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Neue jüdische Presse · 1903-01-23 · Heft 12 (23.1.1903) · p. Seite 10

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 12 (23.1.1903)
Date
1903-01-23
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Frankfurter Israelitisches- Familienblatt., Seite 16. thuu; erklärte doch der selige Rabbiner Hirsch, die Reform- und Assimilations-Juden, die doch wohl etwas ärgeres anstreben, als die zionistische» Führer, nicht für Reschoim, sondern für „Tiruk Serißva". Der vorgerückten Stunde wegen, ward beschlosten, die weitere Diskussion auf den nächsten Vereiusabend zu verschieben und nur die Referenten noch zu hören. Herr Löb bereicherte seine Argumente gegen den Zionismus um eines, daß er den Antisemiten neue Handhaben biete- Also dies war gleichsam das letzte Pulver, das Herr Löb noch zu verschieben hatte, und er führte es gleichsam als den Landsturm zuletzt, als seine früheren Argumente tot auf dem Platze lagen- Man sicht aber, welche Rolle der Antisemitismus bei den Gegnern spielt: nicht nur entsteht der Zionismus von ihm, scheitert an ihm, sondern erzeugt ihn auch noch obendrein. Herr O. Mayer machte geltend, daß wir vergebens nach der Gunst der Antisemiten streben, die erreichen wir nie, weil sie nichts anderes als unseren Untergang wünschen; wonach wir streben müssen, ist, das Wohlgefallen unseres Schöpfers zu erstrchen und die Achtung der Guten und Edlen der Nationen, unter denen wir leben. DieS wird geschehen, wenn wir unsere Pflicht thun dem Judentum und dem jüdischen Volle gegenüber. L. 55. Chamberlain und Delitzsch. Der in jüngster Zeit viel besprochene Verfasser der „Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts" Houston Steward Chamberlain, von dem niemand sagen wird, daß er im Geist und Interesse kirchlicher Gläubigkeit schreibt, beschäftigt sich in der Vorrede zur 4. .Auflage seines Werkes eingehend mit dem. von Prof. Fr.'. Delitzsch am 13. Januar 1902 in Berlin gehaltenen und später veröffentlichten Bortrag Babel und Bibel. Er knüpft seine Erörterungen an ein Wort Goethes: „O du armer Christe, wie..schlimm wird es dir ergehen, wenn er (der Jude Mos. Mendelssohn) deine Flüglein nach und nach umsponnen haben wird." Ein einziges Beispiel aus allerletzter Zeit, fährt er fort, soll uns veranschaulichen, wie dies Umspinnen der Flügel noch unter uns vorgeht, wie jede Sophistik, jede Gewaltsamkeit von den achtbarsten Männern für erlaubt erachtet wird, sobald sie der Zwingherrschast ihrer Ideale unter uns dienen. Den Bericht des Vortragenden über die Ausgrabungen zu beurteilen, überläßt er den Fachmännern und bemerkt nur, daß von den letzteren manche Angaben als nicht einwandssrei erklärt seien, und baß es nicht gebilligt werden könne, wenn Hypothesen, und zwar oft recht windige Hypothesen als sicher ermittelte Thatsachen eingeführt werden. Der Vortragende habe hier nach dem Grundsatz gehandelt: der Zweck heiligt die MiÜel. Nr. 12. Einer eingehenden Untersuchung nntcrzicht er die beiden Behauptungen des Vortrags, das in den Inschriften befindliche Wort El heiße Ziel und beweise den Monotheismus der Babylonier, und der Gottes- Name Jahve sei schon in einer Keilschrift dieses Volkes zu lesen. Beide Behauptungen entbehren Nach Chamberlains Darlegung jeder thatsächlichen Begründung. Die Art, .in welcher der Vortragende seine Beweisführung unternommen und seine Erklärungen abgegeben hat, wird von Chamberlain mehrfach mit harten Worten verurteilt. An einer Stelle wirft er der Aufstellung Delitzschs unbewußte Perfidie vor und das Ganze beschließt er mit dem Urteil: Als advokatische Kniffe, um in den Astgen unwissender Schöffen eine , schlechte Sache gut erscheinen zu lassen, könnte man derartige Beweismittel vielleicht entschuldigen, einerernsten Wissenschaft sind sie nicht würdig, dem vertrauensvollen Laien gegenüber sind sie unverantwortlich. * * * München, 21. Jan. Hofprediger Stöcker hielt gestern hier einen Vortrag, .in welchem er aus den Vortrag des Professors Delitz tsch über „Babel und Bibel" zurückkam und ausführte, daß man selbst aus der Theologie das Religiöse ausmerze und an dessen Stelle babylonische Märchen setzen wolle, ja . selbst aus Gottes Wort wolle man das Religiöse herausnehmen. Ang. Verd. Hoffinaim Neue Zeil 25 empfiehlt sich Neue Zeil 25 in Anfertigung von £ouqueis, Kränzen und Korben. Pflanzen in jeder Auswahl. -- Unterhaltung von Gärten anf das Sorgfältigste.- Karl Hanauer Maassgeschäft für feine Herrengarderobe : Stiftstrasse 4, Ecke Zeil. Samstag und Feiertage streng geschlossen. Bad Kissingen Streng koscher JEIotßl-POIlSiOIl HerZf&ld. Streng koscher das ganze Jahr geöffnet. 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