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Jüdische Rundschau · 1925-12-23 · Heft 100-101 (23.12.1925) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 100-101 (23.12.1925)
Date
1925-12-23
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Seite 836 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 100/101 Zionistische Jagendversamminng (In der Aula des Dorothccn-Rcalgyinnasiums.) Ein wirklich erfreulicher Abend. Erfrischend und er* mütigend. , , , . , . . (n der zionistischen Jugend setzte sich in der .etzten Zeit mehr und mehr die Erkenntnis durch, daß sie neben den Sonderpflichten und -aufgaben ihres einzelnen Bundes auch gewisse gemeinsame zionistische Aufgaben hat. Daher war cs kein Zufall, daß die Initiative zu dieser Veranstaltung von den in der Berliner Nationalfonds-Kommission vereinigten Führern der zionistischen Jugendbiinde ausging. Etwa 500 junge Menschen waren der Einladung gefolgt. Der Abend sollte den Auftakt zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der nichtzionistischen lugend darstellcn. Es war erfreulieh zu sehen, daß diese Gelegenheit von der anderen Seite gern ergriffen wurde, und daß man hier mellt der nichtzionistisch-jüdischen Akademikerschaft folgte, die, wie cs scheint, Auseinandersetzungen mit dem Zionismus prinzipiell aus dem Wege gehl. Sowohl in den Reden der Referenten als auch in denen der 2׳T;:tv1v!;c11 Diskussionsredner kam der ernsthafte Wille zura "*Ausdruck, sich von dem in jüdischen Versammlungen leider allzu häufigen, üblen Volksvcrsammlungston frcizumachen, und ruhig und sachlich — unter Vermeidung rhetorischer Effekthaschereien — die Argumente auf sich wirken zu lassen. Man konnte jedenfalls nadi diesem Abend die Ueberzeugung gewinnen, daß diese nichtzionistischc Jugend ernsthaft bestrebt ist, sich mit uns auscinandcrzusctzcn. Die Referenten Siegfried Kanowitz und Georg Lubinski waren für diesen Abend gut gewählt. Knno* witz ging von dem Gedanken aus, daß Jugend ein Protest gegen die Vorstellung ist, daß altes beim alten bleiben müsse. Es komme in der jüdischen Jugend darauf an, zu verhindern, daß wieder einmal eine Generation sich resigniert mit den Dingen abfindet, indem sie sich von Kräften überwinden läßt, die immer wieder alle idealen Strömungen im Keime ersticken. Er zeigte, daß cs auf der anderen Seite jedoch viele junge Menschen gäbe, die eine solche geistige Verkalkung nblchnen. Solche jüdische Menschen sind heute in allen geistigen Bewegungen der Gegenwart als die lautesten Ruicr im Streite zu finden. Die zionistische Jugendbewegung war die erste jüdische Jugendbewegung, die sich für die Zukunft des Judentums verantwortlich fühlte, und die von sich_ glaubte, daß sic auscrsclicn sei, der Welt das wahre jüdische Antlitz zu zeigen. Sic machte sich aus den Fesseln der hergebrachten Erl: ־.:. gsformcln frei und wollte nur das wert sein, was sic selbst schuf. Sic ging selbst hin und verwirklichte, und siehe: Es war lebendiges Judentum! — Auch in dem Referat des zweiten Referenten, Georg Lubinski, der vor allem den sozialen Gedanken in der zionistischen