Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 99 (18.12.1925)
- Date
- 1925-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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ייר״ז 1׳־r labtion und VerUji W 15, MeinekwlruDc 10, 0/ /h Elnzchnsmmer 0,38 Goldmark ז5ח^)ץןח^1?ח(3ז a זח ÜJ ÄVJ lw kJIsl 1,A. :,l'A Erscheint Anzeigen -Verwaltung , 1«ooatncD 1,0a oouünnrk. Viertalt&hrlich 5.25 Goldmark. | Jüdische Kundschau G.m.b.EL, Berlin W15, Mcinckcstr.10 \ [,.■«ndMtHWwmat» wrden v dar Wthnmg der «inx«ln»o Und« berechnet | Telephon: Amt Bismarck 7165—70. ) i(dcn Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition | Al ) |,00atlicb 135 Goldmark. Vierteli&hrlich 535 Goldmark, $ JüdischeRundscl j!j Telephon 1 l'isrn*rlc 7165-70. Foatschcckkonto: Berlin Nr. 17392.!3 tCr 0*(l«rr«ich1 (’o.t.p.rUft.ieni.-nl Wien. Konto Nr. IVjOVX n Für TecSechoalooraUai: Postiparkaxenanit Pratf. Konto Nr. V> <10. K Für Polao: HoaUparUaraeoaat Warschau. Konto Nr. 190703. | Redaktionsschluß Sonntag und Mittwoch nachmittag. Nummer 99 Berlin, iS. XIL 1925 >4 Aaxalgcaprei«!6 ^opalLNoaparaillascUa 0.50 G«״M- Stellcagasueba 0.25C.-M. AjtcatjjanschltüJi Dionataü u q d Freitag nachmittag 4 Uhr. א׳ טבת׳ חריפ״י XXX. Jahre. ■tf ziowitwui erstrebt für das IQdlsche Volk die Schaffung einer ällcntllch - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Geseier Programm.« reigesjprodhieia fit uns Donnerstag den 17. d. M. 4 Uhr nachmittag aus Lemberg telephoniert wird, lurdc Steiger mit 8:4 Stimmen frcigesprochcn und sofort auf freien Fufj gesetzt. ־־־ | Der Monstrcprozcß, der vom 12. Oktober bis zum l rezember dauerte, der weit über Polen hinaus Aufsehen *•r״(c und in seinen Auswirkungen nach Berlin und Wien j; die Kreise der ukrainischen und jüdischen Emigration;hie, hat mit einem Freispruch des seit dem 5. Sepj~bcr 1924 in Haft befindlichen Stanislaus Steiger ge- ']•ict. In der Abwehr der konzentrischen Angriffe aller t;:..״.::Lehen Elemente, Polizei, Untcrsuchungsgcricht, };esse und Straßenmob, schlossen alle polnischen Juden eine! :,heitsfront. Dieser Prozeß war ein ausgesprochener Juden• i-oreß, ähnlich dem Dreyfuß- und Beilisprozeß, und trug .jr.cn eminent politischen Charakter. Die Juden waren aber ]•Polen, u.^’.cich wie seinerzeit in Frankreich und Ruß- J-d, nur auf sich selbst angewiesen und so wurde der ]׳:mpf um das Recht ein jüdischer Kampf. Wir beglück-! 7M־hcn die polnischen Juden zum Erfolge ihrer Be-;!tingcn. Be.־•:! huend ist, daß sich unter den zwölf Oe• ji.worcncn vier fanden, die Steiger doch schuldig sprachen, uwohl es für jeden sonnenklar sein mußte, daß der },!er irgendwo anders zu suchen sei. Uebcr das Verhalten 7־ polnischen Gesellschaft und der ukrainischen Parteien jihrend dieses Prozesses soll ein andermal gesprochen!erden, denn wir wollen uns die frohe Botschaft vom Jcispruch Steigers durch unangenehme Reminiszenzen nicht ]:rgällcn. | Nachstehend der kurze Bericht über den Schluß der jahnndiung und über die vor der Urtcilsfüllung in Lein* rg herrschende Stimmung. | Aallsemilischrr Terror in Lemberg | Lemberg. M. Dezember. (J. T. A.) Der Terror der :semitischen Verbände nimmt täglich übcrh־!nd. Mehrere 'ctnvorcnc, di'rcn Na^״al!sn;as nicht zweifellos feststeht, . r z. B. der Geschworene Zborowsky, erhielten reg’]rechte;'•■desurteilc zugcrtcllt, die ausziiführcn sind, sobald die Ge* .:worenen die Frage, ob Steiger schuldig ist, verneinen kiltcn. De.n' .Verteidigern waren schon früher ähnliche Droi.n^en zugegangen. \ Den Behörden sind Mitteilungen zugegangen, aus denen j-rvorgeht, daß der studentische Geheiuverband ״Bojuwkc“ ]״ ־.׳n h-t Steiger, sobald das Gericht ihn befreit, zu ] ':••norden. Sämtliche antisemitischen Verbände! V!tcn Gehoimberatungen ab, in welchen Maßnahme rrfür t!cn Fall der Freisprechung Steigers erwogen erden. Die Staatsanwaltschaft beauftragte den Komm'ssar rMcwitsch mit der Untersuchung der geheimen Mord- •ohungrn. Montag, den 14. Dezember, wurde das Beweisver• fahren geschlossen, nachdem der Gerichtshof weitere Anträge der Staatsanwaltschaft, fcstzustcllcn, daß Olr.zanski sich nur darum als Tater bekannt habe, weil die Juden ihm gleich Mikictin Geld gegeben hätten, und Gegenanträge die Verteidigung als unerheblich abgclchnt hatte. Nach einer längeren Beratung erklärte der Vorsitzende: Das Be weisverfahren ist geschlossen. Das Gericht hat beschlossen, den Geschworenen zwei Hauptfragen und eine Neben frage vorzuiegen, und zwar: Erste Hauptfrage: Ist Stanislaus Steiger schuldig, am 5. September 1924, nachmittags, eine Bombe gegen den Wagen des am Maricnplatz, Ecke Legionenstraße, vorbeifahrenden Präsidenten der polnischen Republik, Wojcicchowski, geschleudert zu haben in der Absicht, den Staatspräsidenten zu töten, welche Ab:.Icht nur durch . einen Zufall nicht verwirklicht wurde? Zweite Hauptfrage: Ist Stanislaus Steiger schuldig, durch die Verwendung einer Bombe mit Explosivstoffen auch das Leben anderer Personen gefährdet zu haben? Nebenfrage: Hat Steiger »eine Tat in besonders tückischer und hinterhältiger Weise begangen? »mens der Verteidigung proieslirrte Dr. Rinuel gegen die dritte Frage, indem er darauf hinwies, daß sic überflüssig sei, da die Anklage auf tückischen Mord lautet. Wenn die Anklage aufrcchtcrhalten wurde, so muß dies mit voller Konsequenz geschehen. Dr. Ringel verlangte die Streichung der dritten Frage, die jedoch vom Gerichtshof abgclchnt wurde. Hierauf wurde die Verhandlung geschlossen. Am Abend des 15. d. M. begann der Staatsanwalt Hrynicwlecki mit seinem Plädoyer. I>cr Staatsanwalt forderte die Bejahung der Sohuldfr.igc. Mittwoch, den 16. Dezember, sprachen den ganzen Tag über die Verteidiger. Lemberg, 16. Dezember. (J. T. A.) Der ant’scmiÜ :ehe Terror und die Versuche der Beeinflussung der Geschworenen seitens der reaktionären Presse hat den höchsten Grad erreicht. ״Gn/eta Cod/.ienna“ verbreitet die Lügennachricht, die ukrainischen Führer, Pctruszcwicz, Perfecki usw., Iiattca beschlossen, einen Delegierten nach Lemberg zu entsenden, der die Umstände aufklärcn soll, wie die Juden Olszanski zur Ablegung eines falschen Geständnisses verleitet hätten.. Der Zeuge Pincl, der günstig für Steiger ausgesagt hat, wurde auf der Gasse von zwei Studenten attackiert und schwer mißhandelt.