Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1925-11-13 · Heft 89 (13.11.1925) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXX (1925)
Issue
Heft 89 (13.11.1925)
Date
1925-11-13
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652691-2652773--17842-2691925
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 751 j 1 Kr. 89 I Die Tagang Ces aracrikanisch-iüdisdicn Kongresses j Lieber dir Tagung das '.Kongresses der amerikanischen;!!;Jen“, der am 26. Oktober in Philadelphia begann, ist noch j berichten: j Der Präsident des Kongresses, ri Rabbi Dr. Stephen S. VVisc, I leitete die Tagung mit folgender Ansprache ein:! ״n.is Problem der Stellungnahme zu dem Aufruf des I 10;nt Distribution Committee, einen Fonds von 15 Millionen! p.oliar Ihr jüdische Aufbnuzweckc zu schaffen, steht jetzt jm Vordergründe des Interesses der amerikanischen Juden. Als Präsident des amerikanisch-jüdischen Kongresses rufe ich jie Juden Amerikas dazu auf, das in Philadelphia ge- : jclilosscnc Fried :;:ab’commen getreulich zu beachten. Wir wollen das Mali der Unterstützung für iniccre notleidenden grüclcr in Osteuropa nicht begrenzen, allein wir wollen die amerikanische Jedenheit darüber aufklärcn, daß kein Kolon isationswerk in irgendeinem Lande j »cgcnüber dein ruhmvollen Unternehmen :j 3cs Paliistina-Aufbaus zu bevorzugen ist. :־. p3i;istina hat aufgehört, ein Problem zu sein, es ist wieder :j je hone Wirklichkeit geworden. Hie ameriknnbehe!5 judcnlicit hat keine höhere Pflicht als die, das Palästina- Aufbauwerk durch Stiirkung der Fonds 711 unterstützen.‘' —; \ Qr> Wise besprach sodann die Lage der Juden in den ein-; :einen Länder:; und führte aus, wir fühlen, daß unser Protest rC1rCn ungerechte Behandlung der Juden in Polen, Rumänien ״r.d in anderen Landern den großen christlichen Konfessionen ׳; nicht gleichgültig bleiben kann; die römisch-katholische wie I <ijC griechisch-katholische Kirche werden etwas unternehmen piüsscn, um sich das Gewissen zu erleichtern. Der Präsident des jüdischen Klubs i:1 Polen, Abg. Dr. ■ i uon Reich, gab einen Ucberblick über die Lage der ‘ luden in Polen u־H sagte, die polnische Verfassung sei eine ' freiheitliche und gute, nur müsse man darauf achten, -1 daß sic befolgt wird. | Rabbi Moses Rosen bla It (Kiew) übermittelte dem j Kongreß die Grüße der ukrainischen Juden. Hierauf wurden ז ahlrcichc Begrüßungen von jüdischen Organisationen Amerikas und Europas verlesen, so u. a. vom Präsidenten des Komitees ',der jüdischen Delegationen in Paris, Leo Motzkin. ';! Ueber die Lage der Juden in Europa referierte 1 Frau Anitta Müller-Cohen j aus Wien, die zunächst eine Schilderung der Verhältnisse j :ה den verschiedenen europäischen Land חזי gab. Insbesondere; besprach sic die Frage der j ü d i s c h e 11 K i n d e r f ü r s o r g c. | in ihren Ausführungen streifte sie auch das sogenannte ‘ Krimprojekt und erklärte 11. a. unter starkem Beifall des; Kongresses: ״Ich hin nicht gegen das Krimprojekt, aber; ich bin für Palästina. Die Krim ist eine Mizwah, Palästina; ■>t unsere Zukunft. Krim Ist der Ausdruck unseres Mit-!!rids, Palästina der Ausdruck unseres Lebenswillens. Palästina j :?t das Zentrum unserer geistigen Stärke, Palästina ist das erstgeborene Israels, die Krim ein illegitimes Kind. | Wenn das amerikanische Judentum für seinen iilcgit'men ] >|1r״n1ing 15 Millionen Dollar geben will, dann 111110 es doppelt so viel für seinen legitimen Erstgeborenen, für!':׳.!;istina, geben. Wir stehen gar niefit vor der Wahl: hie!'