Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 1 (1902-1903)
- Issue
- Heft 36 (10.7.1903)
- Date
- 1903-07-10
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6. Frankfurter JsraMischeZ Familienblatt. Nr. 36. Sprechsaal. Neu eingegangene Bücher Geehrter Herr Redakteur!*) Nachdem Sie uns Frauen freundlichst den Eintritt in Ihren Sprechsaal gestattet, mache ich nochmals von dieser Erlaubnis Gebrauch. Das angeregte Thema kann noch oft besprochen werden, ohne erschöpft zu sein, denn die Erziehung der Mädchen ist eine Aufgabe, deren Lösung ein eingehendes Studium erfordert, wenn das Resultat den Anforderungen des wirklichen und des idealen Lebens entsprechen soll. Das Elftere verlangt eine umfassende Bildung auf dem Gebiete des Wissens und eine praktische Anleitung zur Ausübung häuslicher Tätigkeit, die das Mädchen befähigt, den ihm angewiesenen Platz als Hausftau oder in einer anderen Stellung auszufüllen. Dafür geschieht nun in unserer Zeit mehr als je, ob aber ebenso ideale Anschauungen gepflegt werden ist eine Frage, die nicht so unbedingt bejaht werden kann.. Das besprochene «Martyrium* der Chewrefrau ist ein Beweis dafür und mit Freude habe ich die Ausführungen des Herrn Abonnenten gelesen. die mit meinen Enwfinöungen sehr überein- ,stimmen. Auch ich gehöre der Chewroh an und erfülle fteudig die Mizwo Gemiiuth Chessed, ja ich Würde sicher, wenn die Pflicht ruft, ein um dieselbe Zeit geplantes Vergnügen aufgcben, ohne dies als Opfer zu empfinden. Diese hohe Befriedigung an der Ausübung der Gebote verdanke ich der Anregung im Elternhause und sehe darin das Beispiel, was Elternlehre und Elternvorblld vennag. Wir, die wir unfern Kindern alle Schätze der Welt zuwenden möchten, versäumen leicht, ihnen zu dem zu verhelfen, das die reinsten Freuden gewährt und das sind die Schätze des Herzens, ein von Gottcsbegcisterung beseeltes Gemüt, das sie anspornt, nicht nur ihren nächsten Angehörigen pflichtgetreu zur Seite zu stehen, sondern auch ihren Einfluß und ihr Wirken da zu betätigen, wo es gilt Werke der Menschenliebe an Lebenden und Toten auszuüben. Das ist eine Religion, die nicht gelehrt werden kann, sic muß das Elternhaus durchdringen und von dem Kinde als etwas Selbstverständliches empfunden werden. Damit ist besonders der Mutter, als Priesterin des Hauses, eine hohe Aufgabe geworden. Die soziale Gleichberechtigung der Frau gilt heute als Losungswort, das Studium der Wissenschaften gehört nicht mehr zu den Unmöglichkeiten, warum sollte da nicht auch das Interesse für ein naheliegendes Studium, das der Geschichte unseres Volkes, zu erwecken sein, warum können wir nicht aus den uns zugänglichen Quellen schöpfen, um selbst zu lernen und die Töchter zu lehren? Einer der nächsten Wochenabschnitte führt uns Frauen vor, die das Recht der Gleichstellung mit den Söhnen verlangten, als es galt, das Erbe des Vaters anzutreten und seinen Namen zu erhallen. Uur das materielle Erbe brauchen wir heute nicht zu streiten, diese Frage regell das Gesetz, aber wir können, das geistige Erbe der Väter übernehmen und in den uns gezogenen Grenzen tatkräftig wirken; dadurch dazu beitragen, die 3 Säulen Thora, Aboda und Gemiluth Chessed nicht wanken zu lassen, daß wir unsere Kinder und durch sie spätere Generationen für die Ideale des Judentums begeistern. Frau R. M. . St., V. Die angefragten Bücher sind verloren gegangen; sie enthielten die offizielle Chronologie der Dynastiegeschichte. 