Bewegung zum Gegenstand ‘:einer Erörterung gewählt hatte, Kam dieser Gedanke zum Ausdruck. Er trat zunächst der Auffassung entgegen, daß das Wesen einer Jugendgeineinschaft. nur darin liege, der Jugend dazu zu verhelfen — wie cs so schön heißt —, ״ihr Eigenleben zu führen“. Dadurch, daß die Jugend hiermit bewußt auf die Pflege der sozialen und nationalen Zusammenhänge verzichtet, läßt sic die wertvollsten Kräfte, die in ihr ruhen, verkümmern. ״Ncutralitat“ kann cs in einer wirklich lebendigen Jugend nicht geben. Das Bejahen gegenüber den nationalen Zusammenhängen zwängt zur Verantwortlichkeit gegenüber der sozialen Lage. Der Referent gab dann ein Bild der Realität Palästinas und schloß mit dem Gedanken, daß trotz der großen Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellen, es heute kein Zurück mehr geben dürfe, und daß die Jugend die Aufgabe habe, der Welt einen Beweis vou der Macht einer nationalen und sozialen Idee zu liefern. Wir hoffen, daß die auf diesem Abend angeknüpften persönlichen Beziehungen sich weiter vertiefen werden und eia inneres, stärkeres gegenseitiges Verständnis sich anbahnen wird. __ —i— Jüdische Wohlfahrtspflege Das große Ziel, die noch abseits stehenden Gemeinden für den!*rovinzialvcrbaud zu gewinnen, und gleichzeitig Wege und Ziele des Verbandes vor größeren Kreisen zu zeigen, war der Zweck einer Reihe größerer Versammlungen in der Rheinprovinz. Eine außerordentlich stark besuchte Sitzung in Düsseldorf leitete die einzelnen Tagungen ein. Der Vorsitzende des Verbandes, Herr Bernhard Fcilchcnfcld (Köln), wies in einem längeren Referat auf den ungeheuren Wert der Zentralisation in der Wohlfahrtspflege hin. Er verlangte für jede große und für jede kleine Gemeinde Einsetzung eines Etats für Wohlfahrtspflege. Als zweiter Redner sprach Herr f>r. Kohn von der Zcntrabvohlfahrtsstcllc Berlin. Der dritte Redner, Herr Rudel (Berlin), streifte das sehr schwierige Gebiet der Durchwandcrcrfürsorgc. Herr Snstheim (Düsseldorf) verlas eine Zustimmung.־;- crklärung, die einstimmig angenommen wurde. ״Die Anwesenden erachten das Bestehen und die Arbeiten des Provinzialvcrbandcs als unumgänglich notwendig und empfehlen allen Gemeinden, ^Wohlfahrlsanstaltcn und Wohlfahrtsvcrdncn dringend den Beitritt zu dieser Organisation.“ Die zweite größere Versammlung in dein wundervollen Gemeindehaus in Koblenz verlief ebenfalls glänzend. Herr Dr. Kohn und der Geschäftsführer des Verbandes, Herr Karl Hefter, referierten vor den zahlreich erschienenen Gcmcindcvcrtretcm über die geleisteten und zu leistenden Aufgaben, die der yerband vor Augen habe. Auch hier trat die. Notwendigkeit der Schaffung eigener Heime mindestens eines Altersheimes zutage. Eine sehr angeregte Debatte, an der sich Herr Ransenberg (Neuwied), Vertreter von Maven und Vallendar, von Koblenz, Altcnkirchcn und Kreuznach beteiligen, bewiesen die Notwendigkeit der Provinzarbeit. Zwei kleinere Propagandavcrsammlungcn In Duisburg und Krefeld beschlossen vorläufig die Vortragsscricn. In allen Versammlungen war dem Verbände ein unbedingter Erfolg heschicdcn. Die