.!!:istina — hie Krim. Wenn Sie Ihre 30 Millionen für! DIäriina gegeben haben und Ihr Herz noch mildtätig und Ihre Börse noch voll ist, dann können Sic 15 Millionen für die Krim geben. Palästina ist der Schlüssel zur Lösung der; jüdischen Frage. Die Krim-Kolonisation muß auf ihre wirk- ,:;he Bedeutung reduziert werden.“ Am Schlüsse ihrer Aus- :;ihrungen sagte Frau Müller-Cohen: ״Sic können sich keine a Vorstellung machen, wieviel Hoffnungen, Gedanken und ] Achtung im Herzen der europäischen Juden für das ameri* j Unischc Judentum leben.“ I Die Minderhcitcnrcchte 1 Dann referierte Mr. Bernard O. Richards über die i Arbeit des Kongresses zur Sicherung der jüdischen; Rechte in verschiedenen Ländern der Welt. In Deutsch- ׳ and, Rumänien, Griechenland, Litauen, Ungarn und Polen i hat sich der Kongreß in den letzten zwei Jahren für jüdische; Interessen eingesetzt In den Vereinigten Staaten hat die; Leitung des Kongresses viel zur Bekämpfung der antisemiti-!'־eilen Propaganda getan. — Mr. Martin Loe wcnthal. \ '<ד Vertreter des amerikanisch-jüdischen Kongresses in Genf, i •rit ein Referat über die M i 11 d c r h e i ts re c h t c der iiiden in verschiedenen Ländern Europas, ln elf curo- \ '•*'lechen Staaten sind die Rechte der Juden in Minderheit.־;-;ertrügen wahrgenommen, aber der wirkliche Schutz dieser; teilte hängt vom Einfluß des Völkerbundes ab. — Dr. Manlcy : Hudson, Professor des Internationalen Rechtes an der Harvard-Universität, sagte in seiner Ansprache auf dem Kon-; ־:eß. die jüdische Frage in Osteuropa sei eines der großen i 7:fdensprohlcme und der Völkerbund muß und wird die ’ .teilen Minderhcitsrcchtc schützen. Die Zukunft des Welt- 11< ׳cns hängt von der gerechten Behandlung der Minder-; ־׳eiten ab. Zum Schluß der Tagung nahm der Kongreß folgende klärte, er erwarte das baldige Eintreffen der Antwort ־ aus Amerika und hofic bestimmt, daß das Jomt-Distribution-Committec die erforderlichen Kredite für die Zentralbank bestellen wird. Pressesclum In der ״Wiener MorgenzeUung“ bespricht Heinrich Margulics in einem eingehenden Artikel das Buch des italienischen Deputierten Orazio Pedrazzi 11״ Levante Meditarraneo c l’ltalia“, das ein charakteristisches Bi!d dyr heutigen politischen Tendenzen Italien; gibt. Pedrazzi tritt für eine Expansion Italien; 1m östlichen Mi'tehncer ein, wolnti der (Xidckannes nicht als ausreichend befrachtet wird, sondern der Biel; soiurt aut Syrien und Palüriitia fällt. Während aber seine Haltung der syrischen Maiulnlarmacht gegenüber, die er für wenig im Lande verwurzelt hält, relativ treundlich ist, wendet er sich in aller Schärfe gegen das englische Mandat in Palästina. Er führt heftige Klage darüber, daß die italienischen Einwanderer praktisch von Palästina ausgeschlossen sind, während für Kolonisation oltenbar ungeei• :neie Elemente aus der g.1n׳cn Welt dort zir.ammenströme״. Pediazzi wicduholt alle die bekannten Vorwürfe, die in. Italien mit ka;h<di;.c!'.er Hille zur UcUämplung de; Zionismus erfunden worden sind, wie Sittcnlo;igkeit der Juden, Verlet/nng cliristliclier Gefühle u.;w. Er erklärt weiter, man habe den Italienern die Einwanderung m Transjordauien freigestellt, dochdies mußte nbgc'chnt werden, weil dann die Italiener bei der kommenden Austreibung der Juden durch die Araber für die crstcrcn die Vorpoden abgeben würden. Die Italiener wollen daher nur die Küsten kolonisieren. Margulics tritt mm dafür ein, daß die zionistische Politik diesem Wunsche^ Italiens entgegenkommt, indem ita’icmschcr Handel und Scliiftahrt und auch italienische Kulturinteressen in den Küstern Städten von uns mit Wohlwollen behandelt werden. Wir niücficu mit Italien als einer MiUclmnchl rechnen und können, falls wir den Italienern Konzessionen in der Richtung ihrer Expansion!?