8. Die Belgrad-Bibel-Notiz in der Frankfurter Zeitung hat uns durchaus kall gelassen. Die Persönlichkeit Davids ist einseitig aufgefaßt und entspricht keineswegs der Ueberlieferung. M. Der neue Reichstag hat nur 4 jüdische Abgeordnete und zwar: Singer, Stadthagen, Wurur u. Haasc. Dr. Gradnauer, Dr. Mugdan und Rechtsanwalt Dr. Blumenchal-Kolmar sind getauft und gehören jetzt der evangelischen Konfession an; ebenso sind die Abgeordneten Rechtsanwalt Dr. Herzfeld und der bekannte Schriftsteller Eduard Bernstein aus dem Judentum ausgetreten. Z. Unseren Abonnenten liefern wir die Anfänge der laufenden Geschichten — soweit möglich — gern kostenlos nach. *=) Wir schließen hiermit die Diskussion über dieses Thema, indenr wir allen Einsendern unseren Dank für ihr Interesse und für ihre Arbeit aussprechen. Briefe von Professor Dr. Hilty. 317 Seiten. 1903. Mk. 3.—, gebunden Mk. 4.—. Verlag I. C. Hinrichs'sche Buchhandlung, Leipzig. Der Orient, V. Jahrgang. Jahrbuch des Deutsch - Oesterreichischen Orientklubs, herausgcgeben von Konsul Heinz Bothmer. 1903. Verlag Centrale des Deutsch-Oesterr. Orientklubs, Berlin- Charlottenburg, Weimarerstraße 35. Thomas Rendalen. Roman von Björnstjerne Björnson. 2. Auflage. 360 Seiten. 1903. Verlag Franz Wunder, Berlin W. 9. Personalien. Herr Z. Rothschild und Gemahlin in Marburg begingen dieser Tage das Fest ihrer silbernen Hochzeit. Die Rechtsanwälte Dr. Bär, Dr. Epstein, Dr. Hecht und Mankicwicz in Frankfurt a. M., erhielten den Justizrat-Titel. Am 5. Juli starb in Frankfurt, im Alter von 38 Jahren; der Inhaber des bekannten Depeschen- Burcaus Herold, Herr Felix Levy. Der Rabbiner der Frankfurter Reform-Synagoge, Herr Dr. Plaut tritt am 1. Oktober in den Ruhestand. Vakanzen. Tütz (W.-Prcußen). Lehrer, Borbeter und Schächter. Gehalt Mk. 900,- freie Wohnung und Ncbcneinkommen. Eintrllt sofort. Rogowo (Posen). Vorbetcr und Schächter. Gehalt Mk. 800, freie Wohnung, ca. Mk. 500 Nebeneinkommen. Eintritt per 1. Oktober. Neckarsteinach (Hessen). Lehrer und Schächter. Gehalt Mk. 650, freie Wohnung und Nebeneinkommen. Eintritt per sofort. B entsch en (Posen). Lehrer, Vorbeterund Schächter per 1. September. Gehalt 1200 Mark, fteie Wohnung, 700 Mark Nebeneinkommen. Esch Wege. Shnagogendiener, Hilfsvorbeter und Hilfsschächter. Ap o ld a. Vorbeter für die hohen Feiertage. Meldungen an E. Salinger. Wiesbaden. 