Notwendigkeit der Zentralisation auch in Wohlfahrtsfragcn wurde ruckhaltslos anerkannt. Karl Hefter. Etwa 200 russische Proselyten, die nach ihrer UtberHeferung von Juden abstammen und in der Zeit des Zaren Nikolaus I. zwangsgetauft worden sind, wandten sich an die Palästinaämtcr und an die Zionistische Palästina* Exekutive mit dem Ersuchen, ihnen die Erlaubnis zur Ein- Wanderung nach Palästina zu erteilen. Sie sind in der Hauptsache Ackerbauer und im Besitz von Mitteln. Berliner Kalender Büro: Berliner Zionistische Vereinigung, Berlin W 15, Melnckestr. 10. Telephon: Bismarck 7165—•70. Postscheckkonto Nr. 37830 Berlin NW 7. Kasscnverwaltung der B. Z. V. Sonntag, den 27. Dezember vormittags 11 Uhr Gruppe Ost, ־ in der Aula der Jüd. Mädchenschule, Kaiserstr. 29/30, Vortragsmatinec unter Mitwirkung von Alexander Oranach, Frieda BIu• menthal, Herz Groß hart. Karten zum Preise von 1 und 2 M. im Vorverkauf erhältlich: im Büro der B. Z. V., Mcinckcstr. 10. Misrachi-Gruppo Berlin: Jeden Sonnabend bei Herrn Rabb. Harry Levy, Elberfeldcr Straße 21. 71/5—S>/2 Uhr: Hiob-Schiur. 81/5—101/3 Uhr: Die agadischca Erklärungen zu Bcrcschith. Sekretariat des ZeTre Misrachi. Sprechstunden täglich von S—10 Uhr abends im Misrachi- Zcntralbüro, Monbijouplatz 1. Jeden Freitag, abends S Uhr, im Misrachi-Zcutralbüro, Monbijouplntz 1. Jüdischer Gcschichfskurstis. Leiter: stud. phil. Flcscher. Lehrer-Fortbildungskurse. Die von der Wissenschaftliehen Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin veranstalteten F c r i c ״ f o r t b 11 d 11 ״ g s k 11 r s e finden statt: von Sonntag, den 27. Dezember 1923, abends 6</5 Uhr, Ms Sonntag, den 3! Januar 1026, mittags. Vorlcsungsraum: Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Artillcricstr. 14. — Dort befindet sich von Sonntag, den 27. Dezember 1025, vormittags 10 Uhr an, eine Ausk 11 n f tss t eIle. Alle schriftlichen Mitteilungen sind /u richten an die Schriftfülirerin Frau Auguste Roscnflial-Budwlg, NW 52, Calvin- Straße 20, Moabit 3615. Zur Teilnahme an den Kursen sind Gäste herzlich eingcladcn. — Vorlesungen werden halten die Herren Robert H i r s c h f c 1 d , Scminarobcrlchrw Hermann Falke 11 berg, Rabbiner Dr. Max Weyl, Dr. mcd. Götz, Oberkantor Leon Kornitzer, Oberkantor J. B. Levy, Dr, itclsohn, Michael Abraham, Rabbiner Dr. Emil Cohn, Dr. S c g a 11, Rabbiner Dr. L. B a c c k. Der Stundenplan sowie sonstige Auskünfte sind durch die Auskunftsstcllc bzw. durch die Schriftführerin zu erfahren. Vereinsiachriclifea Sonntag, den 27. d. M., veranstaltet die Gruppe Ost der B.Z.V. in der Aula der Mädchenschule, Kaiserstr. 20/30, eine Matinee, Beginn 11 Uhr, unter Mitwirkung erster Künstler: Alexander Oranach. Frida ßlurncnthal, Herz Großbart. Karten zum Preise vou 1 und 2 M. sind im Büro der R. Z. V., Mdnekestr. 1.0, erhältlich. Ring jüdischer Wandcrbündc. Vom 25. L)czembcr 1925 bis 1. Januar 1026 findet in Langcwiesc bei Winterberg in Westf. ein Winterlager des Rings jüdischer Wandcrbündc statt. Der Alt-Hcrrcn-Bund des ״Bar Kochba“ veranstaltet zugunsfen des jüdischen Sportplätze; am Sonnabend, den 26. Dezember, einen Baß (nach ahera Ritus) iu den Gesamträumen des Logrnhauscs, Klciststr. 10. Für die Darbietungen während der Kaffeetafel, die unter der bewährten Leitung von Dr. S. Hildesheimer stehen wird, haben sich Frau Herta Leiden, Fräulein Hilde Nisse Iowa (Wintergarten), R.-A. Grone mann, Willy Prager u. n. zur Verfügung gestellt. Beginn 8 Uhr, Ende 5 Uhr. Kein Weinzwang. Eintrittskarten rinschl. Sportplat/spcmlc M. 5,— sind im Vorverkauf in der Ewer-Buchhandlung, Flensburger Straße 30 und Kncscbcckstr. 51/55, sowie auf den Tumböden zu haben. Abendkasse M. 6,—. Herz Großbart und Frida Blumenthal trugen im Scfiolem-AIcichcni-KIub am Sonntag, den 20. d. M., aus den Werken von Scholcm Aleichem, Perez, Nadir, Hoffstein u. a, vor. Auf diesem Gebiete der Wiedergabe jüdisch-östlichen Lebens, das sein ureigenstes Ist, kam Herz Großbnrts Talent voll zur Geltung. Die Symbolik Perczs In seinem ״Reh Simrhe Plnchfo“, der sieb von der Welt zurückzlcht, hrachtc Großbart trefflich zum Ausdruck*, aher auch dem trauriggrimmigen Humor von Nadirs ״Dianiruitcnschlclfcr“ und der bürgerlichen Selbstzufriedenheit bd einer Tasse Kaffee und ״mit a Papiros im Moul“ vcrhalf er zu starkem Eindruck. Als dankbar erwies sieb der Vortrag von ״Mcnacbem Mendel a Schadchen“, von Sclulom Aleichem, der <iic Komik eines unfreiwilligen Schadchen in launiger Welse erzählt. Frida Blumenthal trug ihr Programm auswendig und ebenfalls mit starkem Ausdruck vor. ״Im Kellcrstub“ von J. L. Perez schildert in einfacher, episch-erzählender Form die Freuden und Leiden einer gemeinsam ein Zimmer bewohnenden, bunt zusammengewürfelten, armen Gesellschaft. ״A koscher Tanz“ von Naigus betonte In leichter Versform die rhythmische, liedhafte Darstellung des Mizwetanzcs. " Ra. Li. Blau-Weiß Bamberg. Die Chanukkahfclcr, die am 12. Dezcmbcr stattfand, gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Uncrwartetcrwcisc war die Veranstaltung aus allen Kreisen der jüdischen Gemeinde stark besucht. Besonderes Interesse fand die Aufführung einer hebräischen Komödie, dargcstcllt von Mitgliedern des hebräischen Sprachkurses. K.J. V. Bundesbruder, Referendar, sucht Nebenbeschäftlgung in einem Anwaltsbüro oder einem Industrieunternehmen. Meldungen sind zu richten an das Büro des K. J. V״ Berlin W 35, Kurfürstenstr. 150. — In Süddcutschland ist eine sehr gute Hals-, Nasen- und Ohren-Praxls frei geworden. Anfragen sind zu richten an das Büro des K. J.V., Berlin W 35, Kurfürstenstr. 150. Magdeburg. Der Turn- und Sportverein Bar-Kochba veranstaltete am Sonnabend, den 12. Dezember, sein diesjähriges Chanukkahfest, das einen gelungenen Verlauf nahm. Ans den Berliner Tbenleni Städtische Oper: 23. Dezember: Rhcingold; 25. singer; 26. Orpheus; 27. Tosca; 28. Hoffman ns f' zäh'.ungrn. — Staatsoper: 23. Cavall. Rust. (286); 25 (287); 26. Zigeuuerbaron (288): 27. Margarete (28Q)• v Carmen (290). — Oper am Königsplatz: 23. Christci'u' (289); 25. Madame Butterfly (290); 26. Spielzeug, r.'"I und Circtel (291); 27. Evangclimann (287); 28. Tosca mT — Staatl. Schauspielhaus: 25. Peer Gynt; 2326 ״. Romeo Julia (295, 296); 27. Possenabend Alt-Berlin (2Q7)• •>-' Journalisten (298). — Schiller-Theater: 25. Glückspilz- 27. Kapitän Braßbounds Bekehrung: 2ö., 28. Jugend ' Volksbühne! 23. Kaufmann von Venedig; 27. Don Quichote 2623 ״. Judith. Nachm.: 25. Kaufmann von Venedig- •v' Juag-Siegfried; 27. Judith. — Deutsches Theater: Der KreiJ kreis. — Kammarspiclc: Sechs Personen suchen einen A1!tr- — Komödie: Gesellschaft. — Theater i. d. Könlggräu». I Straße: Die neuen Herren. Nachm.: 2327 ״26 ״. Wie i euch gefällt. — Tribüne: Ab 23.: Die tote Tan•/ Nach::.:;tags: 2527 ״26 ״. Methusalem I. — Theater* ״!נ Kurfürstendamm: Regen. — Lustsplclhaus: Potasch <■״'! Perlmutter (II. Teil): ab 25.: Der blaue Vogel. — Je.״;™ Theater: 23. Karl XII.; 2527 ״26 ״. Der jg. Aar. NacI 2527 ״26 ״. Schneewittchen. י ' Nr. f; Die Ortsgruppen Bamberg. Die Ortsgruppe veranstaltete in den let/t׳-! Wochen zwei Vortragsabende. Am 23. November sprach Her Ignaz Emrich (Nürnberg) über ״Moses ließ und seine Werke“ am 7. Dezember hielt Herr Rechtsanwalt Fei IchcnfcL einen Vortrag über 25״ Jahre jüdischer Geschichte". p*c;cJe Vorträge brachten uns eine Fülle wertvoller Anregung Berlin. (Gruppe Nord.) Mitgliederversammlung *'חנ. Dienstag, den 29. d. M״ abends 8 V; Uhr, Geint inrieh,!;;, Rosonstr. 2/4. 1. Mitteilungen; 2. Wahlen z. Vorstand uni׳ Vertreter-Vers.; 3. Organisation•־, fragen; 4׳. Verschiede:;״' 5. Vortrag (wird noch bestimmt). י Breslau. Am Mittwoch, den 9. Dezember, sprach in de■ hiesigen Ortsgruppe im Rahmen des Palästina-Kursus He:• Dr. Ocorg Landauer, Berlin, über das Thema: ״Die ne!:■ Einwanderung“. Herr Dr. Landauer dehnte jedoch das Tlirr noch weiter aus und sprach ganz allgemein iibrr die i;!: Wanderung nach Palästina, Fr ging davon aus, daß wir in <!<■ letzten Zeit, zwar nicht nach dem Buchstaben der Geset;׳ aber tatsächlich eine beinahe völlig freie Einwanderur hatten. Denn die große Zahl von Zertifikaten zusamm!• mit den Einwanderungsbestimmungen für Bemittelte zo;׳c den Kreis so weit, daß de facto jeder, der wollte, n?!c Palästina kommen konnte. Diese große Einwanderung dr letzten Monate hatte einerseits eine belebende Wirkung .ו•;: das Wirtschaftsleben des Landes. Andererseits kann rar sich aber auch gewisser Erscheinungen nicht vcrschliciicr die im Zusammenhang mit dieser starken Einwanderer; einen ungünstigen Einfluß ausübten. Die vorausgrsagt!•: Folgen drohen jetzt cinzutrctcn. Die neuen Einwanderung bestimmungen, die vermutlich in absehbarer Zeit wird!■• aufgehoben werden, da sich ihre Durchführung schon re:־ technisch nicht bewältigen ließ, haben bewirkt, daß bereit jetzt eine gewisse Einschränkung der Ein wänderung cintritt, obwohl die alten Zertifikate zura Teil rer Gültigkeit haben. Daraufhin kann möglicherweise c! Stockung im Wirtschaftsleben cintrcten, die wiederum ei Arbeitslosigkeit zur Folge haben muß; deren Bekämpfe: wird abc״ viel schwerer sein als die der letzten Arb elf lasigkcitsvellc, da cs sich heute um Menschen handelt, c.| nicht für ir׳״'nrlwclchc produktiven Berufe qualifiziert sin.: 1 Werden jedoch. wie angekündigt ist, wirklich 15 000 Zell fikatc für ein halbes Jahr ausgegeben werden, so bedeute das, wie wir erfahrungsgemäß wissen, eine Einwandrer., von Im ganzen 40 000 Menschen in einem halben Jahn so daß wir praktisch wiederum mit einer freien Einwandc rung rechnen können. — An das Referat schloß sich ein: kurze Diskussion, woraufhin Herr Dr. Landauer 7einem längeren Schlußwort kam, aus dem besonders hr; vorgehobeji werden soll, daß seiner Meinung nach die K»g1: lierung der Einwanderung durch die Zionistische Organisation deren Machtbefugnisse auf diesem Gebiet immer weiter .11;•■ gedehnt werden müssen, als das größt׳• tatsächliche Eigeb׳״,■ der Balfour-Deklaration gewertet werden muß. Dieser Vo: trag hlnterließ bei den Zuhörern eine besonders grob Befriedigung und bat wesentlich dazu beigetragen, dali <1.1■ Wagnis des Palästina- Kursus, das die Breslauer Z> nistischc Vereinigung auf sich genommen hat. immer weiteren Anklang findet. Wir werden über das Resultat des ersamten Kursus später noch abschließend berichten. — De: nächste Vortrag des Palästina-Kursus findet am Mittwoch, den 13. Januar 1926, statt, und zwar wird Herr Dr. □ie«c: Ascher, Berlin, über das Thema ״Landwirtschaftliche Ke• Ionisation“ sprechen. Breslau. Die beiden letzten Vorträge der Breslauer Zio iiistischcn VcreLlgung, die wieder regelmäßig au jeder. Mittwoch Abend Zusammentritt, beschäftigten sich mit Frage: der Erziehung das deutschen Clialuz und die Einord nunc des deutschen Chaluz im palästincv»• sischcn Jischuw. Es referierten an zwei Vortrags abenden Herr Dr. Joseph Prager über das Thema: ״Dh psychologische Entwicklung des deutschen Juden zum Zio nisten und Chaluz“ und Herr Kurt Löwensteiu, der Führer des hiesigen 1.1. W. B.. über das Thema: ,,De' deutsche Chaluz und seine Erziehung“. Die Vorträge und die sicii daran anschließenden Diskussionen waren sehr regend, Im Gegensatz zum Palästiuakursus war die Besucherzahl dieser Ahende sehr gering. Wir wollen auch an ehe«*: Stelle der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Mitglieder der Ortsgruppe sieh wieder gewöhnen mögen, die Abende der Ortsgruppe regelmäßig zu besuchen, da cs mir dam: müg lieh ist, den Kontakt der Mitglieder untereinander innige zu gestalten. Breslau. Am Mittwoch, den 16. Dezember, tagte Generalversammlung der Breslauer Zionistischen Verewi* gung, um anschließend an eia Referat von Herrn Reclitanwalt Jacobsohn in eine Vorbesprechung über die läßlich der Neuwahl der Rcpräscntantcnvcrsammlung sutrustellende Kandidatenliste cinzutrctcn. Essen« In der hiesigen Ortsgruppe finden in diesen; Jj!1r regelmäßig vicrzclmtägig sehr gut besuchte Veranstalte״^” statt. Zuletzt sprach Herr Dr. Kurt Moos berg. y*: mehrere Monate auf einer Studienreise In Palästina gewen hat, über seine dortigen Eindrücke. Fori Stalls; ersehe VI senrlu noch Di» bir Sp, E Grofje Beträge können wenn jeder Einzelne UZ HE für den Bodenerwerb nur aufgebracht werden, eine Spende auf beiliegender Zählkarte einsendet *amW«! ד־״-יי־י XV •'unj!

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