- poliiil; machen, bei ihnen Verständnis für ״unser Kisorgimento“ finden. Anläßlich des fünfzigjährigen Jubiläums der Wiedergründung der j ii d i s c 11 c n G e m finde in Rothenbürg o. d. Tauber schreibt die ״BayctDdic Israelitische Gcmeindc7eitung“ einen Festartikel, in welchem es u. n. heißt: ״Die leider mit Blut und Tränen gesell riebene Geschichte;1er jüdischen Gemeinde in Rothenburg geht zurück bis ins frühe Mittelalter. Bereits im Jahre 11SD wurde eines Juden von Rothenburg, Samuel Bischof, Erwähnung getan, der in Wiir/burg Zeugnis abzulegen hatte. . . . Um die Mitte des 13. Jahrhunderts war die jüdische Gemeinde schon so erstarkt, (laß sic den bcdcutcndsicii Rabbiner Deutschlands, Rabbi Meier heu Baruch, genannt Maharani, zu ihrem geistigen Führer berufen konnte. ... Im Frühling des unglückseligen Jahres 1203 war gegen die Juden des fränkischen nahe bei Rothenburg gelegenen Städtchens Rötlingen die Beschuldigung laut geworden, sie hätten eine Hostie geschändet; bald darauf erhob sich der Edelmann Rindfleisch, mul erklärte, er sei vom Himmel aufgefordert, an den Juden Rache zu nehmen. In seiner Wut fiel das aiifgercl/.te Volk in ganz Franken über sic her, MO jüdische Gemeinden fielen ihnen zum Opfer. Die in Rothenburg suchten sich in einem Turm und ihren Häusern zu verbarrikadieren, doch diese Zufluclitsstatten wurden gestürmt und angezündet; zirka 500 der Unglücklichen starben eines grausamen Todes.“׳ In den Jahren 1299, 1355, 1307. 1510 war die Stadt Rothenburg wiederum Schauplatz grauenvoller Judenabsclilachtungen und Judcnaustreibungeii. Erst im Jahre 1870 — genau 330 Jahre nach der letzten Vertreibung — machten sich wieder die ersten Juden, Hermann und Strauß aus Niederstetten, in der einst so unduldsamen Stadt ansässig; 1875 waren cs acht Familien, die eine Kultus gemeinde gründeten. New York. (J.T.A.f Am 6. November fand in New York ein Bankett der Jüdischen Tclcgraphcn-Agcntur statt, dem mehr als 250 prominente Vertreter der jüdischen und der nicht jüdischen Presse in Amerika und Europa, sowie füllrcudc jüdische Persönlichkeiten beiwohnten. Ehrenvorsitzender war Mr. Adolph S. Ochs, Herausgeber der ״New York Times“. lX־r Präsident des Vereins der ausländischen Presse- Vertreter in Amerika, Mr. P. W. Wilson, sprach über die Rolle großer jüdischer Persönlichkeiten als Träger der Autbauidecn in der Welt. Im Namen des polnischen Konsulats appellierte Herr Morzycki an die jüdische Presse, gegenüoer der Entwicklung in Polen Geduld zu üben. Der Konsul der Tschechoslowakei, Herr Novak, bemerkte, in der Tschechoslowakei gäbe es keinen Antisemitismus und deshalb auch keine jüdische Frage. Der Gesandte des Frei- Staates Irland, Prof. Timothy Smiddav, sagte, Irländer und Juden haben ein gemeinsames Schicksal. Es sprachen noch Louis Lipsky, sowie zahlreiche Vertreter der jüdischen Literatur und Presse. Plenarsitzung des Deirisckea Ileckaluz Am 7. November 1023 fand in I.cinrig die diesjährige Plenarsitzung des deutschen Hechaluz. statt. Es waren außer den Mitgliedern des Merkas 30 Chawerim und Chaweroth beteiligt, die 25 Ortsgruppen vertraten, sowie eine gleiche Anzahl Gäste. Die Sitzung wurde am Sonnabend mit einer kurzen BegrüßungsanspraJic von Ascher eröffnet. Die Plenarsitzung trat dann in ihre Tagesordnung ein, die begonnen wurde durch das Referat von Lubinski über ״Ortsgruppenarbei t“. Der Referent wies zunächst auf die psychologischen Grundlagen und Schwierig!;(.itea dieser Arbeit hin, die durch all die Fragen bestimmt sind, die das Verhältnis des einzelnen Chawers zum andern, das Verhältnis de., einzelnen zur Gesamt־ gruppe und das Verhältnis zwischen Gruppe und Vorständen der Gruppe betreib:!!. Darüber hinaus erörterte er die Ziele der Arbeit, die intellektuelle, menschliche und gesellschaftliche Bildung der einzelnen umfaßt. An der Diskussion über dieses Referat beteiligten fi:h fast alle Ortsgruppenvertreter, die in der Hauptsache ausgehend von den Erfahrungen ihrer Arbeit über die praktischen und organisatorischen Möglichkeilen der Erziehungsarbeit sprachen. Der nächste Punkt der ‘i agesordnuug ״Ausbildung und Beruf“ wurde. ciugelriGt durch zwei Urinnd• von Böhm und Nagler. Während Böhm in .seinem Rebunt vor allem von dein einzelnen Clialuz ausging, und auf die engen Zusammenhänge zwischen der SicheViait, die ein gelcrntcr Beruf gibt und der menschlichen Werte innerhalb der Gesellsehnit hin wies, um dann speziell die Frage der Dauer und des Inhalts der landwiriscliaftiichcn Berufsbildung zu bcsoreci'icn, ging Nagler mein־ von der reS'-lBchafdickru Bedeutung der Ilern!'.-,ausbildung aus. Er wies darauf hin, daß, wie in allen Völkern, mich i;n jüdischen Volke Bends- Politik getrieben werden müsse, daß der Sinn dieser Berufs- Politik sein ״uifl, zwischen den objektiven Bern.';notwendig- ' keiten. besonders Palästinas, und den subjektiven B-'rufsbllJern der einzelnen Juden zu einer möglichst weitgehenden unor fruchtbaren Uebereinstiminung zu kommen, daß aber den jetzigen Verhältnissen Rechnung tragend auch der angelernte und ungelernte Arbeiter in den Kreis der Berufsausbildung mit hineiiibezogcn werden müsse. Sein Referat endigte mit einigen praktischen Forderungen: der Schaffung eines wirklieh zentralen Berufsamtes, der Betonung der fachlichen Gebundenheit der Chawerim, Schaffung von Fachgruppen usw. Die Diskussion über diese beiden Referate wurde, gemeinsam mit dem Referat Naglers bereits am Sonntag geführt, und erstreckte sich unter lebhafter Beteiligung der Chawerim im wesentlichen einerseits auf die prinzipiellen Fragen des Verhältnisses von aiisgelcriiten Bern feil zu ungeiernten, andererseits auf das brennende Problem, inwicweit es im Augenblick möglich ist, die Forderungen unserer Berufspolitik sowohl nach Art wie nach Dauer der Ausbildung wirklich zu realisieren. Fortsetzung und gewissermaßen Abschluß fand diese Diskussion im Referat und in der Debatte über die ״Frage der AI i j a 11“, die durch ein umfassendes Referat von Ascher cingcicitet wurde. Der Referent kam zunächst auf die Frage (lei־ Erfordernisse um! der Möglichkeiten ahgeschlossener beruflicher Ausbildung im I lechalu/ zu sprechen, und kam zu dem Ergebnis, daß im Rahmen der Hechaluzarbeit heute beides liegen muß: sowohl die Schaffung eine. Stammes .in ihrem Beruf voll erzogener und ausgebildcter Menschen, wie auch die Erfassung beruflich nur angelernter, ideell jedoch möglichst tief erfaßter Menschen. Er nannte als Bedingungen der Alijah: Berufliche Ausbildung, kulturclle Bildung, menschliche Erziehung, und stellte für all die drei Punkte bcsiimmte Mindestforderungen auf. Bei der Darlegung der Alij.ili-Poiiri!; des lieehaluz. die vor allem von dem Gesichtspunkt der Sicherung der Ziele des Hechaluz unter den augenblicklichen Bedingungen geführt werden muß, forderte der Referent die Organisierung ganzer AUjahgruppen, die möglichst nach gemeinsam verbrachter 1 lachscharali zumindestens in der ersten Zeit in Palästina auch dort gemeinsam arbeiten können, uni so eine größere Sicherheit des Zusammenhalte!« und auch des Durchlialtens der Chawerim zu geben. De Diskussion bestätigte die Forderungen und Grundsätze des Referates. Die Beschlüsse der Plenarsitzung enthalten die Forderung, daß ein Mitglied des Merkas sich regelmäßig längere Zeit zur Tarbutharbeit in den Ortsgruppen atiflinltcn wird, daß ץ1ז'ו Laufe des Winters evtl, im Zusammenhang mit einem Winterlager ein Führerkursus veranstaltet werden soll, unu daß im Hinblick auf Sicherung und Kontrolle der Alijah in Deutschland versucht werden soll, mit den Instanzen der Histadruth in Palästina geeignete Formen dieser Orgnni• sicrung ausfindig zu machen. Von der Wellorflnnisatioa Zionistischer Frauen Lord und Lady PI inner besuchten während ihres offiziellen Besuches in Tcl-Awiw die Mutter- und Säuglingsfürsorgestelle der Wi/o in Noriiia. Sie zeigten großes Interesse an der Arbeit dieser Klinik und Lady Plumcr druckte ihre Freude über das Aussehen der zahlreichen kräftigen und gesunden Kinder ans. Auch Sir Herbert Samuel lut die Gelegenheit seiner Rede anläßlich des S. Jahrestages der Balfour-Dcklr.ration benützt, um ln sehr anerkennenswerter Weise die Arbeit der Wi/o zu erwähnen. Die Exekutive der Weltorganisation zionistischer Frauen hat Frau Rosa M c 1 7. c r - P o m m c r a 11 7., Mitglied des polnischcn Parlaments, beauftragt, einen intensiven Drive für die Zionistische Frawenorgani.ation in Polen in Ang!:!f zu nehmen. Ebenso hat sich Frau Ariel Pension, die trü!K!e Redakteurin des Canadian Jewish Chromclo, die ihren Gatten auf seiner Tourne für den Keren Hajessod in Südamerika begleitet, für Propaganda/wecke der Wizo zur Verfügung gestellt. Rezitationsabend Hanna Zweig. Im Kreise der Charlottenburgcr Zionisten rezitierte Hanna Zweig, am Montag, den 9 d. M., aus Werken neuerer jüdischer Dichter. Sie Ins Gediente von Heine, den letzten Auftritt aus dem ״jeremias“ von Stefan Zweig, eine Skizze von Werfel: ״Der Tod Moses“ und einen Abschnitt aus dem Roman von Agnon: ״Das Krumme wiul gerade“. Frau Zweig verfügt über ausgezeichnete Mittel der Stimme und des Vorträges, sic verstellt fein zu nuancieren und betont das Jüdische in den Dichtungen in eigener, ansprechender Weise. Der Abend wurde cingclcitct durch einen Vortrag des E.d.iatinensers Asch bei, der die Entwicklung der indischen Siedlungen in Ercz-Isracl ln interessanter Weise scbüUcrtc. Werner B a b. ״Menorah“, illustrierte Monatsschriit lur die jüdische Familie, Wien 1, Zeliukagassc 13 (Preis des Jahresabonnements 12 M.). Das reichillustricrtc Novemberheft bringt u. a. einen interessanten Aufsatz, des Rabb. Dr. Saul K a a 17. (blindenbarg) über die Geschichte der jüdischen Gemeinde Schwersenz. Ferner enthält diese Nummer neben Stadtcansichtcn von Schwcrscnz und Krakau Reproduktionen nach Originalen der bekannten Maler Erich Brill (Hamburg), Viktor Tischler (Wien) und Lyoncl Sreis (New York). Resolution j ־p: ,,Der Appell der Joint-Konferenz in Philadelphia zur! ■׳'Anbringung eines lS-Arillioncn-DolIar-Fcnds wird begrüßt, "-gleich wird der Wunsch ausgedrückt, daß die in Philadelphia , psebaffene Einheit der amerikanischen Judenj in den Fragen des Aufhaus auf der Basis der dort ־j'kiliteu Beschlüsse erhalten bleibt. Es wird erinnert, daß Joint-Konferenz. i1־ Philadelphia die amerikanische \ (IJ d c n 11 c i t verpflichtet hat, die p a 1 ä s t i 11 e n - .■!'lsclie11 A ti f b a u i 11 s ti t u t e zu stützen. Die Stellung- ־; :.^mc der Repräsentanten der amerikanischen Judenheit zur;! 'r:1kre des Eintritts in die Jewish Agency wird gebilligt. Das I Nt l)i:,t;ioudon Committee wird, aufgclordcrt, eine sofortige; N'ärun'r an die a:reri';am;ch-jüd;scl1c Ocffenilichkcit zu erv .!‘j-cn, des Inhalts, daß die vereinigte jüdische Aktion ent- '; Gehend den Satzungen des Philadclphiaer Abkommens^ und ri;.jn/- im Geiste desselben durchgeiulirt werden wird. Sollte!; ljls J. D. C. eine solche Erklärung nicht veröffentlichen, so :!:1)ז die Exekutive des amerikanisch-jüdischen Kongresses ^ךי!clni־׳׳l( den Kongreß wieder ein zu berufe 11, da-; '1 * dieser eine den V c r hä 11 n i s s c n ent- 1 "r (־ c 11 c n d c Handlung vornehmen k ö n n c.“ »'׳orstorjum Ifir die jüdische Zeu!r31b2sk Litzeens j;... Kowno. (J. T. A.) Die von der Zentralbank der jüdi-; .^1י Krpdifgciiujscnschailcn Litauens zur Kreditorenversamm- ,; ״ach Berlin entsandte Abordnung ist bereits nach Kowno! .;,!fNrU'hrt, De Resultate dieser Beratungen sind sehr;^‘11‘dcnsieHend. Sämtliche Kreditoren erklärten, daß sie zu ■j, N'itralbank, die nur wegen der besonderen Verhältnisse; Nullen in Schwierigkeiten geraten ist, das volle Vertrauen riß Es wurde einstimmig beschlossen, der Zentralbank >.C|n ja h r i ge s Moratorium zu bewilligen. De Ver¬ : v Jüdischen Kolonialbank gingen noch einen Schritt Cf bewilligten neue größere Kredite.; £cr Drektor der Joint-Arbeit in •Europa, Herr Dr. Bern-; Kahn, mit dem Verhandlungen geführt wurden, er¬ Preußischer Landesverband Der ständige A u s s c 1111 ß des Preußischen Landesverhandes jüdischer Gemeinden trat am Sonntag, den 8. November 1923, zu einer Tagung ־zusammen, die der des engeren Rates parallel lief. Herr Kanimergeriditsrnt Wolff, als Präsident des Rates, erstattete ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Verbandes in der Zwischenzeit. Ans dem Bericht ergab sich, daß sowohl in der großen Frage der Staat:,Beihilfe, wie in zahlreichen, die Buiidesgcmeindcn betreffenden, Einzclfragen (Steuer- und Rcchtsberatung, Zu- Weisung von Kuitusheamtcu usw.) eine erhebliche Arbeit geleistet worden ist. Allgemein wurde das Bedauern darüber geäußert, daß die jüdische ()Öffentlichkeit, insbesondere die jüdische Presse, über diese Laiidcsverbandstätigkeit nicht ausreichend informiert werde, sodaß in! Lande schon die Ueberzeugung Platz 7.11 greifen drohe, als wenn der Landesverband überhaupt nicht arbeite. Ueber die Einzelheiten des Berichts entspann sieh eine lebhafte Debatte, in die auch Herr Dr. lsmar Freund wiederholt cingriff. Der Ausschuß setzte sodann eine Kommission von drei Herren ein (Assessor I>r. Lilienthal, Ministerialrat Badt und Rechtsanwalt HorowiU), tun die Vorarbeiten für das künftige Judengesetz zu schaffen, dessen Entwurf bekanntlich von der Verbandstagung dem ständigen Ausschuß in Gemeinschaft mit dem Rat übertragen worden ist. Weiter befaßte sich der ständige Ausschuß mit der Frage der Ausweisungen ausländischer Juden und nahm einstimmig eine Resolution an, die dem Rat schleuniges und energisches Vorgehen ln dieser wichtigen Frage zur Pflicht macht. Endlich wurde der Rat aufgefordert, den ständigen Ausschuß selbst, aber auch die jüdische Öffentlichkeit über die Geschäfte des Landesverbandes dauernd auf dem laufenden zu halten. Die J. T. A. hat im Wege einer Enquete fcstgcstellt, daß in New York 17 Schlachthäuser existieren, die narh jüdischen rituellen Vorschriften arbeiten. De jüdische Bevölkerung New Yorks gibt allwöchentlich ungefähr eine Million! 1 Dollar für Fleisch rituell geschachteten Viehs aus.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.