst aus ihrer Rede erfährt, um was es sich handelt, Gewißheit zu erlangen, ob Rafael schon versprochen hat. Rebekka zu heiraten. Auf ihr Drängen schwört Sachel, indenr er die Hand flüchtig an die Mesuffe legt, es sei wahr, »und nu weg. das Geld kannst Du kriegen". Rose rennt fort und stürzt sich in den nahen Wassergraben. Ein düsteres Gemälde. Grau in grau. Kein einziges versöhnendes oder nur beruhigendes Moment. Langsam, aber tötlich sicher schleicht sich die Handlung zu dem erschütternden Schluß hin. Nicht ein Lichtstrahl, der auch nur auf kurze Zeit eine Abwechselung in dieses Düstere hineinttägt. Die Gestalten sind wahr, naturgetteu. bis ins Kleinste fein ausgearbeitet. Nichts ist übertrieben, aber auch nichts verheimlicht. Mit rücksichtsloser Offenheit deckt der Autor alle Schäden auf, und beleuchtet sie in unheimlicher Weise. Es leben ja, bedauerlicher Weise, in Wirklichkeit Persönlichkeiten unter uns. wie sie der Dichter in Sachel gezeichnet hat. Persönlichkeiten, auf die der menschenadelnde Geist des Judentums, trotz sttikter Beobachtung der sogenannten äußerlichen Gesetze, keinen Einfluß ausgeübt hat. Sein ganzes Leben hat Sachel in seiner schmutzigen Judengasse verbracht, hat seine Mitmenschen betrogen. Aber, er ging jeden Sonnabend in die Synagoge und beobachtete stteng alle äußerlichen zeremoniellen Pflichten seiner Religion. Doch wie steht es mit der Nächstenliebe'? mit den Pflichten der Ehrlichkeit und Offenheit seinen Mitmenschen gegenüber? — Wir können es unter solchen Umständen sehr wohl verstehen, wenn der rechtlicher und geradedenkende Rafael, abgestoßen durch das Tun feines Vaters, der Religion seiner Vorfahren, die doch so unendlich von der Begriffssphäre eines Sachel entfernt ist, untteu wird. Rose, als einzige Vertteterin des christlichen Elements, ist aber auch durchaus keine makellose Gestalt. Ihre lügenhaften Ausreden und ihr geducktes Wesen, tragen nicht dazu bei. ein wärmeres Gefühl ftrr sie auflommen zu lassen. Die dramattsche Schuld der Rose läßt ihr tragisches Ende als Sühne wohl rechtfertigen. wenn auch nicht in so krasser Form. Gradezu traurig dagegen ist dieser Rabi Hai-zer. Obwohl er die kleinste Rolle ist und nur ein einziges Mal austritt. ist er es doch, der am schlechtesten abschneidet. Seine Bekehrungsversuche Rafael gegenüber, nehmen sich so altfränkisch, so unbeholfen aus, daß wir nur ein mitleidiges Kopfschütteln für ihn übrig haben. Glücklicherweise ist es in Wirklichkeit nicht so um diesen Stand bestellt und ist er die einzige Figur in unserem Drama, die nicht dem Leben entsprechend gezeichnet ist. Zur Auffahrung dürfte sich vorliegendes Werk weniger eignen, da es, zu einseittg tragisch behandelt, keinerlei Abwechselung bietet. E. Bunte Chronik. Diejüdische Gemeinde in Konstantinopel zählt 50000 Menschen, die fast durchaus materiell schlecht situiert sind. 2000 Familien leben von problematischen Geschäften, die man nur schwer detaillieren kann; hauptsächlich ist es Hausierhandel mit alten Kleidern und mit in Zersetzung begriffenen Lebensmitteln wie Fischen, Gemüsen, Cittonen, Orangen. Salzfleisch, Eiern etc.: 5000 Familien ernähren sich im Kleinhandel, 500 nur vom Betteln. 1200 Familienhäupter schlagen sich kümmerlich als Hmrdelsangestellte durchs Leben; 1000 andere betteiben schon Geschäfte, in denen ein Kapital von ca. 5000 Piast. rouliert. Nur etwa 100 Familien können als reich gelten. Bon rechtswegen sollte diesen die Erhaltung und Unterstützung der wohltätigen Anstalten obliegen; aber sie verstehen sich geschickt dieser Pflicht zu entziehen, indem sie in öttlicher wie in moralischer Hinsicht so entfernt wie möglich von ihren Stammesgenossen leben. Die Zahl der Juden in Serbien bettägt derzeit 8000. Sie leben meistens vom Handel, sind politisch den Serben gleichgestellt und stellen ein starkes Kontingent in die gelehrten Berufe. Ein Jude, der Bankier Os er, ist Mitglied der Skupschtina. Die Juden in Sachsen. Nach den Ergebnissen der Volkszählung von 1901 befanden sich in Sachsen 12419 Juden, davon 3059 in Dresden, 6314 in Leipzig, 1137 in Chemnitz, 114 in Zittau. 208 in Plauen, 116 in Annaberg, 65 in Bautzen, 83 in Freiberg.

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