2 Vorbeter für die hohen Feiertage, die Schofer blasen können. Meldungen an Simon Heß. Gottesdienst traditionell. Familiennachrichten. Geburten. Eine Tochter, Herrn Martin Wolff, Frankfurt a. M., Herderstraße 27. Eine Tochter, Herrn Siegfried Levinson, Frankfurt a. M., Gaußstraße 3. Ein Sohn, Herrn Sally Löwenstein, Frankftirt a. M, Bäckerwcg 9. Eine Tochter, Herrn Marcus Flörsheim, Frankfurt a. M.. Hanauer Landstraße 7. Ein Sohn, Herrn Leo Maycrsohn, Frankfurt a. M., Allerheiligenstr. 77. Aufgebotene. Helene Schwarzschild, mit Joseph Offenbacher, Frankfurt a. M. Rosa Freund, Kl. Wallstadt, mit Naphtalic Weil, Frankfurt a. M. . Jda Hamburger, Karlsruhe, mit David David, Malsch. Eheschließungen. Rosa Schmidt, Hanau, mit Max Kahn, Mainz. Rosa Hammcrschlag, Harniuthsachsen, mit Adolf Störger II, Groß-Zimmern. Sterbefälle. Esther Herzberg, Wwe., geb. Kahn, 79 I., Hanau. Salomon Strauß, 76 I.. Marburg. telix Levy, 38 I., Frankfurt a. M. eopold Bruchsaler, 38 I., Frankfurt a. M. Max Byck, Rechtsanwalt, 45 I., Frankfurt a. M. Barmizwohs. — Ohne unsere Verantwortung und nur bei Einsendung seitens der Eltern veröffentlichet wir kostenftei für die Einsender unter dieser Rubrik Barmizwohs.— Nächsten Samstag (Wochenabschnitt Bolok) werden Barmizwob: Julius, Sohn des Herrn Max Seemann, Bleichstraße 22, in der Synagoge der Israel. Religionsgesellschaft, Schützenstraße. Julius, Sohn des Herrn Aron Reis, Rcchneigrabenstraße 12 d, in der Neuen Synagoge der Israel. Gemeinde, Börneplatz. * * 4 Rüben Moise, Sohn des Herrn. Lehrer Ascher. Eschwege in der Synagoge zu Thüngcn (Unterfranken).' Wochen - Kalender. Sabbath-Anfang: 7 Uhr 45 Minuten. Sabbath-Ausgang: 9 Uhr 30 Minuten. Kaiser Friedrich Quelle -Offenbacli a. M.- Vornehmstes Tafelwasser. NORDERNET, Hotel Falk. Ref. Herr Land rabbiner Dr. Löb, Emden. 111. Prosp. gratis. Wilhelm Glücklich Gegr. Schillerstrasse 4,1. Gegr. 1879. Frankfurt a. 91. 1879. Immobilien, Hypotheken. jfcd XarÄurg, Tension Tankhaus, einziges Hotel am Platze. Mit Genehmigung Sr. Ehnv. Landrabb. Dr. Rolf, unter Aufsicht Sr. Ehrw. Rabb. Dr. Auerbach, Halberstadt. 1. Ranges. 46 Salons, schönste Lage. Pension von Mk. 6.50 anincl.Wohnung. Besitzer: Max Hecht. - Illustrierter Prospekt gratis. — Abonnements und Inserate für das „frankfurter Israelit, famiiienbiatt“ nehmen die hiesigen Buchhandlungen: A. Rothschild, Börnestrasse 83, A. J. Hof mann, illerheiligenstrasse 87 zu Originalpreisen entgegen; daselbst ist auch stets die neueste Nummer zu 10 Pfg. das Exemplar zu kaufen. Einzelnummern unserer Zeitung sind bei sämtlichen Frankfurter Zeitungs-Kiosken zum Preise von 10 Pfennig zu kaufen. Frankfurter Israelitisches Familienblatt. VAT Wir senden unseren werten Abonnenten auf Wunsch gern unsere Zeitung gratis und franko in die Sommerfrische nach. Verlag des „Frankfurter Israel. Familienblatt." Für den Inseratenteil übernehmen wir nnr die pretzgeseizliche Verantwortung. OÖOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOG 1 *u* PAUL TflBBEN § S Bijouterie« O Juwelier § Verkauf nach Gewicht. X von den einfachsten bis zu V Ä Ä Ä X X den feinsten. © 2 Goethestrasse 2. g Enorme Auswahl. boooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo