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Neue jüdische Presse · 1902-11-07 · Heft 2 (7.11.1902) · p. Seite 6

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
1 (1902-1903)
Issue
Heft 2 (7.11.1902)
Date
1902-11-07
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6, Frankfurter Israelitisches Familienblatt. Nr. 2. gutes Kindchen. Heute Mittag hat sie beständig Don Dir gesprochen, ob Dir der böse Hund auch nichts gejhan habe, und ob sie Dir alle ihre Spielsachen bringen dürfe, und Strumpfbänder für Dich stricken dürfe und dergleichen mehr. Wenn Du mit mir kommen wolltest, das Kind würde sich so sehr freuen, Dich zu sehen." Felix war gern bereit, dem Wunsche des Andern zu entsprechen, empfand er doch selbst ein natürliches Interesse für das 'kleine Mädchen, das er gerettet, und um deffenwillen er bereits verschiedene Unannehmlichkeiten hatte erdulden müsten. Die Knaben waren in frühem Jahren intime Freunde gewesen, sie hatten gleichzeitig die Volksschule und das Untergymnasium besucht. Als aber Felix dann in die Handelsakademie eingetreten war, während Emst seine Studien am Obergymnasium sortsetzte, hatte ihr Verkehr mit einander aufgehört, ohne daß sie selbst eigentlich wußten weshalb. Es war aber vermutlich deshalb, weil der reiche Großhändler dem Sohne' des weniger bemittelten Spezereihändlers einige Mal schroff begegnet war, weshalb sein Vater ihn veranlaßt hatte, daS Haus desselben bis auf Weiteres nicht zu betreten. Zwischen den beiden Knaben war jedoch nie ein unfreundliches Wort gewechselt worden, und auch jetzt gingen^ie traulich plaudernd neben einander. Ernst war glücklich, daß er dem Retter seiner Schwester hatte danken können, und daß er dem Kinde die Freude verschaffen konnte, gleichfalls seinen Dank auszusprechen. Felix dagegen, der sich heute von den Kollegen gemieden sah. war doppelt froh an der Unterhaltung mit dem einstigen Freunde, der ungleich geistvoller war, als alle seine jetzigen Schulkameraden. Sie hatten den Spezereiladen Vogels, durch den man tn die Wohnung desselben gelangte, betreten, fast bereute Felix mitgekom men zu sein, denn erfühlte sich durch dm Ausdruck des innigen Dankes der Eltern beschämt. Und dennoch that er ihm unendlich wohl, imdem er ihm das Hochgefühl, ein Menschenleben gerettet zu haben, zu freudigem Btwußtsein brachte. Felix hatte sich vielleicht noch nie so glücklich gefühlt wie heute, und der gebratene Apfel, den Frau Vogel ihm reichte, mundete ihm besser, als die teuersten Leckerbiffen auf dem Tische seiner Eltern. Zu dem kleinen Mädchen jedoch, um deretwillen er gekommen war. wurde er. nicht geführt, die Mutter fürchtete mit Recht, daß die Kleine, die unaufhörlich von ihm plauderte, durch seinen Besuch sich aufiegcn könnte, und da der Arzt die größte Ruhe verordnet hatte, wagte sie es nicht, ihn zu ihr zu laffen. Felix blieb noch ein Weilchen dort, dann entfemte er sich mit dem Versprechen, wieder zu kommen, sobald der Arzt seinen Besuch bei dem Kinde gestatten würde. Ernst begleitete ihn. „Felix, wenn Du mir nur sagen wolltest, was ich Dir Liebes erweisen könnte, dann würde ich Dir womöglich noch dankbarer fein, als ich Dir jetzt schon bin." Um die Lippen des Angeredeten spielte ein feines Lächeln. „Du möchtest, daß ich Dir sage, was Du mir Liebes erweisen könntest?" „Ich bitte Dich inständigst darum." „Nun gut. Sehr lieb wäre es mir, wenn wir wieder öfters mit einander verkehren würden, aber dabei dürftest Du nie mehr davon sprechen, daß Du mir Dank schuldest." «Fortsetzung folgt) Briefkasten. AM. Sie haben recht I Derartige Aenßernngcn aus dem Munde eines Lehrers sind bei uns in Deutsche land nicht denkbar. Der Verfasser unseres Romänshät österreichische Verhältnisse im Auge. Dr. X. Um Gemeindestreitigkeiten kümmern wir rms nicht. Wir werden uns stets bemühen, über dcir Parteien zu stehen, denn nur so können wir unsere- Aufgabe, der jüdischen Gesamtheit zu dienen, erfüllen. Voranzeige». Jüdisch-nationale Fraucnvereinignng.. Sonntag, den 9. ds„ nachmittags 4 Uhr, im Saale- Restaurant Neuhof, Goethestraße 25: 1. ordentliche General - Bersammlinig. Gäste, Damen willkomnien. Verein „Tiferes Bachurim". Sonntag, den 9. ds., abends 83l* Uhr, im Vereins-- lokale, Hermesweg 25/27 «Religionsschule): Vortrag des Hern: Einanuel Meyer über „Sprüche- Saloinonis". Gäste willkomnien. Verein Montefiore. Mittwoch, den 12. ds., abends 81/« Uhr, im Danieder „Suppcnnnstalt", Theobaldstraße: Vortrag. .Gäste willkommen. Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebensanschauung. Donnerstag, den 13. ds., abends 8°/< Uhr, im Saaleder „Loge zum Adler", Seilcrstraße 22: Vortrag. Gäste willkonnnen. Wochen-Kalender. Freitag. 7. November 1902, 7. Cheschwan 5663. Sabbath-Anfang: 4 Uhr 25 Minuten. Samstag, 8. November 1902, 8. Cheschwan 5663. Sabbath-Änsgang: 5 Uhr 40 Minuten. Wertheiin-Nähmaschinen sind die besten für Familie und Gewerbe. Kostenfreier Unterricht für Kunststickerei und alle Apparate. Niederlage für Frankfurt a. M. und Umgebung R. STERN) Senc Zeit 47. Sämmtliche und Gummi-Waaren liefert in bester Qualität zu billigsten Freisen Illgo Rothschild Baumweg- 14. Telephon 4174. 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