Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXX (1925)
- Issue
- Heft 89 (13.11.1925)
- Date
- 1925-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Einzelnummer 0,30 Goldm&rk U bvi ^vU 1t—1r־ 1 u i!;53 7/V v.g7!MM J '־ <JJ I i pO 77־ז די ה r\17T7^, r03 ,3־7׳׳! I! I uv! MVMi ת ljV.13 v;:y lji VJ £.. ״ri/ L::;;y v:׳:y ר—c כ—r ר׳• 1״r ר־ Anzeigen -V erwaUung J ,^JII I ■־r II 7~ ׳iu״ - - ■ -r,־.־.;•.?׳r,ז!•»,..* ״.■ arן׳.:■■.«־ •iszsess:;.jjüon und Verlaß W 15, Mcinckcslraßc 10. Erscheint Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition![.»tlich 1.85 Goldmark, Vierteljährlich 5,25 Goldmark. Ö Jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15. Meinckcitr. 10 ■ 1־(J,aboan«n>«oU warden in der Wihning der emxeben Linder berechnet g Telephon: Amt Bismarck 7165—70. ^2^*SISa^*a,B! Tr*?'g ״-r.-.-11׳L|r׳i-.1י" 1 ■1׳.״- -■ i4ä*s-8 Aa2ei£enprei*:6j<c«p»ltNonp*r«nlex*lleO,50G^M.StellenJe»acheO,25C.*M. : j^aiamcr 89 | Berlin, 13• XL 1925 j| Aaxclie:uc!11031 Dienet•!! and Fre11• £ nachmittag 4 Uhr. Tclcphofo: Bismark7165—70. Postscheckkonto: Berlin Nr. 17392. Für Österreich: Poetiparkenrnamt Wien. Konto Nr. lS->030. F&rTachecaoslowakci: Poitsparkaoecnamt Pra!*. Kcato Nr. 59410. Für Potent Poitiparkuicnamt War»chaw, Konto Nr. 190903. RcdaktionsechluQ Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״ו מרחשון. תר־פ״ו | xrx.jahrS. Zionismus erstrebt für das IQtilscho Volk die Schaffung einer öggontSich - rcehtälch Gesicherten KcImstStto ln Palästina, ״Sssolcu/• Prosramm.“ r ionisten tmd die MaiadaäainMacM Von Leut.״Com. J. M. Kenworthy, Mitglied des englischen Unterhauses ] jc permanente Mandatskommission des ־. י«,uitdcs hat in Genf getagt. Gemäß der Verfassung des![״indes ist die britische Regierung als Mandatarmacht;j1(ct, einen Bericht über ihre Verwaltung Palästinas ■jetten, und dies ist auch geschehen. Major Ormsby- M, Mitglied des Parlamentes, Unterstaatssekretär für die .? war der Vertreter der englischen Regierung vor Kommission. Er selbst gilt als Freund der zionistischen ■i.. Kr Hiief, den Dr. Wei/mann namens der Zionistischen \ .״sition am 1. September an den High Commissionen [ fj'.istiiia geschrieben hat, sowie das Memorandum vom : Datum, das die Zionistische Organisation dem י;;]',sekretär des Völkerbundes zur Information der per- -:en Mandatskommission vorlegtc, haben weite Ver- Mg gefunden. Es ist in hohem Grade wahrscheinlich, diese andern Mitglieder der permanenten Mandats-;-Mion, die an der zionistischen Bewegung interessiert i die allgemeine und politische Haltung der Mandatar- ׳'; und die Frage der künftigen Politik im allgemeinen j Sprache bringen werden. j v.׳ Verwaltung Palästinas durch Fnglaiul als Mandatar- 1 ■: könnte, wären die Verhältnisse normal, keiner ernstlichen;. unterzogen werden. Die Regierung war gut, cs gab : ernstlichen Unruhen, die militärische Besatzung ist klein : die arabische Bevölkerung hat keinen berechtigten Grund \ kschwcrdc. Was aber die Ausführung der Bestimmungen! ihlfour-Ücklaration und die Schritte anlangt, die zur ]Verrichtung der jüdischen nationalen Heimstätte in Pa* ' 1 unternommen wurden, so ist hier Kritik wohl am J ■,!:1:11׳:e «Irr (muule tur diese Kritik sind in Dr. Weizmauns •: T;m1 Atisdruek gebracht. Unter anderem handelt es sich! :!e geringen Zuschüsse, die die jüdischen Schulen in ' ■׳.:na erhalten und die im Schuljahr 1924/1925 nur EC 3005;en. Das sind etwa 30/ה der Summe, die aus öffentlichen für Erzichungszwcckc aufgewendet wurde. Nun bi’den ] ::Jeu heute mehr als 13״'o der Bevölkerung und nur dieser יי-יך! entsprechend hätten FJr‘0 der für Er/ichungsnvecke zur 'geng stehenden Beträge den jüdischen Erzichungs- "::innen überwiesen werden müssen. Tatsache ist, daß; •,:'׳;ilstisclic Organisation große Summen für Erzichungs- : ׳׳.' ausgibt. Die Gesamtkosten der jüdischen Schulen ,'■;ui in dem mit dern 30. September 1924 abschließenden i Mhrc etwa E.C 92 677. Dazu wurden der jüdischen . crorganisation von der Zionistischen Organisation für; \bcndkursc, Vorträge und Bibliotheken weitere EC 6000; et. Zu all dem kommen noch die Kosten der hebra- Universität auf dem Berge Skopus, die fast gänzlich aus inheii Fonds bestritten werden. Die Tatsache, daß :11!:Mische Organisation und andere jüdische Organisa* 10 große Summen für Erzichungszwcckc ausgeben, bildet ::li11־.׳ die Entschuldigung der Regierung, daß sic keine v Quote aus den Einkünften des Landes zu den Aus- " für Erziehung beiträgt. Aber diese Entschuldigung ist stichhaltig-. Die Einkünfte des Landes ergeben sich aus , ׳־Steuerung der gesamten Einwohnerschaft und der von MiM'hon Teil heute gezahlte Anteil ist infolge ihrer : י״י׳ Wohlhabenheit und geschäftlichen Tüchtigkeit verm.ißig hoch. Wenn die Zuschüsse gerechter verteilt! h hätte die Zionistische Organisation mehr Geld für .•;'?־ und andere Zwecke zur Verfügung; oder selbst für ■ /,''f(׳־ke einer höheren Erziehung. K״Kkn wir uns nun der B-oden frage zu. Art. VI vListinamandates bestimmt, daß die geschlossene $>cd- . L'cr Juden auf dem Lande, einschließlich für öffentliche 0 ׳ nicht angeforderten Staats- und unbebauten Laibes, : cr<l werden soll. Wenn man vergleicht, wie die'Aus- . :rcr nach den britischen Dominions durch die Regie- 1 mit Land versorgt werden, so kann man der Mandatar- Palästina keim• übertriebene Freigebigkeit vorwerfert. .;c!lc״" ״* dem Verhalten der türkischen Regierung Kriege, wurde der Zionistischen Organisation in 1 über alles wichtigen Landfrage tatsächlich kein viel . r« Entgegenkommen gezeigt. | ־־', «t wahr, daß die ursprünglichen Konzessionen der סי- י" Behörden für die Pacht der Kabarra-Sümpfc er- ] ״ntl bestätigt worden sind. Aber zur Austrocknung 4 M'npfc 1J״(j /״r Bekämpfung der Malaria waren große ,1״«nlagen erforderlich, und die Kosten wurden aus jüdi- | ’ r0!1ds gedeckt. 1 '/י herrscht ein riclitiger Landhunger in Palästina. Die ocr Zionistischen Organisation sind begrenzt. Viel mehr 1 u״d sollte geschehen, um die Landansicdlung zu . Es ist unmöglich, irgendwo ohne die tatkräftige! ,'M/ung der Regierung Kolonisten im Lande anzusicdcln. ' 1’*1',st die Geschichte aller britischen Dominien jen* w leeres. Nehmen wir den Fall Canada. Nicht nur , ^?fhenden Siedlern das Land umsonst oder zu sehr /•'dilungsbediiigungcn gegeben, sic erhalten auch noch K‘«ic von £ 15 pro Kopf und sind für drei Jahre . lcu<־־rn befreit Achnlichc Erleichterungen gewährt man;1/alien, der Kolonie Kenya und anderen Ländern unter Mäschen Flagge. Die jüdischen Siedler in Palästina *«׳emc Prämie, das Land wird zum künstlich hinauf- Marktwert verkauft und der Kolonist hat von dem Augenblick seiner Ankunft an Steuern zu zahlen. Nur wenig ist bisher geschehen, um den Siedlern Kronländcrcicn zu übertragen und cs ist zu bedauern, daß man cs nicht für möglich gehalten hat, eine Reihe von agrarischen Reformen durchzuführen, um die Güter der großen Landbesitzer aufzutcilcn, wie dies durch die Regierungen anderer Länder, z. B. Rumäniens, Polens, Ungarns und Estlands, geschehen ist. Nun zur Frage der Immigration. Nur etwa ein Drittel der cingegangcncn Gesuche wurde bewilligt und cs wird eine nur allzu sorgfältige Auswahl getroffen. Wenn die Regierung der Vereinigten Staaten während der Jahre des großen Aufschwungs in Amerika im letzten Jahrhundert eine solche Politik verfolgt hätte, wie sähe die Bevölkerung der Vereinigten Staaten heute aus? Es ist ein Fehler, in einem Lande, das erst besiedelt und entwickelt werden soll, denjenigen, die sich anzusicdcln beabsichtigen, unnötige Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Es sollte nicht zugclasscn werden, daß ein Mann wegen seiner politischen Ueberzeugung verhindert wird, mit seiner Familie nach Palästina zu gehen, wenn sie sonst dazu geeignet sind. Wenn des Mannes politische Absichten bei den herrschenden Mächten Anstoß erregen, so sollten sie genügend Vertrauen zu der Gerechtigkeit mul Voitrefflichkeit ihrer eigenen Verwaltung haben, um darauf zu bauen, daß sich seine Ansichten nach einem kurzen Aufenthalt ändern werden, sobald er erst die Segnungen der britischen Herrschaft genießt. Vergleichen wir diese Vcnvalinngsmcihoden mit denen, die die Sowjet-Regierung bei der geplanten Ansicdlung jüdischer Kolonisten in der Krim anwendet. Den jüdischen Siedlern, die nach der Krim gehen wollen, wird die größtmöglichste Förderung zuteil. Sie sind auf Jahre hinaus von allen Steuern befreit und 15 000 Deßjatinen früherer Kronländrreien wurden bereits <1011 jüdischen Ansiedlern in der Krim /!!gewiesen. Es wäre eine merkwürdige Lape der Dinge, wenn die größere Freigebigkeit der russisciien Regierung gegenüber den jüdischen Siedlern in der Krim der englischen Regier u n g als der M a n d a t a r m a c 111 in Palästina und der Zionistischen Organisation den Boden unter den Füßen a b g r a b c n würde. Die Unglückspropheten haben alle Arten von Unruhen geweissagt, wenn der große Pinn der Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina verwirklicht werden würde. Es wurde gesagt, daß cs dauernd Reibungen und Streitigkeiten mit den Arabern geben würde, daß Aufstände und Revolutionen, Unruhen und Bürgerkriege ausbrcchcn würden. Wie steht es in Wirklichkeit? Mit Ausnahme geringfügiger Störungen herrscht seit Jahren vollständiger Friede in Paliistina. Einige Meilen weiter nördlich liegt das französische Mandntslaud Syrien, das auch von Arabern bewohnt ist, und — nebenbei gesagt — von Arabern auf einer höheren Stufe des Fortschritts und der Zivilisation als die Araber Palästinas, und daher wohl von friedlicherer und die Gesetze mehr achtender Gemütsart. In Syrien gibt cs Unruhen der ernstesten An. Die französische Regierung steht einem furchtbaren Aufstand des Volkes gegenüber. Und in Syrien gibt cs keine jüdische Frage und es wurde kein Versuch gemacht, jüdische Kolonisten anzusicdcln. Die alte, berühmte, schöne Stadt Damaskus wurde einem Bombardement ausgesetzt, das au das Vorgehen der Deutschen in Louvain erinnert. Es wurde dringend nötig, Truppen aus Marokko nach Syrien zu senden, um die Macht der französischen Behörden zu festigen. Und was das Merkwürdigste ist: die syrischen Araber weisen auf das bessere Los ihrer Brüder in Palästina hin und verlangen die gleiche Behandlung! Diese Tatsachen, die nicht geleugnet werden können, sollten die letzten Reste von Angst und Zweifel aus den Köpfen der Staatsmänner der Mandatarmacht hinwegräumen. In Palästina, einem östlichen Lande, gibt die Zionistische Organisation Geld für wissenschaftliche Forschungen, für Land- Wirtschaft, Bekämpfung von Krankheiten, Ausrottung der Malaria, Vernichtung von Pflanzcnparasiten, Austrocknung und Urbarmachung von Sümpfen, Anpflanzung von Bäumen auf den Bergen. Die Zionistische Organisation läßt Landarbeitern und künftigen Bauern, die nach Palästina zu gehen bcabsichtigen, eine Vorbereitung und Ausbildung zuteil werden, die diejenige weit übertrifft, die Auswanderer nach Australien und Canada erhalten. Eine Regierung mit gesundem Menschenverstand sollte solche Bemühungen willkommen heißen und die Tatsache begrüßen, daß diese großen Anstrengungen und Kosten an ein Land gewendet werden, für das Großbritannien die Mandatarmacht ist. Die Kerca Eijcsscd-Kampfe fa Letllsnd Aus Riga wird uns telegraphiert: Der Präsident der Icltländischcn Republik empfing am 9. d. M. den Delegierten des Keren Hajcssod-Dircktoriums, Leib J a f f c, in Be* glcitung des Abgeordneten Nu rock zu längerer Audienz. Er bekundete für den Wiederaufbau Palästinas lebhaftes Interesse und Sympathie. Herr Jaffc besuchte ferner in Beglcitung von Dr. Nurock und dem Präsidenten der ZionLstisehen Organisation Lettlands, Herrn Gottingen, auch den englischen Gesandten. Rundschau Syrien und die Krise des Mandats Systems — Herbert Samuels Rede — Die Jfewlsb Agency-Frage — Das Abkommen von Philadelphia gebrochen? RW, Berlin, 11. November. Die Lage in Syrien ist unverändert ernst. Dk־. Kämpfe haben größere Dimensionen angenommen, Damaskus soll von der Zivilbevölkerung verlassen worden sein, die Aufständischen haben sich mehrerer wichtiger Stützpunkte bemächtigt. In Frankreich scheint man der Situation mit einiger Ratlosigkeit gcgenübcrziistchcn und wartet zunächst die Ankunft des Generals Sarrail ab. Inzwischen ist man ganz abrupt zum System der Zivil- Verwaltung übergegangen und hat den als Vorkämpfer der Friedensidee des Völkerbundes bekannten de Jouvencl zum Oberkommissär ernannt — ein Paradox, daß ein Land, das durch fünf Jahre von Generälen verwaltet wurde, gerade mitten im Kriege einer Zivilpersnn anvcrlraut wird. Aber diese Ernennung soll wohl gleichzeitig eine Geste sein, einen Systennvcchsel andeuten. Erst in dem Moment, wo Damaskus in Trümmern liegt, und die Augen der ganzen Welt auf Syrien gerichtet sind, beginnen die Franzosen, mit dem Mandats- System Ernst zu machen. Für Frankreich ־ bedeutet der syrische Krieg gleichzeitig zwei Schlappen: eine militärischc, die mit großen französischen Verlusten verblinden ist und daher die öffentliche Meinung in Frankreich erregt, und eine moralische, die durch das von der Welt als Barbarentat empfundene Bombardement von Damaskus erzeugt wurde. Militärisch wird Frankreich mit der Zeit der Aufständischen Herr werden können, obwohl man die Schwierigkeit solcher Kolonialkriege nicht geringschätzen soll. Der moralische Schaden aber wird viel schwerer gutzumachen sein. Der herablassende Ton wohlwollender Entschuldigung, mit dem ein Teil der englischen Presse die Ereignisse von Damaskus bespricht, ist für Frankreich vielleicht noch verletzender als die unverhohlenen Vorwürfe, die von einem andern Teil der öffentlichen Meinung erhoben werden. Das wichtigste jedoch für uns ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, daß die prinzipielle Frage von Sinn und Wesen des M anda tssystems aufgcrollt wurde. Manche sprechen beinahe von einer Krise des Mandatsgedankens. Die Idee des Mandates besteht darin, daß eine Großmacht, die gleichzeitig die europäische Kultur repräsentiert, der minder entwickelten Bevölkerung des Mandatslandcs Schutz angedeihen läßt mul sie zu höheren Formen der Selbstverwaltung erzieht. Diese Segnungen von Schutz und Erziehung sind, so wird besonders von englischer Seite geltend gemacht, der syrischen Bevölkerung durch das Bornbardcment der ihnen heiligen Hauptstadt nicht sehr zweckmäßig vermittelt worden. Es wird daher der Ruf laut, Frankreich solle das syrische Mandat niedcrlcgen. Von anderer Seite wieder wird betont, daß das Mandats- System sich nur dann bewahren kann, wenn der Völkerblind bzw. die Mandatskommission wirkliche Koutrollrechte bekommt, und nicht nur wie bisher Berichte anzuhörcu und weitcr/ugcbcn hat; zumal cs heute eine Großmacht in der Hand hat, gerade im entscheidenden Moment die Behandlung eines Mandates von der Tages- Ordnung verschwinden zu lassen, wie cs bei der letzten Oktober-Session mit dem syrischen Mandat auf Wunsch Frankreichs geschehen ist. Der englische Minister- Präsident Baldwin hat in seiner letzten Rede in Aberdecu auf die Schwierigkeiten der Aufgabe im Nahen Osten hingewiesen, jedoch die Hoffnung ausgesprochen, daß Frankreich ihrer Herr wird. Es ist, so sagte er, viel leichter, auf Schwächen des Mandatssystems hinzuweisen, als Bcsscrungsvorschlägc zu machen.!וזז Ganzen habe es sich bewährt. Interessant ist die Stimme eines bedeutenden liuksoricnticrtcn Organs, der Wochen- Schrift ״ThcNcwStntcsman“, die die von mancher Seile erhobene Forderung einer Räumung Syriens durch Frankreich durchaus ablehnt. Wenn Frankreich weggeht, so sagt der Artikel, könnte keine andere Macht das Mandat übernehmen und die Folge wäre, daß das Land nach einem kurzen Intermezzo der Selbständigkeit die Beute anderer nachdrängender Mächte würde. (Anspielung auf die Türkei, vielleicht auch auf Mussolini.) Denn auch diejenigen, die der Idee eines unabhängigen Syrien sympathisch gegenübersichen, müssen erkennen, daß die Zustände in Vorderasien, die vielen einander dort bekämpfenden Strömungen, die nationalen und religiösen Gegensätze und die Machenschaften dunkler Mächte, eine Verwirklichung dieses Gedankens höchst zweifelhaft machen. Der einzige Rückhalt in Vorderasien ist heute Groß-Britannien und Frankreich. Beider Einfluß beruht unzweifelhaft auf Gewalt, aber Gewalt muß nicht Gewalttätigkeit oder Unrecht - bedeuten. England bemühe