- Die Stimmung in Lemberg Ist sehr gespannt Von verantwortlich er jüdischer Seite wird die jüdische Bevölkerung zu größter Vorsicht und Zurückhaltung ermahnt: man erwägt einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung, sich am Tage der Urt ihvcr’Tmdung dem Gcrichtsgehäudc fernzuhnltvn und an keinen Ansammlungen auf den Straßen tcilzunchmcn. ״ { Die Bracfiländereiea Palästinas ־־.; Debatte im englischen Unterhaus. London, 15. Dezember. (J. T. A.) Das Parlamcn'smiS; :cd Oberstleutnant J. AL Kenworthy richtete i־n Un'cr- > jus an den Kokmienministcr die Anfrage, wieviel Sied- ׳!:ngsland bis heute den jüdischen Sied'crn in PaläVna A: Verfügung gestellt wurde und von ihnbearbeitet w'rJ,! idem die britische Regierung das Mandat über Palästina; i ־•e hat; ferner welche Schritte unternommen ward חי, u׳n 1!׳־.cignctes Sicd’ungsland für neue Einwanderer, sowie ״; •׳ bisherige Palästina-Einwanderer, die sich der Landwirt- ’ 'haft widmen wollen, bereit zu stellen. j L'ntcrstaatssckrctär für die Ko'onien, Ormsby-Gore, _! 4iclcrtc: ln dem vor kurzem vcröffcnf’ichtcn Bericht über 2 Palästina-Verwaltung in den Jahren 1923 bis 1925 teilte די ־־־ frühere Oberkommissar mit, daß jüdische Körp'rs-haflcn ׳:ür :i - Einzelpersonen in Palästina gegenwärtig 319 Quadrat- 'sn. -«־dien Land besitzen; vor dem Kriege waren nur 177 Quadratf'ücn Land in Palästina im Besitze von Juden. Die Palästina- 2 •־.,־:icrung befaßt sich gegenwärtig mit der Einführung eines *־־ pen Systems der Landregistricrung. Solange diese Maß- -0 pme nicht zu Ende geführt ist, wird Staatsland in *'■ sehr geringem Umfange zur Verfügung gestellt werden []! '•־!ncn. 1 Kenworthy fragte weiter, oh Mr. Ormsby-Gore wirkj;ה glaubt, daß es s'taatsländcrcicn nicht gibt, ׳!-man geeigneten Kolonisten zwecks schnellerer und dichterer ן׳!>;ird'ung zur Verfügung stellen könnte.; Mr. Ormsby-Gore erwiderte, cs seien Landstrecken •' einem gewissen Ausmaß im Staatsbesitz vorhanden, jedoch .זו Uebergahe solcher Landstrecken für KoPnisa'ionszwcckc £ •rdc erst. dann möglich sein, wenn das neue System u Cr Registrierung cingeführt und die Prüfung im Hin- ׳; 'k auf mögliche Ansprüche im Zusammenhang mit der ח Ibcrgrclfung dieser Staatsländcrcicn zu Ende geführt sein *'^dcn. i Llntcrhaasmltgücd J. H. Thomas, der unter der Re- י׳ :rüng Mac Donald Kolonicnministcr war,. fragte: Sind die ( ־rrcn nicht auch der Ansicht, daß bei Verteilung von Staats- ■■'i die Juden vor den Arabern keine Bevor- “4׳ J?un g erfahren sollen, mit anderen Worten daß in dieser; Hebung allen die gleiche Behandlung zuteil werden solle? *10י i Colonel Wedgwood fragte: Sind 111 Palästina Privatj<r&ooen im Besitz von Brachland, und welche Schritte will i ] j die Regierung unternehmen, um solches noch unkultivierte Land der Ansicdlung nutzbar zu rmchcn? Mr. Ormsby-Gore erwiderte: Was die Frage des Herrn Thomas betrifft, so ist zu erwidern, daß a'lcs Staatslar.d, das bis jetzt zur Verteilung gelangte, nur Arabern zugute kam. Es un'cr’iegt keinem Zweifel, daß cs in Palästina noch viel nicht in Besitz genommenes und nicht bcarb״itctcs Land gibt, welches nach Durchführung der nVigen Unter- «־u-hting heilen Palästina bewohnenden Völkern zwecks Besiedlung übergeben werden wird. Die Novemlcreißflänße des Keren Hajessod Noch immer keine Erhöhung. Wie das Hauptburcau des Keren Hajessod mittcilt, betragen die Barcingangc im Monat November £ 32 QS1. Zu diesem Betrag haben die Vereinigten Staaten £ 19 37S, Polen £ 4018, Südafrika £ 2500, Rumänien £ 16S2, Deutschland £ 1429 beigetragen. Beträge zwischen £ 1000 und £ 400 kamen von Bulgarien, Tschechoslowakei, Holland und Pa’nstlna. Das Hauptbureau bezeichnet dieses Mouatsresuitat wie das der vorigen drei Monate als absolut ungenügend. Tatsächlich besteht keine Aussicht, das vom Wiener Kongreß beschlossene Budget zu decken und auch nur den wesentlichsten Teil der als notwendig erkannten Arbeiten auszuführen, wenn nicht in allen Ländern die unausgesetzten Mahnrufe des Direktoriums des Keren Hajessod Gehör finden und zu außerordentlieh vergrößerten Anstrengungen und Ueberweistmgen führen. Daß in der Liste des Hauptburcaus Länder wie Kanada und Südamerika vollständig fehlen, läßt erkennen, daß in diesen Ländern neue Campagnen notwendig sind. Die Vereinigten Staaten und die vier Länder, die Beträge über tausend Pfund überwiesen haben, sind zweifellos aufs beste bestrebt, den Anforderungen der Lage in Palästina zu entsprechen, dagegen sind alle übrigen Länder weit hinter den Forderungen zurückgeblieben, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, die Arbeit in Palästina weiterzuführen, ohne begonnene Arbeiten und wichtige Institute im Stich laasen zu müssen. Rundschau Der Bericht der Mandatskommission — Die Sonder- Stellung Palästinas und die Prinzipien zionistischer Politik - Hnzelfra^en RW, Berlin, 16. Dezember. 13er Bericht der Mandatskommission, crcr 50״חיכרז vom Völkerbundsrat genehmigt wurde, unterscheidet sich wesentlich von dem Bericht, den die Kommission vor einem Jahre erstattet hat Konnten wir damals eine feindselige Tendenz gegen die jüdische AuFoauarbeit in Palästina beobachten, so hält sich der letzte Bericht in den Grenzen der Objektivität Es wäre übertrieben, zu behaupten, daß cr das jüdische Werk in seinem; vollen Umfang einschätzt und besonders ermutigt, aber cr zeigt Verständnis für die Bedeutung, die die jüdische Arbeit für das ganze Land hat Die Mandat«- kommission hat ihrer Aufgabe nach lediglich Probleme des Mnndatslandcs Palästina, keineswegs das Problem der internationalen Judenfrage zu untersuchen. Sic kann daher auch zur jüdischen Palästina-Arbeit lediglich vom Gesichtspunkt des Landes aus, nicht vom Gesicht#- punkt des Volkes und der allgemein-europäischen Interesseu Stellung nehmen. Daraus folgt, daß die cigcntliehe Bedeutung des jüdischen Palästina-Werkes, nämlich die Anbahnung einer Lösung der Judenfragc, die Befreiung der Welt von einem ihrer unerträglichsten Probleme, völlig außerhalb des Feldes der Betrachtung bleiben muß. Die Sache von dieser Seite zu erörtern, wäre Aufgabe eines anderen Organes des Völkerbundes, vielleicht des Völkerbundsrates oder gar der Völkerbundsvcrsammlung. Der Völkcrbujidsrat hat ohnedies auch bei seiner nicht Palästina betreffenden Tätigkeit öfters Gelegenheit, mit der Judenfragc in Berührung zu kommen. Ein Beispiel bildet gerade auf der letzten Session der ungarische Numerus clausus, eine der Sumpfblumen, die aus den fast unlösbaren Antinomien des jüdischen Golusdascins ersprießen. Die ״Times‘4 sprach unlängst in dem Leitartikel, den sie der Er- Öffnung der Sitzung des Völkerbundsrates widmete, nach Aufzählung der im Vordergrund des Interesses stehenden Probleme, etwas spöttisch davon, daß keine Sitzung des Völkerbundes vollständig wäre, wenn nicht noch eine Frage der Minoritäten zur Verhandlung käme. Die Minoritätsfragc war in diesem Fall der Numerus clausus und die ״Times“ hätte, wenn sic weniger höflich gewesen wäre, getrost von der Judenfragc sprechen können. Denn die Judenfrage ist die dornigste und komplizierteste aller Minoritäten fragen, sie ist — könnte man sagen — die Minoritätsfragc knt׳ cxochcn, wie sie denn auch für die moderne Minoritätspolitik und Gesetzgebung bc.elts in den Friedensverträgen bahnbrechend gewesen ist. Die Schwierigkeiten, die sich seitdem in der Minoritätspolitik hcrausgcstcllt haben und die den Völkerbund immer wieder beschäftigen, sowie die spezifisch jüdisehen Probleme, haben dazu beigetragen, noch deutlicher als bisher zu beweisen, daß die Judenfrage einer definitiven und prinzipiellen Lösung bedarf. Aber der Unmut über die fortwährende Bc’äs'igung durch Minoritätsfragen ist unbegründet. Der Völkerbund muß ja seiner Idee nach sich vor allem mit jenen Fragen beschäftigen, die innerhalb eines Staates nicht zu lösen sind. Eine gewisse Einschränkung des formalen Begriffs der Souveränität, ein freiwilliger Verzicht auf einen Teil der Souveränität ist erforderlich, um in Hinkunft das Zusammcnlcbcn der Völker überhaupt erträglich zu machen. Lin durch zweitausendjährige Entwick'uiig verworrenes Problem wie die Judenfrage kann nur von der Gemein- Schaft der Völker gelöst werden. Die Anerkennung des Rechtes des jüdischen Volkes auf seine national: Heim- Stätte war der erste Schritt zu einem solchen Versuch. Der Völkerbund wird, wenn cr erst etwe.s konsolidiert ist, seine aktive Mitwirkung bei der Durchführung dieser seiner eigenen These nicht versagen dürfen. Inzwischen hat das jüdische Volk selbst gezeigt, wieviel cs mit seinen schwachen, durch die Folgen des Krieges und die dissoziierende Wirkung des Galuth geschwächten Kräften durchführen kann. Noch scheint der Augenblick nicht gekommen, wo der Völkerbund eine grundlegende Diskussion der Judenfrage für erforderlich erachtet. Eine solche Erörterung müßte gründlich vorbereitet, den Völkcrbunds.lclcgierten das einschlägige Material zugänglich gemacht werden. Inzwischen beschäftigt sich der Rat nur mit jüdischen Einzclfragen. Sic setzen ihn oft in Verlegenheit; der Beschluß bezüglich des ungarischen Numerus clausus beweist cs. Der Rat hat darin seine Anschauung über die Verwerflichkeit des ungarischen Systems zwar zum Ausdruck gebracht, jedoch keine Sanktionen daran geknüpft. Was Palästina betrifft, so ist die freundlichere Haltung des Berichtes der Mandatskommission auf eine